Dieser Reisebericht handelt von ganz persönlichen Erlebnissen, Gedanken und Eindrücken in Tagebuchform während eines Thailand-Besuches mit meiner Frau in Phuket, Koh Raya südlich von Phuket, Koh Samui und Koh Phangan vom 1. Februar bis 16. März 2012. Im Reiseverlauf trafen wir auch einige Freunde, feierten gemeinsam einen Geburtstag und wurden von ihrer Schwester mit Mann überrascht. Viel Vergnügen, falls sich jemand für die folgende Schilderung interessieren sollte!

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Thailand 2012

In MS-Word (Calibri 11) umfasst mein folgender Text 111 Seiten (ohne die hier veröffentlichten 139 Bilder).

Thailand-Urlaub Lilo & Bernhard vom 01.02. – 16.03.2012

Alle Resorts, die wir während unserer Thailandreise bewohnt haben, versuchen wir zum Abschluss des Berichts mit einigen Kriterien zu beschreiben und nach unseren Eindrücken mit Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) zu bewerten. Damit wollen wir kein Urteil fällen über ein Resort und niemandem zu nahe treten. Es handelt sich ausschließlich um unsere subjektiven Eindrücke vor Ort. Vielleicht bedeuten sie für all diejenigen eine kleine Hilfestellung, die eine ähnliche Reise planen wollen. Das ist unsere ausschließliche Intention dabei.

Vorweg für alle, die es interessiert: Mit unseren Reisekosten blieben wir für 45 Tage Thailand – inklusive Flug (709 Euro pro Person inklusive aller Kosten, sogar mit Bahn-Tix-Ticket) – knapp unter 2.000 Euro pro Person, sprich zu Zweit gaben wir insgesamt knapp unter 4.000 Euro aus.

 

Mittwoch, 1.  Februar - 1 . Tag: Abreise und Abflug in München am Abend:

Heavy Wackelkoffer bei Minusgraden, Tix-Nummern-Bahntickets, Münchens spezielle Foto-/Video-Kontrolle, wieder Pastis im Airport-Duty-Free

Lilos Koffer stand schon seit 30. Januar nach über einer Woche Packen fertig im Flur. Mein neuer Rimowa-Koffer dagegen war von mir noch unberührt, was die Reisevorbereitung  betraf. Trotzdem lag er bereits geöffnet im Schlafzimmer, von Lilo schon halb gefüllt  mit Dingen, die sie nicht mehr bei sich verstauen konnte wie unserer großen Badematte, sowie einigen Mitbringseln für ihren in Thailand lebenden Bruder Peter nebst Spielzeug-Trucks, Büchern usw. für seinen Sohn Martin.

Aber jetzt war es auch für mich langsam Zeit, endlich mit dem Packen zu starten. Um 15 Uhr begann ich damit, um 15:30 Uhr schloss ich den Koffer ab. Auf 100 Gramm genau kam ich mit 22,5 Kilo auf das gleiche Gewicht wie meine Frau. In Thailand sollte sich dann jedoch schnell heraus stellen, dass ich ein wichtiges Utensil vergessen hatte, die Badehose. Nachdem bei einer meiner beiden aber sowieso schon die Schnur zum Binden hart und unflexibel geworden war nach einem Saunabesuch einer überheißen Sauna in der Türkei, in der Bekleidung vorgeschrieben war, habe ich somit einen willkommenen Grund, mir in Thailand bald eine Neue zu kaufen.

Als Nachbar Klaus um 18:30 Uhr schon mal vorsorglich klingelte, stand ich noch nackt im Bad. Um 18:45 Uhr fuhr er uns bei minus 8 Grad zur S-Bahn nach Ottobrunn. Dort konnten wir uns in einem kleinen beheizten Raum mit Bankautomaten der Sparda-Bank bis zum Eintreffen der S-Bahn unterstellen, denn wir hatten nur Pullover und eine zusammenrollbare Sport-Regenjacke an, also nicht wirklich die passende Kleidung für diese Temperaturen. Bis zum Wochenende waren sogar Temperaturen um minus 20 Grad oder noch kälter voraus gesagt. Da starteten wir doch gerne Richtung Wärme und hielten mit diesen „warmen Gedanken“ problemlos 2-3 Minuten mit unserer „Reisekleidung“ im Kalten aus. Beim Entlanglaufen am Bahnsteig mit meinem Koffer bemerkte ich zum ersten Mal, dass ich womöglich nicht ganz so zufrieden bin mit meiner Wahl des neuen Koffers. Nachdem ich auf den letzten Reisen einen ziemlich großen Kofferverschleiß hatte mit jeweils gebrochenen Hartschalen bei 2 Titan-Koffern und einer aufgeschlitzten Sport-Reisetasche, fiel meine Wahl auf Anraten von Flugpersonal hin auf einen Rimowa-Alu-Koffer. Dieser war mit den Maßen 78 x 53 x 21 cm schön breit und hoch, aber nicht sonderlich tief. Und was das bei 22,5 Kilo Gewicht bedeutet, merkte ich erst jetzt. Auf den relativ eng nebeneinander liegenden Laufrollen schwankte er beim Entlanglaufen auf dem Bahnsteig verdächtig stark hin und her und war nahe vorm Umkippen. Und als ich in der S-Bahn, die pünktlich um 19:17 Uhr eintraf, anschließend meinen Arm auf den neben meinem Sitz stehenden und beim Anfahren der S-Bahn wiederum schwankenden Koffer legte, damit er nicht umfällt, bemerkte ich zudem, wie schnell sich Alu der Außentemperatur anpassen kann.

Die Bahnkarten hatte Lilo am Nachmittag an einem Fahrkarten-Automaten schon ausgedruckt. Zum ersten Mal hatten wir Bahn-Tix-Nummern erhalten. Diese mussten am Fahrkarten-Automaten eingegeben werden zum Ausdrucken der Tickets, die bei der Reisebuchung im Preis inbegriffen waren – wie bei Rail & Fly, nur dass man sich die Bahn-Tix-Karten über die erhaltenen Code-Nummern selbst an entsprechenden Fahrkarten-Automaten ausdrucken musste. Am Rosenheimer Platz stiegen wir aus und wechselten nur auf die gegenüberliegende Bahngleis-Seite. In den 12 Minuten, die wir auf die S8 zum Flughafen warten mussten, konnten wir beobachten, dass aus jeder eintreffenden S-Bahn überwiegend gut gekleidete ältere Herrschaften entstiegen, wobei eine große Anzahl der Damen in feine Pelzmäntel gehüllt war. Osteuropäisch anmutende Sprachfetzen, die zu uns durchdrangen, ließen uns vermuten, dass im Gasteig wohl eine entsprechende Veranstaltung stattfinden musste heute Abend. Und dann war sie auch schon da, unsere Flughafen-S-Bahn, die mit uns um 20:15 Uhr am Münchner Airport eintraf.

Bei Abflug um 22:25 Uhr hatten wir schön Zeit, zumal wir bereits am Abend zuvor am PC die Boarding-Unterlagen ausgedruckt hatten samt Sitzplätzen für die Flüge München – Abu Dhabi und Abu Dhabi – Bangkok. Wir gaben die Koffer ab und gingen gleich zur Passkontrolle. Bis heute blicke ich nicht ganz durch, wieso immer nur in München die Fotoausrüstung bis aufs kleinste Detail überprüft wird. So musste ich aus meinem Fotokoffer die große Kamera mit dem Teleobjektiv herausnehmen und damit ein Bild aufnehmen, dann musste ich auch das 2. Objektiv herzeigen und die Deckel entfernen, damit die Zollbeamtin durchschauen konnte. Abschließend hieß es auch noch die Videocam öffnen und in den Aufnahme-Status schalten. Dann durfte ich alles wieder einpacken. Auch das Netbook, das ebenfalls im Rucksack verstaut war und schon vor dem Röntgenapparat raus musste und gesondert überprüft wurde, konnte ich jetzt wieder verstauen. Während der ganzen Foto-Überprüfungsaktion war mir die Hose fast runter gerutscht, weil ich auch den Gürtel hatte entfernen müssen. In dem Fall hätte ich, wenn auch unfreiwillig und unaufgefordert, im wahrsten Sinne des Wortes hier beim Zoll die Hosen runter gelassen. Schnell zog ich die Jeans wieder in die richtige Position und schnallte den Gürtel wieder um.

Im Duty Free Laden entdeckte ich dann, dass München inzwischen die wichtigste „Reise-Medizin“ für meine Frau und mich wieder führt, nämlich Pernod. Die Jahre zuvor hatten sie nie Pernod im Sortiment, so dass wir auf Ouzo ausgewichen waren. Die Hauptsache, wir hatten einen Anis-Schnaps dabei. Aber am liebsten ist uns Pernod. Mit ihm hatten wir, egal in welchen exotischen Ländern wir unterwegs waren, niemals irgendwelche Magen-Probleme. Diesen Tipp bekam ich früher in meiner Studentenzeit, in der ich nebenbei als Reiseleiter arbeitete, von anderen Kollegen. Und nicht nur auf Reisen war dieses Getränk hilfreich, sondern der Tipp half auch etlichen Freunden mit Magenproblemen und selbst meiner Mutter, die Pernod mit schon über 70 Jahren zum ersten Mal ausprobierte. Sie hatte sich lange gesträubt, da sie den Anis-Geschmack nicht mochte, aber dann bei einem akuten Magenproblem rang sie sich doch durch, meinen Pernod-Tipp einmal auszuprobieren. Und auch bei ihr, der zuvor nie etwas half bei ihren Magenproblemen, wirkte der Anis-Schnaps Wunder und zählte fortan zum festen Getränke-Bestand ihres Haushalts. Weil ich inzwischen auch meine Frau längst von seiner Nützlichkeit überzeugen konnte, gehört ein Anis-Getränk immer zu unserem Reiseproviant. Nachdem München „unser Reise-Getränk“ in den letzten Jahren nie führte im Duty Free Laden, hatten wir uns eine Flasche im Supermarkt besorgt und im Koffer gut eingepackt verstaut in der Hoffnung, dass sie samt Koffer wohlbehalten in Phuket ankommt.

Donnerstag, 2.  Februar – 2. Tag: Flug nach Phuket, Ankunft im "Phuket Nature Home Resort" in Nai Yang:

Phukets Taxifahrer-Tricks, nächtliches Gepäck-Bergsteigen, Winter ade - Schweiß juchhe

Nach pünktlichem Abflug mit Etihad Airways in München um 22:25 Uhr landeten wir mit dem Airbus A330-200 nach 5 ½ Stunden Flugzeit etwas früher als geplant um 06:55 Uhr in Abu Dhabi. Aufgrund der 3 Stunden Zeitverschiebung graute hier bereits der Morgen. Das erste Mal befanden wir uns am neuen Flughafen. Bei der letzten gemeinsamen Thailandreise warteten wir noch in dem riesigen, blau-gelb gekachelten Rondell, von dem aus die einzelnen Gates abzweigten. Ein Bus brachte uns vom Flugzeug zum Transferbereich. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug atmeten wir tief durch. Uns erwarteten hier morgens um diese Zeit schon richtig angenehme 20 Grad Wärme. Nach etwas Morgentoilette fühlten wir uns mit frisch geputzten Zähnen gleich noch viel wohler.

Im Abflug-Gate für den Flug Abu Dhabi – Bangkok war sofort zu erkennen, dass nach dem Flug von München hierher auch dieser Etihad-Flug ziemlich ausgebucht sein musste, denn nahezu jeder Platz in der großen Halle war belegt. Ein Bus brachte uns zum Flugzeug nach Thailand. Es startete pünktlich um 09:15 Uhr Ortszeit.

Nach ruhigem Flug und 5 Stunden und 50 Minuten Flugzeit kamen wir bei weiteren 3 Stunden Zeitverschiebung um 18:05 Uhr Ortszeit in Bangkok an, nachdem wir 2 Warteschleifen kreisen mussten bis zur Landeerlaubnis. Schon im Anflug zeigten sich ziemlich viele Wolken. Aber es regnete nicht. Über etliche Laufbänder erreichten wir das Gate A3A für den Abflug nach Phuket. An einem Internet-Terminal im Gate schickten wir gleich einen kurzen E-Mail-Gruß nach Hause. Um 20:15 Uhr startete der Flieger von Bangkok Airways pünktlich und landete nach genau einer Stunde um 21:15 Uhr in Phuket. Vor dem Abflug hatten alle Transfer-Gäste einen kleinen blauen Aufkleber auf die Kleidung bekommen mit dem Aufdruck „International Baggage Claim“. Damit mussten wir nach der Ankunft in einen gesonderten Gepäckbereich, um dort unser Reisegepäck entgegen nehmen zu können. Bereits 5 Minuten später erschienen die Koffer auf dem Förderband.

Kaum hatten wir den Sicherheitsbereich verlassen, begrüßten uns schon etliche Taxifahrer. Wir verhandelten kurz den Preis bis zu unserer ziemlich einfachen Unterkunft, dem „Phuket Nature Home Resort“ in Nai Yang, 7 Kilometer nördlich vom Flughafen in unmittelbarer Nähe des luxuriösen Hotels „Imperial Andaman“. Meine Frau hatte hier über das Internet bereits die ersten 4 Nächte gebucht.

Beim Start „wusste“ unser Taxifahrer genau, wo er uns hinbringen muss. Aber dann bemerkten wir während der Fahrt, dass er immer unsicherer nach rechts und links schaute. Schließlich hielt er an und bat uns, noch einmal die Adresse sehen zu können. Die angegebene Telefonnummer rief er daraufhin an – und danach begann er mit fast weinerlicher Stimme: „Mama, Mama – is far far away, not here. I must drive long way. Not possible for 300 Baht. You must pay 400 Baht please.” Was blieb uns übrig, als mitten auf freier Strecke nachts um 22 Uhr OK zu sagen. Selbst haben wir schon öfter schlechte Erfahrungen mit Taxi-Fahrern in Phuket machen müssen – und auch viele Bekannte hatten uns schon von ähnlich schlechten Erlebnissen mit Taxifahrern hier erzählt. Zum Beispiel waren wir mit einem Taxi zu einer Veranstaltung gefahren und der Taxifahrer hatte uns schon am Tag zuvor groß versprochen, uns zu einem fest vereinbarten Preis hin zu fahren und 4 Stunden später wieder abzuholen. Beim Abliefern erinnerten wir ihn noch einmal  ans Abholen. Er nickte nur und bat uns, ihm aber schon mal die vereinbarte Summe zu zahlen. Statt zu sagen, dass er das Geld nach erfolgter Rückreise bekommt, zahlten wir. Daraufhin erklärte er uns, dass die Rückfahrt auch noch einmal so viel kostet und dieser Preis nur für die Hinfahrt gegolten hätte. Und wahrscheinlich habe er eine andere Fahrt und könne später doch nicht kommen, um uns abzuholen. „Than, you must take another Taxi. Sorry, I forgot to tell you.“ Sprach's und fuhr ohne eine Reaktion von uns abzuwarten schnell davon. Wir ärgerten uns anschließend etwas, wobei wir nicht genau unterscheiden konnten, ob es über so viel Unverschämtheit war oder vielmehr über unsere eigene Dummheit. Doch dann beschlossen wir, uns von diesem Taxifahrer den Abend nicht verderben zu lassen und genossen ihn. Nur einmal fielen wir auf diesen Trick herein.

Jetzt erlebten wir, dass sich noch nicht viel geändert hat, was die Taxifahrten auf Phuket betrifft – und hatten wieder eine neue Taxifahrer-Story-Variante kennen gelernt. Als wir beim Resort ankamen, stellte sich heraus, dass die „far far away“-Wegstrecke vom Flughafen bis zum Resort genau 7 Kilometer betrug.

Die Resort-Chefin erwartete uns bereits und begrüßte uns herzlich. Sie zeigte uns den Weg zu unserem Bungalow. Er führte über unterschiedlich hohe Trittsteine, links gesäumt von einem Seil zum Festhalten und bei Bedarf zum Hochziehen, einen relativ steilen Hang hinauf. Mit 8 Kilo Foto-Equipment auf dem Rücken und 22,5 Kilo Koffer in der Hand konnte ich urplötzlich die herrlich warmen Temperaturen aus allen Poren heraus genießen, sprich ich kam nass geschwitzt vor dem Bungalow an und ging gleich zurück, um auch meiner Frau beim Hochschleppen ihrer gleichschweren Reisetasche zu helfen.

Vom Zimmer waren wir absolut positiv überrascht. Von außen wirkten die wenigen Bungalows des Resorts etwas verwildert, aber innen drin waren sie sauber und außerdem sehr großzügig und geschmackvoll eingerichtet. Der Übernachtungspreis für den Bungalow betrug 1.420 Baht, also ungefähr 35,50 Euro – inklusive Frühstück für uns beide. Auf dem Bild rechts ist unten die Rezeption zu sehen bzw. Wohnung der Besitzer und darüber unser Bungalow. In dem wurde mir beim Einzug sofort klar, dass ich hier keinen Moskitoschutz aufhängen kann. Denn der Raum war in der Mitte atriumartig erhöht und circa vier Meter hoch. Da nutzte mir das Moskitonetz nichts, das ich mir samt Moskito-Spray „Anti Mücken-Milch Jaico“ am Tag vor der Abreise noch besorgt hatte bei der Firma Brettschneider in Feldkirchen/Heimstetten bei München, einem Großversand für Fernreise-Bedarf (www.brettschneider.de).

Um 23 Uhr fielen wir ins Bett - müde, aber zufrieden und glücklich, 20 Stunden nach dem Verlassen unseres Hauses wohlbehalten am Ziel angekommen zu sein. Und sofort schlief ich ein, ohne mir noch groß irgendwelche Moskito-Gedanken durch den Kopf schießen zu lassen oder an die Worte der Thais zu denken, wenn sie Moskitos und mich sehen. Denn dann höre ich oft: „Moskitos loves you“. Im Verlauf der Reise sollte ich auch noch erfahren, welche Moskitos ganz speziell „auf mich stehen“.

Freitag, 3.  Februar – 3. Tag = 1. Urlaubstag: „Phuket Nature Home Resort“ in Nai Yang:

Frühstück mit Gesang, 1x Thaifood, Happy Hour Long Drinks im Chang-Bier-Chef-Hotel 'Imperial Andaman', Bässe siegen über Natur-Konzert, erste Moskitos, Fernseher ja - Empfang nein

Bis 9 Uhr schliefen wir gut, auch wenn wir ab 5 Uhr schon das Starten von Fliegern vom nahe gelegenen Flughafen gehört hatten. Und irgendwann in der Früh zeigte uns auch ein Hahn, dass es hier noch Landleben gibt, wie wir es zu Hause kaum noch kennen. Allerdings war er „etwas schwach auf der Brust“ und wurde von unserem Kühlschrank beim Einschalten deutlich übertönt.

Um 9:30 Uhr spazierten wir in Sandalen, kurzen Hosen und mit T-Shirt zum Frühstück. Es war absolut exklusiv, denn auf der Terrasse bei der Rezeption stand nur ein einziger Plastiktisch mit 2 Plastikstühlen – für uns beide.

Eine junge Angestellte begrüßte uns lächelnd mit einem fröhlichen „Sawad-Di-Kah“. Unsere Auswahl-Möglichkeiten beschränkten sich auf die Auswahl von Kaffee oder Tee. Dazu gab es jeweils 2 Toastbrote, Marmelade, Butter und ein Spiegelei. Während der gesamten Frühstückszeit hörten wir den fröhlichen Singsang der jungen Frau, da sie in dieser Zeit pausenlos telefonierte und mitten im Gespräch auch immer wieder fröhlich sang. Eine Verständigung mit ihr war kaum möglich, denn sie sprach kein Englisch. Stattdessen aber fließend eine Sprache, die wir anfangs für thailändisch hielten, wobei uns aber auffiel, dass uns kein einziges Wort davon auch nur annähernd bekannt vorkommt. Im weiteren Reiseverlauf erfuhren wir, dass es sicherlich burmesisch war, da die meisten Arbeitskräfte inzwischen aus Burma stammen, weil sie im Vergleich zu thailändischem Personal für einen geringeren Lohn arbeiten. In Hotels beträgt der Unterschied zum Beispiel 7.000 Baht (175 Euro) Monatsgehalt für Burmesen gegenüber 10.000-12.000 Baht für Thailänder.

Wieder zurück im Zimmer machte ich gleich meine ersten Moskito-Bekanntschaften. Denn kurz nach der Rückkehr erwischte mich die erste ziemlich kleine Mücke im Bad. Sofort schwoll die Hautstelle mit einem Durchmesser von circa einem Cent und rotem Umfeld drum herum an­ und begann zu jucken. Bei der zweiten Mücke wenig später im Zimmer dachte ich, dass ich sie zuerst erwischt hätte, als ich sie mit einem gezielten Schlag auf die Wand klatschte. Aber der rote Blutfleck auf der weißen Wandfarbe zeigte mir, dass sie zuvor wohl doch zuerst mich kontaktiert und angezapft haben musste. Meine „lieben Freunde“ wussten also wieder, dass ich da bin.

Heute kann ich also gleich das ebenfalls von der Firma Brettschneider erhaltene Moskitospray „Anti Mücken-Milch Jaico“ ausprobieren, wenn ich raus gehe. Im späteren Reiseverlauf erwies es sich als sehr guter und zuverlässiger Schutz gegen die Plagegeister. Aber zuerst einmal war ich so müde, dass ich mich wieder ins Bett legte und von 11:30 Uhr bis 15 Uhr noch etwas von dem entgangenen Schlaf der letzten 2 Tage nachholte.

Ganz benommen kam ich wieder zu mir – und fand vor meinem Bett einen Zettel von Lilo: „Bin zum Imperial Andaman Hotel. Wenn du willst, komm nach – 13:10 Uhr.“ Das lohnte sich jetzt wohl nicht mehr, noch zu starten. Zuerst verschwand ich unter der Dusche und erweckte so langsam wieder die Lebensgeister. Kurz darauf kehrte Lilo von ihrer Erkundungstour zurück. Wir starteten gemeinsam und kehrten etwa 100 Meter vom Resort entfernt in einer kleinen Thaifood-Küche ein. Hier genossen wir unser erstes Thai-Essen in diesem Urlaub, Lilo bestellte Fried Rice mit Chicken, ich Fried Noodles mit Squid. Zusammen mit einer 0,640 Liter Flasche Chang Bier zahlten wir 170 Baht, also rund 4,40 Euro.

Von hier aus spazierten wir weiter ins nur wenige Meter entfernte Hotel „Imperial Andaman“, das dem Besitzer der Brauerei Chang gehört, wie uns die Bedienung in der Garküche erzählt hatte. Wir durchquerten die Hotelanlage und gönnten uns am Strand 2 Long-Drinks für je 100 Baht „Happy Hour-Price“. Wir waren die einzigen Besucher hier am Rand der Rasenflächen, direkt beim Übergang zum Strand. Niemand war am Strand zu sehen, nur 3 Fischerboote schaukelten im Rhythmus der Wellen in der Bucht mit jetzt bei der einbrechenden Dämmerung bereits eingeschalteten kleinen roten Positionslichtern. Offensichtlich nahmen sämtliche Frösche und Grillen der Umgebung dies als Signal, mit ihrem Gesang und Gebalze einzusetzen. Urplötzlich entwickelte die Natur ein herrliches Concerto Crosso. Wir lauschten fasziniert und nippten dabei genussvoll an unseren Drinks.

Diese Idylle dauerte jedoch nur 10 Minuten. Dann setzte urplötzlich hinter uns gegenüber der Hotel-Strandbar Disco-Musik ein, und 3 Hotelangestellte zeigten Tanz- und Akrobatik-Einlagen samt einer Thai-Box-Demonstration. Für das Naturkonzert der Frösche und Grillen bedeuteten die dröhnenden Watt-Boxen eine unschlagbare Konkurrenz. Beim Einsetzen der Beats wirkte es, als seien die Naturlaute zuvor ebenfalls aus den Lautsprechern gesendet worden und hätten nun den neuen Sounds weichen müssen. Es war von einem Augenblick auf den anderen nichts mehr vom natürlichen Dämmerungskonzert zu hören. Wir tranken aus und schlenderten gemütlich wieder zurück zu unserem Resort, das preislich und komfortmäßig wohl nicht ganz mit dem Imperial Andaman mithalten konnte. Aber anstatt für 500 Baht pro Tag wie beim Hotel bot unsere Bleibe ein Miet-Moped für 250 Baht pro Tag an. Und als wir nach unserer Rückkehr fragten, ob für 2 Tage auch 400 Baht in Ordnung seien, nickte die Chefin sofort erfreut und brachte die notwendigen Vertrags-Papiere, verbunden mit der Bitte, vorsichtig zu fahren, weil das Bike ihrem Freund gehöre. Zugegeben – auch ein Grund, vorsichtig zu sein. Aber noch mehr werden wir wohl uns zu Liebe vorsichtig fahren. Ob ich einen Führerschein habe, spielte keine Rolle.

Zurück auf dem Zimmer schaltete ich zum 1x den Fernseher ein. Wie wir sahen, sahen wir nichts. Warum, das sollte sich morgen heraus stellen.

Während Lilo um 22:00 Uhr müde ins Bett fiel und sofort einschlief, begann ich in meinen Kurzzeit-Erinnerungen zu wühlen und bis 23:30 Uhr die bisherigen Reise-Eindrücke in die Tasten zu hauen. Mit nur 4 Moskitostichen bisher fühlte ich mich bestens und schlief entspannt ein.

Samstag, 4.  Februar – 4. Tag = 2. Urlaubstag: „Phuket Nature Home Resort“ – in Nai Yang:

Sonnenbrand-Moped-Fahrt nach Patong, fliegender Sturzhelm, Polizist hilft beim Anziehen, Hotel-Fähre, Aloe Vera Gel für krebsrote-Moped-Hände, Gecko hinterm Spiegel

Wissen Sie, wie es ist, wenn man genau spürt, dass der Partner bzw. die Partnerin wach ist und man es aufgrund der Dunkelheit trotzdem nicht sicher weiß und sich daher still verhält? Um 5:00 Uhr jedenfalls hörte ich wieder das Dröhnen der Triebwerke beim Starten eines Flugzeugs vom Airport. Mit einem Schlag war ich wach – ebenso wie einige Hunde in der Umgebung, die begannen zu jaulen und keifend zu raufen. Neben mir bemerkte ich unruhiges Hin- und Herwerfen. Als ich mich aus dem Bett tastete, um auf die Toilette zu gehen, wurde ich sofort verfolgt von Lilo. Jetzt war klar, wir waren beide wach, sprachen aber nur in absolut begrenzten Silben und Gesten miteinander, um nicht völlig wach zu werden. Wie gut dies funktionierte, bemerkten wir gute 6 Stunden später. Da wunderte ich mich plötzlich, wieso Lilo so ein helles grelles Licht eingeschaltet hat. In Wirklichkeit hatte sie nur die Tür zum Bad aufstehen lassen, und von dort blendete mich die durch ein paar Glasbausteine im Dach herein strahlende Sonne. Es war 11:48 Uhr und wir hatten gemeinsam den ganzen Morgen „verpennt“. Wir grinsten uns gegenseitig an und stellten fest: „Wir sind im Urlaub angekommen“.

Fast sicher, nun an unserem exklusiven Tisch kein Frühstück mehr kredenzt zu bekommen, stiegen wir bergab zur Rezeption. Dort angekommen wurden wir von derselben jungen Frau begrüßt wie gestern, und auf unsere unsicher gestellte Frage „Breakfast“ hin nickte sie fröhlich und begann mit dem Vorbereiten und Auftischen. Es gab das Gleiche wie gestern, ganz offensichtlich besteht hier das Frühstück einfach nur aus Kaffee oder Tee, einem Spiegelei, 2 Toastscheiben, Butter und einer Tube zum Herausquetschen der Marmelade. Wenn diese mal verstopft ist, muss man sie halt aufschrauben, weil dann mal wieder eine nur halb zerdrückte Erdbeere in der Öffnung hängt. Als nur noch Luft heraus kam, wurde sie aus einem großen Erdbeer-Marmeladen-Eimer wieder aufgefüllt.

Während wir uns das Frühstück schmecken ließen, kam ein Tourist in Begleitung eines Thailänders. Der Thailänder fragte unsere Bedienung etwas, aber sie verstand ihn nicht. Darauf fragte er uns in englischer Sprache, wo das Hotel Imperial Andaman sei. Über ihn erfuhren wir, dass unsere Bedienung nicht nur kein Englisch, sondern auch kein Thailändisch spricht, denn er sei Thailänder, aber sie verstehe ihn nicht. In welcher Sprache auch immer, aber auch heute telefonierte sie wieder fröhlich die ganze Zeit, in der wir aßen und sang auch wie gestern immer wieder mitten im Gespräch. Auf beiden Wangen trug sie eine kreisförmig aufgetragene gelbe Farbe, die ich von Weitem zuerst für ein rundes gelb-braunes Pflaster gehalten hatte. Wie zuvor bereits angesprochen war uns später klar, sie war eine Billigarbeitskraft aus Burma.

Frisch gestärkt bekamen wir von ihr nach dem Frühstück den Mopedschlüssel und 2 Helme. Nach einer „100-Meter-Probefahrt“ allein kehrte ich zurück, Lilo schwang sich auf den Rücksitz und bei strahlendem Sonnenschein und rund 35 Grad starteten wir auf unsere Erkundungsfahrt. Wir hielten uns immer Richtung Phuket Town und bogen kurz vor dem Erreichen der Stadt rechts ab Richtung Patong Beach. Wie schon früher, als wir von der Patong Beach mit dem Bus nach Phuket Town und zurück gefahren waren, quälten sich auch jetzt noch die Busse mit dunklen, aus dem Auspuff quellenden Ruß-Wolken über den Berg zwischen Stadt und Strand. Wir hielten die Luft an, wenn wir einen Bus überholten und freuten uns um so mehr, als wir den Patong Beach erreichten und unsere Nasenflügel dort wohlriechende Essensdüfte einfangen konnten. Wir querten auf der hinteren Straße ganz Patong und fuhren am Ende an den Malerei- und Kunstläden vorbei bis zum Knick, auf dem Patong Richtung Süden verlassen werden kann. Hier tasteten wir uns mit dem Moped vorsichtig gerade aus über die Kreuzung und fanden gegenüber in der kleineren Straße auf Anhieb nach wenigen Metern die Anlage, in der wir vor 9 Jahren schon einmal gewohnt hatten, Baantonsai. 650 Baht kostet jetzt die Übernachtung, allerdings war die Anlage ziemlich ausgebucht. Nach unserem bevorstehenden und bereits gebuchten Abstecher übermorgen in den Süden Phukets nach Nai Harn werden wir wohl hierher zurück kehren in die altbekannte Anlage, nach wie vor preiswert und zentral gelegen. Nach 10 Gehminuten ist man mitten im pulsierenden Trubel von Patong, und trotzdem  hat man etwas außerhalb weitaus mehr Ruhe.

Am Patong-Beach tauschten wir noch einmal Baht für 300 Euro bei einem Kurs von 39,92 Euro. Im Schatten tat ein kaltes Wasser, das wir zuvor in einem kleinen Getränkeshop gekauft hatten, richtig gut. Dann fuhren wir weiter Richtung Kamala-Beach und Lilos Hunger ließ uns an einem Stand mit Hendl-Haxen halten. Sie genoss das gegrillte Hühnerbein und weiter ging die Fahrt, vorbei am Vergnügungspark FantaSea und am Best Western Hotel, in dem wir 2007 gewohnt hatten. Plötzlich spürte ich, dass sich auf meinem Kopf etwas bewegt. Es war mein Helm, der plötzlich ein Eigenleben entwickelte, nach hinten über den Kopf rutschte und dann an meiner Frau vorbei davon flog. Meine spontanen Versuche, nach ihm zu greifen und ihn noch zu erwischen und festhalten zu können, kamen zu spät. Abrupt bremste ich ab und Lilo konnte ihn noch rechtzeitig von der Straße nehmen, bevor die nächsten Autos darüber gefahren wären. Wir packten ihn vorne in den Korb über dem Vorderrad. Viele Einheimische fuhren ebenfalls ohne Helm, warum dann nicht auch wir, zumal ich vorsichtig war beim Fahren.

Jetzt mussten wir zuerst einmal tanken, denn die Tanknadel hatte sich während unserer Fahrt schon kontinuierlich nach unten bewegt und zeigte jetzt nur noch einen gut ein Viertel vollen Tank an. Mit 95 Baht war er wieder bis zum Rand gefüllt. Über die Straße mit der Nummer 4025 erreichten wir wieder die Nord-Süd-verlaufende Hauptstraße 402, auf die wir Richtung Phuket Airport einbogen. Aber schon nach wenigen Kilometern winkte uns ein Polizist an den Straßenrand. Fahren ohne Helm sei verboten, erklärte er uns. Wir zeigten ihm, dass wir einen Helm besaßen und dass bei diesem der Einrastbügel, der am Kinn in den Verschluss einrastet zum Festhalten und Festzurren des Helmes, nicht mehr vorhanden war. Er hatte sich gelöst, weshalb der Helm dann auch davon geflogen war. Er begriff unser Malheur sofort und erklärte uns, dass ich dann halt den Helm meiner Frau nehmen solle, diese benötige als Beifahrerin nicht unbedingt einen, sondern nur ich als Fahrer. Das Leben des Beifahrers zählt also hier nicht allzu viel. Wir fragten ihn, ob wir denn nicht hier irgendwo einen neuen Verschluss bekommen könnten für meinen defekten Helm – und erfuhren daraufhin, dass tatsächlich ganz in der Nähe ein Motorradgeschäft so etwas sicherlich führen würde. Das Moped ließen wir bei ihm stehen und suchten zu Fuß den beschriebenen Laden. Tatsächlich entdeckten wir 100 Meter entfernt in einer Seitenstraße ein großes Motorradgeschäft mit einer Riesenauswahl an Helmen. Wir zeigten der Verkäuferin das Band ohne Klick-Verschluss, der einfach heraus gerutscht war. Sie nickte, ging zu einem verpackten Helm, nahm dort die verloren gegangene Verschluss-Spange einfach ab und führte sie bei unserem Helm durch das Kinnband. Schon hatten wir für 30 Baht wieder einen funktionierenden Helmverschluss. Damit er nicht mehr heraus rutschen konnte, machte meine Frau ans Ende des Bandes einen Knoten. In einem 7 Eleven Supermarkt holten wir uns noch ein frisches Sprite. Als wir wieder beim Polizisten ankamen und unseren erfolgreichen Kauf vorzeigten, lachte er, nahm den Helm und stülpte ihn mir eigenhändig auf den Kopf, verschloss das Kinnband und wünschte uns eine gute Reise. Diese unterbrachen wir jedoch schon nach wenigen hundert Metern, denn wir entdeckten am Straßenrand eine Thai-Küche mit zur Straße hin hinter Glasscheiben aufgehängten gerösteten Enten. Schon saßen wir auf den Plastikstühlen an den Plastiktischen in diesem Mini-Lokal – und bekamen für 195 Baht je eine Suppe und gleichzeitig die bestellten 2 Portionen sehr gute Ente, zusammen mit Reis und verschiedenen Soßen zum Würzen. Derart gestärkt fuhren wir auf der 402 weiter bis zur Abzweigung der Straße 4026. Diese führte uns wieder zu der Hauptstraße, die wir mit dem Taxi nach unserer Ankunft schon gefahren waren und von der die Straße Richtung Imperial Andaman-Hotel mit entsprechenden Hinweisschildern abbog. Auf dieser hielten wir noch kurz bei der erst ein Jahr alten Hotel- und Bungalow-Anlage „L'Esprit de Naiyang“. Einen kleinen Fluss am Ende der Bungalow-Reihe konnte man mit einer hoteleigenen Fähre samt dem dafür extra abgestellten älteren Fährmann überqueren. Er zog das kleine Fährboot an einem gespannten Seil von einem Ufer zum anderen. Nach dem Überqueren war der Weg frei zum Strand. Hier kostet das Zimmer ab 4000 Baht pro Nacht. Wie im Imperial Andaman waren auch hier nicht viele Gäste zu sehen.

Mit Sonnenuntergang bogen wir um 18:30 Uhr wieder in die Einfahrt unserer Unterkunft und parkten vor der Rezeption. Der Tacho zeigte als Tagesstrecke nach 6 Stunden Fahrzeit 120 Kilometer. Auf dem Zimmer stellten wir fest, dass – trotz 50er Sonnenschutz zu Beginn der Fahrt und trotz im Tagesverlauf leicht bewölktem Himmel – die Sonne unsere Haut von uns durch den Fahrtwind unbemerkt ganz schön rot eingefärbt hat. Insbesondere meine Hände und Unterarme, am Moped-Lenker ja immer der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, glänzten krebsrot und waren bereits leicht angeschwollen.

Kurz darauf ging ich noch einmal runter zur Rezeption, denn die Leiterin, die ganz gut englisch spricht, ist scheinbar immer erst gegen Abend mit ihrer Familie anwesend. Sie begrüßte mich herzlich, und wir besprachen ein paar Fragen. Zum Beispiel wollte ich wissen, wo die Schimpansen-Aufzucht ist, die im Internet in der Resort-Beschreibung mit erwähnt war. Es stellte sich heraus, dass diese nicht direkt etwas mit dem Resort zu tun hat. Die Besitzerin wirbt nur für das Projekt, weil junge Affen Jägern weggenommen worden seien und in einer Aufzucht etwa 15 Moped-Fahrminuten entfernt gepflegt und aufgezogen würden. Auf meine Frage, ob ich beim Fernseher etwas falsch mache, weil ich kein Programm empfangen könne, erfuhr ich, dass sie hier kein Fernseh-Signal empfangen könne und darum kämpfe, dass dieses Problem gelöst würde, weil sie ja extra alle Zimmer mit Fernsehern ausgerüstet habe. Sie entschuldigte sich dafür, aber ich erklärte ihr, dass uns dies gar nicht wichtig sei. „No pompem“, wie die Thailänder so schön sagen für no problem. Als sie sah, dass ich mir meine Arme, Hände und auch die Nase etwas verbrannt hatte durch die Sonne, huschte ihr Sohn zurück ins Zimmer und brachte mir eine grüne Flasche mit „Aloe Vera Gel“. Die Flasche könne ich behalten. Mit dem durchsichtigen, leicht grünlichen und etwas dickflüssigen Gel solle ich die betroffenen Stellen immer wieder einreiben. Es spende der Haut Feuchtigkeit und kühle auch bei derartigen Verbrennungen – was hinterher auch wirklich gut tat. Abschließend fragte ich sie noch, ob sie jemanden kenne, der uns übermorgen Früh zum Flughafen fahren könne – oder womöglich sogar ganz in den Süden von Phuket nach Nai Harn, weil wir dort unseren nächsten Aufenthalt schon von zu Hause aus gebucht haben. Beim Imperial Andaman Hotel hatten uns die Taxifahrer erklärt, dass die Fahrt dorthin 1.300 Baht kosten würde. Deshalb wollten wir lieber nur mit einem Taxi bis zum Flughafen fahren, um von dort aus mit einem Einheimischen-Bus nach Phuket Town zu gelangen. Denn vom Busterminal dort gibt es dann wiederum Bus-Verbindungen in den Süden nach Nai-Harn, wie wir schon herausgefunden hatten. Aber die Resortchefin winkte heftig ab. Wir sollten nicht mit dem Taxi für 1.300 Baht fahren und auch nicht mit den Bussen, weil das viel zu umständlich sei und zu viel Zeit koste. Außerdem würden die Taxifahrer ja schon mindestens 400 Baht für die Fahrt zum Flughafen verlangen. Sie würde sich erkundigen und ganz sicher jemanden finden in ihrem Freundeskreis, der uns für einen guten Preis nach Nai-Harn fahren würde. Morgen könne sie mir mehr sagen.

Wieder zurück im Zimmer lasen wir noch etwas und plötzlich entdeckten wir, dass sich bei dem Spiegel, der über dem Schreibtisch hing, am oberen Rand rechts etwas bewegte. Es war ein kleiner Kopf. Als wir uns ganz ruhig verhielten und kaum bewegten, wagte er sich etwas weiter hinter dem Spiegelrand hervor und wir konnten erkennen, dass es der Gecko ist, den wir schon seit unserer Ankunft immer wieder ganz nah hören konnten. Auch jetzt ließ er 7x seinen Ruf erschallen und huschte dann an der Wand entlang in den Lüftungsschacht an der Decke. Schade, dass diese Tiere so scheu sind. Ich mag Geckos – zumal sie mich auch noch vor Moskitos beschützen. Und bei den Balinesen hatte ich erfahren, dass sie dort auch als Glücksbringer gelten, wenn ihre Rufe von der Anzahl her ungerade sind. Als dort einmal ein Gecko vor laut Schreck auf meine Schulter gesprungen war und dann regungslos sitzen blieb, waren die Balinesen ganz fasziniert von mir und meinten, das sei eine ganz große Ehre gewesen. Dieser Thailand-Gecko in unserem Zimmer dagegen hielt nichts davon, mir eine solche Ehre zu erweisen und brachte sich lieber vor uns in Sicherheit.

So, meine Schreiberei dauerte Lilo zu lange, sie schläft schon selig mit einer Augenbinde von Thai-Airways, die sie sich von einem früheren Flug aufgehoben und immer bei Reisen dabei hat – und ich folge ihr jetzt um 00:15 Uhr ins Bett. Bin schon gespannt, ob morgen meine Haut genau dies auch ist – und ob wir wieder so lange schlafen.

Sonntag, 5.  Februar – 5. Tag = 3. Urlaubstag: „Phuket Nature Home Resort“ – in Nai Yang:

Feuer-Hände, vermummt, auf Sozius-Sitz Gesicht verloren(?), Air-Condition-Ente, prima Rum-Rosinen-Eis, freigelegte Kröten

Obwohl ich gewöhnlich einen guten und tiefen Schlaf habe, sorgen hier bisher die in der Ferne hörbaren Motoren des ersten Fliegers auf dem Airport von Phuket jeden Tag gegen 5 Uhr in der Früh für mein unfreiwilliges Aufwachen. Wie in den letzten Tagen war dies auch heute wieder der Fall. Und anschließend lag ich wach, während Lilo selig neben mir schlief.

Sofort bemerkte ich, wie meine Unterarme und die Handrücken feuerten. Jetzt war deutlich spürbar, dass ich mir einen satten Sonnenbrand eingefangen hatte. 2 Stunden wälzte ich mich hin und her und wusste gar nicht mehr, wie ich meine Hände noch legen sollte, ohne dass das dünne Bettlaken eine der „Feuerstellen“ unangenehm berührt. Nach 2 Stunden beamte es mich dann aber doch noch einmal weg. Wir schliefen bis 10 Uhr. Beim Aufstehen zeigte sich, dass die Hände nun richtig geschwollen waren. Lilo kremte mich gut mit Aloe Vera Gel ein und darüber kam die Sonnencreme. Auf dem Weg zum Essen begegneten uns einige Arbeiter, die den Rasen mähten und die halb zugewachsenen Wege wieder von den dschungelartig herein wuchernden Pflanzen befreiten. Die Chefin begrüßte uns und fragte, ob wir einverstanden seien, wenn uns ihr Mann morgen für 700 Baht in den Süden von Phuket nach Nai Harn fahren würde, allerdings müssten wir schon um 8:30 Uhr starten. Wir freuten uns riesig über das Angebot, das wir natürlich gerne annahmen.

Nach dem Frühstück schwangen wir uns wieder auf das Moped. Unter dem Helm trug ich meine Jeansmütze, deren Schirm mein Gesicht weitgehend vor den auch heute wieder kräftigen und sehr warmen Sonnenstrahlen schützte. Außerdem hatte ich eine langärmelige Jacke von Lilo an, die man bis zu den Fingern über die Hand ziehen konnte. Natürlich verhinderten meine im Vergleich zu meiner Frau deutlich kräftigeren Bodymaße, sie zu schließen, da hätte ich wohl den Reißverschluss nie zu bekommen. Und falls doch, hätte ich ihn sicherlich innerhalb kürzester Zeit komplett gesprengt. Aber die mit Goldstreifen verzierte schwarze Damenjacke – was mir im Moment komplett egal war – konnte ja offen über dem T-Shirt getragen werden und schützte mich so trotzdem optimal, denn außer den Fingerspitzen war kein Körperteil der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Zum Glück hatte es Lilo weitaus weniger erwischt als mich.

Erste Station war der Flughafen. Lilo erkundigte sich, ob wir das Ticket umschreiben lassen können für den Rückflug, der wieder hier von Phuket aus geplant ist. Inzwischen wäre uns jedoch lieber, von Koh Samui aus nach Bangkok zu fliegen, damit wir gegen Ende der Reise nicht wieder von Koh Samui zurück müssen nach Phuket. Allerdings war dies am Flughafen in Phuket nicht zu regeln. Lilo bekam nur eine Telefonnummer von Etihad, um dies direkt über Etihad zu regeln, da Etihad zuständig ist für die Gesamtbuchung, auch wenn die Strecke von Bangkok nach Phuket und zurück nach Bangkok über Bangkok Airways abgewickelt wird.

Wir fuhren wieder auf die Hauptstraße 402 Richtung Phuket Town und schauten, ob wir die von unserer Resortchefin beschriebene Abzweigung für das Schimpansen-Projekt finden. Leider entdeckten wir es nicht und düsten deshalb einfach mal weiter, weil wir gestern auf der Fahrt auch ein großes Outlet-Center gesehen hatten, unter anderem mit Adidas und Reebok-Shops. Allerdings hatten  wir uns nicht gemerkt, wo dies genau war – und suchten es vergeblich bei der Fahrt entlang der 402 bis zur Abzweigung nach Phuket Town. Am nächsten Tag bei der Auto-Fahrt in den Süden zeigte sich, dass wir gar nicht mehr weit davon weg waren, da es kurz nach der Abzweigung nach Phuket Town links folgte. Ich wollte mir dort eine Badehose und ein langärmliges lockeres Hemd kaufen. Denn für den Urlaub hatte ich nur kurzärmlige Kleidung eingepackt. Es war ja auch kein Sonnenbrand eingeplant.

Bereits während der Hin-Fahrt drückte mein Helm mit der Jeanskappe darunter derart, dass ich mit Kopfschmerzen anhalten musste. Lilo beschloss, selbst mal das Fahren zu testen. Und weil sie das Mopedfahren in Thailand sowie schon gewohnt ist von früheren Urlauben, übernahm sie das Chauffieren mit meinem Helm, während ich es mir hinter ihr gemütlich machen konnte. Auf der Rückfahrt von unserer vergeblichen Outlet-Suche hielten wir bei einem großen Tesco-Lotus-Supermarkt. Kleidungsmäßig fand ich nichts, was passte. Und so beschlossen wir, dass wir wenigstens gemütlich essen. Unsere Wahl fiel auf Duck bei MK. Die Air-Condition in dem Restaurant war so kalt, dass die Bediensteten mit Strümpfen arbeiteten. So schnell konnten wir die sehr gute Ente gar nicht essen, als dass sie nicht innerhalb kürzester Zeit kalt werden konnte. Lilo genoss die dünn geschnittenen Ingwer-Blätter, die so frisch und intensiv schmeckten, dass dies mit dem Ingwer, der normalerweise bei uns serviert wird, überhaupt nicht vergleichbar war. Zum Essen wurde Tee serviert und nachgeschenkt. Der Reis und das Gemüse kosteten zusätzlich zu den 303 Baht für die Ente, so dass sich unser Essen am Ende auf 396 Baht summierte. Im Anschluss gönnten wir uns bei Swensen‘s noch ein Rum Raisin-Eis für 49 Baht. Die große Kugel schmeckte hervorragend.

Vom Rücksitz wechselte ich wieder in die Fahrerposition. Wir fuhren gemütlich zurück, machten jedoch noch einen kleinen Abstecher Richtung Flughafen, weil ich dort in der Früh eine Tankstelle entdeckt hatte. Und da wir unser Moped wieder vollgetankt zurückgeben mussten, tankten wir noch einmal voll für 65 Baht. Gegen 16 Uhr waren wir wieder im Resort, nach heute nur 63 Kilometern. Lilo zog sich um und spazierte noch einmal ins Imperial Andaman, während ich unsere Erlebnisse wieder eintippte. Denn aus Erfahrung kann ich sagen: Wenn ich es nicht jeden Tag durchziehe, vergesse ich einfach etliche Details. Es sei mal dahin gestellt, ob diese überhaupt wichtig und erwähnenswert oder gar für irgend jemanden interessant sind. Aber für uns selbst handelt es sich dabei um unsere Erlebnisse und Erinnerungen, die wir später auch gerne mal wieder durchlesen, um uns dabei inzwischen vergessene Details der Reise wieder ins Gedächtnis zurück zu rufen.

Heute gönnten wir uns noch ein Chang-Bier im Zimmer und einen Schluck aus unserer 2. mitgebrachten Flasche. Denn neben Pernod für den Magen haben wir auf Reisen fast immer auch eine Flasche Averna für den Genuss dabei. An einem so milden Abend mit dem Konzert der Frösche- und Grillen, das urplötzlich um 18:40 Uhr vehement einsetzte, bedeutet uns ein kleiner Genuss-Schluck, verbunden mit dem Auf-Uns-Einwirken-Lassen dieser tollen Atmosphäre um uns herum, einfach ein Stück Lebensqualität und –freude am Hier und Jetzt.

Um 20 Uhr stieg ich noch einmal die nun wieder sauber heraus geputzten Treppensteine hinab zur Resort-Chefin. Wir rechneten unsere Kosten ab und ich bezahlte alles, die 5.680 Baht für den Bungalow, die 400 fürs Moped und die 700 für die Fahrt morgen mit ihrem Mann nach Nai-Harn. Für ihren Sohn hatte ich auch etwas dabei, und er bedankte sich erfreut in einem überraschend guten Englisch mit „Thank you very much“.

Auf dem Rückweg bergauf sprangen etliche Frösche und Kröten aufgeregt und aufgeschreckt um meine Füße. Offensichtlich hatten die Garten- und Mäharbeiten heute einiges in ihrem gewohnten Umfeld durcheinander gebracht, denn zu sehen waren sie die vergangenen Tage nie, nur zu hören.

Mit einer Frage gehe ich heute Abend ins Bett, die ich wohl nicht beantwortet bekommen werde. Habe ich heute hier in Thailand mein Gesicht verloren? Wenn ich in den Spiegel schaue wohl nicht, denn meine rot verbrannte Nase glüht mir begeistert und deutlich sichtbar rot entgegen. Aber wenn ich so darüber nachdenke, habe ich eigentlich keinen Thailänder auf dem Rücksitz seines Mopeds gesehen mit seiner Frau als Fahrerin. Immer war es nur umgekehrt. Einige entsprechend erstaunte Blicke, als Lilo fuhr, waren nicht zu übersehen. Aber vielleicht hat es sich hier auch noch nicht so rum gesprochen, dass es neben einem starken Mann auch eine starke Frau geben kann. Privat sicherlich, aber meist wird das in der Öffentlichkeit ja eher kaschiert.

Montag, 6.  Februar – 6. Tag = 4. Urlaubstag: Wechsel vom „Phuket Nature Home Resort“ in Nai Yang – ins „The Cozy House“ im Süden Phukets, in Nai Harn:

Zahnarzt-Ehemann als Taxi-Chauffeur, Elefanten-Handtücher und Ohrstöpsel-Angebot

Lilo hätte heute Nacht einem Kreisel alle Ehre gemacht. Sie warf sich hin und her, stand zwischendurch auf und schaute auf die Uhr, ging auf die Toilette, legte sich wieder hin, gähnte, drehte sich wieder. Erst gegen 4-5 Uhr schlief sie unruhig ein und endlich konnte auch ich etwas Schlaf am Stück finden. Um 7:10 Uhr klingelte unser Handy und wir standen auf. Nach der Morgentoilette packten wir den Rest zusammen und schleppten unser Gepäck wieder über die steilen Stufen runter zur Rezeption. Von 8 bis 8:30 Uhr frühstückten wir und starteten dann wie vereinbart mit dem Ehemann der Resortchefin Richtung Nai Harn. Wie wir von ihm unterwegs in sehr gutem Englisch erfuhren, arbeitet er als Zahnarzt in Patong bei Dente Smile. Er erzählte uns von einer Reise nach Europa, während der er in 14 Tagen von Frankfurt über München, Salzburg, Venedig, Rom, Paris, Rotterdam, Brüssel, Köln zurück nach Frankfurt gekommen war. Seine beiden Söhne gehen in Phuket Town auf die Internationale Schule. Halb besorgt, halb stolz erzählte er uns, dass sein älterer Sohn so gerne englische Bücher liest, dass er innerhalb von 2 Wochen alle Harry Potter Bände verschlungen hat und dass er kaum noch Interesse an thailändischer Literatur zeigt. Seine Kinder schickt er auf die beste Schule in Phuket, was ihn nach eigenen Angaben fast 80% seines Verdienstes koste.

Er brachte uns mit seinem Pick Up schnell nach Nai Harn und lieferte uns um 9:30 Uhr bei unserer neuen Bleibe „The Cozy House“ ab. Herzlich wurden wir mit sehr gutem Englisch von Tom empfangen, der hier das Sagen hat und zudem auch das Reisebüro im Erdgeschoss leitet. Unser Zimmer konnten wir noch nicht beziehen, da es gerade erst von unseren Vorgängern geräumt wurde. Währenddessen organisierte uns Tom so ganz nebenbei unsere nächste Unterkunft auf Koh Raya samt Transfer und Boots-Hin- und –Rückfahrt, sowie den anschließenden Transfer nach Patong. Außerdem versuchte er mit Etihad Airways Kontakt aufzunehmen, um unseren Rückflug von Phuket nach Koh Samui zu verlegen. Allerdings war ständig besetzt.

Um 11:30 Uhr konnten wir unser Zimmer im 2. Stock beziehen. Wir waren positiv überrascht. Es war groß, sauber, mit Balkon und modernem LCD-TV und sogar mit kostenlosem WLAN. Unsere Handtücher fanden wir auf dem Bettlaken, als 2 kunstvoll zusammengefaltete Elefanten. Tom hatte uns Ohropax angeboten, da unser Zimmer direkt zur relativ stark befahrenen Hauptstraße liegt. Aber wir haben selbst welche dabei. Mal gespannt, ob wir sie benötigen heute Nacht.

Während ich bei 35 Grad auf dem Zimmer blieb und im Internet stöberte, Neuigkeiten von daheim las samt den Nachrichten über -28 Grad letzte Nacht im Allgäu und ein paar E-Mails an Freunde absetzte mit Infos von uns und unseren bisherigen Reiseerlebnissen, erkundete Lilo schon mal die Umgebung und gönnte sich eine Öl-Massage. Danach kehrten wir in einem kleinen Thai-Lokal ein, in dem neben Einheimischen auch etliche Touristen verkehrten, zum Teil wiederum in thailändischer Begleitung. Am Nebentisch saßen Berliner, die uns erzählten, dass sie 3 Monate hier in einem gemieteten Haus wohnen. Für Garnelen im Teigmantel als Vorspeise, Gemüse mit Hühnchen und Glasnudeln aus der Pfanne (Pad-Thai) mit Garnelen zahlten wir samt großem Singha-Bier 310 Baht.

Anschließend spazierten wir noch etwas an den Ständen und Geschäften der Straße entlang und kehrten dann zurück in unser Zimmer. Im Fernsehen erfuhren wir über die Deutsche Welle Interessantes von daheim. Gegen 23:00 Uhr gingen wir schlafen – freiwillig gleich mit Ohropax. Zum ersten Mal in meinem Leben versuchte ich diesen Lärmschutz. Einen früheren Versuch hatte ich vor Jahren abgebrochen, weil mir das Gefühl zu unangenehm war, außerdem rutschen damals die Ohrpfropfen immer wieder heraus. Doch dieses Mal klappte es hervorragend. Die von Etihad in einem kleinen Gute-Nacht-Etui erhaltenen Stöpsel waren vorne abgerundet und in einem zarten Rot-Ton, was zudem nicht so sehr an Ohrenschmalz erinnerte wie die üblichen gelben Exemplare, die ich bisher nur gesehen hatte.

Dienstag, 7.  Februar – 7. Tag = 5. Urlaubstag: „The Cozy House“ – in Nai Harn:

Hefezopf mit Rosinen, Schweißperlen grüßen Eiszapfen, Lilo's bade-optimale Kurzfrisur, Offroad-Ameisen, Free-Sim-Karte, "no motorbike, Russian-people have all", Tom hilft, Fahrrad-Handschuhe, sibirische Kälte daheim

Lilo war wieder wie gewohnt um 5 Uhr wach, schlief aber noch einmal ein, und ich schlummerte bis kurz vor 10 Uhr durch. Als ich aufwachte, war ich allein. Eine halbe Stunde später tauchte Lilo auf. Sie hatte etwas zum Frühstücken besorgt, verabschiedete sich aber gleich wieder, da sie schon einen Friseurtermin vereinbart hatte.

Der Hefezopf mit Rosinen schmeckte genau so gut wie zu Hause. So gestärkt startete ich das Netbook. Auf unsere E-Mails an Freunde daheim mit dem von Lilo spontan vorgeschlagenen Betreff „Schweißperlen grüßen Eiszapfen“ waren einige Reaktionen eingetroffen.  Jetzt versuchte ich auch einmal, ob das daheim vorsichtshalber einmal ausprobierte Vorgehen auch klappt, die Bilder von meiner neuen Kamera per Kabel direkt auf meine externe 2,5 Zoll Festplatte mit 500 GB zu übertragen. Es funktionierte prima und ich benannte die Bilder gleich um, da die Erinnerungen jetzt noch schön frisch waren und damit ich nicht in ein paar Wochen daheim sitze und überlegen muss, wo bzw. was das jetzt nun wieder war. Außerdem hatte ich hier nun ja prima Zeit dafür. Unseren Glücksbringer-Gecko und ein Bild von mir als Rot-Haut schickte ich als Gruß und Antwort auf die Schweißperlen-Eiszapfen-Antwort-E-Mails gleich wieder zurück.

Inzwischen war Lilo wieder im Zimmer aufgetaucht – mit bade-optimaler Kurzfrisur. Nach einer kurzen Sprühaktion gegen die unzähligen kleinen Ameisen, die meist geordnet in Straßen mit Gegenverkehr, jedoch auch offroad wild herum sausend vor allem das Bad bevölkerten, aber auch vereinzelt im gesamten Zimmer unterwegs waren, schaute mich Lilo schon wieder unternehmungslustig an. Sie wollte zum 1,5 Kilometer entfernten Strand. Die auch heute wieder vom strahlend blauen Himmel herunter brennende Sonne draußen und meine nach wie vor brennenden und geschwollenen Handrücken hielten mich dagegen von einem derartigen Ausflug ab. So verabschiedete sich meine Frau wieder von mir, während ich leicht lädiert und niedergeschlagen im Zimmer zurück blieb. So hatte ich mir den Urlaubsbeginn eigentlich nicht vorgestellt, aber was solls. Meine Gesundheit hatte im Moment für mich Vorrang. Und deshalb schmierte ich statt Sonnenmilch wieder Aloe Vera Gel auf meine Haut.

Noch immer war es uns nicht gelungen, mit Etihad Kontakt aufzunehmen über die vorgestern am Flughafen in Phuket von Bangkok Airways erhaltene Etihad-Nummer. Ständig ist besetzt.

Deshalb schrieb ich eine E-Mail mit allen Flugdaten und unserem Umbuchungswunsch an Etihad in Deutschland und teilte unsere mobile thailändische Telefonnummer mit. Gestern hatte Lilo das Konto der von Etihad bei der Ankunft in Thailand erhaltenen Free-Sim-Karte im Wert von 5 Baht mit 400 Baht aufgeladen, denn nach einem kurzen Anruf bei ihrem Bruder Peter auf Koh Samui war das Free-Guthaben schon aufgebraucht.

Gegen 17 Uhr kehrte Lilo zurück. Nachdem bei Vermietern rund herum kein einziges Moped zu erhalten war, weil vor allem russische Touristen das gesamte zur Verfügung stehende Kontingent angemietet hatten, half ihr unser Vermieter Tom mit seinem Moped aus. Damit war sie ins Fischerdorf Rawai am südlichen Ende der Halbinsel Phuket und von dort aus links an der Küste entlang gefahren, vorbei am Lhae Phrom Thep, dem Elefanten-Tempel und zugleich beliebten Ausflugziel und Aussichtspunkt Phrom Thep, sowie einem kleinen Strandabschnitt nur etwa 200 Meter Luftlinie nördlich davon. Anschließend folgte die Chalong Beach und von dort aus kehrte sie wieder zurück zum Crazy House. Für die 3 Stunden wollte Tom gar kein Geld nehmen.

Als die Dämmerung begann, machten wir uns frisch und spazierten an der Hauptstraße entlang, um heute ein anderes Restaurant auszuwählen. Kurz bevor wir die Küstenstraße erreichten, sahen wir auf der linken Seite ein etwa einen Meter unter Straßenniveau liegendes Thailokal, in dem sich etliche Touristen und auch Thailänder niedergelassen hatten. Wir fanden noch einen freien Tisch direkt vor der Küche. Lilo bestellte eine Nudelsuppe und ich wurde in der thailändisch-englischen Karte auf der Seite Noodles fündig bei Fried Rice Noodles with Soya. Sie schmeckten hervorragend. Nach 2 Schluck vom kühlen Chang orderte Lilo einen frischen Ananas-Shake und genoss ihn. Tom hatte ihr erzählt, dass es hier bei einem Geschäft gegenüber des Tesco-Lotus-Marktes Fahrrad-Handschuhe geben würde, die für mich und meine sonnenverbrannten Handrücken doch ideal wären. Wir suchten und fanden sie – für 45 Baht – wahlweise mit einer Handrückenverzierung in grellem Hellblau oder in Schwarz. Ich entschied mich für das dezentere Schwarz. Beim Probieren erkannte ich, dass ich die Handschuhe äußerst vorsichtig über die Hand ziehen muss. Nein, nicht wegen meines Sonnenbrands, sondern weil ich bei dem Probier-Handschuh bemerkte, dass der Stoff sofort nachgibt und einreißt, wenn man nur etwas fester daran anzuziehen versucht.

Nach diesem Gesundheits-Vorsorge-Kauf schlenderten wir zufrieden wieder Richtung Cozy House, kauften beim Supermarkt 7 Eleven noch ein Chang Bier, sowie je eine Flasche Wasser und Sprite und kehrten gegen 22 Uhr wieder zurück in unser Zimmer.

Die Nachrichten der Deutschen Welle im Fernsehen zeigten, dass im fernen Deutschland nach wie vor sibirische Kälte mit minus 10-12 Grad am Tag herrscht, dazu auch noch Schneefall. Ach, gehts uns gut! Nachdem ich bei einem kurzen Abstecher ins Internet noch einmal unsere E-Mails gecheckt und mich anschließend wieder mit Aloe Vera Gel eingerieben hatte, fuhren wir noch einmal kurz die Air-Condition hoch zum Durchkühlen vor dem Schlafengehen. Mit unseren Ohrstöpseln brauchten wir nicht lange bis ins Reich der Träume.

Mittwoch, 8.  Februar – 8. Tag = 6. Urlaubstag; „The Cozy House“ – in Nai Harn:

Very special Moped-Outfit, Fischträume mit Aussicht an Rawai-Beach, elefanten-umringter Brahma-Schrein mit Super-Ausblick, früherer Geheimtipp-Strand kein Geheimtipp mehr, Windrad-Rarität, Thai-Box-Camp, mobiler "nitnoi-spicy" Suppen-Koch, Winterpullover-Badehosen-Skypen

10 Uhr war es schon wieder, als wir wach wurden. Mit Nescafe-Pulver, Milchpulver, Zucker und heißem Wasser aus unserem Wasserkocher auf dem Zimmer mixten wir uns wieder unseren „Guten-Morgen-Kaffee“, Lilo aß einen Mango-, Bananen-Mix im Joghurt, ich wiederum 2 Scheiben Hefezopf. Danach fragten wir Tom nach einem Moped. Seins war heute vermietet, aber innerhalb von 10 Minuten hatte er uns schon ein anderes besorgt. Der Tank war nahezu leer. Nach dem Start ließen wir uns deshalb zuerst einmal an einem kleinen Gasoline-Straßenstand für 40 Baht 0,7 Liter einfüllen aus einer Flasche, in der laut Etikett ursprünglich mal Whisky war. Ob da zu fortgeschrittener Stunde auch schon mal jemand den Flascheninhalt verwechselt hat ;-)? Sofort zeigte die Tank-Füllstandsnadel wieder auf ¾-Voll. Danach schauten wir bei einem Supermarkt vorbei, den uns Tom empfohlen hatte, denn gestartet war ich wieder mit Lilos langärmliger Jacke, die ich über meine halbe Hand ziehen konnte. Mit meiner Jeans-Schirmmütze unter dem Helm, dieser am Hals noch zugebundenen und dann offen über meinem „breiten Brustkorb“ wehenden Jacke samt Brille und Fahrrad-Handschuhen war ich outfitmäßig nicht wirklich vergleichbar mit den übrigen Mopedfahrern, sondern eher „very special“.

In dem Supermarkt fanden wir bei einem vorgelagerten Kleidungs-Shop tatsächlich ein dünnes, langärmliges, weißes Sommerhemd, passend in Größe L für 250 Baht. Daraufhin verstauten wir Lilos Jacke unter dem Sitz und fuhren zur Chalong Beach. Hier vom Pier aus waren wir früher schon nach Coral Island und nach Phi Phi Island gefahren. Wir setzten die Fahrt Richtung Süden fort und erreichten nach etwa 15 Minuten das Fischerdorf an Phuket‘s Südzipfel, dem Rawai-Beach. Lilo bestellte sich gegenüber von den Fischständen in einem Lokal, das im Jahr 2000 bei unserem ersten Besuch hier noch nicht existierte, eine Tom-Yum-Goong-Fischsuppe, very spicy, also sehr scharf. Währenddessen freute ich mich an den Fischständen zum ersten Mal darüber, dass ich meine schwere Kamera mitgeschleppt habe in den Urlaub. Die auf Holztischen präsentieren Fänge mit einer unglaublichen optischen Vielfalt an unterschiedlichen Fischen in allen Größen und Farben luden direkt zum Fotografieren ein.

Von hier aus fuhren wir zum Elefanten-Schrein vom Phromthep-Cape, dem Lhae Phrom Thep, einem herrlichen Aussichts-Punkt und genossen die Ausstrahlung dieser auf einem Hügel so herrlichen gelegenen Bet-Stätte mit ihrem wundervollen Ausblick durch die Palmen aufs Meer. Wie 2000 bilden auch heute noch tausende eng aneinander gereihte Elefanten in allen Größen, meist aus Holz angefertigt, einen Ring um das Rund der Anlage mit einem Brahma-Schrein in der Mitte. Anschließend besuchten wir auch noch den rechts daneben gelegenen Aussichtsturm, an den wir uns von früher her nicht erinnern konnten. Von oben hatten wir einen herrlichen Rundumblick – und erkannten sogar die Hochhäuser von Patong.

Danach kehrten wir noch einmal nach Rawai zurück. An der Straße, an der wir schon früher Seafood gegessen hatten, ließen wir uns an einem der Steintische, die am Ufer entlang neben der Straße aufgereiht sind, nieder. Die Bedienung muss wie schon früher auch heute noch über die Straße kommen zur Aufnahme der Bestellung und zum Ausliefern des Essens, das auf der anderen Straßenseite in den Restaurants und Küchen zubereitet wird. Red Snapper und Tempura (mit Tempura-Mehl panierte und anschließend frittierte Riesengarnelen) schmeckten sehr gut, waren aber im Vergleich zu den Restaurants direkt bei den Fischern und ihren Ständen teurer. Aber dafür war hier die Aussicht viel schöner.

Nun fuhren wir die circa 3 Kilometer bis zum Aussichtspunkt wieder zurück und daran vorbei. Nur wenige 100 Meter weiter zeigte mir Lilo den kleinen Strand, den sie am Tag zuvor am Fuß der Tempelanlage besucht hatte. Sofort erkannte ich, dass wir hier vor 12 Jahren auch schon waren und uns in den Felsen am Wasser die Scharen von umher huschenden kleinen Krebsen angeschaut hatten, bevor wir uns auf die am Strand entlang aufgereihten Liegen gelegt und etwas entspannt hatten. Wo jedoch früher nur über die halbe Strandfläche Liegen einreihig verteilt waren und niemand außer uns zu sehen war – außer 2 einheimischen Kindern und einem Hund, der sich damals bei mir unter der Liege einbuddelte – da war jetzt jede der nun in 2 Reihen über die gesamte Strandfläche eng nebeneinander aufgestellten Liegen belegt.

Nur wenige Kurven entfernt bogen wir vor einer scharfen, bergab führenden Rechtskurve links ab und fuhren eine kleine Anhöhe hinauf zu einem weiteren View-Point, dem Windmühlen-Aussichtspunkt, dessen unübersehbares Kennzeichen für uns ebenfalls einen neuen Anblick bedeutete. Ein Windrad sorgt hier für Energiegewinnung aus natürlichen Ressourcen, was sich bei unserer gesamten Rundreise 2012 in Thailands Süden als absolute Rarität herausstellen sollte. So hielten wir auch vergeblich Ausschau nach Solarenergie-Nutzung - und das in diesem sonnenlicht-verwöhnten Land. Ein Obsthändler freute sich sichtlich, als er Lilo sah – und machte wie gestern auch heute wieder ein Geschäft mit ihr durch den erneuten Kauf einer süßen, saftigen Sapalot (Ananas), die wir uns vor der Weiterfahrt teilten.  

Bald darauf kamen wir am Nai Harn-Beach an. Auch hier hatte sich einiges touristisch „intensiviert“ seit unserem letzten Besuch vor 12 Jahren. Auf der Rückfahrt durchquerten wir unseren Ort über die Straßenkreuzung hinaus, bis zu der wir bisher abends immer spaziert waren. Statt nach rechts Richtung Cozy House einzubiegen in die Straße 4028, fuhren wir gerade aus und entdeckten, dass es hier nach einigen Lokalen und Geschäften direkt hinter der Kreuzung sofort ruhiger wurde und die Bebauung bald aufhörte. Am Ortsende bogen wir rechts in eine Straße ein und wurden nach wenigen hundert Metern neugierig beim Anblick eines Gebäudes in Löwenform in einem kleinen Seitenweg. Als wir hin fuhren, stellte sich heraus, dass dieses „Löwenhaus“ zu einem Box-Camp gehört, in dem einige junge Leute, Thais und andere, an unzähligen Sandsäcken, in Thai-Box-Ringen und an Gewichtmaschinen ihre durchtrainierten Körper weiter stählten. In kleinen Apartments konnten sie hier auch wohnen.

Jetzt fuhren wir endgültig wieder zurück zu unserer Bleibe, da langsam die Dämmerung einbrach. Wir machten es uns auf unserem Zimmer gemütlich. Plötzlich fiel mir ein, dass ich auf dem Netbook ja Skype installiert habe. Also schrieb ich Bekannten zu Hause, insbesondere meinem Schwager Norbert, der als Thailand-Liebhaber so gerne mit Schwägerin Annemie mitgekommen wäre, dass wir per Skype erreichbar sind. Aber wir blieben nicht online, denn urplötzlich setzte noch einmal ein kleines Hungergefühl ein. Und so beschlossen wir, einfach noch einmal ein wenig raus zu gehen und zu schauen, was wir noch mögen könnten. Nur wenige Meter vom Cozy House entfernt war die Frage schon beantwortet, da man in Thailand in Ortschaften kaum mal 100 Meter zu gehen braucht, ohne dabei auf verschiedenste Essensangebote zu stoßen. Mit seinem Moped hatte sich ein „mobiler Suppen-Koch“ direkt gegenüber von unserem Resort aufgebaut. Wir wählten als Zutaten zu den Glasnudeln Tintenfisch, andere Fisch- und Scampi-Sorten aus dem Angebot und Chicken, das Ganze „nitnoi spicy“, also ein bisschen scharf. Eine Minute später füllte uns der Koch das Ergebnis seiner Kochkünste in einen Klarsicht-Plastikbeutel, den er mit einem Gummi verschloss. Eine junge Thailänderin, die mit einer Freundin neben der Moped-Küche stand, sprach uns in gutem Deutsch an, woher wir kämen. Sie lebe in Nürnberg, sei mit einem Deutschen verheiratet und gerade 4 Wochen sozusagen auf Heimat-Urlaub.

Zurück in unserem Zimmer genossen wir unser Abendessen für 80 Baht, wobei wir sicher waren, dass dieser Preis von umgerechnet nur 2 Euro trotzdem ein Farang-Preis war, da die Thailänder selbst bei den Straßenhändlern noch deutlich weniger bezahlen.

Im Netbook entdeckte ich nach dem Hochfahren, dass Schwager Norbert schon versucht hatte, uns zu erreichen. Er war mit Skype online, also wählte ich ihn an. Er konnte uns über die kleine integrierte Webcam im Netbook sehen, fand aber selbst nicht die Aktivierung seiner Kamera. So beneidete er uns, die wir nur mit Badehose bekleidet in unserem Zimmer saßen und schilderte uns, wie gut eingemummt er bei sich daheim sitzt. Wir hörten richtig seine Sehnsucht heraus, ebenfalls hier zu sein. Das begann schon mit der Begrüßung, als er meinte, die gute Sprach-Qualität rühre daher, dass sie uns schnell nachgereist und nun ebenfalls in Phuket seien. Natürlich war es nur Spaß, aber es zeigte die Sehnsucht, ebenfalls hier zu sein. Und dabei haben er und seine Frau auch eine schöne Reise vor sich, denn sie fliegen Ende April nach Mauritius, um dort einen runden Geburtstag zu feiern. Aber bei der Kälte daheim ist Mauritius im Moment noch weit – und wir sind hier, was die Gedanken täglich nach Thailand lenkt. Nach einer halben Stunde mussten wir unsere Skype-Sitzung beenden, denn er musste sich langsam als Fürth-Fan auf ein wichtiges Ereignis vorbereiten, das DFB-Pokal-Viertelfinalspiel von Greuther Fürth beim Erstligisten Hoffenheim. Für einen Fan natürlich ein MUSS.

Wir lasen noch etwas, schauten noch etwas Fernsehen und schon war es wieder Mitternacht und Zeit für ins Bett zu gehen.  

Donnerstag, 9.  Februar – 9. Tag = 7. Urlaubstag: „The Cozy House“ – in Nai Harn:

"Solly, not checked E-Mails"-Reiseplanung, "My-Way"-Bettina, Villa für 1,75 Mio - Euro, nicht Baht, Belgier-Bar, wieder Skype-Mummies und -Nakedeis

Nachdem Lilo in der Früh schon weg war, als ich aufwachte, war mir fast klar, wo sie ist. Als sie zurück kam, bestätigte sich meine Vermutung. Sie war im benachbarten Hotel und durfte dort das Laufband und den Swimming Pool benutzen. Nach ihrer Morgengymnastik, die sie einfach braucht als Bewegungs-Mensch, kehrte sie mit Frühstücks-Hunger zurück. Auch heute waren es wieder 35-38 Grad, wie bisher jeden Tag seit unserer Ankunft. Von Regen und Wolken weit und breit keine Spur. Wir beschlossen, heute im Internet unseren weiteren Reiseverlauf zu planen, da wir nicht wussten, ob wir morgen im Father Resort auf Koh Raya diese Internet-Möglichkeit auch haben werden.

Auch auf meine 2. E-Mail an das Baantonsai-Resort in Patong hatte ich keine Antwort erhalten. Deshalb beschlossen wir anzurufen. „Solly, not checked E-Mails“ war die Reaktion, als ich erwähnte, dass ich schon 2x in den beiden letzten Tagen geschrieben hatte. Uns wurde ein Zimmer reserviert für die Zeit vom 13.-17. Februar.

Danach kümmerten wir uns um Koh Phangan, die Nachbar-Insel von Koh Samui. Dorthin wollen wir nach ein paar Tagen bei Lilos Bruder in Koh Samui. Im Internet durchforsteten wir viele gelistete Hotels und Preise und stießen dabei zufällig auf ein Resort, das auf einer großen Phangan-Hotelseite nicht einmal erwähnt war, auf das „My Way“ an der Salad Beach. Dieses Resort wurde auch auf deutschen Seiten sehr gelobt und erhielt durchgehend gute Bewertungen. Im Internet war jedoch keine direkte Kontaktmöglichkeit zu finden, nur Buchungs-Kontaktformulare von Reiseanbietern und Booking-Seiten. Schließlich fand ich nach langem Suchen wenigstens eine Telefonnummer. Wir riefen an – und waren erfolgreich. In der Rezeption begrüßte mich eine Deutsche, Bettina, die uns weiterhalf. Wir buchten zuerst vom 27. Februar bis zum 8. März. Doch dann rief ich noch einmal an und verlängerte bis zum 9., da ich im Phangan-Termin-Kalender entdeckte, dass die nächste der berühmten Fullmoonpartys im Süden der Insel in Haad Rin nicht wie ursprünglich terminiert am 7., sondern am 8. März stattfindet. Und die wollen wir ja auf jeden Fall einmal miterleben.

Da wir vor der Entdeckung vom „My Way Resort“ zuvor auch andere Unterkünfte angeschrieben hatten, kamen inzwischen schon die ersten Rückmeldungen. Die günstigeren Unterkünfte bis 1000 Baht pro Zimmer/Tag meldeten „Sorry, fully booked“, bei den teureren waren noch Zimmer frei, und selbst da standen bei einigen Resorts die Zimmer nicht für den gesamten gewünschten Zeitraum zur Verfügung. Erst ab 2.000 Baht aufwärts gab es genügend Auswahl-Möglichkeit. Um so froher waren wir, dass es im My Way noch ein Zimmer mit Seaview für uns für die geplanten 11 Übernachtung gab – für 700 Baht.

Ganz erstaunt stellten wir anschließend fest, dass uns die Suche 3 Stunden Zeit gekostet hatte. Inzwischen war es bereits 16 Uhr. Wir brachen auf, schlenderten durch Nebenstraßen, in denen circa jedes 4. Haus zum Verkauf angeboten war. Es waren zum Teil ziemlich neue und sehr großzügig gebaute Häuser mit parkähnlichem Grundstück. Bei einem stand auch der Verkaufspreis mit dabei: 69.000.000 Baht, also stolze rund 1,75 Millionen Euro. Auch Mietangebots-Schilder „For Rent“ – meist am Garagentor – fielen uns bei etlichen Häusern auf. Warum hier so viele wieder ihre teils neuen Häuser verkaufen oder vermieten wollen, konnten wir nicht heraus finden. Ein hellbrauner mittelgroßer Mischlings-Hund kam aus einem der Anwesen heraus, als er uns erblickte, erwies sich aber nicht als Wach- und Behütehund, sondern suchte nur ein paar Schmuseeinheiten und begleitete uns dann ein Stück beim Beäugen der schönen Villengegend. Als ihm die Entfernung zum Zuhause etwas weit wurde, trottete er behäbig wieder zurück.   

Wir erreichten wieder die Hauptstraße und nahmen Kurs auf das Thailokal von vorgestern. Es war noch hell – und so eröffneten wir die Abendessenszeit als erste Gäste. Dieses Mal wählte Lilo nur einen Teller mit Gemüse, während ich mich erneut für Fried Rice Noodles with Soya entschied. Und wiederum erwies sich das Gericht als „die gute Wahl“. Wir gingen vor bis zur Kreuzung, die wir gestern in nördlicher Richtung noch einige hundert Meter weiter gefahren waren. In den ersten Shops und Bars rechts und links war kein einziger Tourist zu erkennen. Aber dann hörten wir Gelächter und Stimmung auf der rechten Seite. Zuerst dachten wir, dies käme aus einem Lokal mit angepriesener „deutscher Küche“ und Schnitzel, Cordon Bleu usw. auf dem Aushängeschild. Aber in diesem Lokal saß nur eine Thailänderin ganz allein und offensichtlich gelangweilt am Tresen, sonst war niemand zu entdecken. Direkt dahinter dagegen tummelten sich an einer Bar einige Thailänderinnen zusammen mit etlichen Männern, wie wir schnell erfuhren waren es überwiegend Belgier, zusammen mit einem Franzosen und einem Holländer. Sie erzählten uns, dass dies ihr täglicher Abend-Treffpunkt hier in Nai Harn ist.

Zu einem kleinen Chang-Bier und Wein wurden uns Erdnüsse hingestellt. Wir unterhielten uns etwas mit den anderen Urlaubern und spazierten danach wieder zurück. Auf dem Heimweg versorgten wir uns wieder mit kühlen Getränke-Flaschen, sowie einer Cola Light, um diese wieder in unserem Kühlschrank aufzufüllen, nachdem wir dort eine entsprechende Dose entnommen hatten.

Kaum zurückgekehrt ins Zimmer und wieder online rief Norbert wieder über Skype an. Sein Sohn Harry hatte ihm gezeigt, wie er seine Webcam aktivieren kann – und so konnten wir uns dieses Mal gegenseitig sehen – die Mummies und die Nackedeis. Norbert war natürlich ganz stolz und glücklich über den Fürther 1:0-Sieg gegen Hoffenheim im DFB-Viertelfinale und freute sich schon auf die Auslosung fürs Halbfinale, wo als Gegner nun entweder Bayern, Dortmund oder Mönchengladbach wartet.

Abschließend überprüfte ich im Posteingang noch einmal unsere E-Mails. Aber außer viel Werbung und Zimmerangeboten von angeschriebenen Resorts auf Koh Phangan, die wir jetzt nicht mehr benötigten, gab es nichts Neues. Weder Baantonsai an der Patong-Beach hatte unsere Buchung wie am Telefon angekündigt bestätigt, noch das My Way-Resort auf Koh Phangan, noch hatte sich inzwischen Etihad gemeldet wegen der gewünschten Umbuchung unseres Abflughafens mit Koh Samui statt wie geplant Phuket. Es hieß also weiter warten. Wir packten noch etwas und lagen um Punkt 00:00 Uhr im Bett.

Freitag, 10.  Februar – 10. Tag = 8. Urlaubstag: Wechsel vom „The Cozy House“ in Nai Harn – mit Schnellboot auf Koh Raya ins „Father Resort“:

Zimmerschlüssel dabei, Schnellboot-Dusche, "dufte" Bungalow-Überraschung, Fußwaschung, Waran-Besuch, Kokosnüsse-Geschenk, Schlammkrusten-Wasserbüffel, Kokosnuss-Schäler, Ameisenbaumbesteigung, "einladendes" Restaurant-Hinweisschild, Gecko-Kampf um Platz an der "Sonne"

Um 07:20 Uhr hatte ich unseren Handy-Wecker programmiert, um 06:30 Uhr war ich bereits wach und konnte nicht mehr einschlafen, während Lilo dagegen noch selig schlummerte. Nach der Morgentoilette packten wir fertig und überprüften noch einmal, ob wir auch alles verstaut hatten. Als wir uns von Tom verabschiedeten, stellte sich heraus, dass wir wohl nicht nur all unsere Utensilien eingepackt hatten, sondern auch irgendwo mittendrin den Zimmerschlüssel. Tom hatte noch einen Ersatzschlüssel, lachte und erklärte uns, dies sei kein Problem und passiere öfter. Dankend versprachen wir ihm, "the key" nach unserem Koh Raya-Besuch vorbei zu bringen, da wir von Patong aus sowieso noch einmal einen Mopedausflug nach Rawai planten. Denn es blieb keine Zeit mehr zum Suchen, in diesem Moment fuhr bereits der Minibus vor und holte uns auf die Minute pünktlich um 08:40 Uhr ab. Er brachte uns zum Pier an der Chalong-Beach. Viele Tagesausflügler hatten sich für die Schnellbootfahrt zur Insel Raya versammelt – zum Schnorcheln. Aber einige Mitreisende hatten auch wie wir ihr Gepäck dabei, blieben also ebenfalls für eine oder mehr Übernachtungen auf der Insel. Die rasante Überfahrt bei mittlerem Wellengang dauerte 30 Minuten. Teilweise spritzte die Gischt voll ins Innere, wenn das Boot wieder hart auf der Wasseroberfläche aufschlug, nachdem es sich über einige Wellenkämme katapultiert hatte. Die hinten beim Einstieg sitzenden Urlauber hatten sich zuerst gefreut, aus so unmittelbarer Nähe das Aufwühlen des Meeres durch die starken Außenbordmotore ansehen und fotografieren oder filmen zu können. Doch als das Boot immer schneller wurde, wurden sie von einer Breitseite Gischt nach der anderen „geduscht“ und versuchten nur noch, ihre Fotoausrüstung irgendwie ins Trockene zu retten.

Auf Koh Raya (oft auch Koh Racha oder Ko Raja geschrieben) angekommen, wurden unsere Koffer zu einem bereit stehenden Jeep mit der Aufschrift „Father Resort“ gebracht. Wir mussten noch etwas warten, weil das Personal des Resorts für die Anlage auch noch Proviant verladen musste, der mit einem Boot angekommen war. Lilo hatte die Überfahrt vom Magen her nicht sonderlich gut vertragen und verschwand kurz auf einer Damen-Toilette. Anschließend ging es ihr wieder besser.

Die Fahrt zum Father Resort dauerte keine 5 Minuten. Es war 10:30 Uhr bei unserer Ankunft – und wir erfuhren, dass wir den kleinen Bungalow erst um 13 Uhr beziehen können. Die Zeit vertrieb sich Lilo mit Lesen – und ich mit Schreiben. Unsere Bleibe, Bungalow D-6, direkt gegenüber vom Restaurant, hatten wir bereits ausgekundschaftet und uns dort schon mal auf den beiden Plastikstühlen der kleinen Außenterrasse niedergelassen. Wir schauten uns nur an und mussten lachen. So hatten wir uns die Unterkunft auf der Trauminsel nicht vorgestellt. Es stank fürchterlich nach Kloake, Kanalisation und Fäkalien. Wie wir heraus fanden, kam der Gestank von einem direkt hinter den Bungalows liegenden Gewässer, das ziemlich verdreckt war. Lilo fragte, ob denn keine anderen Unterkünfte vorhanden seien als nur die am Wasser liegenden Hütten. Daraufhin erhielten wir die tolle Auskunft, dass wir nach 2 Übernachtungen in diesem Bungalow für die 3. und letzte Übernachtung in ein auf der anderen Seite der Rezeption und nicht am Stink-Wasser liegendes Apartment wechseln könnten, allerdings statt für 1000 Baht dort für 1.800.

Nach 5 Minuten auf der Terrasse hatte mich bereits ein Moskito erspäht – und erwischt – und direkt im Anschluss hatte seine letzte Sekunde geschlagen. Die Wartezeit bis zum Beziehen des Bungalows verkürzten wir uns deshalb lieber im Lokal mit einem gemeinsamen Fried Rice, zumal die bisherigen Bewohner noch einmal vorbei gekommen waren und sich wunderten, wieso schon jemand auf ihrer Terrasse saß, wo sie doch noch ihre Koffer im Inneren deponiert hatten.

Von außen wirkte die Bungalow-Anlage idyllisch mit den von Natur, Sträuchern und zahlreichen Blüten eingerahmten Hütten. Innen drin sah es allerdings anders aus. Im Mini-Zimmer stellten wir anschließend fest, dass der Raum nicht einmal ausreichte, um den Koffer aufklappen zu können. Das war nur auf dem Bett möglich. Als Schrank stand ein offenstehender Verschlag mit einem einzigen Alibi-Kleiderbügel bereit – ohne Zwischenfächer. Die Betten waren am äußeren Rand locker 10 Zentimeter höher als in der Mitte, schienen also bereits ziemlich durchgelegen zu sein. Alles wirkte irgendwie nicht sonderlich gepflegt. Hinter einer kleinen Alu-Tür verbarg sich das im Verhältnis zum Mini-Wohnraum fast geräumige circa 3 m² große Bad, bestehend aus Toilette, einem Schlauch mit Duschkopf zum Abbrausen ohne Temperaturregelung und ohne Vorhang und aus einem Waschbecken, das nicht an die Kanalisation angeschlossen ist. Ein Abflussrohr führte vom Waschbecken nur bis über den Fliesenboden und hatte dort seine Öffnung. So bekam man beim Händewaschen oben plötzlich unten nasse Füße. Und als ich kurz darauf auf der Toilette saß und abspülte, hatte ich fast ein schlechtes Gewissen den Mitbewohnern in den umliegenden Hütten gegenüber, dass ich beim Drücken der Spülung für meine Umwelt draußen damit womöglich einen neuen „intensiven Luftschwall“ auslöse.

Dieser Bungalow gehört auf jeden Fall, obwohl von außen so idyllisch, zur untersten Kategorie dessen, was wir bisher auf unseren Reisen an Unterkünften bewohnt haben – und das für 1000 Baht, sprich für 25 Euro. Dazu kam auch noch dieser permanente Gestank nach Kanal samt Inhalt. Lilo suchte sofort das Weite. Ich dagegen blieb notgedrungen auf der Terrasse im Gestank, denn auf meinen beiden Handrücken hatten sich aufgrund der Hitze nun viele kleine Wasserblasen gebildet. Damit wollte ich nicht wieder in die Sonne.

Plötzlich hörte ich Lilo rufen: „Bernhard, schau, schnell“. Sie hatte nur wenige Meter von unserer Hütte entfernt ein riesiges, etwa 1,5 Meter langes Prachtexemplar eines Waran entdeckt, der gemütlich über die Wiese spazierte. Als wir einen anderen Hüttenbewohner fragten, ob er ihn auch gesehen habe, antwortete der eher gelangweilt: „Hier gibt es mindestens 5 davon, man sieht sie dauernd.“ Leider reichte die Zeit nicht mehr, meinen Fotoapparat zu holen, denn der Waran verließ ziemlich flott den Resortbereich und verschwand im hohen Gras. Und leider sahen wir auch in den nächsten Tagen keinen mehr aus dieser Nähe und von dieser Größe. Auf jeden Fall weiß ich jetzt eins. Sollte Lilo noch einmal Mal „Bernhard, schau, schnell“ rufen, werde ich als Allererstes eins machen: Ganz schnell meinen Fotoapparat suchen, schnappen und mitnehmen.

Kurz darauf erschien Lilo wieder, dieses Mal mit 2 geöffneten Kokosnüssen in der Hand. Am Strand hatte sie einen Einheimischen entdeckt, der die Kokosnüsse sammelte. Er lud sie ein, mit auf seinem Moped zu fahren, brachte sie wieder zum Resort, öffnete ihr mit einer Machete zwei der Kokosnüsse und schenkte sie ihr. Lilo besorgte anschließend im Resort noch einen Strohhalm und war spontan von diesem „Coconut-Island“ mit dem wunderbar feinen weißen Sand am Strand hellauf begeistert. Wenn ich mich umblicke, vermittelt sich mir von der Bungalow-Terrasse aus, trotz Gestank, ebenfalls ein wenig von diesem Paradies bei herrlich blühenden Sträuchern rundum und um mich flatternden bunten Schmetterlingen, sowie dem Vogelgezwitscher und Quaken von Fröschen ohne sonstige störende Geräusche. Wir werden die schönen Seiten der Insel, jenseits unserer Unterkunft, sicherlich schnell entdecken und genießen. Allerdings wurde ich beim nächsten Luftschwall hier an dieser Stelle, sprich beim Bungalow, schnell wieder etwas aus den romantischen Trauminsel-Gedanken in die „dufte Realität“ zurück geführt.

Am späten Nachmittag spazierten wir an einem kleinen See vorbei, in dem ein mit Schlamm-Krusten bedeckter Wasserbüffel bis zum Kopf in der eher grünlichen und verdächtig nach Moskito-Brutstätte aussehenden Brühe stand. Anschließend trafen wir Einheimische, welche die äußeren Schalen der Kokosnüsse knackten, indem sie diese in einen fest im Boden verankerten spitzen Spieß, der wie die Spitze einer Speerlanze aussah, rammten und dann die so aufgebrochene Schale abzogen und auf einen großen Haufen dazu warfen. Von hier aus erreichten wir nach 5 Minuten eine kleine abgelegene Strandbucht, in der sich außer uns nur noch ein Pärchen aufhielt. Lilo hangelte sich am rechten Rand der Bucht an Lianen auf einen dicken Baumstamm. Das Fotomotiv war zwar sehr schön, aber bei der Rückkehr hatten sich einige ziemlich große Ameisen, die auf dem Baum unterwegs waren, an sie gehängt. Wir schüttelten sie ab und spazierten wieder zurück zum Resort.

Nur 150 Meter vor dem Eingang befand sich eine kleine Müllhalde mit Plastiksäcken und Bechern mitten in der Natur am Wegesrand, direkt neben dem Schild mit der 150-Meter-Entfernungsangabe für das Father-Resort.

Im Resort beschlossen wir, gleich zu essen. Hier sind die Preise höher als an Land – wie meistens auf Inseln, aber trotzdem weitaus günstiger als in sämtlichen Luxus-Resorts rundum, weshalb abends auch immer viele Bewohner dieser Luxus-Unterkünfte wenigstens ein paar Baht wieder einsparen, indem sie hierher zum Essen kommen. Lilo aß Massaman (Curry), ich Fried Rice mit Squid. Dazu tranken wir eine große Flasche Wasser – für zusammen 320 Baht. Anschließend gönnten wir uns noch ein Bier.

Über uns an der Decke tobte derweil ein Kampf unter Geckos um die beliebten hell beleuchteten Lampen-Plätze. Nur die Stärksten konnten sich einen der begehrten Mücken- und Motten-Anziehungs-Punkte und damit eine der optimalen Futterstellen erobern – und mussten ihn anschließend immer wieder gegen neidische Gecko-Konkurrenten verteidigen.

In der Bücherkiste des Resorts hatte Lilo mittags ein deutsches Buch entdeckt, einen Thriller: „Todesbräute“ von Karen Rose. Am Nachmittag begann sie mit dem Lesen und verschlang das Buch regelrecht. Auch nach dem Abendessen im Lokal las sie weiter. Als ich um 21 Uhr im gut besetzten Lokal mal auf die aktuelle Buchseite schaute, wollte ich es gar nicht glauben - sie war schon auf Seite 262.

Während Lilo sich in den Bungalow zurück zog, um weiter zu lesen, blieb ich im Lokal und schrieb bei einem Chang-Bier für hier 140 Baht noch ein paar E-Mails, zum Beispiel an Lilos Bruder Peter, um unser inzwischen feststehendes Anreisedatum für Koh Samui mitzuteilen und ihm ebenfalls Skype als Kontakt vorzuschlagen, sowie an unseren bisherigen Vermieter Tom, weil wir aus Versehen den Zimmerschlüssel mitgenommen hatten (bringen wir ihm in ein paar Tagen wieder zurück) und an das Baantonsai-Resort in Patong. Dort wird bei der Rückreise am 13. laut der telefonischen Auskunft beim Buchen das Zimmer nur bis 15 Uhr reserviert. Hier von der Insel starten wir aber erst um 15 Uhr, wie wir heute hier erfuhren. Deshalb musste ich dringend abklären, dass die Reservierung ausnahmsweise länger, sprich bis mindestens 17 Uhr gilt.

Um 22:30 Uhr zog ich mich zu Lilo in den Bungalow zurück, nachdem mich inzwischen ein paar Moskitos angesaugt hatten, obwohl ich einen Umhang um Beine und Füße gewickelt hatte. Bin schon gespannt, was das heute Nacht in dem Zimmer wird, das mir alles andere als moskito-dicht erscheint und noch dazu direkt an einem nahezu stehenden Gewässer liegt. Mein Moskitonetz habe ich jedoch noch nicht ausgepackt. Die erste Nacht hier probiere ich es noch so. Im Bad stellten wir ein kleines Glas, das Lilo in der Rezeption besorgt hatte, mangels Abstellmöglichkeit auf den Boden. Es war halb gefüllt mit Mineralwasser, denn wir benutzten niemals seit unserer Ankunft das normale Wasser aus der Leitung zum Zähneputzen, sondern nur Mineralwasser aus einer beim Kauf versiegelten Flasche. Beim Hinlegen ließen wir den Fan an der Wand auf der untersten Stufe laufen, konnten so aber nicht einschlafen. Also schalteten wir ihn aus.

Samstag, 11.  Februar – 11. Tag = 9. Urlaubstag: “Father Resort” – auf Koh Raya:

Kaffee-Eimer, idyllische Mini-Bucht als Taucher-Treff, Pool mit Aussicht, Gebets-Altar am Küstenhang, Bau-Material per Longtailboot, Gecko auf Hand, Pritschen-Ex-Matratze

No Moskito. Wir hatten Glück. Zwar schliefen wir unruhig, aber wenigstens störte kein Moskito. Mitten in der Nacht schaltete Lilo auch mal wieder den Fan an und schlief danach sofort wieder ein, aber dafür machte ich anschließend kein Auge mehr zu. Als ich gerade über sie klettern wollte, um den Fan wieder auszuschalten, da ich hinten im Bett lag und es für mich sonst keine Möglichkeit gab, aufzustehen, erwachte sie wieder und machte selbst den Schritt zum Fan zum Abschalten. Nachdem ich noch etwas dem gleichbleibend lauten Geräusch der Frösche und der übrigen Bewohner am Gewässer hinter uns gelauscht hatte – und dem gleichmäßigen tiefen Atmen neben mir, döste auch ich langsam wieder ein, ohne jegliches Gefühl für die aktuelle Uhrzeit, denn meine Uhr lag im Gepäck, da ich nachts sowieso nichts darauf erkennen konnte.

In der Früh stand Lilo schon um 8 Uhr auf, weil sie nicht mehr einschlafen konnte. Ich dagegen war wie gerädert und schlief jetzt wenigstens noch einmal eine Stunde tief und am Stück, um anschließend mit deutlich geschwollenen Augen aufzuwachen. Auf mein herzhaftes Brummen hin beim Ausstrecken im Bett kam draußen von der Terrasse als Reaktion die Frage: „Ist der Bär jetzt auch wach?“ Lilo war wieder in ihr Buch vertieft und saß von mir – aufgrund des Vorhangs und der Wand zwischen uns – unbemerkt vor dem Fenster der Hütte – nur knapp einen Meter von meinem Kopf entfernt.

Nach der Morgentoilette, dieses Mal ohne zu duschen, sonst wäre ja das ganze Bad überflutet gewesen, erschien Lilo mit einem kleinen Eimer, gefüllt mit heißem Wasser. Nein, nicht zum Putzen, obwohl eine gründliche Reinigung in unserer Unterkunft, insbesondere in den Ecken, auf und in dem Schrank, an der im Badeinneren total verkalkten und teils angerosteten Alutür und auch sonst dringend einmal nötig gewesen wäre. Mit dem heißen Wassereimer zauberte sie uns einen Kaffee. Sie hatte auch einen Glaskrug dabei, denn wir besaßen noch Kaffeepulver samt Zucker und Milch in kleinen Tütchen. Außerdem hatte Lilo kleine Schoko-Croissants besorgt. Und so waren wir die Einzigen, die auf ihrer Terrasse saßen und gemütlich MIT KAFFEE frühstückten – welch ein Luxus. Mit der Kaffeetasse direkt unter der Nase bemerkten wir kaum noch den Gestank rings um uns herum. Vielleicht waren wir ja auch schon leicht davon betäubt.

Gegen 12:30 Uhr zogen wir los, bepackt mit Strandmatte, Tüchern zum Umhängen wegen der auch heute wieder mit 38 Grad herunter brennenden Sonne und mit Normal- und Teleobjektiv meiner Kamera. Erster Halt war bei einer Wasserbüffel-Kuh, die in der Sonne döste und dabei ihre beiden halbwüchsigen Kälber im Auge behielt. Kurz darauf erreichten wir die ‚Kon Kare Bay’ und machten es uns dort am Rande der kleinen idyllischen Bucht bequem. Ein kleines Versorgungs-Boot hatte gerade einige Utensilien abgeliefert, die ein Hoteltraktor direkt am Boot abholte. Nach und nach glitten auch ein paar Urlauber über den mit kleinen Felsen und Steinen übersäten Einstieg ins klare Wasser, überwiegend mit Taucherbrille und Schnorchel ausgestattet. Sie machten sich auf, die kleine Bucht und ihre Unterwasserwelt zu erkunden. Auch 2 Taucher erschienen plötzlich an der Wasseroberfläche, begleitet von ihrem thailändischen Tauchlehrer. Kurz darauf ankerte etwas weiter draußen in der Bucht ein Schiff, aus dem im Sekundenrhythmus Taucher mit voller Ausrüstung ins Wasser sprangen. Es dauerte 5 Minuten, bis das Schiff alle „ausgespien“ hatte und und keiner der Köpfe mehr an der Wasseroberfläche zu entdecken war.

Lilo war bei ihrer Inselerkundung zuvor schon hier vorbei gekommen und zeigte mir noch die schöne Pool-Landschaft des Resorts mit dem wunderschönen Blick in die Bucht, in der inzwischen ein Ausflugsboot seinen Anker geworfen hatte. Auf dem Weiterweg passierten wir anschließend einen kleinen buddhistischen Gebets-Altar der auf einem kleinen Podest direkt am Abhang zum Meer errichtet war. Von hier aus hatte man einen tollen Blick hinaus auf die relativ ruhige Meeresoberfläche, auf der in Ufernähe viel Unrat und Plastik zu erkennen war bis hin zu großen Plastik-Körben.

Jetzt zog es uns beim Anblick der die Richtung anzeigenden Holztafeln zur angeschriebenen Siam Bar, die wir am Hauptstrand vermuteten, an dem wir gestern angekommen waren. Wir hatten Durst. Aber dann stellten wir fest, dass der feine, weiß-gezuckerte Sandstrand, an dem wir ankamen, doch nicht unser Ankunftsstrand war. Hier lieferten kleine Versorgungsboote gerade Baumaterial-Nachschub für ein neues, im Bau befindliches Resort neben einer etwas luxuriöseren Hotelanlage. Auf den Packungen, welche die Arbeiter vom Boot über den fast menschenleeren Strand zur Baustelle schleppten, stand in großen Buchstaben „Weber“.

Die Siam-Bar konnten wir nicht entdecken, und so beschlossen wir, heim in unseren Bungalow zu gehen, zu duschen und dann bei uns gemütlich zu essen und zu trinken. Zu Fried Chicken und Fried Rice with Vegetables stillten wir unseren Durst mit 2x 1,5 Liter Flaschen Mineralwasser. Wir zahlten 350 Baht. Wieder war unser Essen gut und wieder war wie gestern das Father-Restaurant gut besetzt, sprich mit circa 60 Gästen. Zum Abschluss gönnten wir uns von einem kleinen Stand am Hoteleingang noch 2 frische Shakes, einmal Mango, einmal Ananas für jeweils 70 Baht. Sie schmeckten hervorragend, waren jedoch mit sehr viel Eis gemixt. Vorsichtshalber werden wir im Zimmer wohl anschließend lieber noch einen Schluck Pernod folgen lassen.

Vom Personal ließ ich mir noch eine Dose mit Anti-Moskito-Spray geben und räucherte damit unsere Bude etwas aus, denn beim Duschen nach der Rückkehr hatte mich im Bad ein ziemlich großer Moskito mehrmals attackiert, ohne dass wir uns gegenseitig erwischt hätten. Danach war er wie vom Erdboden verschwunden. Deshalb griff ich jetzt lieber zur „Keule“ als in der Nacht an die „Beule“. Während Lilo fieberhaft dem Ende ihres Buches entgegen las, versperrte ich auf dem Terrassengeländer einem ganz kleinen Gecko mit meinen Händen den Weg. Er hielt kurz inne und sprang dann wie aus dem Stand 10 Zentimeter nach vorne mitten auf meine Hand. Dort blieb er zuerst kurz sitzen und kletterte dann neugierig auf meinen Handrücken. Um ihn nicht unnötig zu verängstigen, hielt ich meine Hand ganz flach ans Terrassengeländer. Kurz darauf nahm er das „Geschenk“ an und wechselte wieder in altvertrautes Terrain. Lilo blieb auf der Terrasse noch in ihr Buch vertieft, während ich ins Zimmer ging und das Netbook an den Strom anschloss, nachdem der Akkuhinweis nur noch 7 Prozent gemeldet hatte mit der Vorgabe, eine Stromquelle anzuschließen. Anschließend schaute ich mir im Internet die Ergebnisse der Fußball-Bundesliga an und setzte danach die Beschriftung meiner Bilder fort.

Gegen Mitternacht krochen wir wieder auf die harte Pritsche, welche früher mal eine Matratze gewesen sein mochte, inzwischen jedoch keinerlei Federung mehr aufwies. In der Nacht wurde man automatisch wach, wenn es zu hart wurde und der Körper aufgrund der langsam unangenehm werdenden Druckstellen das Drehen signalisierte. Lilo schlief sofort ein mit ihren Ohrstöpseln. Ich dagegen hatte keine angezogen und hörte vom Restaurant jedes Wort. Eine Gruppe junger Deutscher war dort gut hörbar noch versammelt. Irgendwann gegen 01:30 Uhr lösten sie ihre Versammlung auf und verabschiedeten sich vor unserem Bungalow, um in die rechts und links liegenden Hütten zu verschwinden. In der Nacht war deutlich zu hören, dass irgend jemand in einem umliegenden Bungalow ein Magenproblem hatte.

Sonntag, 12.  Februar – 12. Tag = 10. Urlaubstag: “Father Resort” – auf Koh Raya:

Resort-Bestätigungen, Schnorchel-Nachmittag in Siam-Bucht, Fische spielten Verstecken, "Algen" auf Handrücken war Häuten wie Schlange, teures Mini-Chang bei Santana-Klängen in Siam-Bar, Boote auf Grund, jugendliches Restaurant-Internet-Meeting, immer wieder "I will always love you"

Als ich aufwachte, war Lilo schon wieder unterwegs. Sie hatte mir unsere Geldbeutel neben das Kopfkissen gelegt und bei der Tür den Absperrknopf innen gedrückt, so dass ohne Schlüssel niemand rein konnte.

Über Nacht hatte sich das Netbook wieder aufgeladen. So beschloss ich nach der Morgentoilette, auf Lilo zu warten und hielt derweil wieder meine Erinnerungen fest. Als ich gerade von der Kamera die Bilder von gestern lud, kam Lilo und hatte wieder heißes Wasser und Croissants besorgt. Wir frühstücken gemütlich und beobachteten auf unserer Terrasse, wie eine Gruppe von Italienern im Alter von etwa 60 Jahren in 3 umliegenden Bungalows als neue Nachbarn einzogen. Die Frauen hielten sich die Nasen zu. Nach dem Einzug verschwanden sie sofort wieder. Wir hatten uns inzwischen zwar nicht an den Gestank gewöhnt, aber wir nahmen ihn nicht mehr permanent so intensiv penetrant wahr wie am ersten Tag. Wie bereits angedeutet befanden wir uns wahrscheinlich schon leicht abgedriftet im Gestanks-Nirwana.

Nach dem Frühstück lasen wir noch ein wenig. Anschließend rief ich noch einmal bei unserer nächsten Bleibe, dem Baantonsai-Resort am Patong-Beach an. Wiederum hatten sie auch auf meine 3. E-Mail hin nicht geantwortet. Sie hatten nämlich wie schon angedeutet beim Reservierungs-Telefonat erwähnt, dass wir bis 15 Uhr einchecken müssen, da ansonsten das Zimmer weiter vergeben würde. Das war jedoch nicht möglich, da wir morgen erst um 15 Uhr mit dem Boot von Koh Raya starten. Also klärte ich am Telefon ab, dass wir wohl erst gegen 17 Uhr ankommen können und dass bitte das Zimmer länger reserviert wird. Dies wurde mir nun fest versprochen. Vorsichtshalber rief ich auch gleich noch im My Way auf Koh Phangan an und fragte dort nach, ob die Zimmerreservierung wirklich fest gebucht ist, nachdem auch von diesem Resort die angekündigte Bestätigung nicht gemailt worden war. Mir wurde versichert, dass die Reservierung fest vermerkt ist und somit voll bestätigt werden kann.

Beruhigt starteten wir nun zum Strand, ausgerüstet mit Taucheranzug, Flossen, Taucherbrille und Schnorchel. Es war so gegen 13:30 Uhr. Als Ziel wählten wir wieder die Siam-Bucht mit dem wunderschönen feinen weißen Sandstrand. Dort war es sicherlich ruhiger als am Hauptstrand.

Vom ersten Schnorchel-Ausflug rechts an den Felsen entlang war ich total enttäuscht. Außer einem kleinen Schwarm mit nur 2-3 Zentimeter großen Fischen hatte ich keinen einzigen größeren Fisch entdeckt. Unter Wasser stellte ich fest, dass an meinen Handrücken dünne bräunliche Fetzen hin und her schwankten. Zuerst erschrak ich, es konnten doch keine Algen sein, denn nirgends hatte ich ansonsten welche gesehen. Aber was sonst hatte mich da plötzlich befallen. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich, dass es sich um meine eigene Haut handelte, die sich in ganzen Fetzen von meinen Händen löste. Als ich darüber rieb, trennten sich weitere Hautbereiche von mir. Die verbrannte Haut machte der Neuen Platz und wurde von ihr im wahrsten Sinne des Wortes abgelöst. Eine Wasserschlange hätte mich wohl in diesem Moment für ein sonderbares Exemplar ihrer eigenen Gattung gehalten. An Land war dann deutlich zu erkennen, dass ich mich schälte und häutete und jeder Schlange, ob zu Wasser oder zu Lande, gerade in der Beziehung Konkurrenz gemacht hätte. Überall hingen kleine Hautfetzen rum, die bereits gehäuteten Stellen glänzten „wie neu“.

Nach einer Pause startete ich erneut und schwamm gerade aus hinaus und dann links Richtung Mitte der Bucht. Dort stieß ich auf ein Riff mit abgestorbenen Korallen – und auf eine ganze Menge Fische in unterschiedlichsten Farben und Größen, wobei der größte ein etwa 30 Zentimeter großer perlmutt-weißer Fisch war mit einem gelben Farbpunkt in der hinteren Hälfte. Ganz happy von meinem Erlebnis kam ich zu Lilo zurück. Durch mein Schwärmen motiviert startete sie sofort in die gleiche Richtung, konnte aber keinerlei größere Exemplare mehr entdecken. Vielleicht hatte diese auch das Schnellboot vertrieben, das kurz nach Lilos Start den Strand mit kraftvoll aufheulenden Motoren verließ. Vielleicht lag es aber auch an der Ebbe, die nun einsetzte, dass sich die Fische zurückzogen in tiefere Regionen.

Im Schatten sitzend genossen wir den herrlichen Ausblick. Übers Meer trafen unsere Blicke in der Ferne direkt auf Phuket und konnten beobachten, wie sich über der Halbinsel langsam weiße Wolken auftürmten. Ob das eine Änderung des Wetters ankündigte? Jetzt entdeckten wir auch die Siam-Bar, die wir gestern übersehen hatten. Santana-Musik lockte uns hin zu einem kurzen Drink – 140 Baht für ein 0,33 Liter Chang. Außer uns war kein einziger Gast da.

Als die Dämmerung langsam hereinbrach, begleitet von einer Ebbe, welche die zuvor 40-50 Meter weit im Meer verankerten Boote auf dem nun nur noch knöchelhoch mit Wasser bedeckten Meeresboden aufsetzen ließ, machten wir uns auf den Weg zurück ins Father-Resort. Mit der wohlriechenden Meeresbrise in der Nase schockte der Kloakengestank wieder volle Breitseite bei der Ankunft in unserem Bungalow. Schnell zogen wir uns um und flüchteten gleich wieder ins Restaurant. Dort hatte sich heute neben all den Essensgästen auch eine Gruppe von 14 Jugendlichen versammelt, die alle mit ihrem Notbook, Netbook oder Pad auftauchten. Ich wunderte mich, wieso sie auch ihr Netzteil dabei hatten. Dann sah ich erst, dass neben manchen Tischreihen an den Pfosten jeweils mehrere Steckdosen angebracht waren für den Stromanschluss. Im Lokal hörte man heute Abend ständig Whitney Houstons „I Will Always Love You“, nachdem heute bekannt geworden war, dass sie tot in ihrem Hotel aufgefunden wurde.

Lilo bestellte sich Barbeque (B.B.Q.) mit Fisch, ich probierte Fried Rice with Tuna. Beide waren wir wieder voll zufrieden und gönnten uns nach 2 großen Flaschen Wasser auch noch ein Chang-Bier an unserem letzten Abend auf Koh Raya. Bis 23:30 Uhr hielten wir uns im Restaurant auf, dann schlichen wir wieder zurück in unseren Duft-Verschlag. Gegen 00:30 Uhr schalteten wir das Licht aus. Unsere letzte Nacht im Father Resort Koh Raya brach an.

Montag, 13.  Februar – 13. Tag = 11. Urlaubstag: “Father Resort” – auf Koh Raya – Wechsel nach Phuket-Patong ins „Baantonsai Garden Resort“:

Wir "verduften", Zehenbruch durch Ankerseil, "Yes, made reservation", ausgelaufener Rasierschaum, Leucht-Kreisel in Patong-Bangla-Road, "Raining - Taxi"

Bis 10 Uhr schliefen wir durch – bis auf die aufgrund der Betthärte notwendigen Drehungen und Neuformatierungen aller Glieder. Mit leicht angeschwollenen Augen wachte ich auf und fast zeitgleich auch Lilo. Ein letztes Mal frühstückten wir auf unserem Balkon, dann nahm ich noch einmal die Lage unseres Bungalows auf. Anschließend packten wir. Um 12:30 Uhr holte das Personal unsere Koffer ab. Daraufhin packte ich sofort meinen Fotorucksack und suchte als Erster von uns beiden das Weite von unserer Absteige. Lieber ließ ich mich doch im einigermaßen geruchsneutralen Restaurant nieder. Es war 12:30 Uhr. Lilo folgte bald darauf mit ihrem Rucksack. Während ich im Restaurant blieb und auf der Internetseite der Süddeutschen Berichte las, erkundete Lilo noch etwas die Umgebung. Um 14:30 Uhr kam der Jeep. Samt Gepäck wurde ich auf dem Anhänger zum Strand gefahren. Auf dem Weg dorthin hob mich eine Bodenwelle unvorbereitet einige Zentimeter von der am Rand befindlichen Bank. Als ich wieder darauf runter knallte mit meinem Hintern, schoss vom Steißbein ausgehend ein Schmerzblitz durch meine komplette Wirbelsäule. Ob Probleme Wochen später auf Koh Phangan hier ihren Ausgangspunkt hatten?

Am Strand angekommen wartete dort schon Pao, der bereits die Hinfahrt organisiert und begleitet hatte und verpasste uns allen – wie bereits vor dem Start hierher – für die Rückfahrt mit dem Father Raja-Boot 96 einen kleinen Aufkleber. Anschließend trugen die 2 Helfer vom Resort unsere Koffer bis an die Stelle auf dem schwimmenden Steg, an dem kurz darauf das Schnellboot anlegte, das uns wieder zurück nach Phuket brachte. Der Bootshelfer schöpfte mit einem Eimer Wasser aus dem Meer und goss jedem Passagier eine Ladung über die Füße, um den feinen weißen Sand vom Strand abzuspülen und somit das Boot einigermaßen sauber zu halten.

Mit gedrosseltem Motor legten wir ab und glitten langsam aus der Bucht. Sobald wir die Sicherheitszone verlassen hatten, gab der Schiffsführer wie gewohnt Vollgas. Auf halber Strecke ertönte plötzlich ein Pieps-Dauerton und kurz darauf ein schrillerer Warnton. Der Schiffsführer stoppte sofort die Motoren und das Schiff begann hilflos in den Wellen zu schaukeln. Für eine Japanerin war das zu viel, und sie benötigte den von ihrem Begleiter schnell herbei geholten Plastikbeutel. 2 Schiffe eilten innerhalb von Minuten zur Hilfe. Später erfuhr ich von Pao, dass offensichtlich Plastik in eine der Motor-Schiffsschrauben gelangt sein musste. Mit nur einem Motor konnten wir die Fahrt jedoch fortsetzen und die 2 Boote, die zu Hilfe geeilt waren und bei uns angelegt hatten, entfernten sich wieder. Mit leichter Verspätung legte wir nach 45 Minuten statt nach 30 Minuten am Chalong Pier wieder an.

Die Koffer wurden vom Personal bis an den nur wenige Meter entfernten Strand getragen und dort abgestellt. Mit den Sandalen in der Hand gingen alle durchs wadentiefe Wasser an den Strand und diejenigen, die Gepäck dabei hatten, weil sie in Koh Raya übernachtet hatten, schnappten sich ihr Gepäck. Alle anderen hatten, wenn überhaupt, dann nur Mini-Gepäck dabei, da sie nur einen Schnorchel-Tagesausflug  unternommen hatten. Im nassen festen Sand zog ich meine Badeschuhe wieder an und schnappte meinen Koffer. Als ich ein im Sand liegendes Seil, an dem eines der im Wasser liegenden Boote befestigt war, gerade übersteigen wollte, spannte das sich urplötzlich, weil scheinbar eine Welle das daran hängende Boot in dem Moment ergriffen hatte und dadurch das Seil Spannung bekam und in die Höhe schnellte. Es schlug mir mit Wucht gegen meinen zweiten kleinen Zeh vom linken Fuß und ich spürte einen spontanen Schmerz. Trotzdem ging ich weiter und hievte meinen Koffer die Treppe hinauf, während Pao Lilo bei ihrem behilflich gewesen war. Wir folgen alle Pao zu seinem Office direkt neben dem Pier. Hier wartete schon ein klimatisierten Kleinbus, der uns und einige junge Franzosen zur nächsten Bleibe am Patong-Beach brachte, ins Baantonsai-Resort.  

Vor mir wurde an der Rezeption gerade einem jungen Mann erklärt, dass das Resort "fully-booked" sei und heute kein Zimmer frei wäre. Als ich anschließend an die Reihe kam, begann ich gleich damit, dass ich eine Reservierung vereinbart und gestern noch einmal telefoniert habe. Die Dame blätterte in den Unterlagen. Dann huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. „Mr. and Misses Huwer?“ Auf mein Nicken antwortete sie ebenfalls mit Nicken. „Yes, made reservation“. Lilo und ich blickten uns erleichtert an. Als Zimmer erhielten wir die Nummer 421 in der vierten Querreihe – und dort weit hinten. Ideal, weit weg von der Straße. Alles andere wird sich ergeben.

Beim Eintreten ins Zimmer schossen unsere Blicke gleich prüfend überall hin, und dann blickten wir uns entspannt an und lächelten. Das Zimmer war zwar einfach, aber geräumig, hatte einen kleinen Minischreibtisch, einen großen Kühlschrank, einen zweitürigen normalen Kleiderschrank, ein Doppelbett, das die sofortige Prüfung bestand und schön nachfederte, und das Bad rechts hinten im Raum war normal mit Waschbecken, Toilette und durch Vorhang abgetrennter Dusche mit Boiler, um warmes Wasser mit der gewünschten Temperatur einzustellen. Der Boden im Bad war noch nass vom Reinigen, was aber zudem auch daran lag, dass der Abfluss ein wenig zu hoch angebracht wurde und so das Wasser nicht richtig abläuft. Links vom Bad befand sich noch eine Tür. Beim Öffnen präsentierte sich dahinter noch ein kleiner Raum mit einer Ablage und einem Waschbecken. Dort brachte Lilo sofort ihren Koffer unter, meiner blieb im Zimmer. Beim Öffnen meiner Bade-Necessaire-Tasche war alles im Inneren verschmiert. Der Rasierschaum hatte mal kurz die ganze Tasche geschäumt. Lilo wusch sie gleich aus.

Nachdem wir uns beide kurz abgeduscht hatten, starteten wir um 17:45 Uhr unseren ersten Patong-Erkundungsgang. Beim Blick auf verschiedene Karten vor den Restaurants stellten wir fest, dass sich hier die Preise seit 5 Jahren deutlich in die Höhe entwickelt haben. Allzu weit kamen wir nicht, weil uns ein Thai-Seafood-Lokal spontan zusagte. Die Wahl erwies sich als gut. Lilo aß Fried Vegetables With Chicken, ich wählte Pad Thai-Nudeln mit Squid. Dazu teilten wir uns ein Chang-Bier. An einer Wechsel-Bude tauschten wir noch einmal 100 Euro. Jetzt bekamen wir für einen Euro 40,35 Baht. Ein Stand mit Fruit-Shakes sorgte für unseren nächsten spontanen Stopp und 2 frische Shakes für je 40 Baht, Kiwi für Lilo, Mango für mich.

Von hier aus war es nicht mehr weit bis zur Hauptstraße, der Bangla-Road, die vom erst nach dem Tsunami errichteten McDonalds-/Starbucks-/Häagen-Dazs-Zentrum an den Bars entlang runter führt bis zur Patong Beach. Wir bogen links in die Hauptvergnügungsstraße von Patong ein, runter Richtung Strand und entdeckten, wie viel sich in den letzten Jahren geändert hat und modernisiert wurde. Fast angenehm empfanden wir es, dass gegen Ende der Straße zur Patong-Beach hin noch alt-bekannte Bars und Geschäfte existierten. Für unseren Enkel kauften wir von einer Straßenhändlerin einen Kreisel, bei dem eine kleine Beleuchtung eingeschaltet werden kann, um ihn dann mit einem Gummi in die Luft bzw. in den Nachthimmel zu schießen. Kaum hat er seinen Höhepunkt erreicht und dreht sich wieder zum Herunterfallen, breiten sich kleine Flügel aus und er sinkt entsprechend langsamer und in bunten Neonfarben kreiselnd zurück zu Boden. 250 Baht war der Anfangspreis, 100 Baht zahlten wir – und 20 Meter weiter wurden uns dann 2 Päckchen für 100 Baht angeboten. Trotzdem freuten wir uns, wenigstens ein kleines Geschenk für unseren 5-jährigen Enkel gefunden zu haben, das bei uns noch nicht so bekannt ist, zumindest hatten wir es zuvor noch nicht gesehen. Und das war uns die 2,50 Euro auf jeden Fall wert, obwohl wir aus Erfahrung wissen, dass mit keiner allzu langen „Lebensdauer“ derartiger Mitbringsel gerechnet werden darf, sowohl was die Qualität, als auch daheim den Umgang damit betrifft.

An der Patong-Beach entlang schlenderten wir langsam wieder in Richtung unserer neuen altbekannten 4-Tagesbleibe. In einigen Läden schaute Lilo nach Mitbringseln für ihren Sohn, der ihr eine kleine Wunschliste mit auf den Weg gegeben hat, unter anderem für seine Freundin. Wir loteten schon mal ein wenig die Preisvorstellungen aus, kauften aber noch nichts – außer in einem Supermarkt ein schönes kühles Bier, das wir nach der Rückkehr auf unserem Zimmer genossen.

Auf dem Rückweg erlebten wir die ersten Regentropfen seit unserer Ankunft. Als wir starteten, war keine einzige Wolke am Himmel zu sehen. Und beim Essen leuchteten die Sterne über uns. Aber unbemerkt hatten sich wohl ein paar kleine Wolken über uns verbreitet. Allerdings blieb es bei einigen Tropfen, sehr zum Leidwesen der auf Geschäft lauernden Taxifahrer. Schon beim ersten Tropfen sprangen sie aus ihren Autos, in denen sie zuvor eher gelangweilt vor sich hin gedöst hatten. Überall erschallten Rufe: „Raining – Taxi!“. Nach 1-2 Minuten, nur wenigen Metern Wegstrecke und lediglich ein paar Regentropfen war jedoch alles wieder vorbei.

Zurück im Zimmer duschte ich mir noch einmal die Füße ab nach dem Spaziergang in den Sandalen. Jetzt sah ich, warum mir mein am Nachmittag von dem Schiffs-Seil getroffener Zeh beim Gehen etwas weh getan hat. Er war nun dunkelblau – und offensichtlich genau so gebrochen, wie im Jahr 2000 ein Zeh am rechten Fuß, den ich mir ebenfalls hier in Thailand gebrochen hatte, im Norden bei Chiang Mai. Für meine Zehen ist Thailand scheinbar ein gefährliches Pflaster. Mit etwas Lesen und Tagebuch-Schreiben wurde es schnell 01:20 Uhr. Mit Pflaster, das ich immer im Kulturbeutel dabei habe, legte mir Lilo am gebrochenen oder angebrochenen und inzwischen von dunkelrot bis dunkelblau schillernden kleinen Zeh noch einen Tape-Verband an. Jetzt war es schon nach halb zwei und wir schalteten den Fan auf der kleinsten und langsamsten Drehstufe ein und danach die Air-Condition und das Licht aus.

Dienstag, 14.  Februar – 14. Tag = 12. Urlaubstag: „Baantonsai Garden Resort“ – in Phuket Patong:

Valentins-Tag-Dämmerung am Patong-Strand, Wave-Runner und Verliebte im Meer, österreichische Flagge, Moskitospray-Angebotspreis, Moskito-Skypen und "Stand-By"-Moskitos, 2. Wahl-Blut

Um 9:20 hörte ich Lilo im Zimmer kruscheln, also herum kramen. Sie ging zum Frühstücken, während ich mich rum drehte und noch eine Stunde weiter schlief. Den Zeh hatte ich in der Nacht kaum bemerkt. Nur direkter Kontakt war etwas unangenehm. Nach der Morgentoilette startete ich zur Rezeption, um nach dem Internet-Zugang zu fragen. Im Zimmer wurden mir gleich mehrere Baantonsai-Router angezeigt, 2 mit gutem Empfang. Aber in der Rezeption erfuhr ich, dass nur der Router 2 möglich ist und der Empfang nur im Rezeptionsbereich zur Verfügung steht. Also zurück ins Zimmer – und mit Netbook wieder zur Rezeption. Da Lilo schon langsam unruhig wird, weil auch nach einer Woche noch keinerlei Rückmeldung von Etihad eintraf, schrieb ich noch einmal über das Etihad-Kontaktformular. Dieses Mal erhielten wir unmittelbar nach dem Abschicken zumindest schon mal eine Bestätigung per E-Mail.

Und ich hatte wieder etwas dazu gelernt. Am besten ein wichtiges Kontaktformular-Schreiben offline verfassen, zum Beispiel in Word. Denn als ich fertig war mit meinem Text im Etihad-Kontaktformular und auf „Abschicken“ drückte, erschien eine Fehlerseite mit der Mitteilung, die Etihad-Seite sei offline. Der Browser-Zurück-Button half nichts, mein Text war weg. Also schrieb ich das Ganze noch einmal, dieses Mal aber in Word und fügte im Anschluss nach dem Markieren und Kopieren den kompletten Text nur noch bei Etihad ein. So hatte ich ihn zugleich auch für mich gesichert.

Während meiner Restaurant-Internetsitzung hatte ich 2x spürbaren Moskito-Besuch. Lilo schaute vorbei, brachte mir eine Dose mit einem Erfrischungs-Drink und die Hälfte der frischen, saftigen und hervorragenden Mango, die wir gestern Abend auf dem Nachhauseweg noch kurz vor unserer Unterkunft in einem kleinen Laden gekauft hatten. Der Besitzer hatte extra gefragt, ob wir sie heute essen wollen und dann diese ausgewählt, nachdem er zuvor mehrere sorgfältig mit Finger- und Händedruck geprüft hatte. Er hatte wirklich eine delikate Auswahl für uns getroffen, für umgerechnet rund 60 Cent (25 Baht). Creme für die Moskitostiche hatte Lilo auch dabei. Und so war ich bestens versorgt.

Wir ließen es gemütlich angehen, Lilo nahm kurz ein Bad im Pool und las, ich genoss kurz die Ruhe im Zimmer. Schon wieder war es Nachmittag. Mit Nichts-Tun kann der Tag auch schnell vergehen. Wir machten uns ausgeh-like, sprich schlüpften in T-Shirt, Hose und Sandalen und starteten Richtung Strand. Die Stimmung war herrlich bei langsam sich Richtung Meer senkender Sonne. Wie schon gestern Abend waren auch heute noch ständig Verkäufer mit Rosen zu sehen – der „Valentins-Day“ ist inzwischen längst auch in Thailand angekommen und zum willkommenen Geschäft geworden.

Am Strand setzten wir uns kurz hin und beobachteten das emsige Treiben der Verkäufer. Insbesondere die Anbieter der „Wave-Runner“, der Jet-Skis machten ein hervorragendes Geschäft. Die Wasser-Fahrzeuge mit dem je nach aufheulendem Vollgas-Geben am Heck mehr oder weniger hochspritzenden Wasserstrahl flitzten wie ferngelenkte Spielzeuge zwischen den abgesteckten Badebereichen durch einen schmalen Korridor hindurch vom Strand hinaus aufs Meer, andere kehrten auf dem gleichen Weg wieder zurück. Die Anbieter starteten immer wieder auch selbst, um sich einerseits die Zeit zu vertreiben und andererseits zu demonstrieren, wie „easy“ und akrobatisch schön das durchs Wasser Gleiten mit den Wave-Runnern funktioniert. Immer wieder starteten und landeten auch Touristen mit einheimischem Begleiter, die sich mit einem Fallschirm über ein langes, an einem Speedboot befestigtes Seil hatten in die Höhe und einmal rund um die Bucht ziehen lassen.

Im Wasser schmuste ein junges Pärchen verliebt bei langsam untergehender Sonne – sie verkörperten richtig die Romantik dieses Valentins-Tages.

Wir schlenderten weiter im Sand, beobachteten, wie langsam die Jet-Skis von ihren Besitzern ungebremst an den Strand gefahren wurden, damit sie leichter auf die 2 Kufen der Anhänger gehievt werden konnten für den Abtransport. Anschließend fuhren die – meistens mit Beiwagen ausgestatteten – Mopeds mit zum Teil mehreren angehängten „Wave-Runnern“ regelrecht im Konvoi über die Uferstraße.

Parallel zum Abklingen des Betriebs am Strand erwachte mit Einbruch der Dämmerung langsam das pulsierende Nachtleben von Patong. In der Bar-Hauptstraße, der Bangla-Road suchten die Straßenhändler bereits nach neuen Abnehmern für ihre Artikel und die Bar-Betreiber freuten sich schon über halbvolle Besetzung. Wir spazieren rauf zur Song Roy Pee Road und bogen dort links ab Richtung Rat-U-Thit Road. Ein kleineres Thai-Lokal, das Restaurant „Number 6“, in dem wir früher ab und zu preiswert gegessen hatten, hatte inzwischen seinen einfachen Charakter ein wenig in professionelleres Aussehen verändert, und es schien nach wie vor gut und günstig zu sein. Bestimmt 10 Touristen standen Schlange beim Warten auf einen frei werdenden Sitzplatz. Gegenüber hatten wir vor 5 Jahren bei einem großen Kleidungs-Verkaufsstand, der seine mobilen Kleiderständer auf dem Vorplatz eines größeren Gebäudes aufgestellt hatte, mehrere T-Shirts und Hosen gekauft. Jetzt war von den Kleiderständern nichts mehr zu sehen. Auf dem Vorplatz stand nun ebenfalls ein Restaurant, das sich in die Touristen-Gebäudereihe nahtlos eingereiht und die Lücke von früher geschlossen hatte.

Wenige Meter weiter beim K-Hotel schauten wir kurz in den Innenhof. Hier hatten wir vor 12 Jahren auch einmal kurz gewohnt. Robert, den Mit-Besitzer, trafen wir am Eingang und erkannten ihn sofort. Über Lilos Bruder Peter, der jetzt in Koh Samui lebt, kamen wir damals hier her. Robert und er kennen sich gut, sie sind beide gelernte Köche. Alles war noch professioneller präsentiert und ausgebaut als damals – und zahlreiche Besucher, insbesondere Österreicher hatten sich in dem österreichischen Lokal versammelt, um landestypische Spezialitäten wie Apfelstrudel, Kaiserschmarrn oder auch mal wieder geliebte und hier vermisste heimische Hauptgerichte zu genießen, bei Preisen fast wie daheim. Sogar die österreichische Flagge wehte am Eingang.

Fünf Gehminuten weiter bogen wir in die Straße ein, in der früher ein Franzose ein kleines Frühstücks-Lokal geführt hatte. Es existierte nicht mehr. An einem Straßenverkaufsstand stieg uns der Geruch von gegrillten kleinen Spießen in die Nase. Ich wählte einen Pork-Spieß aus, also einen mit Schweinefleisch, Lilo entschied sich lieber für eine Ananas. Wir teilten uns unsere jeweiligen Vorspeisen. Anschließend schlenderten wir wieder zurück und kehrten gegenüber vom K-Hotel auf der Terrasse des P.S. Hotels ein. Wir hatten Glück, es wurde gerade ein Zweiertisch frei auf der ansonsten komplett besetzten Terrasse. Hier gönnten wir uns die frittierten Garnelen-Spezialität „Tempura“ mit einem Chang-Bier und einem Glas Wein.

Nach dem Aufbruch etwa eine Stunde später kaufte ich in einem Shop ein Moskito-Insekten-Spray. Am Nachmittag, als wir unsere Kleidung vom Stuhl vor unserem Zimmer hoch gehoben hatten, stieg aus unseren Klamotten eine Wolke von locker 30-40 Moskitos auf. Entweder hatten sie sich in unseren Gewändern schon einmal an unseren Geruch gewöhnen wollen oder sie warten dort „Stand-By“ auf das Öffnen der Tür direkt daneben. Immer wieder sind auch im Zimmer welche zu finden. Lilos Erfolgs-Quote beim Jagen bestand heute schon aus 5 erwischten Blutsaugern. Beim Bezahlen des Sprays kostete es laut Scanner plötzlich 85 Baht, obwohl es am Stand mit 54 Baht ausgezeichnet war. Die Verkäuferin bestand auf dem Scan-Preis, worauf wir das Preisschild holten. Daraufhin lächelte sie, meinte „oh solly“ und berichtigte den Kaufbetrag.

Auf dem Rückweg tauschten wir noch einmal 100 Euro zum Kurs von 40,35 Baht für den Euro. Immer wieder besuchte Lilo die Läden von Taschenhändlern, denn sie hatte ja eine Wunschliste mitbekommen. Was Kleidung anbetrifft, stellten wir fest, dass bei T-Shirts, die vor 2 Jahren 150-200 Baht nach entsprechender Preisverhandlung kosteten, jetzt die Verhandlungs-Bereitschaft bei 300, bestenfalls 250 Baht endete. Bei dem Fruit-Shake-Stand, bei dem wir gestern schon unsere Säfte gekauft hatten, wählten wir dieses Mal Mango für 40 Baht und Mixed Fruit für 50 Baht. Der Verkäufer erkannte uns sofort und begrüßte uns erfreut.

In unserem Apartment angekommen sprühten wir sofort aus unserer Spraydose und verließen unsere Bleibe dann umgehend wieder Richtung Rezeption, um im Internet nachzuschauen, ob neue Nachrichten angekommen sind. Nachdem auch hier die Moskitos heute Abend Großangriff als Motto ausgegeben hatten, ging ich nach kurzem E-Mail-Check und 10 Minuten-Skype-Kontakt mit Schwager Norbert gleich wieder ins Zimmer, während Lilo noch eine Nachricht schreiben wollte. Kurz darauf kam auch sie freiwillig wieder zurück, denn heute wurde auch sie pausenlos von den Plagegeistern angegriffen, die sonst ja überwiegend mich als Opfer aussuchen. Aber wenn ich nun mal nicht mehr da war, entschieden sie sich wohl lieber für 2. Moskito-Blut-Qualitäts-Wahl bei Lilo als für gar nichts.

Wieder vereint im Zimmer gingen wir bald schlafen. Vielleicht schläferte uns auch das Spray ein.   

Mittwoch, 15.  Februar – 15. Tag = 13. Urlaubstag: „Baantonsai Garden Resort“ – in Phuket Patong:

Mit Motorbike zu Tom und nach Rawai, Seafood-Schlemmer-Menü, Oldtimer-Sofa-Einheimische, Patong-Einkäufe

Wahnsinn, 14 Tage sind nun schon vorüber. Andere fliegen nach 2 Wochen schon wieder heim. Wir dagegen haben das Gefühl, dass unser Urlaub langsam erst richtig beginnt.

Lilo begann den Tag wieder mit Gymnastik am Pool, ich dagegen bei ihrem Gehen mit einer super-gymnastischen Kehrtwende im Bett auf die andere Seite. Eine Stunde später, um 10 Uhr wachte ich wieder auf, als sie zurück kam. Wir starteten zur Rezeption und fragten nach einem Motorbike for Rent, aber es standen keine – am Tag zuvor noch für 180 Baht pro Tag angebotenen – Motorbikes zur Verfügung. Bei einer Händlerin in der Nähe wurden wir fündig. Das Bike mit Schaltung kostete 200 Baht für 24 Stunden.

Wieder gut gegen die Sonne geschützt starteten wir Richtung Süden. Im nächsten Ort an der Karon-Beach mussten wir bereits tanken. Für 40 Baht füllten wir den Tank nur ein Drittel, wieder aus einer 0,7 Liter Whisky-Flasche eines kleinen Standes am Straßenrand, nachdem nirgends eine Tankstelle aufgetaucht war auf dem zurück gelegten Weg. Entlang der Küste fuhren wir weiter Richtung Süden bis zu einem Viewpoint, von dem aus ein toller Blick auf die Karon-Beach und weiter geboten war. 10 Minuten später trafen wir bereits in Nai Harn ein und besuchten Tom. Er freute sich, uns wieder zu sehen – und seinen Zimmerschlüssel 202, den wir beim Abschied und Start nach Koh Raya aus Versehen mitgenommen hatten. Zum Tanken empfahl er uns eine kleine Moped-Tankstelle auf dem Weiterweg Richtung Rawai. Wir tankten voll und kamen wieder am Windmühlen-Aussichtspunkt und am Lhae Phrom Thep vorbei. Kurz darauf waren wir in Rawai und kehrten sofort in einem der Fischerlokale ein, nachdem wir uns zuvor an den Seafood-Verkaufsständen gegenüber unser Mittagessen ausgesucht hatten. Lilo wählte einen Red Snapper-Fisch für 180 Baht, ich eine Rießengarnele für 100 Baht und 2 große Squid (Tintenfisch) für 80 Baht.

Im Lokal wurde für das Anrichten als Barbeque (B.B.Q.) 100 Baht berechnet. Mit Gemüse und vor allem mit vollem Genuss schlemmten wir dieses exklusive Mittagessen. Mit Getränken zahlten wir im Restaurant am Ende noch einmal 300 Baht, so dass uns dieses Luxus-Menü für 2 letztendlich auf 660 Baht kam, also auf 16,50 Euro kam. Wir waren uns einig – hier in authentischer und einfacher Umgebung direkt bei den Fischern macht Schlemmen richtig Spaß – und das zu diesem Preis.

In unmittelbarer Nähe unseres Restaurants entdeckte ich bei einem kleinen Rundgang mit dem Fotoapparat eine herrliche Idylle. 2 Männer hatten es sich auf alten zerschlissenen Sesseln und Sofas gemütlich gemacht und lächelten kopfnickend, als ich fragte, ob ich ein Bild machen darf. In dem Moment ging auch noch eine jüngere Frau mit Kleinkind auf dem Arm vorbei. Ob das Baby beim Heranwachsen diese Ursprünglichkeit der Menschen und Umgebung noch so erleben wird wie wir das heute konnten? Zumal sich in den 5 Jahren seit unserem letzten Besuch hier schon so viel verändert hat.

Auf dem Rückweg fuhren wir nach dem Fischerdorf zuerst links wieder Richtung Phrom Thep, aber an der Stelle, wo es links Richtung Viewpoint geht, fuhren wir gerade aus. Diese Strecke war eine Riesen-Abkürzung. Nach wenigen Kilometern waren wir schon wieder in Nai-Harn. Auch die restliche Strecke bis Patong war schnell zurück gelegt, so dass wir uns um 16:30 Uhr schon in die Fahrzeugschlange am Patong-Beach einreihten und an der Küste entlang fuhren. Bei einem Taschenhändler, bei dem Lilo gestern schon das Sortiment angeschaut hatte, ließ ich sie absteigen und fuhr kurz zu unserer Unterkunft. Knapp eine Stunde später holte ich sie an der gleichen Stelle wieder ab – sie war mit Tüten bepackt. Geschenke und Mitbringsel waren gefunden.

Kurz vor unserem Resort besorgten wir uns noch 2 kalte Getränke. Wieder zurück parkten wir das Moped und gingen bei einbrechender Dämmerung auf unser Zimmer. Später wollten wir vielleicht noch einmal eine Runde drehen. Aber dann begannen wir zu lesen. Über das Netbook schalteten wir uns ein wenig Musik als angenehmen Hintergrund-Sound dazu. So wurde es Mitternacht. Es war ein richtig schöner Leseabend – wie im Urlaub.

Donnerstag, 16.  Februar – 16. Tag = 14. Urlaubstag: „Baantonsai Garden Resort“ – in Phuket Patong:

Abschluss-Motorbike-Patong-Runde, Taxi-Vereinbarung, Frauen am Bau, Squid im Mantel am Straßenrand, Euro verliert Wert gegenüber Baht, gute Hühnerbrühen-Nudelsuppe, bunte Süßigkeiten, kanadische Weltreisende, Australier beim Tätowieren, Bangla-Road-Nightlife, VW-Bully-Bar, Raisin-Pancake, Mini-Moped mit Sitzbank-Beiwagen

Heute Nacht war ich öfter wach als in den Nächten zuvor. Auch Lilo. Mal waren laute Stimmen auf dem Durchgang in die Zimmer zu hören – und immer wieder vernahmen wir aus den Nachbar-Zimmern Stöhnen. Offensichtlich vergnügten sich einige junge Urlauber mit Thai-Mädchen, denn in der Früh begegnete Lilo eine junge Thailänderin, die aus dem gegenüberliegenden Apartment kam und freundlich grüßte. Wir standen um 9 Uhr auf und drehten mit dem Motorbike noch eine gemütliche Patong-Runde, auch Lilo fuhr ein Stück im Patong-Gewühl. Gegen 11:15 Uhr kehrten wir zurück und gaben das Moped wieder bei der Vermieterin ab. Bei dieser Gelegenheit fragten wir sie gleich, ob sie uns eine PKW-Fahrt nach Phuket-City für den nächsten Morgen vermitteln könne und was diese kosten würde. Wir vereinbarten einen Preis von 400 Baht bis zum Bus-Terminal Office in Phuket-Town und die Abholung in unserem Resort um 07:30 Uhr. Jetzt hoffen wir fest, dass dies auch klappen wird, denn um 08:30 Uhr sollen wir spätestens dort sein, um 09:00 Uhr fährt der Bus über Surat-Thani bis zur Fähre nach Koh Samui. Diese Tickets hatte uns ja Tom in Nai Harn bereits besorgt, inklusive Fähre – für 450 Baht pro Person.

Direkt neben dem Moped-Verleih frühstückten wir bei einem Italiener-Treff – mit Croissant, Kaffee, Cappuccino und Toast mit Schinken.

So gestärkt spazierten wir zurück in unser Zimmer, wo wir sofort wieder unsere Books schnappten, Lilo ihren Roman – und ich das Netbook. Während sie am Pool relaxte, saß ich im Restaurant, erledigte 2 Geburtstags-E-Mails, obwohl ich vor Reiseantritt allen, die in den nächsten 1 ½ Monaten Geburtstag haben, schon mal eine Pauschal-Gratulations-E-Mail geschickt hatte – und entdeckte dann im Posteingang eine Antwort von Etihad. Die erste Kontakt-Formular-E-Mail war offensichtlich irgendwo im virtuellen Nirwana verloren gegangen. Jetzt benötigte die Sachbearbeiterin noch eine Identifikations-Nummer von unserem E-Ticket. Diese schickte ich ihr in der Hoffnung, dass es die richtige ist. Denn eine Nummer, die mit 607 beginnt, wie von ihr angefordert, war auf dem ganzen Ticket nicht zu entdecken.

So wurde es schon wieder Nachmittag, bis wir zu Fuß erneut Richtung Patong starteten. An einer großen Baustelle zeigte sich, dass nach wie vor auch Frauen bei den schweren Arbeiten beteiligt sind. Nur wenige Meter weiter blieben wir erneut spontan stehen, als eine mobile Moped-Wok-Küche direkt neben uns hielt. Als Spezialität gab es Squid im Teigmantel, verpackt in einem Plastik-Klarsichtbeutel. Auf einer kleinen Steinbank am Straßenrand machten wir es uns mit unserer leckeren Vorspeise gemütlich. Derart gestärkt besuchten wir als Nächstes einen kleinen Laden, in dem Lilo für mich beim Shoppen eine Badehose entdeckt hatte, die ihr gefiel. Meine hatte ich ja zu Hause vergessen. Sie passte und wir kauften sie für 200 statt der ursprünglich verlangten 300 Baht. In den Wechselstuben stellten wir beim Euro-Kurs fest, dass dieser von gestern auf heute wieder leicht abgesunken war. Während wir gestern noch 40,35 Baht für einen Euro erhielten, waren es heute nur noch 39,80 Baht als bester Kurs, den wir in den zahlreichen kleinen Buden entdecken konnten. Wir tauschten wie gestern auch heute noch einmal 100 Euro, um für die Reise morgen genügend Baht zu haben.

Und dann entdeckten wir jenseits der Bangla-Road in der Parallel-Straße über der Beachstraße, der Rat-U-Thit-Road an der Ecke zur Sainamyen Road einen Nudelsuppen-Stand, der gut roch und Lilos geliebte Nudelsuppe mit Hühnerfleisch anbot. Es war eine Suppe, aus der man richtig eine gute Hühnerbrühe heraus schmeckte. Im „Family Mart“ direkt hinter dem Suppen-Stand besorgte ich noch ein Chang-Bier – und dann genossen wir auf Plastikstühlen am Plastik-Tisch unser hervorragend schmeckendes „Menü“ für 50 Baht – ohne Nachspeise, obwohl die farbliche Auswahl an Süßigkeiten direkt neben dem Suppentopf verführerisch war. Ein älteres Paar entdeckte uns und wurde so ebenfalls neugierig auf den Stand. Wir versicherten ihnen, dass die noodle-soup unserer Einschätzung nach eine gute Wahl ist – und schon bestellten sie sich ebenfalls Nudelsuppe mit Huhn. Nach dem Essen unterhielten wir uns noch kurz mit ihnen. Auch ihnen hatte Essen hervorragend geschmeckt, und sie waren dankbar für den Tipp. Sie kamen aus Quebec in Kanada und absolvierten gerade eine halbe Weltreise mit Afrika als erstem Langzeit-Ziel und nun Asien. Er hatte 25 Jahre für die Firma Höchst gearbeitet. Jetzt genossen sie ihr Leben und reisten. In Afrika hatten sie meinen Traum erlebt, die „Big Five“ und schwärmten entsprechend von ihrer Reise. Die Serengeti sei die Kirsche auf allem gewesen, DAS Top-Erlebnis also.

Nach diesem netten Austausch einiger gegenseitiger Urlaubserlebnisse hielten wir nur wenige Meter weiter vor einem Tattoo-Studio. Drinnen saß eine etwa 40-jährige Frau mit sehr angespanntem Gesicht. Sie ließ sich etwas auf ihre Wade tätowieren, während ihr Begleiter, ein Bär von Mann, sichtlich besorgt und noch angespannter als die Frau selbst, dieser fürsorglich die Hand hielt. Eine ebenfalls etwa 40-jährige Australierin stand ganz aufgeregt vor der Tür. Als sie unser Interesse für das Geschehen hinter der Scheibe bemerkte, erzählte sie uns, dass die Frau da drin ihre Freundin sei – und sie käme als Nächste dran. In der Hand hielt sie eine kleine Zeichnung. Darauf waren einige verschlungene Linien zu sehen und 3 Buchstaben. Wir erfuhren, dass ihr Sohn diese Zeichnung entworfen habe. Die 3 Buchstaben seien die Anfangsbuchstaben ihrer 3 Söhne.  Um das linke Handgelenk trug sie eine Plastikfolie. An dieser Stelle würde gleich die Zeichnung eintätowiert. Wir wünschten ihr viel Glück.

Von hier aus stürzten wir uns ins Gewühl der Bangla-Road. In einigen Bars präsentierten und demonstrierten Frauen und Ladymen ihre Bewegungskünste und damit insbesondere ihren Körper. Die Straße war sehr gut besucht. Jung und alt flanierte durch, einige Gruppen junger Männer, oft mit Bierflaschen als Wegzehrung bestückt, aber auch kleine Gruppen junger Frauen, ältere Paare, junge und noch mehr ältere Männer in junger Thaibegleitung und auch vereinzelt ältere Frauen, die sich das Treiben auch mal anschauen wollten. Vielleicht suchten sie ja auch nur nach ihren abhanden gekommenen Männern ;-) .

Vor einer Bar ließen wir uns vom Angebot überzeugen und genehmigten uns mit Blick vom Barhocker auf die Bangla Road noch einen Bloody Marry-Cocktail für 120 statt normal 200 Baht und ein kleines Chang für 90 Baht. Mitten im bunten Treiben vor uns huschte plötzlich die Australierin, mit der wir vor dem Tattoo-Laden gesprochen hatten, an uns vorbei. Wir riefen ihr zu: „How was it?“. Sie schnellte herum, entdeckte uns und stürmte auf uns zu. Ganz stolz präsentierte sie uns das Werk an ihrem Handgelenk. Der Künstler hatte die etwa 4 auf 4 Zentimeter große Zeichnung ziemlich exakt umgesetzt. Sie wirkte am Handgelenk grazil und nicht störend. Auf unsere Frage, ob es weh getan habe, nickte sie heftig. „Yes, but now, it's good.“. Wir wünschten ihr noch einmal alles Gute – und schon verschwand sie wieder ganz aufgeregt in der vorbei ziehenden und sie sofort verschlingenden Menschen-Menge.

Wir spazierten runter zur Straße am Patong-Beach und bogen links ab Richtung Resort. Hier stießen wir auf eine Bar der ganz anderen Art, eine VW-Bar. Ein rosafarbener VW-Bully war umfunktioniert zur Bar, mit geöffnetem Verdeck, Disco-Kugel und blinkender Rundumbeleuchtung. Dass diese kreative Idee zündete, zeigten die zahlreichen Bar-Besucher. An einem Pan-Cake-Stand setzte ich heute endlich das um, was ich mir schon seit 3 Tagen vorgenommen hatte. Heute war ich nicht zu satt von der Nudelsuppe für einen süßen Abschluss. Der Pan-Cake, in Frankreich wäre es Crêpe, mit in Windeseile und jahre- oder jahrzehntelanger Routine in kleine Stücke zerteilter Banane, Rosinen und nach dem Zusammenfalten und Zerschneiden als Zierde darüber gespritzter Schoko-Soße schmeckte hervorragend. Während ich ihn Stück für Stück genoss, lauschten wir einer im Hintergrund im benachbarten Lokal spielenden Live-Band, die gerade wirklich gut „Bridge Over Troubled Water“ von Simon und Garfunkel interpretierte.

Jetzt wäre ein gemütliches Gefährt angenehm gewesen, beispielsweise das Mini-Moped mit bequemer Sofa-Sitzbank im Beiwagen, an dem wir gerade vorbei liefen. Es war nicht nur mini, sondern hatte am Tank auch einen Button vom englischen Kult-Mini. Aber zum Glück hatten wir ja nicht mehr allzu weit bis in unser Resort. Im Family-Mart holten wir uns noch 2 kalte Getränke für die Nacht. Als wir im Zimmer eintrafen, war es bereits 23:30 Uhr. Nach ein paar Seiten legten wir unsere Bücher beiseite, stellten den Handy-Wecker auf 06:15 Uhr und schliefen gegen Mitternacht relativ schnell ein. Kurz darauf wurden wir jedoch wieder wach. Koffer rollten über den Gang vor den Apartments, begleitet von den lauten Stimmen einer jungen, französisch sprechenden Männergruppe. Bis 01:00 Uhr tauschen sie lautstark ihre Pläne aus und dann hörten wir sie abziehen. Scheinbar starteten sie gleich durch ins Nachtleben.

Freitag, 17.  Februar – 17. Tag = 15. Urlaubstag: Wechsel vom „Baantonsai Garden Resort“ in Phuket Patong – nach Koh Samui zu Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha:

Nächtliches "Relax", gemeinschaftliches Kofferdeckel-Drücken, superpünktliches Taxi mit Umarmung, Tattoo-Girl mit Fischvergiftung, gemütliche Bus-Fährenfahrt von Phuket nach Koh Samui, mit großem Gepäck im Einheimischen-Bus, Wiedersehen, Big Buddha-Sonnenuntergang, Tempelfest, Heuschrecken-Maden-Delikatessen

Um 04:00 Uhr wurde ich abrupt von einer lauten Männerstimme geweckt. In irgendeinem der umliegenden Apartments schrie ein Mann fast die Worte „Relax – Relax“. Kurz darauf folgte „Fuck You – Fuck You“. Anschließend war lange Zeit und immer wieder von Neuem das Stöhnen einer Frau zu hören.  Mein Schlaf hatte sich damit erledigt, während Lilo von dem Ganzen nichts mitbekommen hatte. Um 06:15 Uhr wartete ich so vor mich hin dösend schon regelrecht darauf, dass sich der Handywecker endlich rührt. Als es dann soweit war, sprang ich sofort aus dem Bett und wurde unter der Dusche endgültig richtig wach, weil das abgekühlte und nicht abgeflossene Wasser vom Vortag noch auf dem Boden stand. Nach der Morgentoilette weckte ich Lilo. Nur mit ihrer Hilfe und unseren vereinten Kräften bekamen wir kurz darauf den Deckel meines Koffers wieder zu. Ob in dem feucht-heißen Klima die Kleider mit der Zeit aufquellen?

In der Hoffnung, mit unseren über die Fliesen ratternden Kofferrollen um 07:20 Uhr niemanden zu wecken, machten wir uns über den langen Gang und vorbei an etlichen Apartments auf den Weg zur Rezeption. In der Resort-Einfahrt wartete bereits unsere Taxi-Fahrerin mit ihrem PKW und begrüßte uns freundlich lächelnd mit einem fröhlichen Sawadih-Kah. Wir gaben unseren Zimmer-Schlüssel mit der Nummer 421 ab und hievten das Gepäck ins Auto. Die Fahrerin wollte uns dabei helfen, aber unsere schweren Trümmer konnten wir ihr nicht zumuten. Zum Schutz hatte sie extra eine Decke auf die Kofferraum-Kante gelegt. Ihr Lächeln zeigte, dass sie nun keine Besorgnis mehr hatte, als sie sah, wie vorsichtig wir den Koffer hinein hoben. Lilos Tasche musste auf den Rücksitz, da der kleine Kofferraum durch meinen Rimowa schon weitgehend ausgefüllt war und nur noch Platz für den Foto-Rucksack bot.

Die Fahrt bis zum Phuket Bus Terminal Office in Phuket Town war kurzweilig. Wir unterhielten uns mit der einigermaßen gut englisch sprechenden Fahrerin prächtig, lachten, erfuhren von ihr noch einige Tipps und im Busterminal fragte sie für uns auch noch nach dem richtigen Bus für Koh Samui und fuhr uns direkt zu ihm. Mit einem kleinen Trinkgeld zu den vereinbarten 400 Baht verabschiedeten wir uns von ihr, und sie umarmte uns herzlich. Der Busfahrer schnappte sich unsere Koffer und verstaute sie durch die hintere Tür im Heck des relativ neu aussehenden hohen Reisebusses.

Es blieb noch Zeit für einen Kaffee, den Lilo besorgte. Eine junge, bunt komplett über beide Arme und auch ansonsten stark an Oberkörper und Beinen tätowierte Österreicherin sprach uns an, nachdem sie uns reden gehört hatte. Es war Bernadette aus Graz. Sie hatte das Pech, dass sie nach 3 Tagen Thailand schon eine Fischvergiftung erlitten hatte und eine Woche im Bangkok Hospital auf Phuket verbringen musste. Erst vor 3 Tagen kam sie wieder raus und konnte so vor ihrer Abfahrt heute nach Koh Phangan wenigstens noch eine Bootsfahrt zur James Bond Insel unternehmen, um auf dem Weg dorthin die herrliche Felsen-Landschaft in der Andaman-Sea zu erleben und das längst perfekt organisierte Touristenspektakel rund um den James Bond Insel-Ausflug. Die komplette, von uns so geliebte Thai-Küche war für Bernadette tabu, sie durfte sich nur von gekochtem Reis ohne Soße ernähren, da in den Soßen überall Fischsoße mit rein gemischt sei. Umso mehr habe sie am Vorabend bei einem Italiener endlich mal wieder etwas anderes, nämlich Spaghetti genossen.

Pünktlich um 09:00 Uhr startete der nur etwa zu einem Drittel besetzte Bus. Unterwegs hielt er desöfteren, um weitere Mitreisende aufzunehmen, einmal nahm der Busfahrer auch Geräte und Päckchen entgegen und verstaute sie hinter seinem Fahrersitz. Die Fahrt über die Hauptstraße 402 durch Phuket, anschließend die Straßen 4, 44 und 401 quer übers Festland und an Surat-Thani vorbei bis zur Fähre dauerte 5 ½ Stunden – mit einem kurzen 10-minütigen Zwischenstopp an einem kleinen Imbiss-Stand. 

Zuerst verließen die Koh Phangan-Reisenden den Bus, also auch Bernadette, anschließend fuhren wir mit dem Bus zu dem ganz in der Nähe gelegenen Pier mit der Fähre nach Koh Samui. Alle mussten aussteigen, aber unsere Koffer blieben im Bus, denn dieser fuhr auf der Fähre mit nach Koh Samui. Die Seatran-Fähre startete pünktlich, passierte die Buddha-Statue und nahm mit schwarzrauchenden Schornsteinen am Heck Tempo auf Richtung Koh Samui. Während der eineinhalbstündigen Überfahrt telefonierten wir mit Peter. Wir vereinbarten, dass wir mit dem Einheimischen-Bus bis zum Big Buddha fahren und er uns dort abholt. Nach der Insel-Ankunft mit der Seatran-Fähre verfolgen wir unseren Bus, der bis zur Straße fuhr und dort parkte. Wir schnappten unsere Koffer und sahen schon die bereitstehenden Einheimischen-Busse. Lilos Ruf „Big Buddha“ fand sofort Resonanz. Der Fahrer diese Busses sprang zu uns, verstaute Lilos Koffer hinten auf der Eisen-Aufstiegrampe des offenen Kleinbusses und schob meinen Koffer mitten zwischen die rechts und links auf Längsbänken sitzenden Mitreisenden. Wir waren offensichtlich die einzigen „Fremden“, sprich Farangs, wurden aber von allen freundlich begrüßt. Gut eine halbe Stunde später hatten wir Big Buddha erreicht. 120 Baht kostete die Fahrt für uns beide. Wir ließen uns gleich in einem kleinen Thai-Lokal direkt neben der Haltestelle und der langen Einfahrt zur Tempelanlage nieder, riefen Peter an und luden ihn ein, mit uns zu essen. Nur wenige Minuten später fuhr er bereits vor das Lokal und stieg mit Sohn Martin aus. Nach der herzlichen Begrüßung – Lilo hatte ihren Bruder vor 2 Jahren das letzte Mal gesehen, ich vor 5 – genossen wir Pad Thai und Fried Rice. Für Lilo und mich war es heute unsere erste richtige Tages-Mahlzeit. Natürlich musste ich gleich den herrlichen Sonnenuntergang mit meiner Kamera festhalten. Zu den früher schon aufgenommenen tollen Sonnenuntergängen auf Koh Samui gesellten sich einige wunderschöne neue Aufnahmen hinzu.

Wir fuhren auf den Berg in Peters Haus, bezogen unser Schlafzimmer samt Bad im Haupthaus, packten aus und machten uns dann gleich wieder mit ihm und Sohn Martin auf den Weg zum Tempelfest unten in Strandnähe. Hier empfanden wir alles noch etwas ursprünglicher als auf Phuket, auch die im Vergleich noch etwas moderateren Preise. Und nicht nur die erlebten wir hier etwas kleiner, sondern auch die Bierflaschen. Es gab kein großes Chang, sondern nur die kleinen Flaschen – wie zuvor schon bei der Ankunft im Lokal neben der Big Buddha-Einfahrt. Aber dafür entdeckten wir kurz darauf vor der Bühne mit Live-Musik einen Zapfausschank mit frisch gezapftem Chang-Bier im 1-Liter-Krug. Für heute war das aber nichts mehr für uns, auch nicht die gerösteten Heuschrecken und Maden, die wir an einem der kleinen Imbiss-Stände entdeckten. Dass dies hier eine Delikatesse zu sein scheint, davon zeugte die kleine Schlange mit wartenden Käufern vor dem Stand. An keinem anderen standen so viele Thais an wie an diesem.

Wir fuhren wieder zurück ins Haus und machten es uns auf der Terrasse gemütlich. Nach einem kleinen Bad im Pool wurden weiter viele Neuigkeiten und Erinnerungen ausgetauscht. Um 23 Uhr kam Joyce von der Arbeit zurück und gesellte sich zu uns – sie ist Peters thailändische Lebenspartnerin und die Mutter von Martin. Als gegen Mitternacht etliche Stellen an meinem Körper zu jucken begannen und ich beim Betasten die Beulen spürte, wurde mir spürbar bewusst: Die Moskitos hatten mich mal wieder entdeckt und suchten auch hier meinen Körper-Kontakt, obwohl alle um mich herum meinten, hier seien doch gar keine. Und nachdem wir sowieso alle schon erste Ermüdungserscheinungen erkennen ließen, beendeten wir den Abend. Im Zimmer rieb ich die juckenden Stellen mit „After-Moskito“-Anti-Juck-Salbe ein. Und dann schliefen wir nach einem langen, reibungslos verlaufenen und schönen Tag zufrieden ein.

Samstag, 18.  Februar – 18. Tag = 16. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Gewitter, fliegende Termiten, Tucker-Festmahl, Chang-Leg besser als Chang-Yai? Monks, Rehhagel neuer Hertha-Trainer

Um 02:30 Uhr wurde ich durch einen lauten Donnerschlag geweckt. Ungläubig, das Richtige gehört zu haben, lauschte ich raus in die dunkle Natur, in der nun wieder das übliche „Dschungelgeräusch“ mit Gezirpe und Gequarke zu hören war. Peter hatte uns am Abend erzählt, dass sie inzwischen schon seit 7 Wochen keinen Tropfen Regen mehr hatten. Aber dann vernahm ich die ersten kleinen Tropfgeräusche, die sich schnell verstärkten, bis es innerhalb von 1-2 Minuten heftig goss. Kurz darauf erhellte ein Blitz das Zimmer für Sekundenbruchteile in ein gespenstisch-bläulich-weißes Licht, das die Dunkelheit sofort wieder verschlang. Draußen regnete es nicht nur, es schüttete wie aus Kübeln. Lilo bemerkte von all dem nichts neben mir. Sie schlief wie betäubt.

Um 09:30 Uhr wurden wir wieder wach. Es regnete immer noch leicht und die herrliche Aussicht aufs Meer wurde im wahrsten Sinne des Wortes getrübt durch dunkelgraue Wolken, die sich bis zum Horizont verteilten. Gegen Mittag hellte es immer mehr auf. Erst blinzelte die Sonne nur mal kurz zwischen den Wolken hervor, dann gewann sie wieder die Oberhand und die Wolken lösten sich im Zeitraffer weitgehend auf. Plötzlich rief Peter: „Schaut mal her“. In einer Ecke seines Gartens stiegen ganze Wolken mittelgroßer fliegender Termiten auf. Peter schnappte sofort seine Gift-Spritz-Pumpe und besprühte damit das komplette Garteneck, in dem die Termiten scharenweise aus Bodenlöchern gekrochen kamen. Früher hatten sie ihm sein ganzes Holzgeländer rund um die Terrasse aufgearbeitet. Nach einem Jahr war es nur noch eine brüchige, halb zerfressene und gefährliche Fassade. Denn Halt und Schutz bot das von den Termiten ausgehöhlte Geländer garantiert nicht mehr vor dem metertiefen Abhang. Anschließend entschied er sich lieber für ein sicheres und natürlich auch deutlich teureres Geländer aus Edelstahl.

An der Hausfassade entdeckten wir nun im Sonnenlicht bewegungslos harrend einen Tucker, einen Riesen-Gecko. Beim Foto-Vergleich im Internet entdeckte ich dafür auch den Namen „Leopard Gecko“ (Eublepharis macularius), zumindest ähnelt er diesen Geckos sehr. Die umherschwirrenden Termiten bedeuteten für ihn eine willkommene Nahrungsquelle und ein wahres Festmahl, für das es sich lohnte, die Tagesruhe zu unterbrechen. Denn normalerweise sind sie eher nachtaktiv. Peter zeigte mir einen zweiten Tucker in einem kleineren Kellerraum, in dem er Brauchwasser auffängt. Und tatsächlich saß dieser an der vermuteten Stelle, als wir eintraten. Er war nicht scheu und ließ uns bis nahe an sich ran kommen. Als Peter mit einem Stock in seine Nähe kam und versuchte, ihn so etwas zu provozieren, damit er sich mal rührt, zog er sich nicht wie von uns vermutet schnell zurück, sondern schnappte mit dem Maul aggressiv in die Richtung des Stocks, verbunden mit einem kurzen, protestierenden Angriffslaut.

Peter erzählte, dass er vor ein paar Wochen ebenfalls in diesen Raum gegangen sei, nachdem er zuvor aus Versehen einige Zeit die zum Garten hin führende Tür hatte offen stehen lassen. Zuerst glaubte er, wieder irgendwo den Tucker zu hören. Aber dann kam ihm das vernommene Geräusch zum Glück verdächtig vor. Als er sich vorsichtig weiter näherte, hörte er ein Zischen. Hinter der Wassertonne hatte sich eine Schlange verkrochen, eine Kobra. Er trat schnell, aber nicht überhastet den Rückzug an, verließ den Keller-Raum und verschloss die Tür. Kurz darauf wurde das Reptil von Mitarbeitern einer Schlangenfarm eingefangen und weg gebracht. Noch immer gibt es hier vereinzelt Schlangen. Früher hatte ihnen niemand den Berg streitig gemacht. Es war ihr Jagdrevier. Aber dann setzte der Tourismus ein mit der Folge einer immer weiter voran schreitenden Rodung und Bebauung. Wie auch sonst überall auf der Insel wurden auch hier immer mehr dschungelartige Naturflächen planiert – und Thailänder wie Ausländer errichteten ihre Häuser und Villen und ließen sich hier nieder. Inzwischen haben sie den Schlangenbestand an diesem Berg bereits weitgehend dezimiert.

Heute genossen wir die Ruhe, legten uns nachmittags ein wenig hin, lasen, unterhielten uns und starteten erst gegen Abend mit Peters Moped Richtung Tempelfest. Dort aßen wir in einem kleinen Thaifoodlokal wie gewohnt Pad-Thai und Fried Rice with Chicken – mit kleinem Singha-Beer – für zusammen 175 Baht. Auf dem nur wenige Meter entfernten Tempelfest wurde Lilo danach an einem Kleiderstand fündig bei ihrer Suche nach einer Kinder-Sommerhose. Überall standen vom Regen noch Riesenpfützen, die zum Teil überdeckt waren mit Brettern, die als Laufsteg dienten. Man benötigte nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, wie es hier in der Regenzeit aussehen konnte.

Frisch gestärkt kehrten wir mit dem Moped wieder zurück. Es hatte Automatik und beförderte uns 2 problemlos wieder den steilen Berg rauf. Vor vielen Jahren war hier ein schwächeres Moped an seine Grenzen gestoßen und stieg an einer besonders steilen Stelle beim Vollgasgeben vorne in die Höhe. Gerade noch rechtzeitig konnte ich meinen Oberkörper nach Vorne wuchten und über den Lenker bringen. So sorgte mein Gewicht im letzten Moment dafür, dass uns das Moped nicht wie ein wild gewordenes Pferd abwarf, sondern mit dem Vorderrad wieder runter auf die Straße zurück kehrte. So leicht ließen wir uns nicht abwerfen. Dieses Mal beugte ich mich trotz stärkerem Moped aber vorsichtshalber bei den steileren Bergpassagen lieber gleich etwas nach vorne zum Lenker hin, um unser Gewicht so besser über das ganze Moped zu verteilen, statt es nur auf die hintere Hälfte zu konzentrieren. Wir fuhren langsam und vorsichtig, denn auf den Straßen muss man hier immer mit kleinen Schlaglöchern rechnen, die nachts leicht übersehen werden können.

Zurück bei Peter saßen wir gemütlich bei einem Fläschchen Bier zusammen. Auch er hatte kleine Chang-Flaschen eingekauft. Im Gegensatz zu Phuket scheinen die kleinen Flaschen hier üblich zu sein. Laut Peter schmeckt das Bier aus den kleinen Flaschen auch anders und besser als das aus den großen Flaschen. Wir verglichen einmal und schmeckten ebenfalls sofort den Unterschied heraus, obwohl bis auf die Differenzen bei der Inhaltsmenge alle Angaben auf den Etiketten der großen Chang-Yai- und er kleinen Chang-Leg-Flaschen identisch sind. Aus den kleinen Flaschen erlebten wir den Geschmack noch etwas intensiver und auch etwas bitterer.

Martin war bereits im Bett. Kurz nach unserem Aufbruch hatte es ihn weg-gebeamt, wie uns Peter erzählte. Lilos Berg-Sprints mit ihm am Nachmittag hatten ihre Spuren hinterlassen. Gegen 23 Uhr kam Joyce wieder mit ihrem Moped von der Arbeit. Wie gestern war auch heute nicht allzu viel los in dem Verkaufs-Shop, in dem sie arbeitete. Zwar seien heute mehr Besucher da gewesen, was aber leider nicht mehr Umsatz bedeutet hatte – und somit auch nicht mehr Verdienst. Beim Erzählen kamen wir irgendwie auch auf das Thema „Mönche“ zu sprechen. Die Monks, wie sie hier genannt werden, gehören in ganz Thailand mit zum Straßenbild. Immer wieder begegneten sie uns auf unseren Rundfahrten und Rundgängen in ihren einfachen, orangefarbenen, um den Körper geschlungenen Gewändern. Altersmäßig waren weitaus mehr jüngere als ältere zu sehen, oft wirkten sie sogar noch eher jugendlich. Sie erhielten immer wieder Essensgaben von Passanten, oft überreicht unter mehreren ehrfurchtsvollen Verbeugungen beim Sich-Entfernen. Was wir nicht wussten und heute von Peter und Joyce erfuhren war, dass die Mönche diesen Weg nicht für ihre komplette Zukunft gewählt haben. Viele würden nur für Tage oder wenige Wochen diesen Glaubens-Brauch pflegen, denn jeder solle einmal in seinem Leben die Enthaltsamkeit ge- und erlebt haben als Mönch. Eine zeitliche Vorgabe, wie lange dies praktiziert werden müsse, gäbe es nicht. Und wir hatten uns schon gewundert, wie viele junge Menschen hier bereit wären, den Rest ihres Lebens in den Dienst des Glaubens, der Armut und der Enthaltsamkeit zu stellen.

Vor dem Ins-Bett-Gehen schauten sich Peter und ich um Mitternacht im Internet noch die Ergebnisse der Fußball-Bundesliga an. Nichts Überraschendes – und uns freute es, dass Nürnberg endlich mal wieder einen 3er eingefahren hat mit einem 2:1-Sieg gegen Köln. Fast ungläubig lasen wir, dass Otto Rehhagel neuer Trainer bei Hertha BSC wird, wo er ab 1963 als kompromissloser Verteidiger schon aktiv war. Jetzt soll er die schwächelnden Berliner vor dem Abstieg retten. König Otto wieder zurück in der Bundesliga – mit 73 Jahren. Kein Faschings-Scherz, trotz Faschings-Wochenende daheim. Mal sehen, ob er mit der Hertha bis zum Saison-Ende „modern“ spielt – gemäß seinem meistens eher defensiven Taktik-Motto: „Modern spielt, wer gewinnt.“

Sonntag, 19.  Februar – 19. Tag = 17. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Regenfronten, bei warmem Regen im Pool, Petterson und Findus erobern Wohnzimmer, Longtable, Kinder-Video zu zweit, Seifenblasen im Lokal

In der Nacht plätscherte wieder Regen aufs Dach. Am Vormittag klarte es kurz auf, bevor die nächste Regenfront nahte. Lilo entdeckte die übers Meer dunkel hereinziehende Wolkenfront, als wir uns gerade umziehen wollten, um mit dem Moped zum Massieren zu fahren. Den Wäscheständer mit unseren von Lilo am Morgen gewaschenen Klamotten stellten wir vorsichtshalber auf die überdachte Terrasse – und schon prasselte die nächste Regenwelle herunter. Nachdem niemand außer uns da war, warfen Lilo und ich unsere Kleidung über den Stuhl und machten nackt einen Hecht in den Pool. Bei Regen und warmer Außenluft im warmen Pool nackt und zweisam allein einen herrlichen Ausblick aufs Meer zu genießen – welch ein wunderbarer Luxus.

Wir duschten unter der Außendusche und zogen uns wieder an. Anschließend durchstöberte ich das Internet und fand das Gesuchte: Bayern spielte nur unentschieden beim Tabellenletzten Freiburg. Das enttäuschende 0:0 wird womöglich wieder für Diskussionen sorgen. Erfreulicher war da für mich schon der Artikel über den klaren Punktsieg von Boxweltmeister Vitali Klitschko gegen den britischen Herausforderer und Provokateur Dereck Chisora.

Am Nachmittag kam Peter mit Bekannten zurück, die er bei seinen Nachbarn für eine Nacht untergebracht hat. Das Paar aus Olching war zuvor auf der Nachbarinsel Koh Phangan und fliegt morgen wieder nach Hause. Sie schwärmten uns vor von der Insel, die unser nächstes Ziel sein wird. Wir saßen alle gemütlich bei einem kalten Chang auf der Terrasse, blickten auf den wolkenverhangenen Himmel über dem Meer und beobachteten die unzähligen kleinen Wasserkrater der Regentropfen auf der ansonsten spiegelglatten Pool-Oberfläche. Unterdessen war von Martin nichts zu sehen und zu hören. Er saß vor dem Fernseher und schaute fasziniert eine der Pettersson und Findus-DVDs, die wir ihm mitgebracht haben. Anschließend holte Peter noch andere Bekannte am Flughafen ab und brachte sie in ein Resort am Meer, während wir mit Martin spielten. Der Nachmittag hatte sich durch den Regen ganz anders entwickelt als ursprünglich geplant. Aber so ein fauler Relax-Tag tut auch mal gut.

Nach Einbruch der Dunkelheit fuhren wir mit Peter in seinem Auto zum „Longtable“-Restaurant in Chaweng, in dem er Stammgast ist. Martin wurde vom Personal herzlich begrüßt. Wir aßen unsere üblichen Thai-Speisen, Peter hatte sich ein Jägerschnitzel bestellt und Franks Augen glänzten, als sein T-Bone-Steak eintraf. Martin war es an unserem Tisch zu langweilig, denn er hatte sofort an einem der Nebentische ein kleines, etwa gleichaltriges Mädchen entdeckt, das neben seinen Eltern saß und in einem kleinen Netbook einen Film anschaute. Martin setzte sich ohne Berührungsängste dazu und die Eltern nickten uns zustimmend entgegen, dass dies in Ordnung sei. Kurz darauf zeigte sich jedoch, dass Kinder IHR Spielzeug nicht gerne teilen. Denn das Mädchen wollte Martin weg drücken und das Netbook ganz nah zu sich her ziehen. Als daraufhin der Vater intervenierte, ging das Geschrei der Tochter los. Martin ließ sich nicht verunsichern und schaute gespannt und unbeirrt allein den Film weiter an. Auch das Mädchen beruhigte sich schnell wieder und schon saßen sie wie zuvor vereint nebeneinander mit fasziniertem Blick auf das Display. Als die Familie aufbrach, wanderte Martin zum nächsten Shop und blickte suchend hinein. Und schon erschien eine junge Thailänderin und begrüßte ihn freudig mit „Hallo Maltin“. Die Ladies von diesem Massage-Salon kannten ihn ebenfalls.

Mit einer Flasche samt Seifenblasen-Flüssigkeit und dem dazugehörigen Blas-Ring kehrte er wieder an unseren Tisch zurück. Seine Begeisterung für die Luftblasen musste Lilo kurz darauf unterbinden, als er seine bunten Luftkugeln im ganzen Lokal verteilen wollte und ohne Lilos Einsatz kurz darauf wohl etliche Essen mit einem zusätzlichen leichten Seifenblasen-Aroma „gewürzt“ gewesen wären.

Zum Abschluss erhielten wir noch eine Platte mit Melonen und Ananas als kostenlose Nachspeise. Der Service war gut, freundlich und schnell, die Preise für die lokalen Verhältnisse eher gehobener.

Daheim landete Martin sofort todmüde im Bett und wir gönnten uns alle noch jeweils ein Bierchen. Danach verabschiedeten sich Frank und Karin, die bei der Nachbarin schliefen, und wir tauschten nun noch enge familiäre Erinnerungen und aktuelle Themen untereinander aus. Gegen 02:00 Uhr kamen wir auf die Idee, ein wenig mit Schwager Norbert über Skype zu kontakten. Peter rief ihn kurz in Fürth an, kurz darauf war er online. So konnten sie Altes erinnern und besprechen und Neuigkeiten austauschen. Um 03:20 Uhr landeten wir endlich im Bett. Peter tat uns Leid, er musste um 9 Uhr schon wieder aufstehen, um Frank und Karin zum Flughafen zu bringen.

Montag, 20.  Februar – 20. Tag = 18. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Regen, Doppel-Massage mit Unterhöschen, Touristen-Attraktion "Fisher Man's Village", Bratwürste mit Sauerkraut

Als ich um 10 Uhr aufwachte, war Lilo schon wieder beim Sporteln auf Peters Geräten und im Pool. Nach dem Frühstück wollten wir zur Massage starten, aber wieder wurden unsere Pläne von einem kräftigen Regenschauer durchkreuzt. So saßen wir gemütlich zusammen und lasen etwas. Am Nachmittag kam die Sonne wieder raus. Wir schnappten uns Peters Moped-Schlüssel, nachdem er uns sein Gefährt für unseren Aufenthalt zur Verfügung gestellt hat und fuhren jetzt endlich an die Choeng Mon Beach, um uns massieren zu lassen. Zusammen lagen wir auf einer großen Doppelliege. Unsere Kleidung hatten wir ausgezogen und jeder bekam ein kleines schwarzes Unterhöschen. Anschließend wechselten Genuss und leises Stöhnen (beim kräftigen Drücken an urplötzlich Schmerz ausstrahlenden verkrampften Stellen wie im Kreuz und beim seitlichen Nach-Außen-Biegen der Knie in den Hüften), wobei allerdings die Genussphasen bei Weitem überwogen.

Total relaxt schwangen wir uns nach einer Stunde Kneten für jeweils 300 Baht wieder auf unser Moped und fuhren Richtung Big Buddha. Lilo zeigte mir Martins Kindergarten und in der Nähe fanden wir anschließend ein kleines Thai-Lokal, das uns gefiel. Für 50 Baht wählte ich Noodles soya-sauced with chicken und Lilo suchte sich ein Pork-Shrimp-Omlette für 80 Baht aus. Frisch gestärkt fuhren wir weiter Richtung Bo Phut. Dort spazierten wir durch das Fisher Man’s Village. Bei Sonnenuntergang herrschte hier eine idyllische Stimmung mit Blick aufs Meer. Langsam lösten die erstrahlenden Lichter das Sonnenlicht ab, und immer mehr Touristen begannen in die engen Gassen und in die für thailändische Verhältnisse eher hochpreisigen Lokale zu strömen. Dieser Ort ist schon seit einiger Zeit kein Geheimtipp mehr, sondern inzwischen eine richtige Touristen-Attraktion. In einem der Lokale ging ich auf die Toilette. Obwohl ich vor der Massage noch zu Hause beim Bieseln war, musste ich entgegen jeglicher sonstiger Gewohnheit nun schon wieder. Offensichtlich hatte die Massage der Lymphzonen – eine wie sich zeigte Riesenmenge – Wasser in meinem Körper in Bewegung gesetzt.

Auf der Rückfahrt hielten wir bei einem Markt mit Kleidung, Obst, Fleisch, Fischen – halt mit allem, was man so braucht. Lilo deckte sich/uns noch mit Obst und 2 gebratenen Hühnerbeinen ein. In einem nahe gelegenen 7 Eleven kauften wir noch Getränke, und dann gaben wir derart bepackt wieder Vollgas, damit das Moped es gerade so schaffte, uns wieder zurück auf den steilen Berg zu Peter zu transportieren.

Peter bot uns ganz stolz kleine Bratwürste mit Sauerkraut an. Als wir entgegneten, dass wir schon satt sind, war er ganz enttäuscht. Er wollte uns extra eine Freude machen und hatte sogar echten deutschen süßen Senf besorgt. Da konnte ich dann doch nicht nein sagen und futterte noch 2 Würstl mit Sauerkraut. Es schmeckte prima. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich dieses heimische Essen vermisst hätte bisher. Wohl auch, weil wir beide, Lilo und ich, die thailändische Küche sehr lieben.

Heute Abend legten wir keine Nachtsession ein. Peter ging schon um 20:30 Uhr ins Bett, deutlich gezeichnet von der langen Nacht zuvor – und wir wechselten eine Stunde später in die Federn, nachdem wir noch etwas mit Martin gespielt und gemalt hatten, ihn dann zu Peter brachten und anschließend noch etwas lasen. Um 22 Uhr ging auch bei uns das Licht aus.

Dienstag, 21.  Februar – 21. Tag = 19. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Po-Dusche, Schoko-Pfannkuchen-Frühstück, 3-in-1-Kaffee, Stromausfall-Schreck, Ankunft der Oberpfälzer und Berliner, Chaweng-Moped-Ausflug, fingernagel-lackierende Verkäuferinnen, Mascarpone-Mango-Creme-Kuchen mit Vanillesoße und Erdbeersoßen-Blüten, idyllisches Abendessen im Sand an der Choengmon-Beach mit LED-Leuchten, "Ready-To-Start"-Haltung

Der Tag begann wie üblich, Lilo stand früher auf und sportelte, ich genoss noch eine Stunde länger den gemütlichen Halbschlaf. Danach musste ich mich wieder überwinden. Wie schon vor 2 Tagen signalisierte mein Darm, dass auch heute die Reste von dem raus wollten, was die letzten 2 Tage rein gewandert war. Aber Peter bat uns, kein Toilettenpapier zu benutzen. Alle Toiletten haben hier ja eine gesonderte, kleine, direkt neben der Kloschüssel an der Wand mit langem Schlauch angebrachte Hand-Brause zum Säubern des Intim-Bereichs. Lilo ist ganz begeistert davon, ich dagegen fühle mich nicht wohl dabei, mit dem Wasser meinen Hintern abspritzen und säubern zu müssen. Trotzdem überwinde ich mich dazu – Peter zu Liebe. Andererseits bin ich froh, dass es bisher nur jeden 2. Tag notwendig war.

Wieder überraschte uns Peter mit einem extra für uns zubereiteten Frühstück, mit Schoko-Pfannkuchen, die er gebacken hatte. Mit Marmelade schmeckte mir der Pfannkuchen prima, aber nach einem war ich schon richtig satt. Auch der 3-in-1-Kaffee, den wir hier morgens tranken, kam meinem Geschmack sehr entgegen, da nicht so stark und schon mit Milch und Zucker gemixt, während Lilo dagegen ihren gewohnten, eher schwarzen und starken Kaffee etwas vermisste.

Plötzlich verstummte um uns herum alles. Der Strom war weg und setzte erst wieder nach einiger Zeit ein. Aber erst nach und nach stand er im ganzen Haus wieder zur Verfügung. Peter hatte schon befürchtet, dass der Fernseher kaputt wäre, weil auf der Terrasse der Fan wieder lief, der Fernseher dagegen keinerlei Reaktion zeigte. Und eine Überspannungsschutz-Versicherung hat er derzeit nicht, weil seine Versicherung nach den Überschwemmungen in Bangkok im Moment einen solchen Schutz nicht anbietet.

Kurz darauf funktionierte zu unserer aller Erleichterung wieder alles. Gerade rechtzeitig vor der Ankunft eines befreundeten Pärchens aus der Oberpfalz, Gundula und Gerhard. Sie reisten mit einem Berliner Paar zusammen an, Dirk und Christiane. Auf einer AIDA-Kreuzfahrt hatten sie sich vor Jahren kennengelernt. Nach der Anreise von Bangkok mit dem Zug waren sie am Tag zuvor gegen Abend in Surat Thani angekommen und mussten sich dort ein Hotel suchen, da die letzte Fähre nach Koh Samui bereits abgefahren war. Trotzdem wollte sie ein Taxifahrer zur Fähre bringen. Für 300 Baht. Sie wunderten sich über den Super-Preis und stiegen ein. Kurz darauf kamen sie an eine Minibus-Station. Der Fahrer erklärte ihnen, hier sei der Minibus zur Fähre. Er könne sie auch selber hin fahren für 3.000 Baht. An der Fähre hätte er ihnen dann wahrscheinlich erklärt, dass leider die nächste Fahrt nach Koh Samui erst am folgenden Tag möglich ist und dass er sie für weitere 3.000 Baht wieder zurück in die Stadt bringen könne. Stattdessen beschlossen sie lieber, sich gleich eine Unterkunft zu suchen und am nächsten Morgen gemütlich aufzubrechen. Entsprechend nahmen sie heute Morgen die 2. Fähre, die um 9 Uhr abfuhr und um 10:30 Uhr am Pier von Natong in Koh Samu ankam.

Wir ratschten zusammen und anschließend stöberte ich noch etwas durchs Internet. Aber es war deutlich zu sehen, dass ich die Internet-Verbindung nun mit mehreren teilen musste. Sie war quälend langsam. Und so beschlossen Lilo und ich lieber, mit dem Moped zu starten und zur Chaweng-Beach zu fahren. Kurz vor 12 parkten wir beim Samui Natien Resort, in dem wir früher gewohnt hatten. Die Preise waren jetzt deutlich höher als vor 5 Jahren. Statt bei 1.000 Baht starteten die Unterkunfts-Raten jetzt bei 2800 Baht. Im Sport-Outdoor-Center neben dem Resort schaute ich bei Adidas nach Adiletten. Vor 5 Jahren hatte ich hier am Tag vor der Abreise sehr schöne Original-Badeschuhe gefunden, aber dann doch nicht gekauft. Sie waren super-leicht und hätten genau gepasst. Später daheim hatte ich mich geärgert, dass ich sie nicht kaufte, obwohl sie mir gefielen. Denn zu Hause fand ich dieses Modell nicht mehr.

Dieses Mal hatten sie auch ein Adiletten-Paar, das mir zwar gefiel, aber nur in der Größe 42 vorhanden war, die mir leider nicht passt. Als wir in Englisch nach einer anderen Größe, „other size“, fragten, verstanden die 3 jungen Thailänderinnen an der Kasse nicht, was wir wollten. Daher lackierten sie einfach im Kollektiv ihre Fingernägel weiter, ohne auch nur aufzuschauen. Erst als wir erneut nachfragten, antwortete eine von ihnen mit verständnislosem Blick: „No Other Plice?“ für „kein anderer Preis“. Erst die 4. Verkäuferin, die kurz darauf auftauchte, sprach ein einigermaßen gutes Englisch und versuchte sich im Gegensatz zu ihren Kolleginnen um uns zu kümmern. Sie suchte, aber in meiner Größe waren die Badeschuhe nicht vorhanden. Auch in den Nachbarshops bei Reebok, Nike und Schott wurden wir nicht fündig. Also fuhren wir weiter und Lilo hielt Ausschau nach dem Hotel, in dem Kanita, die Schwester von Joyce arbeitet. Sie fand es, aber Kanita war nicht da, sie hatte ihren freien Tag. Etwas weiter erreichten wir das Centara Grand Beach Resort Samui, wo Joyce in einem Gift- (Geschenke) und Souvenir-Shop arbeitet. Mit ihr gingen wir in ein benachbartes Cafe und aßen einen sehr guten Mango-Mascarpone-Creme-Kuchen mit Vanille-Soße, in die mit filigraner Hand kleine rote Blüten mit Erdbeersoße gemalt waren. Joyce bot uns ungesüßte getrocknete Mango an, die ebenfalls prima schmeckten. Mit meinem Mango-Saft wurde das Mango-Erlebnis vervollständigt. Während wir gemütlich zusammen saßen mit Blick auf den Shop, damit keine Kunden übersehen wurden, die jedoch – für Joyce leider – nicht auftauchten, schlug ich plötzlich ansatzlos auf mein Fußgelenk. Joyce meinte, um diese Zeit seien doch gar keine Moskitos unterwegs. Als ich ihr den Blutfleck zeigte und die geplätteten Reste vom erschlagenen und schon halb voll gesaugten Moskito auf meinem Fuß, schüttelte sie erst ungläubig den Kopf und nickte dann: „Moskitos lieben dich wirklich. Du musst ein süßes Blut haben.“

Meine Hände schützte ich trotz Sonnencreme jetzt doch lieber wieder mit den Fahrradhandschuhen, denn die Sonne brannte wieder kräftig und erbarmungslos auf unsere weiße Haut herunter. Und auf einen weiteren Sonnenbrand lege ich absolut keinen Wert. Selbst ältere Thailänderinnen offensichtlich nicht, denn wir sahen einige, die sich mit einem vom Regen- in einen Sonnenschutz umfunktionierten Schirm vor der direkten Sonnen-Einstrahlung bewahrten.

Wir fuhren wieder zurück auf den Berg. Anschließend beschloss Lilo, Martin im Kindergarten abzuholen und mit ihm ans Meer zu fahren, während ich mit den anderen kurz zusammen saß und dann zum Lesen kurz in unserem Zimmer verschwand. So verflog auch dieser Nachmittag wieder fast unbemerkt. Nach Einbruch der Dunkelheit starteten wir alle zusammen zur Choeng Mon Beach, Gerhard wollte mit mir mit dem Moped mitfahren. Deshalb stieg Lilo zu den anderen mit ins Auto. Ich folgte Peter mit Gerhard auf dem Sozius-Sitz bis zum Lokal, dem Choeng Mon Beach Restaurant. Abends werden hier Plastiktische und –stühle mitten im feinen Sand am Strand aufgestellt, nur wenige Meter von den Wellen entfernt – bei dezenter Beleuchtung.

Alle bestellten Thaifood. Beim sanften Rauschen des Meeres nur 4-5 Meter neben uns waren alle zufrieden mit Peters Restaurant- und ihrer Essens-Wahl. Auf dem Tisch standen kleine Nachbildungen von Öllampen – und moderne LED-Leuchten mit Akku, die zum Lesen der Speisekarten sehr hilfreich waren. Natürlich war das Essen hier direkt wenige Meter neben den leise plätschernden Wellen mit den Füßen im feinen und immer noch warmen Strandsand etwas teurer als in den mobilen Garküchen oder kleinen Thaifood-Lokalen entlang der Straße, aber dieses tolle Feeling war dafür ein unvergessliches Erlebnis.

Auf der Heimfahrt fuhr Martin bei Lilo und mir auf dem Moped mit. Er kletterte blitzschnell vor mir in den Fußraum, schob sich mit seinem kleinen Po geschickt auf die Spitze des Sitzes, hob die Beine, fand mit den Füßen auf kleinen Vorsprüngen in der Verkleidung vor dem Fußraum Halt, schnappte sich mit seinen kleinen Händen die Halterungen vom rechten und vom linken Spiegel und nahm anschließend sofort eine „Ready-To-Start“-Haltung ein – ohne dass ich auch nur ein einziges Wort sagen musste. So mit auf dem Moped zu fahren ist für ihn mit Peter etwas total Normales und Alltägliches.

Wieder war ein wunderschöner Tag zu Ende – jedenfalls fast. Denn letztendlich endete der Abend erst gegen 2 Uhr, weil wir alle noch gemütlich zusammen saßen auf der Terrasse – bei immer noch rund 25 Grad.

Mittwoch, 22.  Februar – 22. Tag = 20. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Relaxen am Chaweng-Beach, Martin & Cooky mal anders, Gesellschaftsspiel beim Essen, kleine Portionen für großen Hunger, Berliner hält mit Bayern durch

Morgens ließen wir es wieder alle gemütlich angehen. Am Nachmittag fuhren Peter mit Martin, Gerhard und Gundula, Dirk und Chrissi mit dem Auto, sowie Lilo und ich mit dem Moped zur Chaweng-Beach. Am Strand ließen wir uns auf Liegen im Schatten nieder und jeder relaxte vor sich hin, mal dösend, lesend oder im Gespräch. Martin war heute nicht so gut drauf. Er wollte einfach nicht so wie Peter und wir und nörgelte bei allem, während Peters Hündin, Cooky auf andere Art ihren „Vogel“ raus ließ, indem sie eine Runde nach der anderen um die Liegestühle flitzte, dann plötzlich den „Stachel“ reinhaute, um irgend etwas Imaginäres aus dem Boden zu buddeln, wobei die Vorderpfoten in Sekundenbruchteilen in einer für die Augen kaum noch nachvollziehbaren Geschwindigkeit den Sand nach hinten unter dem Bauch hindurch und durch die Hinterläufe wegschleuderten.

Anschließend war sie spurlos verschwunden, es half auch kein Pfeifen von Peter mehr. Er beruhigte uns, Cooky würde den Weg nach Hause ganz allein finden. Es war nicht das erste Mal, dass sie hier verschwand. Vielleicht hatte sie ja hier irgendwo einen heimlichen Verehrer und nutzte endlich mal wieder die Gelegenheit für ein kurzes heimliches Techtelmechtel.

Wir fuhren zu einem Lokal in der Nähe und aßen gut, ich hatte Ente mit Reis – aber es war nicht so preiswert wie in anderen Thaifood-Lokalen, und vor allem waren die Portionen relativ klein. Peter sagte es dem Wirt, dass wir alle nicht richtig satt geworden waren. Der jedoch lächelte nur hintergründig mit einem „Solly“ und verschwand schnell. Trotzdem blieben wir noch gemütlich sitzen und kamen plötzlich in der geselligen Runde auf die Idee, eine Runde „Ich gehe auf Reisen, packe meinen Koffer und nehme mit“ zu spielen. Am Ende waren es 3 Runden mit 7 Personen, ohne dass die Runde unterbrochen wurde, weil jemand nicht mehr alle voraus gegangenen Begriffe nachvollziehen konnte. Vom Haargel über Badehose, Taucherbrille, Chang-Bier bis hin zum Vibrator musste alles Mögliche erinnert werden, um ständig alle voran gegangenen Begriffe wiederholen zu können und dann einen neuen Artikel hinzu zu fügen. Die Nachbartische schauten schon rüber zu uns, weil wir eine solche Gaudi und gute Stimmung hatten, dass wir damit direkt auffielen.

Die anderen fuhren anschließend wieder zurück zu Peter, während ich mit Lilo auf dem Moped noch einen Abstecher in Richtung Fisher Man’s Village unternahm. Auf halber Strecke kauften wir wieder Mangos bei dem Markt mit Fisch, Fleisch, Gemüse, Obst usw., an dem wir 2 Tage zuvor schon gehalten und eingekauft hatten. Im Supermarkt ergänzten wir die Einkäufe noch mit kühlen Getränken.

Zurück in Peter‘s Haus endete der Abend wieder beim gemütlichen Zusammensein. Auch Peters Bungalow-Mieter Wiggerl mit Partnerin Angela saßen dabei und blieben mit uns sitzen bis weit nach Mitternacht. Eigentlich wollten wir ja früh ins Bett gehen, weil morgen ein Ausflug geplant ist und wir kurz nach 6 Uhr aufstehen müssen. Aber in der fröhlichen Runde hatten wir – bis auf die Berlinerin Chrissi, die sowieso die geballte bayerische Sprachgewalt nur zur Hälfte nachvollziehen konnte und deshalb um 22:30 Uhr ins Bett ging – diese guten Vorsätze bei dem einen oder anderen Chang schnell vergessen. Auch Chrissis Mann Dirk saß munter bis zum Schluss mit dabei und versuchte tapfer dem bayerischen Stimmengewirr in der Runde mal mehr, mal weniger erfolgreich zu folgen.

Donnerstag, 23.  Februar – 23. Tag = 21. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Brezn-Frühstück mit Leberkäse, Babyschreien, Schiffs-Ausflug in den Nationalpark, schweißtreibender Lagunen-Blick, Kanufahrt, Bergbesteigung, leichter Sonnenbrand im Palmenschatten, romantisches "nitnoi-spicy" Abendessen am Meer, lange Nacht mit Folgen

Um 6:15 Uhr klingelte unser Handy-Wecker. Nach der Morgentoilette erschien pünktlich wie vereinbart der Minibus für den Schiffsausflug zum Nationalpark – für 1.300 Baht pro Person. Chris, eine Allgäuerin, die hier seit 28 Jahren lebt und gut thailändisch spricht, holte uns mit einem einheimischen Fahrer ab. Peter kennt sie schon seit vielen Jahren. Nachdem wir auch noch ein junges Pärchen und einen Engländer in ihren Residenzen aufgepickt (pick up) hatten, war der Bus voll und die Stimmung schon prima. Unterwegs Richtung Natong-Pier ließ Peter den Bus an einer German Bakery anhalten und erschien nach wenigen Minuten mit einer Tüte, voll mit frischen Brezn (Brezel) und einigen Scheiben Wurst, die sehr nahe an einen guten bayerischen Leberkäse hin kamen. Plötzlich hörten wir ein Babyschreien und Lachen und schauten uns irritiert um, wo die Stimme her kam. Es war der Klingelton des Handys vom Fahrer. Was zuerst so originell geklungen hatte und uns alle lachen ließ, ertönte jetzt im Minuten-Rhythmus immer wieder und begann langsam eher zu nerven. Chris erzählte uns, dass der Fahrer einen Anruf nach dem anderen von Bekannten und anderen Fahrern erhalte, weil auf der Strecke eine Polizeikontrolle die Straße gesperrt habe und alle kontrolliere. Wir bogen deshalb bei nächster Gelegenheit von der Hauptstraße ab und schlichen mit dem klimatisierten Minibus über Nebenstrecken nach Natong zum Pier. Bei der Ankunft waren Wurst und Brezen komplett verspeist, und wir freuten uns bestens gestärkt auf unseren Ausflug.

Als das Schiff um 9 Uhr ablegte, betrachteten wir sehr skeptisch den Himmel. Von Norden zog eine breite dunkle Wolkenfront auf Koh Samui zu und es waren schon die ersten Regengüsse in der Ferne auszumachen. Aber mit jedem Meter, den wir uns von der Insel entfernten, klärte es mehr und mehr auf. In den 1 ½ Stunden bis zu unserem Ziel, dem National-Park versorgten wir uns mit frischen Getränken wie Wasser, Sprite und Cola und lernten unsere Tischnachbarn in netten Gesprächen etwas besser kennen. Einer von ihnen war der Engländer, den wir von der Minibusfahrt her schon kannten. Er erzählte, dass er früher Seemann war, aus Birmingham stammt, inzwischen in Rente ist und viel und gerne reist, oft in Asien mit Schwerpunkt Thailand. Und  auch mit einem netten jungen Paar aus Südafrika kamen wir schnell ins Gespräch. Die beiden befanden sich gerade auf einer 4-monatigen Weltreise – nach 4-jährigem Arbeitsaufenthalt in Holland und vor der Rückkehr an die neue Arbeitsstätte daheim in Kapstadt. Als wir das Natural Resort im National Park erreichten, stieg die Hälfte der Gruppe in einer kleinen Bucht direkt vom etwa 50 Meter vor dem Strand ankernden Ausflugschiff in Doppel-Kajakboote um für einen gut 30 minütigen Ausflug. Anschließend fuhren wir, die Landgruppe ein kleines Stück weiter in die übernächste Bucht und stiegen dort vom Ausflugschiff auf Longtail-Boote um, von denen wir an Land gebracht wurden. Dort mussten wir uns den herrlichen Blick auf eine Lagune mit ihrem smaragdgrünen Wasser erst einmal "erarbeiten", denn diese lag hinter einem Hügel, der zuerst einmal bei nun stechendem Sonnenschein schweißtreibend über steile Treppen erklommen werden musste (rechtes Treppen-Bild mit rechts oben eingeblendeter Lagune). Nach dem Rückweg ruhten wir uns kurz am Strand aus – und dann traf auch schon die Rudergruppe mit den Kajaks ein. Während sie nun die Landtour zur Lagune absolvierten, schipperten wir mit der Reiseleiterin Chris in den Doppelkajaks an den Felsen entlang über Meer, bis wir wieder die Bucht erreicht hatten, in der zuerst die Boote ausgesetzt worden waren. Dort wurden wir alle vom inzwischen wieder hier ankernden Ausflugschiff erwartet und samt Kajaks am Heck wieder eingesammelt. Als Stärkung erhielt jeder einen Hähnchenschenkel mit Gemüse, Reis und Currysoße. Kaum hatten wir gegessen, warteten schon Longtailboote darauf, alle an Land zu bringen. Es war inzwischen 13 Uhr und nun war 1 ½ Stunden Freizeit angesagt. Die Sportlichen unter uns, sprich Lilo und die nur 2/3 so alten Dirk und Chrissi machten sich auf einen etwas beschwerlicheren Weg zur Bergspitze, während wir anderen unter Palmen unsere Matten ausbreiteten und es uns im Schatten gemütlich machten.

Obwohl ich mit langem Hemd im Schatten der Palmen saß, mit tief ins Gesicht gezogener Mütze und sogar wieder mit meinen Handschuhen, hatte sie Sonne doch eine ungeschützte Stelle bei mir entdeckt. Denn heute trug ich zum ersten Mal meine neue Badehose, und die war kürzer als meine bisherigen Hosen. Also war genau der Bereich ab Wadenmitte über die Knie bis in der Mitte der Oberschenkel an beiden Beinen leicht gerötet.

Die Longtailboote holten uns wieder ab und brachten uns zurück zum Schiff. Geschnorchelt waren nur ganz wenige – und sie hatten dabei nicht viel gesehen. Das hatte uns Peter schon angekündigt, weshalb wir es erst gar nicht versucht hatten.

Gegen 17 Uhr trafen wir wieder auf Koh Samui ein und wurden mit dem Minibus zurück gebracht, diesmal von einem anderen Fahrer, der leicht stöhnte, als er den steilen Berg zu Peters Haus vor sich sah. Aber das Gefährt schaffte es problemlos, uns hoch zu fahren.

Nachdem wir uns alle kurz frisch gemacht hatten, starteten wir in Peters Auto Richtung Fisher Man’s Village. Lilo wollte nichts mehr essen und blieb daheim, um auf Martin aufzupassen, nachdem Joyce ja jeden Tag bis 23 Uhr arbeiten muss und für sie erst am Wochenende 2 freie Tage winken. Nur wenige hundert Meter vor dem Erreichen der Touristen-Meile lag rechts am Strand das nicht allzu große Thailokal „My Friend“, unser Ziel. Während Peter für alle mal ein typisches thailändisches Essen auftischen ließ mit Gemüsereis, Fisch und sonstigem Seafood, sowie einer „nitnoi spicy“, also ein wenig schärferen Tom Yum Goong-Suppe usw., hatte ich wieder meine Noodles with soya-sauce ausgewählt. Mit 2 Chang dazu war ich gut satt und zufrieden – und auch die anderen waren alle vom Essen begeistert.

Wir kehrten gegen 22 Uhr wieder zurück auf den „Berg“ und versammelten uns anschließend alle gemütlich auf der Terrasse. Auch Wiggerl und Angela waren da. Nun war es aus mit ihrem gemütlichen ruhigen Abend – noch dazu ihr letzter, da sie morgen zurück fliegen müssen. Aber es gefiel ihnen und es wurde viel gelacht. Am Ende saßen nur noch Wiggerl, Peter und ich zusammen, als wir gegen 3 Uhr beschlossen, die Runde aufzulösen. Peter und ich hakten uns ein und er bestand darauf, seinen ein Jahr älteren Schwager runter zum Kellerzimmer zu begleiten, wo Lilo bereits selig schlief. Natürlich waren den beiden Changs vom Lokal noch welche auf der Terrasse gefolgt. Und so wachte Lilo von meiner guten Laune auf. Die allerdings änderte sich relativ kurzfristig, nachdem ich nur wenige Minuten eingeschlafen war. Da ich kaum Alkohol vertrage, war die Menge an diesem Abend wohl doch zu viel – und für den Rest der Nacht und am nächsten Tag bekam ich die Folgen vehement leidend zu spüren.

Freitag, 24.  Februar – 24. Tag = 22. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

"Er lebt wieder", thailändisch-oberpfälzischer Besuch, Zähne-Bleaching, Sohn daheim Blinddarm-OP – Der Tag der "kleinen Leiden"

Nachdem ich in den frühen Morgenstunden einige Zeit im Bad verbracht und mich dabei unter anderem auch von dem feinen Essen vom Abend zuvor verabschiedet hatte, wachte ich erst gegen 11 Uhr auf. Mein Kreislauf überzeugte mich, dass es noch zu früh war, aufzustehen. Und so schlief ich sofort wieder ein und wurde erst um 17 Uhr wieder wach. Jetzt fühlte ich mich wieder besser, die Lebensgeister kehrten wieder zurück in meinen Körper. Als ich zur Haustür kam, war sie abgesperrt, außer mir war niemand daheim. Ich schnappte mir meine Kamera und machte ein paar Bilder vom Garten, dem Haus, den später angebauten Bungalows und dem phantastischen Ausblick von der Terrasse über den Pool hinaus über die Palmen auf's Meer am Fuß des Berges.

Kurz darauf hörte ich kurz ein Mopedgeräusch, dann ein „Hallo“, aber als ich mich umblickte, war niemand mehr da – nur Cooky stand aufmerksam in Richtung Grundstückseinfahrt blickend im Hof. Eine Viertelstunde später hörte ich Peters Auto kommen. Die Haustür öffnete sich und alle strömten wieder herein. Als sie mich entdeckten, verkündete Chrissi sofort: „Bernhard lebt wieder“. Die Begrüßung war herzlich und alle freuten sich, dass es mir wieder besser ging. Nur Gundula zog sich ohne ein Wort etwas abseits aufs Sofa zurück und hielt sich mit beiden Händen ihren Mund. Sie hatte große Zahnschmerzen, nachdem sie sich am Nachmittag die Zähne hatte bleichen lassen. Das professionelle Bleaching für 6.000 Baht hatte ihre sowieso empfindlichen Zahnhälse total in Aufruhr versetzt. Nur kurz konnte sie mir die herrlich weißen Zähne zeigen, um dann sofort wieder den Mund mit schmerzverzerrtem Gesicht zu schließen. Nach der Einnahme von Schmerzmittel, die sie mitbekommen hatte, beruhigte sich dieser Zustand wenigstens ein ganz klein wenig.

Unsere Gruppe bekam nun Zuwachs, denn jetzt stellte sich heraus, wer vorher „Hallo“ gerufen hatte. Es war Toni, der Cousin von Hans, unserem ebenfalls aus der Oberpfalz stammenden Bekannten, den wir ja schon mit seiner neuen thailändischen Freundin erwartet hatten. Hans stellte uns Poan vor. Sie hatten sich gleich ihr thailändisches Essen, bestehend aus Hähnchenschenkeln, Gemüse und Gewürzen mit gebracht. Wieder wurden Neuigkeiten ausgetauscht – und die Berliner Chrissi und Dirk verstanden nun noch weniger, da Hans und sein Cousin Toni, beide in den Vierzigern und groß und kräftig, noch mehr Dialekt sprachen als wir.

Als Erster verabschiedete sich heute Abend Peter aus der Runde. Er hatte auch noch leichte Nachwehen von gestern. Lilo schlug der immer noch leidenden Gundula vor, sich doch von Poan massieren zu lassen, nachdem diese das angeboten hatte. Plötzlich hörten wir von Gundula in ihrem Schlafzimmer wieder die ersten Laute. Nein, keine Schmerzschreie, sie lachte immer wieder. Die Massage tat ihr gut, und anschließend erschien sie mit Poan wieder auf der Terrasse, entspannter und deutlich frohgelaunter als zuvor. Es war 23 Uhr. Wir beschlossen, heute mal früher schlafen zu gehen, und Hans verabschiedete sich mit Freundin und Cousin. Sie mussten mit ihrem Moped noch zu ihrer Unterkunft nach Lamai, unterhalb der Chaweng-Beach.

Bei einem kurzen Blick ins Internet und ins E-Mail-Postfach fanden wir noch eine Nachricht von unserem Sohn. Er schrieb, dass er im Krankenhaus liegt und dass ihm am Tag zuvor der Blinddarm entfernt werden musste. Lilo rief ihn gleich an – es ging ihm schon wieder besser. Und so resümierten wir diesen Tag als den Tag der kleinen „Leiden“.

Samstag, 25.  Februar – 25. Tag = 23. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Erbsen, Bohnen und dann Sightseeing- und Nightlife-Day, Supergolfanlage, "Now Finished" Erdinger Weißbier, gequetschter Türholm-Finger, Stink-Fisch-Schock im Fischmarkt, Tempeltrubel, buddhistische Hochzeits-Verstrickung, Super-Steaks in Fisher Man's Village, Ladymen-Show und Live-Bongo-Stimmung im Solo-Pub in Chaweng

Um 10:30 Uhr hatten wir uns alle auf der Terrasse versammelt zum Frühstück. Dazu hatte uns heute Joyce eingeladen. An ihrem freien Tag wollte sie uns wenigstens mit dem Frühstück verwöhnen, nachdem sie zuvor die ganze Woche arbeiten musste und immer erst spät am Abend müde heimgekehrt war. Es gab „englisches Frühstück“ mit Würstchen, gebackenem Speck, Bohnen, Erbsen und einem Spiegelei, die ideale Stärkung für eine gemeinsame Tagestour mit Peter in seinem 7-Personen-PKW.

Denn heute war Sightseeing angesagt. Peter wollte uns über die Insel chauffieren und uns die Haupt-Sehenswürdigkeiten zeigen. Erste Anlaufstation war der „Santiburi Samui Country Club“ mit einer herrlichen Golfanlage, einer der schönsten in Thailand, wie uns Peter versicherte. Als Nächstes zeigte er uns in Santi Thani sein anderes Grundstück. Auf der Fahrt zu dem an einem steilen Hang liegenden und noch wild bewachsenen Gelände vertrauten wir fest Peters Zusicherung, dass die Bremsen an seinem Auto einwandfrei funktionieren. Hier waren die Straßen noch steiler als auf seinem ’Haus-Berg’. Beim Grundstück angelangt stellten wir fest, dass auch hier ein herrlicher Blick aufs Meer geboten war. Es gibt hier in Thailand schon schöne Fleckchen zum Wohnen, keine Frage. Allerdings zeigten sich bei unserer Rundfahrt an einigen sehr steilen und bebauten Hängen beim Vorbeifahren auch teilweise große Bergrutsche, wo auf breiter Fläche der Berg abgerutscht war – mit Häusern. Ganz wohl fühlt sich bei starkem Regen daher wohl niemand, der an solchen steilen Hängen wohnt.

Jetzt stand Shoppen auf dem Programm beim Hafen in Natong, wo wir mit der Fähre angekommen waren. Inzwischen „brannte der Planet“ wieder bei rund 38 Grad und beim Probieren von Kleidung rutschte diese bei niemandem glatt über die Haut, denn jeder schwitzte. Und so zogen wir es nach ein paar Käufen vor, statt in kleinen, mit Klamotten total überfüllten Läden lange irgendwelche „Fetzen“ zu probieren, lieber in einem offenen Cafe/Restaurant bei Saft und Bier das herrliche Wetter mit etwas Klima-Kühlung zu genießen. Während ich lieber Anti-Alkoholisches auswählte, freuten sich die anderen darüber, dass es hier sogar Erdinger Weißbier gab. Und so wurden sofort 3 Flaschen bestellt. Sie hielten nicht lange vor, und es wurde nachgeordert. Zu einer dritten Runde kam es allerdings nicht, denn beim erneuten Bestellen erklärte die Bedienung: „Solly – only have 6, now finished“. Sie hatte also insgesamt nur 6 Flaschen. So entging ihr ein gutes Geschäft, denn die Flaschen kosteten fast 300 Baht, also weit mehr als das Doppelte gegenüber dem thailändischen Bier auf der Karte.

Plötzlich klingelte bei Peter das Handy. Als er abhob, war Hans mit Gefolge dran und wollte wissen, wo wir sind. Peter erklärte es ihm – und plötzlich hörten wir von hinten ein lautes Lachen und Hallo. Er stand mit Freundin und Cousin vor unserem Lokal und hatte einen weiteren Bekannten aus der Oberpfalz dabei, Peter, der mit einer Thailänderin verheiratet ist. Kurz darauf brachen wir wieder auf. Inzwischen wollte keiner mehr die Insel weiter umrunden, sondern lieber langsam wieder zurück fahren, zumal wir ja auch noch Karten für die Fähren nach Koh Phangan besorgen wollten. Außerdem wollten die anderen auch den Fisch-, Fleisch, Obst- und Gemüsemarkt sehen, den Lilo und ich schon kannten.

Peter fuhr uns bis kurz vor den Markt und wollte hier in einem kleinen Restaurant mit Lilo und mir auf die anderen warten. Beim Aussteigen aus seinem Auto mit Platz für 7 Personen wollte Lilo gerade von hinten nach vorne zur rechten hinteren Tür, als Gerhard diese ohne Lilo zu sehen zu schlug. Ihr rechter Arm zuckte mit einem leichten Schrei zurück. Gerade noch rechtzeitig hatte sie den Arm nach hinten gerissen, sonst wäre ihre Hand voll zwischen Tür und Rahmen geraten. Trotzdem hatte es ihren rechten Ringfinger noch erwischt. Eine sofort blutunterlaufene Stelle im Fingernagel war ein deutliches Indiz dafür. Lilo hatte noch viel Glück im Unglück – und Gerhard tat dies unwahrscheinlich Leid.

Mit Lilo verschwand ich daraufhin kurz im Supermarkt direkt neben unserem Parkplatz. Sie wollte mit eiskalten Getränken aus dem Kühlschrank schnell ihren pochenden Finger kühlen. Unterdessen lud ich unser Handy-Guthaben auf unserer thailändischen Prepaid-Karte um 300 Baht auf. Nach 23 Urlaubstagen hatten wir trotz fast täglichem Telefonieren mit den anderen und trotz Lilos Anruf daheim bei unserem im Krankenhaus liegenden Sohn noch nicht einmal die anfänglichen 400 Baht, sprich 10 Euro ganz aufgebraucht. Bei unseren Preisen daheim unvorstellbar. Dann setzten wir uns zu Peter an den Strand und Lilo erhielt neben ihrem Getränk zusätzlich einen Eiswürfel zum Kühlen. Langsam ebbten die Schmerzen wieder etwas ab.

Etwas geschockt kehrten die anderen kurz darauf vom Markt zurück. Im hinteren Marktbereich hatten sie Fische gefunden, die dort ungekühlt und vor sich hin stinkend lagen – und am Boden waren auch Ratten an ihnen vorbei geflitzt. Peter beruhigte sie, dass dies nicht die Fische sind, die verkauft werden, sondern solche, die keinen Abnehmer gefunden hatten und die nun wiederum als Köder zum Fischen hergenommen werden.

Der nächste Halt war bei Big Buddha. Seit meinem letzten Besuch hier ist alles noch viel touristischer geworden. So viele Verkaufsstände mit Kleidung und Souvenirs hatte es früher in dieser Tempelanlage nicht gegeben. Direkt daneben in der Wat Plai Laem-Tempelanlage erleichterte der Anblick der wohlbeleibten Buddha-Statue etwas mein inneres Gleichgewicht und Verhältnis zu meinem eigenen Bhung Bui (thailändisch für "großer Bauch"). Hier erlebten wir eine Hochzeits-Zeremonie mit. Die Mönche waren mit einer langen weißen Kordel mit dem bereits etwas älteren Brautpaar verbunden. Beide machten auf uns einen eher westlichen als asiatischen Eindruck. Ob das bayerische "miteinander verbandelt sein" hier seinen Ursprung hat - oder umgekehrt ;-)? Zum Glück hielt der Akku meiner Videokamera durch, während sich beim Fotoapparat seit dem Big Buddha nichts mehr rührte – kein Saft mehr. Ich hatte vor dem Start vergessen zu überprüfen, ob die Akkus aufgeladen werden müssen.

Alle freuten sich nun auf einen kleinen Zwischenstopp bei Peter. Nach der sofortigen Abkühlung im Pool und unter der Dusche ging es um 18:30 Uhr schon wieder weiter, denn Lilo und ich hatten Peter und Joyce für 19 Uhr eingeladen in Peters Lieblingsrestaurant, ein Steakhouse in Fisher Man’s Village. Die anderen hatten auch alle Lust auf Steak, und so war für uns 8 ein großer Tisch reserviert. Vor der Abfahrt führte Joyce Martin zur Nachbarin. Diese hat ein etwa gleichaltriges Mädel – und Martin ist sehr gerne dort. Auf dem Rücken trug er einen kleinen bunten Kinderrucksack mit allem, was er für den Abend und die Übernachtung braucht. Fröhlich winkte er uns zum Abschied zu und sah dabei aus, als würde er bestens gelaunt und versorgt auf eine große Wanderschaft aufbrechen.

Zu acht im 7-Personen-Toyota von Peter fuhren wir zum Fisher Man’s Village. Peter chauffierte uns im Schritttempo mitten durch die enge Gasse, in der sich bereits zahlreiche Besucher tummelten, überwiegend Touristen. Direkt vor dem Steakhaus setzte er uns ab – und stieß kurz darauf wieder zu uns, nachdem er einen Parkplatz gefunden hatte. Rechts vom Eingang loderten ein paar kleine Flammen durch den Rost eines zur Straße hin ausgerichteten Grills. Zwei dicke Hamburger und einige Kartoffel verströmten bereits einen angenehmen Duft, der unsere Hungergefühle weiter intensivierte.

Wir bestellten fast alle Filet- und Rib Eye-Steaks. Eine halbe Stunde später war jeder mit seiner Wahl hochzufrieden, das Fleisch war butterzart und exakt auf den Punkt gegrillt, auch meins, das ich rare, also nur außen angebraten und innen ziemlich rot geordert hatte. Bestens gesättigt schlenderten wir danach noch kurz durch die Hauptstraße von Fisher Man’s Village und dann wieder zurück zu Peters Auto.

Inzwischen war es schon fast 22 Uhr – die ideale Zeit für die Chaweng-Beach. Dort begann jetzt erst richtig das Nachtleben. In der Solo-Bar machten wir die erste Station. Bei Techno-Rhythmen gönnten wir uns alle einen Drink, während Joyce für uns den Besuch einer Ladyman-Show arrangierte. Sie trug kurze Jeans-Hotpants, High-Heels und zog in diesem sexy Outfit viele Männerblicke auf sich. Kurz vor 23 Uhr starteten wir zur nur wenige Meter entfernt stattfindenden Show. In dem für eine Showdarbietung eher kleinen Raum für rund 100 Besucher entdeckten wir noch ein paar freie Rest-Plätze. Nach uns kommende Besucher mussten sich am Saalrand mit einem Stehplatz zufrieden geben. Von Whitney Houston bis Lady Gaga boten die Ladymen eine gut Show, wenn auch zum Teil mit deutlich übersteuerter und überlauter Musik. Teilweise wirkten die Ladymen sehr natürlich und äußerlich wirklich wie überaus attraktive und sexy Frauen, teilweise waren sie aber derart aufgespritzt mit künstlichen Busen und aufgeschwollenen Lippen, dass sie auf uns fast nur noch den Eindruck einer unnatürlichen und total entstellten Karikatur machten.

Eine gute Stunde dauerte die Show, die keinen Eintritt kostete. Stattdessen musste ein Getränk konsumiert werden. 180 Baht für einen Ananas-Shake waren entsprechend ein sehr preiswertes Angebot.

Nach der Show versammelten wir uns wieder und kehrten zum Solo-Pub zurück. Schon vor unserem Aufbruch war das Pub einigermaßen gut besucht und ein Bongo-Spieler zeigte immer wieder kurz zu den Techno-Rhythmen seine Live-Performance. Auch bei unserer Rückkehr trommelten seine schnellen Finger und Hände gerade wieder über seine Bongotrommel, die er an einem großen, über die Schultern laufenden Hosen- bzw. Bongoträger befestigt und so ideal vor der Hüfte platziert hatte. Jetzt um 00:30 Uhr brummte der Laden, er war fast übervoll. Gegen 02:00 Uhr und nach weiteren Drinks beschlossen wir, im Techno-Rhythmus mitwippend, den langen Tag und Abend zu beenden und fuhren nach Hause. Heute spürten andere ähnlich wie ich zuvor den Alkohol, während ich weitestgehend lieber Antialkoholisches ausgewählt hatte. Und so kuschelten wir uns pudelwohl, aber müde aneinander und schliefen sofort ein.

Sonntag, 26.  Februar – 26. Tag = 24. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Schwitz-Besichtigungen bei Peter's Nachbarn, vernachlässigte Villa, Oberpfalz-Berlin-Abreise nach Koh Phangan, Chang-Hinterlassenschaften, Ruhe in der Residenz, Abendessen direkt am Meer, Männer-Abend mit Bundesliga Live bei Oberpfälzer Robert

Wie abgesprochen erschienen wir alle kurz nach 10 Uhr zum Frühstück. Danach spazierten wir ein Stück bergab und besichtigten ein Haus mit wunderbarem Ausblick auf die Tempelanlagen am Fuß des Berges in Strandnähe. Laut Peter wird hier schon seit rund einem Jahr nicht mehr weiter gebaut, warum auch immer. So wartet die im Rohbau befindliche Villa darauf, dass endlich mal wieder etwas vorwärts geht. Schade, es könnte ein tolles Haus mit Super-Aussicht sein, steil mit hohen Beton-Pfeilern am Berg errichtet und sogar mit einem eigenen Aufzug, dessen Betonsäulen bereits hoch gezogen sind. Danach stiegen wir bei sengender Hitze wieder bergauf und warfen einen Blick auf die Riesenvilla und den herrlich angelegten Park eines weiteren Nachbarn. Zum Abschluss marschierten wir auch noch zum Ex-Haus von Kurt, einem Hamburger Seemann, der als Erster hier auf dem Berg gebaut hatte und damals auch Peter sein Grundstück etwas unterhalb seiner Villa vermittelte. Von Kurts früherem Haus hat man einen wunderbaren Blick auf alle Seiten, ob zum Big Buddha oder zum Flughafen oder auf die Chaweng-Beach. Das Anwesen ist direkt zwischen Felsen gebaut. Vor etwa einem Jahr hat Kurt das Haus an einen Thailänder verkauft. Mit seiner thailändischen Frau lebt er nun in einem Hotel in Pattaya. Würde er den Zustand von Haus und Grundstück sehen, würde ihm sicherlich das Herz etwas bluten, denn wo bei ihm alles bis ins kleinste Detail angelegt und gepflegt war, wucherte jetzt überall das Unkraut, und das einst so eindrucksvolle Haus wirkte dadurch nun eher vernachlässigt.

Zurück bei Peter waren wir alle leicht durchgeschwitzt und mussten zuerst einmal duschen und dann im Pool wässern. Anschließend tummelten wir uns rund um den Pool im Schatten, lasen, durchstöberten das Internet nach Neuigkeiten und Nachrichten aus der Heimat und dann war es kurz vor 13 Uhr und für Gundula, Gerhard, Chrissi und Dirk Zeit zum Aufbruch. Peter fuhr sie zum Pier beim Big Buddha, von wo aus sie um 13:30 Uhr nach Koh Phangan übersetzten in ihr Resort „Milky Bay“, das wir zusammen vor wenigen Tagen per Internet auf Peters Terrasse gebucht hatten. Wiggerl und Frank hatten dort gewohnt und es ihnen empfohlen. Die Spuren und Hinterlassenschaften der "großen Gesellschaft" in den vergangenen Tagen waren vor Peters Haustür dokumentiert in Form einer Riesenansammlung leerer Changbierflaschen.

Wir blieben auf dem Berg und lasen, sprangen zwischendurch mal in den Pool und gewöhnten uns schnell und gern an die neue Ruhe. Peter ruhte sich auch aus von den letzten Tagen und dem langen Abend zuvor. Gegen 18 Uhr starteten Peter, Joyce, Martin und wir 2 wieder Richtung Fisher Man’s Village, um direkt davor noch einmal beim Restaurant „My Friend“ einzukehren. Erneut bestellte ich mir die Nudeln mit Soja-Sauce und Prawns – und wieder schmeckten sie hervorragend. Heute trank ich zum Essen nur 1 Chang statt 2 wie beim letzten Besuch. Denn durch sie hatte hier meine unerfreuliche Nacht den Anfang ihres später unangenehmen Verlaufs genommen. Deshalb hatte ich dieses Mal den festen Willen, Chang und Essen bei mir zu behalten. Lilo aß mit Peter und Joyce Crisby-Fish und Seafood. Martin saß unterdessen im Lokal und schaute zusammen mit der Besitzerfamilie und deren Kindern Cartoons wie Tom und Jerry im Fernsehen. Während der ganzen Zeit im Lokal genossen wir wieder den herrlichen Blick auf's Meer. Heute sahen wir auch mal eines der seltenen Drachen-Segel-Schiffe, das kurz vor der Dämmerung am Horizont vorbei glitt. Gegen 21 Uhr fuhren wir wieder heim und setzten Lilo, Joyce und Martin ab.

Dann düsten Peter und ich weiter Richtung Chaweng Beach und besuchten das von Robert, einem Oberpfälzer aus Weiden geführte Lokal „Easy Diver“. Wie der Name schon verrät, bietet er neben Restaurant mit Biergarten auch Tauch-Ausflüge für Touristen an. Als absoluter Fußballfan gehören in seinem Lokal auch Bundesliga-Spitzenspiele mit zum Angebot, sofern sie von einem seiner TV-Anbieter übertragen werden. Und dazu zählte heute auf jeden Fall Bayern gegen Schalke. Mit ca. 15 Deutschen, die sich im Lokal versammelt hatten, verfolgten wir das gute Bayernspiel und bejubelten die 2 Ribery-Tore beim 2:0 der Bayern. Nach einer halben Stunde Pause folgte auch noch die Begegnung von Dortmund gegen Hannover. Mitte der 2. Halbzeit um kurz nach 1 Uhr beschlossen wir, abzubrechen beim Stand von 2:0 und fuhren heim. Wir waren müde und wollten ins Bett. Am nächsten Morgen lasen wir im Internet das Endergebnis von 3:1 nach..

Montag, 27.  Februar – 27. Tag = 25. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui – Wechsel auf Koh Phangan ins „My Way Bungalows“ Resort:

Oldies unter Jugendlichen, Überraschungs-Transport zwischen Ananas und Kokosnüssen auf Lade-Pritsche, schöner einfacher Bungalow mit Moskitonetz und Hängematte toller Strand, Lin gefunden, "Problem with your credit card", Sonnenuntergangs-Traum, romantisches Fackelschein-Abendessen im Sand am Strand

Um 10 Uhr frühstückten Lilo und ich Mango-Salat mit Joghurt, danach nahmen wir unser vorerst letztes Bad in Peters Pool. Anschließend begann Peter, Chemie in den Pool zu schütten. Das Wasser war schon etwas trüb, und er musste es wieder aufbereiten, damit es ihm nicht kippt. Jetzt war die Gelegenheit ideal, denn wir reisten ja gleich ab und dann war das Haus kurzfristig leer. Wir packten Lilos Reisetasche und ließen meinen Koffer in unserem Zimmer stehen, da wir nach der Zeit auf Koh Phangan wieder hierher zurück kommen. Kurz vor 13 Uhr übernahm Peter wie schon gestern bei den anderen wieder den Fahrdienst zum Pier beim Big Buddha, dieses Mal für uns zwei.

Dort stellten wir fest, dass wir von allen Mitreisenden auf dem Schiff eher die obere Altersgrenze darstellten, denn überwiegend waren weitaus jüngere Rucksackreisende unterwegs. Nach einer halben Stunde Fahrzeit legten wir um 14 Uhr in Koh Phangan an. Aus dem Schiffsfenster sahen wir am Pier ein Fahrzeug mit der Aufschrift „My Way Bungalows“. Wir waren total erstaunt, denn morgens hatte ich angerufen und nachgefragt, ob das Resort einen Abholservice bietet. Aber mir wurde gesagt, dass nur ein einziges Auto zur Verfügung stehe und das sei im Einsatz.

Lilo stieg aus und lief mit unseren Rucksäcken zum Resort-Fahrzeug, während ich darauf wartete, dass unsere Reisetasche unter dem übereinander gehäuften Koffer- und Rucksackberg wieder zum Vorschein kam. Dann folgte ich ihr. Wie sich herausstellte, hatte Bettina, bei der wir telefonisch gebucht hatten, einen Krankenbesuch abgestattet, während 2 Mann vom Personal für die Küche einkauften. Auf dem Pritschenwagen lagen Ananas und Kokosnüsse und weitere Utensilien für die Gaststätte. Mit unserem Gepäck konnten wir uns mitten in die Verpflegung integrieren und wurden so bestens und auf direktem Weg ins Resort chauffiert. Welch ein glücklicher Zufall. Bettina saß auch mit auf der Ladefläche und freute sich, dass wir tatsächlich anreisen. Vor 2 Tagen hatte sie uns noch eine E-Mail geschickt, ob auch tatsächlich alles klappen wird. Bei der telefonischen Buchung von Phuket aus hatte sie schon etwas argwöhnisch gefragt, ob unser Kommen auch wirklich sicher sei, denn normalerweise ist nur eine direkte Buchung über eine Buchungsgesellschaft möglich. Eine eigene Adresse des Resorts existiert nicht und fast nirgends ist auf diversen Internetseiten, auf denen „My Way Bungalows“ beim googlen gelistet ist, eine Telefonnummer (unten bei der Resortbewertung) von diesem Resort zu finden. Während der Fahrt erzählte uns Bettina, dass sie seit 9 Jahren hier lebt und 3 Kinder hat. Der Sohn geht mit 8 ½ Jahren in die Thaischule. Allerdings überlegt sie, ob nicht ein Wechsel nach Deutschland jetzt Sinn machen würde wegen der Kinder. Aber sie hat das Resort mit ihrem Partner noch für einige Zeit gepachtet.

Im „My Way Bungalows“ an der Salad-Beach nach etwa 30 Minuten angekommen, konnten wir kurz darauf unseren Bungalow Nr. 3 beziehen. Er steht auf Pfählen und ist nur etwa 10 Meter vom sehr schönen feinsandigen Strand entfernt. Auf der etwa 10 m² großen Veranda steht eine kleine Bank mit Mini-Tisch, davor ist eine Hängematte gespannt. Das Zimmer ist etwa 15 m² groß, das Bad etwa 7m². Beim Blick aus dem kleinen Fenster sieht man nur wenige Meter links vom Bungalow den beginnenden Strand und dahinter das Meer, das sich je nach Lichteinfall mal ganz normal wie überall grün-bläulich-grau präsentiert und dann wieder absolut klar und transparent in all seinen herrlichen Farbschattierungen von ganz hell- und smaragdgrün bis ins dunkelgrün Bläuliche.

Wir spazierten am Strand entlang und erkundeten die Bucht. Auf einer an langen Seilen aufgehängten Schaukel baumelten unsere Füße nur knapp über den warmen feinen Sandstrand - und einen Hund, der sich von uns überhaupt nicht stören ließ, sondern friedlich vor sich hin döste. In einer der hier aufgestellten Hütten mit Massage-Angeboten werden wir garantiert in den nächsten Tagen liegen. Aber bevor wir davon zu träumen begannen, wurden unsere Blicke und Gedanken vom Sonnenuntergang gebannt. Lilo war so begeistert, dass sie mit unserem Fotoapparat gleich 25 Bilder schoss.

Rechts direkt neben unserem Resort entdeckten wir das Salad Beach Resort, in dem Lilos Schwester Annemie und Schwager Norbert letztes Jahr gewohnt haben und in dem Lin, ein Burmese arbeitet, mit dem sich Norbert angefreundet hat. Ihm sollen wir auf jeden Fall einen schönen Gruß sagen. Vom Strand aus wanderten wir durch unser Resort und wollten über die Zufahrt zum Eingang des Salad Beach Resorts schlendern, um uns auch diese im Vergleich zu unserer rund 3x so teure Unterkunft einmal näher anzuschauen. Auf dem Weg, etwa 30 Meter von der Zufahrt zu den My Way Bungalows entfernt, saßen vor einem Einkaufsshop ein junger Thailänder und eine Thailänderin, jedenfalls dachten wir das zuerst. Im Vorübergehen blickte ich dem Mann an, blieb stehen und fragte: „Lin?“. Er nickte verblüfft. Es war Lin, der Freund von Annemie und Norbert, der seinen freien Tag hatte und uns erzählte, dass er seine Freizeit immer hier bei seiner Schwester verbringe. Wir verabredeten mit ihm, am nächsten Abend bei ihm im Resort zu essen, da er dort bedient. Heute Abend wollten wir zuerst einmal bei uns zu Abend essen.

Unterwegs erfuhren wir in Geschäften, die auf ihrer – mit der kompletten Verkaufs-Sortiment-Werbung bedruckten – Frontscheibe zusätzlich „Money Change“ anboten, dass hier auf der Insel in derartigen Boutiquen ein deutlich schlechterer Kurs angeboten wird als in normalen Money-Change-Läden auf Koh Samui und Phuket. Hier betrug der angebotene Kurs nur 37 Baht pro Euro. Deshalb versuchte ich lieber, an einem ATM-Bank-Automaten mit meiner Master-Card zu tauschen. Mein Passwort wurde akzeptiert und ich kam bis zur Auswahl des gewünschten Betrages. Dabei wurde auch angezeigt, dass für die Abhebung 150 Baht Charge zu bezahlen sind. Nach dem Bestätigen kam jedoch der Hinweis, dass ein Problem mit meiner ’Credit-Card’ aufgetaucht sei und die Aktion abgebrochen wird. Auch der 2. Versuch verlief gleich und blieb entsprechend erfolglos. Ein drittes und dann wahrscheinlich wieder erfolgloses Mal wollte ich nicht wagen, womöglich würde ich dann ohne Karte da stehen, weil diese aufgrund 3 erfolgloser Anläufe eingezogen würde.

Von Bettina erfuhren wir, dass oft Probleme mit den ATM-Bank-Automaten auftreten. Immer wieder passiere es, dass Gäste Probleme hatten beim Zahlen, weil ihre Karten entweder, wie bei mir, einfach in den Automaten nicht funktionierten oder sogar eingezogen wurden. Jetzt war ich erst Recht froh, dass ich auf den 3. Versuch verzichtet hatte.

Zurück im Bungalow machten wir uns frisch und suchten uns dann im weichen Sand am Strand einen freien Tisch aus. Zwischen uns und dem Meer flackerte das Licht der aufgestellten Fackeln. Es war richtig romantisch, Pad Thai und Reis zu genießen, so nah am Meer bei Fackelschein, trotz ihrem gelegentlichen Ölduft, den die eine oder andere kleine Brise vom Meer her zu uns wehte.

Zurück im Zimmer zeigte sich im Licht der Energiesparlampe ein Moskito – meine sofortige Jagd war erfolgreich. Anschließend reichte unsere Restenergie nur noch für ein paar Buchseiten. Es war ein seltsames Gefühl, auf dem glatten Bezug der Matratze zu liegen, leicht geschwitzt, weil der Fan nicht für eine wirkliche Abkühlung sorgen konnte, mit einem übergroßen Laken zum Zudecken – und eingefangen unter dem Moskitonetz, das nicht mittig über dem Bett angebracht war, sondern versetzt über meiner linken Betthälfte, so dass wir Lilos Seite richtig unter der Matratze einschlagen musste, damit sie wenigstens ein bisschen straff blieb und ihr nicht schräg direkt im Gesicht hing. Nach ein paar Versuchen gelang es uns, den Fan durch das Ziehen eines Knopfes zu fixieren, so dass er sich nicht mehr ständig hin und her drehte und die Luft unangenehm über uns hinweg blies, was uns am Einschlafen hinderte. Nun wurde der Luftwirbel wie von uns gewünscht und eingestellt Richtung Wand verteilt, von wo aus nur noch ein kaum bemerkbares Lüftchen über uns hinweg wehte. Wir stellten uns vor, es sei eine leichte "Meeresbrise" und schliefen sofort ein.

Dienstag, 28.  Februar – 28. Tag = 26. Urlaubstag: „My Way Bungalows“ Resort – auf Koh Phangan:

Heul-Kinder, Po-Dusche, unerwarteter Moped-Besuch, Longtailboot-Tour-Planung, "Must Come, People Needs You", Schwager-Schwägerin-Hammer-Überraschung, Nicht-Massage-Frust, 1. Mal bei Big Mama

Wir schliefen bis kurz nach 9 Uhr. Aufgeweckt wurde ich durch das Heulen und Schreien der beiden Kinder eines jüngeren österreichischen Paares, das schon seit 3 Wochen hier wohnt und mit den 2 Kleinkindern noch weitere 2 Wochen im Bungalow rechts neben uns bleiben will. Wie wir erfuhren, zahnte der Sohn gerade, während das etwa einjährige Mädchen Fieber hatte. Da war es nur zu gut zu verstehen, dass sich die Kinder nicht wohl fühlten und dies durch Nörgeln und Heulen ausdrückten. 

Beim „Großen Geschäft“ auf der Toilette verwendete ich auch hier den Wasserschlauch, da die Rolle Toilettenpapier beim Abstellen auf dem Boden durchgeweicht wäre, weil ich zuvor schon geduscht hatte und der ganze Boden entsprechend nass war. Außerdem war das Papier so dünn, dass ich auch aus diesem Grund lieber die "Po-Dusche" vorzog. Inzwischen habe ich mich zwar etwas an diese Säuberungsprozedur mit dem Wasserstrahl aus der kleinen Schlauchspritzdusche gewöhnt, finde sie aber trotzdem nach wie vor nicht sonderlich hygienisch. Erst als ich anschließend meinen Unterleib noch einmal gründlich geduscht hatte, fühlte ich mich wohler.

Wir setzten uns auf die Veranda und frühstückten Mango-Salat mit Joghurt. Plötzlich hörten wir vertraute Stimmen. Gerhard, Gundula, Dirk und Chrissi näherten sich unserem Bungalow. Sie hatten sich ein Moped gemietet und wollten uns auf einer kleinen Rundreise entlang der Beachstraße besuchen. Wir freuten uns riesig. Als Erstes besichtigten sie unseren Bungalow. Zu unserem Erstaunen fanden sie ihn und seine Lage samt Strand schöner als ihre eigene Wahl mit dem „Milky Bay“ Resort in der Nähe der Hauptstadt Tong Sala an der Ban Tai Beach. Bei ihnen seien Lücken im Boden, durch die Moskitos eindringen können und der Strand sei bei uns noch schöner. Sie würden sofort hierher wechseln, wenn sie nicht schon im Voraus bezahlt hätten – 1.120 Baht pro Bungalow.

Wir setzten uns im benachbarten Salad Beach Resort auf die Terrasse und tauschten bei Erfrischungsgetränken wie Fruit Shakes die letzten Neuigkeiten aus. Bedient wurden wir von Lin, dem Freund meines Schwagers Norbert. Natürlich schossen wir auch gleich ein Foto mit ihm, um es Norbert und Annemie per E-Mail zu schicken. Dirk wollte eigentlich bald weiterfahren, da ihn auch noch die nächste Bucht Mae Haad Beach interessierte. Aber während wir gemütlich zusammen saßen, verfolgten unsere Blicke die Longtailboote, die zum Teil auch Touristen beförderten. Und so wurde die Idee geboren, einfach mal zu fragen, was ein Tag mit einem solchen Boot für uns kosten würde. Dann könnten wir neben der nächsten Bucht, wo beim vorgelagerten Felsen Koh Mah schöne Schnorchelreviere sein sollen, auch gleich um die Nordspitze zu den im ziemlich unwegsamen Nordosten gelegenen Buchten Bottle Beach und zur kurz darauf folgenden Doppelbucht der Thong Nai Pan Noi Beach und Thong Nai Pan Yai Beach weiterfahren und uns einen schönen Tag machen. Wir vereinbarten mit dem Besitzer des Salad Beach Resorts für den nächsten Tag eine Tour von 11 Uhr bis 17 Uhr.

Während die anderen in den Liegestühlen Platz nahmen, um sich etwas auszuruhen, spazierte Lilo los, um ein paar Getränke einzukaufen, ich setzte mich kurz auf unserer kleinen Terrasse in den Schatten. Plötzlich erschien Lin ganz aufgeregt vor unserem Bungalow und winkte mir zu: „You must come, please. Please come, the other people needs you“. Er war ganz nervös, aber an seinem Lächeln bemerkte ich, dass nichts Schlimmes passiert sein konnte. Offensichtlich gab es aktuelle neue Pläne. Ich folgte ihm über den Strand die wenigen Meter zum Salad Beach Resort und dort auf die Terrasse, auf der wir vorher alle zusammen gesessen waren. Lin blieb lächelnd stehen, aber niemand von unserer Gruppe war zu sehen. Ich bemerkte, dass er grinsend abwechselnd mich ansah und dann wieder an mir vorbei blickte – und drehte mich um. Hinter einem kleinen Vorsprung entdeckte ich nun ein Gesicht, das mir bekannt vorkam, aber das konnte nicht sein. Gestern Abend hatten wir doch nicht so viel Alkohol konsumiert, dass dieser mir jetzt so einen Streich spielte und mir eine derartige Fata Morgana vortäuschen und vorgaukeln konnte. Nein, die Person vor mir war echt und leibhaftig. Es war mein Schwager Norbert, der das Lachen kaum noch unterdrücken konnte. Meine erste Reaktion war: „Das kann nicht wahr sein! Das gibt es doch nicht!“ Dann fielen wir uns um den Hals und mussten beide lauthals lachen, was die Blicke der auf der Terrasse sitzenden Gäste auf uns lenkte. Auch Lin lachte mit. Und schon kam auch Annemie um die Ecke. Unser Wiedersehen war eine Riesenfreude und ein Riesenhallo. Lin hatte genau gewusst, dass die beiden heute ankamen, da sie bereits reserviert hatten. Aber er durfte uns nichts verraten, um die Überraschung nicht zu gefährden. Und die war voll gelungen.

Norbert zeigte ich, wo es sich Gundula und Gerhard, die Annemie und er ja auch gut kennen, unten am Strand auf Liegestühlen bequem gemacht hatten. Sie sonnten sich und hatten von unserer lautstarken Begrüßung nichts mitbekommen. Sofort startete Norbert zu ihnen an den Strand und lief vor ihnen vorbei, als würde er sie nicht sehen. Als in diesem Moment Annemie zu ihnen runter rief, schauten sie zuerst ungläubig auf Norbert und dann zu uns hoch zu Annemie. Auch sie konnten es kaum fassen, dass die beiden doch noch die Reise nach Thailand unternommen haben, obwohl Annemie doch zuerst überhaupt nicht wollte, weil sie ja ab Ende April auf den Malediven sind, um dort ihren Geburtstag zu feiern. Selbst hatte ich in den ersten Wochen damit gerechnet, dass beide auftauchen, weil ich ja Norbert uns seine Thailand-Liebe kenne, aber jetzt nach 4 Wochen nicht mehr.

Wir tranken eine Runde auf das Wiedersehen. Dann schilderten wir unsere Pläne für den nächsten Tag und Lin machte alles klar, dass Norbert und Annemie auch mit kommen können bei unserer geplanten Bootstour. Als Preis für uns 8 handelte Lilo 4.000 Baht aus, was für jedes Paar 25 Euro bedeutete – für einen Tagesausflug.

Anschließend wechselten wir auf unsere Mini-Veranda, und Lilo besorgte einen kleinen Chang-Vorrat. Die Berliner Chrissi und Dirk ließen uns anfangs kurz allein beim Austauschen der ersten Neuigkeiten mit Norbert und Annemie und legten eine kleine „Erfrischungspause“ im circa 26-27  Grad warmen Meer ein. Danach duschten sie sich in unserem Bad wieder ab. Während wir alle gemütlich zusammen standen und saßen, vereinbarte Chrissi beim Massagestand in unmittelbarer Nähe von unserem Bungalow eine Thai-Massage, sobald der nächste  Platz frei wird. Als sie sah, dass dies der Fall war, ging sie gleich hin, erhielt aber eine Absage: „Solly, have 2 persons, in one hour. Yes?“ Chrissi antwortete spontan und leicht verärgert: „No“. Wahrscheinlich dachte die Masseuse, dass sie entgegen der eigentlichen Absprache noch schnell 2 andere Kunden, die gerade gefragt hatten, dran nehmen könne, weil wir ja sowieso gemütlich zusammen saßen und es daher wohl nicht auf eine Stunde mehr oder weniger ankommen würde. Was an Geschäft mitgenommen werden kann, wird nach Möglichkeit auch mitgenommen. Aber nicht mit Chrissi. Sie ging kurz entschlossen einfach am Strand entlang und suchte sich einen anderen Massage-Stand. Nach einer Stunde kehrte sie nach ihrer Thai-Massage für 300 Baht zufrieden wieder zurück.

Am späteren Nachmittag verabschiedeten sich die vier und fuhren mit ihren Mopeds wieder zurück zu ihrem Resort. Wir lasen noch etwas und trafen uns mit Lilos Schwester Annemie und Norbert um 19 Uhr bei „Big Mama“. So nannten wir einfach die Wirtin, die zwischen den kleinen Verkaufsständen auf der Zufahrt zu unserem Resort ein Thaifood-Restaurant mit nur 4 Tischen betreibt. Sie wirkte fast wie eine wohlbeleibte Hawaiianerin. Auf Norberts kräftiges „Hallo“ hin erkannte sie ihn und Annemie sofort. Letztes Jahr hatten sie öfter hier gegessen, auch mit Lin. Mit einem breiten Lächeln wackelte sie gemächlich auf uns zu. Wir bestellten – und genossen – ein sehr gutes Essen, Lilo „Fried vegetables with chicken“, ich „Fried squid with garlic“. Es schmeckte hervorragend. Am Ende zahlte Norbert für uns alle zusammen 530 Baht, inklusive den getrunkenen Chang yai, also großen Chang.

Nun folgten wir den beiden noch auf ihr Zimmer. Norbert hatte einen Irischen Whisky mitgebracht, den wir unbedingt noch probieren sollten. Zusammen mit Cola kamen wir so noch zu einem kleinen Schlummertrunk auf ihrer Terrasse. Anschließend spazierten wir wieder zurück zu unserer Behausung und lasen noch ein wenig. Gegen 24 Uhr schalteten wir das Licht aus, wohlbehütet vor Plagegeistern mit eingeschaltetem Fan unter unserem Moskitonetz liegend.   

Mittwoch, 29.  Februar – 29. Tag = 27. Urlaubstag: „My Way Bungalows“ Resort – auf Koh Phangan:

"Happy Thailand", Longtailboot-Ausflug mit tollem "Auge-In-Auge"-Fischschwarm-Schnorchel-Erlebnis und traumhaften weißen feinsandigen Stränden und kleinen Buchten, Big Thaifood-Genuss bei "Big Mama"

Heute schliefen Lilo und ich bis 09:30 Uhr tief und fest. Dann wurden wir wieder von den ständigen Heul-Einlagen des kleinen und zahnenden Nachbar-Sohnes geweckt, die sich zum Teil locker über 10 Minuten hinzogen und anschließend nach ein paar Sekunden Erholungspause und Nach-Luft-Schnappen in einem halb jammernden, halb trotzig-aggressiven Heul-Singsang sofort erneut einsetzten. Zwischendrin war teilweise richtig zu spüren, dass er den eigentlichen Grund für das Jammern schon vergessen hatte. Wenn er sich nicht beobachtet fühlte, blickte er in den leiseren Wein-, Seufz- und „Ich-Tue-Mir-Ja-So-Leid“-Phasen vom Balkon aus nach Aufmerksamkeit suchend um sich. Als er dabei zum Beispiel mich erspähte, hielt er kurz inne, schaute mich fragend an, ob ich wohl auf sein 'Leid' irgendwie reagieren würde, und als dies nicht der Fall war, verfiel er sofort wieder, und das deutlich heftiger als zuvor, in sein vorheriges Heul-Jammern.

Nach der Morgentoilette folgte auf unserem kleinen Balkon wiederum unser inzwischen schon fast traditionelles Mango-Joghurt-Frühstück. Anschließend spazierte ich rüber zum Nachbar-Resort. Was ich dort sah, war Lebens- und Thailand-Freude pur. Auf der nach dem Frühstück inzwischen wieder geleerten Terrasse waren nur noch Annemie und Norbert zu sehen. Beide saßen mit Blick aufs Meer glücklich strahlend mit ausgebreiteten Armen nebeneinander, als wollten sie Thailand und die ganze Welt umarmen – und Norbert schmetterte voller Inbrunst ein „Happy Thailand“ aus seiner Kehle. Sein Ruf verhallte über dem Strand und Meer – und drückte all seine daheim vorausgegangene Sehnsucht aus, ebenfalls wie wir alle hier sein zu können – und die Freude darüber, dass dies nun doch noch geklappt hat.

Gegen 10:30 Uhr tauchten Gerhard, Gundula, Dirk und Chrissi mit ihren Mopeds auf und wir versammelten uns am Strand vor dem Salad Beach Resort. Punkt 11 Uhr starteten wir zusammen mit Lin und dem Bootsführer zu unserer Rundtour. Langsam und vorsichtig senkte der Bootsführer nur kurz und ganz flach die an einer langen Stange befindliche Schiffschraube ins hier nur knietiefe Wasser, zentimeter-genau gehandelt über eine Stange im Boot, die als Gegen-Hebel dient. Rund 100 Meter weit kann man an diesem Strand zu Fuß ins Meer gehen, bevor es langsam tiefer wird. Als wir das Fahrwasser erreicht hatten, gab er Gas. Mit dröhnendem Motor schipperten wir nördlich zur nächsten Bucht Mae Haad Beach, wo ein größerer Fels im Wasser, Koh Mah, über eine kleine Landbrücke direkt vom Mae Haad Beach aus zu Fuß erreicht werden kann. Wir ankerten vor dem Felsen, schnappten uns eine der vom Bootsführer mitgebrachten Taucherbrillen samt Schnorchel und stiegen ins Wasser, Lilo und ich mit Neopren-Anzug. Sollte mich noch einmal eine Feuerqualle angreifen wie vor 5 Jahren auf Phuket, dann bin ich wenigstens ein wenig geschützt.

Im Wasser bot sich ein absolut buntes und artenreiches Bild von größeren und kleineren Fischen. Als der Bootsführer kleine Brotstückchen ins Wasser warf, wimmelte es derart vor unseren Taucherbrillen, dass wir alle nur noch bunt durcheinander wirbelnde Schwärme von Fischen vor uns sahen. Ich streckte meine Hände aus, und im Kampf um das begehrte Futter knabberten sogar ein paar der kleineren Fische in der Aufregung zart an meinen Händen. Es war ein gigantisches Gefühl, so viele Farben und Arten zu erleben. Neugierig schauten sie teilweise für kurze Augenblicke aus nur wenigen Zentimetern Entfernung durch die Brille direkt in meine Augen, um unmittelbar darauf mit einer kurzen ruckartigen Bewegung wieder aus meinem Sichtfeld zu verschwinden. Worauf aber sofort ein anderer Fisch den Platz einnahm. Dieser „Snorkeling“-Ausflug bedeutete für mich die größte und bunteste Fisch-Vielfalt, die ich bisher beim Schnorcheln erlebt habe, sicherlich ein unvergessliches Erlebnis.

Nach gut einer halben Stunde lichteten wir wieder den Anker und fuhren um die Nordspitze von Koh Phangan bis zur Haad Khuat Beach, der sogenannten Bottle Beach im Nordosten. An dem herrlichen weißen feinen Sandstrand verbrachten wir eine gute halbe Stunde – bei einem Erfrischungsgetränk im Palmen-Schatten. Ein junges französisches Paar erzählte uns, dass sie mit dem Moped hierher gekommen sind und hier wohnen. Allerdings sei die Mopedfahrt zum Teil beschwerlich gewesen und nicht ungefährlich, da oft steil, teilweise auch mit gefährlichem Sand in den Kurven oder plötzlich als Verwehung mitten auf dem Straßenbelag, immer wieder hätten sie auch nicht asphaltierte Teilstücke passieren müssen, deren ausgewaschener Fahrbelag nicht selten übersät gewesen sei mit ausgetrockneten Regen- und Wasserfurchen. Wir waren froh, dass wir ganz entspannt mit dem Boot hierher gefahren waren.

Jetzt ging es weiter zur nächsten Bucht, einer weit geschwungenen Einbuchtung, in der Mitte durch Felsen in 2 Strände unterteilt. Wir waren bei der Thong Nai Pan Noi Beach und der Thong Nai Pan Yai Beach angelangt – und entschieden uns, bei der Letzteren, der Yai Beach an Land zu gehen. Hier blieben wir für rund 1 ½ Stunden bis 15:30 Uhr. Sofort nach der Ankunft suchte ich bei dem Lokal, vor dem unser Boot lag, die Toiletten. Nach einer ¾-Umrundung fand ich sie auf der linken Seite. Nein, nicht was jetzt womöglich einige denken. Hier konnte ich meinen Neoprenanzug wieder ausziehen. Im langärmligen Hemd und in den Bade-Shorts fühlte ich mich danach wieder wohler. Lilo und ich beschlossen, an einem der Tische am Strand eine Kleinigkeit zu essen. Wir saßen noch nicht richtig, tröpfelten auch die anderen nach und nach ein und so waren wir beim Essen wieder die gewohnte große Runde. Für eine abgelegene Bucht wie diese waren die Preise ganz normal.

Gegen 15:30 Uhr versammelten wir uns wie vereinbart wieder beim Boot. Lin war etwas aufgeregt. Von seinem Chef hatte er einen Anruf erhalten. Dieser war etwas sauer, weil eine Verwandte von ihm das Salad Beach Resort Longtailboot erkannt hat. Sie betreibt an diesem Strand ebenfalls ein Restaurant und beschwerte sich sofort, wieso das Boot mit den 8 Touristen nicht ihr Lokal angesteuert hat. Wir erklärten ihm, dass er seinem Chef bei der Rückkehr einfach sagen soll, dass wir darauf bestanden hatten, an dieser Stelle an Land zu gehen. Denn dagegen kann er nichts einwenden und Lin entsprechend auch keine Vorwürfe machen.

Gemütlich tuckerten wir wieder zurück in unsere Bucht und kamen dort um 16:15 Uhr an. Auf unserer kleinen Terrasse besprachen wir noch kurz, was jeder am nächsten Tag geplant hat zum Geburtstag unseres Bekannten Hans, der heute mit seinem Cousin und seiner Thai-Freundin Poan auf Koh Phangan angekommen war, wie wir durch seinen Anruf wussten. Er hatte bisher keinerlei Ahnung von Norberts und Annemies Ankunft, und Norbert freute sich schon jetzt wie ein kleines Kind darauf, ihn zum Geburtstag zu überraschen. Die anderen 4 schwangen sich wieder auf ihre Mopeds und machten sich auf den Rückweg zu ihrem Resort, während wir ein wenig lasen und uns anschließend um 19 Uhr wieder mit Schwägerin und Schwager bei Big Mama in ihrem „Thai Food Restaurant“ trafen. Wie bereits gestern bestellte Lilo auch dieses Mal wieder ihre „Fried vegetables with chicken“, ich dagegen wählte heute zum ersten Mal seit unserer Ankunft hier in Thailand „Tuna salad“ – und war absolut positiv überrascht, er schmeckte prima – und ich werde ihn mir garantiert wieder bestellen. Als Fremde das Lokal etwas neugierig und zugleich aufgrund seiner absoluten Einfachheit auch etwas misstrauisch beäugten, empfahl ihnen Norbert sofort spontan das Lokal als „sehr gut“. Sie blieben. Es waren Schweden und beim Abschied bestätigten sie, dass es ihnen sehr gut geschmeckt hat.

Auch heute ließen wir den Abend auf Annemies und Norberts Zimmer mit je einem kleinen Whisky-Cola ausklingen. In unserem Zimmer angelangt folgten wie gewohnt ein paar Zeilen vom Tagesablauf für dieses Tagebuch. Allerdings bin ich zu meinem Leidwesen längst nicht mehr aktuell, denn inzwischen hat sich schon ein Zeitverzug von 3 Tagen angesammelt, und das Erinnern fällt immer schwerer. Andererseits ist es mir wichtiger, die Zeit mit Freunden zu genießen, als ständig irgendwo zu sitzen und zu schreiben, während sich die anderen in geselliger Runde versammeln. So war unser Urlaubsverlauf ja auch garantiert nicht geplant gewesen. Als wir am 1. Februar starteten, stand längst nicht fest, ob wir Gerhard und Gundula während unserer Reise sehen werden, da sie noch nicht wussten, wo sie wann sein werden. Wir wussten nur, dass diese Bekannte zur gleichen Zeit in Thailand sein werden wie wir. Alles andere ergab sich dann hier vor Ort durch Absprachen per Telefon. Dass sich daraus so schöne gemeinsame Tage ergeben werden mit ihnen und ihren so sympathischen Berliner Freunden Dirk und Chrissi, die wir zuvor nicht kannten, konnten wir alle im Voraus nicht ahnen. Genau so wenig, dass Annemie und Norbert kommen werden und auch Hans mit Freundin Poan und Cousin Toni noch hier auf Koh Phangan zu uns stoßen werden.

All das schoss mir jetzt gerade noch einmal durch den Kopf – und als ich es Lilo erzählte, küssten wir uns und freuten uns darüber, so einen schönen Urlaub zu verbringen. Es gab in diesem Moment nur einen einzigen kleinen Abstrich am „Rund-Herum-Wohlfühlen“, nämlich die Erkenntnis, dass der Fan in unserem Zimmer nur unwesentlich etwas gegen die Wärme in dem kleinen Raum ausrichten konnte. Die vom Fan erzeugte Luftzirkulation war zwar angenehm, aber trotzdem schwitzen wir. Andererseits machte uns das beim Gedanken an die Temperaturen daheim ÜBERHAUPT nichts aus. Im Gegenteil, so gesehen genossen wir es sogar ;-). Wir schalteten das Licht aus und schliefen wieder gut.

Donnerstag, 01.  März – 30. Tag = 28. Urlaubstag: „My Way Bungalows“ Resort – auf Koh Phangan:

Gelungene Geburtstagsüberraschung, Torte für den Bäckermeister, gewichtiges Moped-Taxi, Mukata "All you can eat"-"Big-Bombui"-Tisch-Barbecue für 139 Baht, private Poolparty, privates Nacht-Taxi

Nach unserem üblichen Morgenablauf mit 9:30 Uhr aufstehen, Mango-Joghurt-Salat und gemütlichem „Den-Tag-Langsam-Anlaufen-Lassen“ klingelte um 10:30 Uhr das Telefon. Norbert wollte wissen, wann wir zu unserem Bekannten Hans fahren sollen. Die Vorfreude darauf, dessen überraschtes Gesicht zu sehen, wenn er zusammen mit Annemie auftauchte, war ihm schon richtig anzumerken. Wir beschlossen, uns gegen 15 Uhr ein Taxi zu nehmen und zu den anderen Vieren zu fahren in deren Milky Bay Resort, um von dort aus dann gemeinsam ins benachbarte Resort „Dew Shore Bungalow“ zu Hans zu ziehen.

Nach etwas Lesen überkamen Lilo, Annemie und Norbert Hunger, und so landeten wir gegen 13:30 Uhr wieder vor der Einfahrt unseres Resorts bei der nur von uns einfach so benannten „Big Mama“ in ihrem total einfachen Lokal, an dessen Eingang ein kleines Schild hängt: „Thai Food Restaurant“. Heute probierte auch Annemie den Thunfisch-Salat und war ebenfalls zufrieden, Lilo und Norbert wählten Fried Rice, ich einen Mango-Fruit-Shake. Gegen 15 Uhr spazierten wir zum Eingang des benachbarten Salad-Beach Hotels, wo der bestellte Minibus bereits wartete. Pro Person kostete die Fahrt 150 Baht bis zu unserem Ziel an der Baan Tai-Beach. Wir stiegen aus, und Lilo pirschte vor Richtung Beach, um nach Gerhard und Gundula Ausschau zu halten, denn Dirk und Chrissi hatten angekündigt, erst später zu kommen. Ich folgte Lilo in kleinem Abstand, während Norbert und Annemie etwas zurück blieben. Plötzlich rief Lilo mit Blick auf den Swimmingpool der Anlage: „Ja da sitzt ja das Geburtstagskind“. Sofort gab ich Annemie und Norbert ein Zeichen, schnell zu verschwinden. Denn sie wollten Hans ja bei seinem Bungalow überraschen. Lilo und ich überreichten ihm unser kleines Mitbringsel, begleitet mit einem herzhaften Drücken. Mit Gerhard und Gundula zogen wir 5 anschließend über den Strand zur nächsten Anlage, in der Hans einen Bungalow direkt am Pool gemietet hatte. Zum Anlass seines Geburtstages war er aus einem der 1.000 Baht Bungalows weiter hinten, wo Toni noch wohnte, mit seiner Freundin Poan nach vorne in den geräumigen Air-Condition-Bungalow am Pool gezogen. Wir begrüßten Poan, Toni kam, und dann wurde ein Geburtstagsständchen auf der Terrasse des Bungalows angestimmt. Plötzlich ertönte eine tiefe Bassstimme. Norbert – mit Operations-Haube leicht verkleidet – und Annemie mit Kopftuch tauchten wie Bungalow-Suchende auf. Zuerst schaute Hans etwas ungläubig in ihre Richtung und dachte wohl schon, seine Party würde in dem Moment durch 2 Touristen gestört. Doch dann erkannte er beide. Er stand fassungslos da – und begann dann herzhaft zu lachen. Damit hatte er nicht gerechnet. Die Geburtstags-Überraschung war mehr als gelungen. Im Verlauf des ganzen Nachmittags und Abends schüttelte er immer wieder lachend den Kopf.

Um 18 Uhr wurde die Party in ein Restaurant verlegt. Dieses lag gut einen Kilometer entfernt in Richtung Tong Sala und öffnete um 6 pm. Hans und Toni starteten ihren persönlichen Moped-Taxi-Service. Beide Schwergewichte – Toni bringt bei 1,93 Meter stolze 140 Kilo auf die Waage – fuhren die aus insgesamt 11 Personen bestehende Geburtstagsgesellschaft nacheinander mit ihren Gefährten zum Lokal, dem Win Win Hotpan B.B.Q. Restaurant. Obwohl wir uns als einigermaßen gute Thailand-Kenner bezeichnen können, wartete dort für Annemie und Norbert, aber auch für Lilo und mich etwas absolut Neues. Lange Tische mit runden Löchern, in denen kleine Brennstellen mit Kohlen versenkt waren für ein gemütliches Barbecue am/im Tisch. Wir waren eingeladen zu MUKATA (so jedenfalls wird es ausgesprochen). Für 139 Baht kann hier jeder so viel essen, wie er will. Getränke sind extra zu bezahlen. An einem langen Buffet konnte sich jeder Fisch und Fleisch und Gemüse und Nudeln und Reis, Eier oder Pilze und vieles mehr aussuchen, so viel und so oft wie er wollte. Kurz nach unserer Ankunft war das Lokal bis auf den letzten Platz besetzt, überwiegend mit Thailändern, aber diesen Geheimtipp kannten, wie zu sehen, auch schon etliche Touristen. Über die Feuerstellen mit glühenden Kohlen wurden runde silbrige Grill-Vorrichtungen gestellt, die ausschauten, als wären sie aus Alu. Sie bestanden aus einer etwa 25 Zentimeter durchmessenden runden und anfangs oben mit einem Speck-Würfel bestückten Halb-Kuppel, die kleine Löcher aufwies und unten am Rand rund herum in eine geschlossene halbrunde Wölbung überging. Es sah aus wie ein großer, rund gewölbter, silberner Hut mit einer großen runden nach oben auslaufenden Krempe mit 2 Griffen zum Anheben. Auf die Halbkugel mit den Löchern wurden zum Beispiel Fisch und Fleisch zum Grillen gelegt, in die rundum verlaufende Wölbung wurde eine Art Gemüse-Fleisch-Fond gegossen. Hierin landeten Nudeln, Reis, Gemüse, Scampis, Eier usw. und dir Brühe wurde immer wieder neu aufgegossen. Während oben über den glühenden Kohlen also 3 Personen ihre Auswahl grillen konnten, entstand außen im Rund durch die darin bereiteten Speisen eine immer bessere und kräftiger werdende Suppe. Meine Grill-Auswahl, bestehend aus Rindfleisch, Schweinefleisch, Hähnchen-Fleisch, Leber, Schinken und Tintenfisch schmeckte prima. Nachdem ich zuerst einmal von allem ein wenig probiert hatte, fasste ich anschließend noch 2x bei meinen Favoriten nach. Bei den anderen konnte ich das gleiche Vorgehen beobachten. Am Ende probierte ich auch noch eine der Nachspeisen, ein etwas wässrig schmeckendes Eis. Ein Bällchen reichte, denn ich wollte mir dadurch nicht den guten Gesamtgeschmack verwässern.

Gegen 22 Uhr waren wir alle absolut zufrieden und nahezu jeder eher übersättigt. Garantiert benötigten die Mopeds von Hans und Toni für den Rücktransport zu ihrem Resort mehr Benzin als für die Hinfahrt zum Restaurant – aufgrund von deutlich gestiegenem Gewichtsaufkommen der prall gefüllten Bhung Bui's (thailändisch für „dicker Bauch“, wie schon einmal erwähnt, hört sich ausgesprochen meistens an wie Bombui – oder in der Steigerung: Big Bombui).

Am und im Pool wurde weiter gefeiert bis nach Mitternacht. Poan begleitete anschließend Annemie, Norbert, Lilo und mich zur Straße, um uns zu helfen, ein Taxi zu finden. Während jedoch am Tag die Straße nur so wimmelte von Fahrzeugen, war es jetzt absolut ruhig. Innerhalb von 5 Minuten fuhren nur ein paar Mopeds an uns vorbei. Dann näherten sich Autolichter, es war jedoch kein Taxi. Trotzdem hielt der Fahrer an und fragte, ob er uns helfen könne. Für den normalen Taxi-Preis von 600 Baht, 150 pro Person, bot er an, uns zum Salad Beach Resort zurück zu fahren. Wir waren erleichtert und willigten natürlich sofort gerne ein. Er war sehr nett und erzählte uns während der Fahrt, dass er hier auf Koh Phangan geboren ist, wie auch seine Vorfahren. Heute Abend sei er zufällig an dem Resort von Hans vorbei gekommen, weil er in der Nähe wohne. Und da er Zeit habe und das Geld gut brauchen könne, fahre er uns gerne heim. Nach der guten, kurzweiligen und unterhaltsamen, etwa 35 minütigen Fahrt setzte er uns vor unseren Resorts ab und bedankte sich für den vereinbarten Fahrpreis. Inzwischen war es 01:30 Uhr, und wir alle freuten uns jetzt auf unsere Betten.

Gerade als wir die Treppen zu unserem Bungalow hoch stiegen, erkannten wir aus dem durch den Halbmond auf‘s Meer geworfenen und zu uns herüber schimmernden silbernen Schein im Halbdunkel vom Strand her auf uns zukommend einen Schatten. Es war einer der beiden neuen thüringischen Nachbarn, die in der zweiten und näher zum Stand liegenden Hälfte des Doppel-Bungalows wohnten. Er erzählte uns, dass sein Freund eine Einheimische kennengelernt habe am Strand und mit ihr noch etwas flirte. Spontan schlug Lilo ihm vor, für die beiden doch das Zimmer zur Verfügung zu stellen und selbst in der Hängematte auf dem Balkon zu schlafen. Er jedoch fand diesen Vorschlag nicht wirklich gut und lustig, musste aber ebenfalls darüber lachen, und wir wünschten uns gegenseitig eine gute Nacht.

Freitag, 02.  März – 31. Tag = 29. Urlaubstag: „My Way Bungalows“ Resort – auf Koh Phangan:

Pfannkuchen-Krokodil, eingeschränktes "Nicht mehr ganz dicht"-Schnorchel-Vergnügen, Lady slepps, herzliche familiäre Atmosphäre im Grandma-Restaurant, Lin-Dinner, Boys bei Big Mama, Burmesen-Gesang

Heute begann der Tag wieder mit lautem Heulen der Kinder im Nachbar-Bungalow. Womöglich bedeutet die Hitze – in Verbindung mit den gesundheitlichen Problemen – für die Kleinen, insbesondere für den Jungen, eine größere Belastung als von den Eltern ursprünglich erwartet.

Kurz vor 10 Uhr schlenderten Lilo und ich über den Strand ins Nachbar-Resort, um zu schauen, ob wir Annemie und Norbert dort beim Frühstücken finden. Und genau so war es. Sie saßen zusammen mit zahlreichen anderen Gästen auf der Außenterrasse, über der eine in vielen Hotels zu sehende fröhliche Koch-Figur einladend lächelte. Durch die geöffnete Front brachte mich Norbert sofort in das Restaurant-Innere zu der Stelle, an der sich die Gäste Eier oder Pfannkuchen zum Frühstück anrichten lassen konnten. Als Kellner erfüllte Nai Nai die Wünsche der Gäste. Wie Lin und das komplette übrige Personal stammt er aus Burma. Und nun zeigte er uns, was er „zaubern“ kann. Innerhalb kürzester Zeit hatte er viele filigrane Einzelteile aus Pfannkuchen-Teig geformt und fügte diese nun zusammen. Es war ein perfektes Krokodil, dem er mit seiner Kelle auch noch das Maul öffnete. Darin platzierte er das letzte Teil von seinem Backblech, einen Haifisch. Ein Kunstwerk von einem 23-jährigen Künstler, der so offen und herzlich dabei lächelte und immer wieder auch offen lachte, dass richtig zu sehen war, wie die Arbeit auch Spaß machen kann. Als er bemerkte, wie begeistert ich war – ich applaudierte – schenkte er mir sein Kunstwerk – mit Schokosoße verziert. Der lange Schwanz passte gar nicht mehr auf den Teller und baumelte seitlich herunter, gestützt von meiner Hand. Ich musste mich direkt überwinden, dieses Meisterwerk aus Teig zu zerstören.

Wir 4 saßen noch kurz auf der Terrasse zusammen und erinnerten uns beim Blick auf die Uhr, dass Gerhard, Gundula, Dirk und Chrissi gerade auf die Fähre gehen, um nach Koh Samui und in Peters Haus zurück zu kehren. Wir dagegen beschlossen, heute einen ruhigen Tag einzulegen und jeder zog sich wieder zurück. Nach einem Blick ins Internet und dem Löschen etlicher neuer Werbe-Mails und sonstigen Mülls, der sich wieder im E-Mail-Postfach angesammelt hatte – zum Glück gab es keine persönliche Mitteilung und somit auch nichts Beunruhigendes – schaffte ich nur ein wenig Text für das Tagebuch. Dann verließ mich die Lust aufs Schreiben und ich wechselte lieber zu etwas Geschriebenem, meinem Buch „Dickicht“, einem Thriller von Scott Smith. Während Lilo es in 3 Tagen ausgelesen hatte, dümple ich seit Phuket damit herum und bin gerade mal bei Seite 220 angelangt, obwohl ich es spannend finde.

Nach einigen Seiten packte mich plötzlich die Lust, raus ins Wasser zu gehen und zu schnorcheln. Lilo dagegen beschloss, sich massieren zu lassen. Als ich aus dem Zimmer kam im Tauchgewand (Neopren-Anzug, geschlossene Badeschuhe, Taucherbrille und Schnorchel), lag sie bereits auf der Matte im Massage-Häuschen vor unserem Bungalow – bei einer Ölmassage für 300 Baht. Bereits nach einigen Metern, ich stand nicht einmal bis zu den Knien im Wasser, legte ich mich flach auf die Wasseroberfläche. Mit den Händen konnte ich locker den feinen weißen Sandboden unter mir berühren. Langsam begann ich mit dem Kopf unter Wasser und über den Schnorchel atmend nach vorne zu gleiten. Neben wenigen schwarzen Seeigeln, die ihre Stacheln so wunderschön dicht und zugleich auch gefährlich aufgestellt hatten und um die ich einen Bogen schwamm, damit mein Bauch aufgrund seines „Tiefgangs“ in dem flachen Wasser keine Erinnerungsspuren erhält, entdeckte ich durch die Taucherbrille vor allem zahllose, teils kleine, teils bis zu einem Meter lange Wassergurken. Je weiter ich den Strand hinter mir ließ, desto mehr schön gezeichnete Fische waren zu sehen, wenn auch nicht allzu viele. Jetzt war ich vom Tauchgang bei Koh Mah verwöhnt, auf Koh Raya wäre ich noch froh gewesen, so viele Fische zu sehen, denn da waren es bei dem geschilderten Korallenriff deutlich weniger. Aber immer wieder zeigte sich ein Problem mit der Tauchbrille. Obwohl ich jedes Mal nach dem Säubern und Aufsetzen durch die Nase die Luft ansog, damit sie sich richtig auf die Gesichtshaut presst und wasserdicht abschließt, drang schon nach wenigen Metern wieder Wasser hinein. Deshalb wählte ich jedes Mal eine Stelle mit weißem Sand, um stehen zu bleiben. Auch hier, rund 100 Meter vom Strand entfernt, reichte mir das Wasser beim Hinstellen erst bis zum Brustkorb, obwohl ich nicht groß bin. Das Problem mit dem Wassereindringen in die Taucherbrille konnte ich nicht in den Griff bekommen, es sorgte mehr und mehr dafür, dass der Genuss an diesem Schnorchelgang verloren ging. Und so drehte ich nach einer halben Stunde enttäuscht ab und schwamm wieder Richtung Strand und Resort, immer wieder unterbrochen von den Pausen zum Ausleeren der Taucherbrille. Von Meter zu Meter nervte es mehr auf dem Rückweg – und wurde immer schlimmer. Kaum dass ich 10 Meter voran kam, stand das Wasser wieder bis unter die Augen. Zum Glück war es mir nicht zum Heulen, sonst wäre die Brille übergelaufen ;-).

Bei meiner Rückkehr am Strand lag Lilo immer noch auf der Matte. Als ich sie ansprach und sie nicht reagierte, flüsterte mir die weiterhin massierende und knetende Thailänderin in mittlerem Alter leise und lächelnd zu: „Lady sleeps“.

Kurz nachdem ich in unserem Bad erst mich und dann den Neopren-Anzug abgeduscht hatte, erschien auch Lilo. Sie hatte sich richtig entspannen können – und jetzt Hunger. Und so beschlossen wir bei – trotz Wolken – immer wieder stechend herunter brennender Sonne heute etwas weiter zu laufen, an Big Mama vorbei zum „Grandma-Paem-Restaurant“.  Es befindet sich circa 300 Meter weiter oben am linken Straßenrand in einem allein stehenden Haus und ist nur schwer als Restaurant zu erkennen, da es etwas zurück versetzt zur Straße liegt und man zuerst einmal ein paar Treppenstufen hinauf steigen muss, um überhaupt etwas vom Restaurant zu sehen. Nur ein kleines Hinweisschild am Eingang deutet darauf hin. Entsprechend waren wir auch die einzigen Gäste – bis auf ein paar Moskitos.

Der Chef brachte sofort eine grüne, angezündete und langsam vor sich hin glühende und rauchende Spirale gegen Moskitos und stellte sie bei unserem Tisch auf den Boden. Das thailändische Fernsehprogramm schaltete er um auf einen Musik-Sender mit internationalen Musikvideos und drehte den Bildschirm zu uns. Nach unserer Bestellung brachte er uns gleich die gut gekühlten Getränke und verschwand danach in der Küche. Circa 15 Minuten später erschien er wieder mit unserem Essen. Ich genoss einen sehr guten Squid-Salad, während Lilo mit ihrem „Red Curry with Rice“ ebenfalls sehr zufrieden war mit ihrer Wahl. Anschließend kam bei unserem Aufbruch auch noch die Frau des Besitzers dazu. Auch die alte Mutter war im hinteren Bereich des Lokals aktiv. Wir erfuhren, dass sie bereits 81 Jahre alt ist und noch immer mit hilft. Der Besitzer und seine Frau interessierten sich dafür, woher wir kommen. Sie kannten „Bayern München“. Nach etwas Smalltalk bedankten sie sich ganz herzlich für unseren Besuch. Es war ein wirklich guter, herzlicher, sehr persönlicher und familiärer Restaurant-Besuch, den ich jedem empfehlen kann, der hier Urlaub macht, die normale einfache Thai-Küche liebt und mal etwas abseits von der Laufkundschaft in einem familienbetriebenen kleinen Lokal gut essen will. Zumindest bei unserem Besuch war dies der Fall.

Auf dem Rückweg trennten wir uns. Lilo hatte rechts einen Berg entdeckt, den sie noch nicht ausgekundschaftet hatte. Kurz darauf erschien sie wieder beim Bungalow. Inzwischen hatte sie sich auch noch im Meer abgekühlt von ihrem „Bergsteigen“. Jetzt benötigte sie einen kleinen Mittagsschlaf, obwohl es bereits späterer Nachmittag war. Als ich nach einer halben Stunde etwas aus unserem Zimmer brauchte, wachte sie wieder auf und warf mir schlaftrunken und nicht wirklich ernsthaft vor, dass ich sie nicht einmal richtig schlafen lassen würde in diesem Urlaub. Sie stand wieder auf – und jetzt sank ich müde aufs Bett und döste ebenfalls für eine halbe Stunde weg. Als ich erwachte, war es bereits 17:30 Uhr. Kurz darauf meldeten sich Annemie und Norbert. Sie hatten Lin in ihrem Resort, seinem Arbeitsplatz, zum Essen eingeladen und freuten sich, als ich mit meiner Kamera auftauchte, um mit aufgesetztem Blitzlicht ein paar Erinnerungs-Fotos aufzunehmen.

Lilo und ich waren zwar eigentlich satt, aber der Geselligkeit halber bestellten wir dann doch noch etwas, um nicht als Einzige ohne Essen am Tisch zu sitzen. Lin saß stolz bei uns an der geschmückten Tafel, während seine Kollegen uns bedienten. Trotzdem wirkte er bedrückt. Im Verlauf des Abends erfuhren wir, dass er mit seinem Leben hier in Thailand nicht zufrieden ist und großes Heimweh nach seinem Herkunftsland Burma hat. Fast alle Bedienungen, die wir hier antrafen, stammen aus Burma. Sie sind als Arbeitskräfte billiger als Thailänder und deshalb begehrt. Als es ans Verabschieden ging, weil Annemie und Norbert morgen Früh abreisen, übermannte es Lin und er begann in den Armen von Norbert zu schluchzen. Kurz darauf hatte er sich wieder gefangen.

Norbert schlug vor, dass wir 4 uns noch einmal bei Big Mama treffen. Dorthin lud er auch die jungen Kellner und Kollegen von Lin ein, die ihn in bei diesem Urlaub im Salad Beach Resort bedient hatten. Sie kamen um 23 Uhr nach ihrem Feierabend zu 5. auf einen Drink, und Big Mama ließ uns bis 23:45 Uhr sitzen, obwohl sie normalerweise um 23 Uhr schließt. Die Jungs bedankten sich bei Norbert und erzählten uns beim Abschied, dass sie jetzt noch auf eine Party gehen bei „Jack“. Wir verabschiedeten uns von Annemie und Norbert nur bis zum nächste Morgen, weil wir sie beim Frühstück noch einmal treffen wollten vor ihrer Abreise.

Während die beiden müde Richtung Resort und Bett davon spazierten, schlenderten Lilo und ich bei Mondschein zurück zu unserem Bungalow. Aber jetzt machte sich der Nachmittagsschlaf bemerkbar. Wir waren überhaupt noch nicht müde, über uns schien der zunehmende Mond, vor uns plätscherte das Meer leise an Land, und wir ließen diese romantische Stimmung richtig auf uns wirken. Vorbei an unserem Bungalow schlenderten wir zum vom Mondlicht in einen schwachen silbernen Schleier gehüllten Strand und spazierten barfuß, die Schuhe in der Hand, nach links am Meer entlang. Nach ungefähr 200 Metern kam uns plötzlich aus dem Halbdunkel Lin mit einem Begleiter entgegen. Wir grüßten ihn kurz und spazierten weiter im noch immer warmen Sand. Als vor uns nur noch eine einzige Lampe bei einem Resort zu sehen und ansonsten alles ins mondbeleuchtete Dunkel gehüllt war, beschlossen wir umzukehren.

Auf halben Weg zurück kam uns wieder Lin entgegen, dieses Mal ohne Begleitung. Wir fragten ihn, wohin er gehe. Er antwortete: „Party“. Wir fragten: „Jack“. Er lächelte, nickte und fragte uns, ob er uns zeigen soll, wo das ist. Wir waren sofort dabei und Lin führte uns zu einer Kneipe, die sich in der 2. Reihe der Häuser am Strand befand. Deshalb hatten wir sie nicht entdeckt. Auf dem Boden um kleine runde Tische geschart hatten sich dort eine Handvoll junge deutsche und andere Touristen versammelt – und nahezu alle burmesischen Kellner, die wir vom Salad Beach Resort her kannten. Uns verriet es der „Duft“, später sahen wir es – in der Touristenecke kreiste gerade ein Joint. Währenddessen stimmten 2 der burmesischen Jungs mit Gitarren ein uns unbekanntes Lied an und plötzlich sangen alle Burmesen aus vollem und sicher auch sehnsüchtigem Herzen ein allen offensichtlich mit jedem Wort des Textes bekanntes burmesisches Lied. Wir waren richtig ergriffen von der Inbrunst ihres Gesangs. Wie es aussah, erlebten sie hier in der Fremde so an manchen Abenden nach der Arbeit zusammen ein Stück Heimat und gemeinsamer Geborgenheit.

Nachdem Nai Nai, der Pfannkuchen-Künstler, sich kurz zu uns gesetzt hatte, mit uns in gutem Englisch noch etwas über seine Arbeit und seine Heimat plauderte und anschließend wieder in den Kreis seiner am Boden sitzenden Kollegen zurück kehrte, bezahlten wir und verabschiedeten uns. Wie gestern war es auch heute bei unserer Heimkehr wieder 01:30 Uhr, nach einem wiederum sehr schönen, aber im Vergleich zu gestern vollkommen anderen Urlaubstag. 

Samstag, 03.  März – 32. Tag = 30. Urlaubstag: „My Way Bungalows“ Resort – auf Koh Phangan:

Erneutes Pfannkuchen-Kunstwerk, Familien-Abschied, "Solly, need Gasoline", Berg- und Tal-Moped-Fahrt, fast menschenleere Traumstrände, Bermuda-Dreieck-Resort – nach Sonnenbrille auch Mütze verschwunden, Lady-Moskito-Massage, Supersofa, Einheimischen-Einladung, auslaufendes Benzin – Moped-Schieben und -Reparatur

Als ich in der Früh aufwachte und vorsichtig das Moskitonetz verließ, um auf die Toilette zu gehen, erwachte auch Lilo und fragte nach der Uhrzeit. Es war 08:05 Uhr. Nach meiner Morgentoilette stand auch Lilo auf und verschwand im Bad. Kurz nach 9 Uhr wanderten wir über den Strand die 10 Meter zum Nachbar-Resort und erblickten sofort Norbert auf der Terrasse. Er und Annemie kamen gerade zum Frühstück.

Kaum hatten wir uns nach der Begrüßung gemütlich an einem Tisch auf der Terrasse nieder gelassen, fielen die ersten Regentropfen. Wir trafen blitzschnell die Entscheidung, ins Restaurant-Innere zu wechseln - und ließen uns an einem freien weißen Plastik-Tisch in der Nähe der Rezeption nieder, direkt neben 2 der kleinen lustigen Tonpuppen, die hier überall in den unterschiedlichsten Motiven zu finden sind. Unsere spontane Wechsel-Aktion sollte sich schnell als für mich unglücklich erweisen, denn nach nur wenigen Minuten mit genau so wenig Regen hatte es schon wieder aufgehört. Doch jetzt waren draußen alle Tische besetzt. Was jedoch für mich weitaus gravierender war: Während alle rundherum ohne jegliche Probleme und unbehelligt zusammen saßen mit kurzen Hosen und zum Teil nur mit Muskelshirts, schwirrten um mich, obwohl mit dreiviertellangen Hosen und langärmeligem Shirt bekleidet, wohl sämtliche Moskitos der ganzen Anlage. Ich hatte mich nicht eingesprüht und konnte mich noch so sehr mit Fuchtelbewegungen und ständig stampfenden Beinbewegungen wie bei einem Drummer mitten im Schlagzeugsolo wehren. Innerhalb von 5 Minuten spürte ich schon rund 8 Stiche. Sie flogen Warteschleifen über mir und umkreisten mich in Schwärmen. Jetzt weiß ich auch, warum es „Schwärme“ heißt: Sie schwärmten ganz offensichtlich für die besondere Qualität meines Blutes. Entnervt flüchtete ich aus dem Restaurant-Inneren ins Freie auf die Terrasse.

Hier fand ich einen freien Tisch. Die anderen folgten. Plötzlich winkte Norbert, dass ich noch einmal ins Restaurant kommen soll. Dort fertigte Nai Nai gerade ein neues Kunstwerk als Pfannkuchen an, eine herrliche Blume. Meinen Fotoapparat hatte ich dabei. Am Abend zuvor hatte ich ihm versprochen, ein Bild zu machen und es ihm an die Adresse eines Kollegen zu schicken, der mir seine E-Mail-Adresse aufschrieb, als wir bei Big Mama zusammen saßen. Nachdem ich Nai Nai mit seinem Kunstwerk aufgenommen hatte, überreichte er mir stolz und lachend sein Werk. Mit mir applaudierten auch andere Gäste, die für ihre Pfannkuchen oder gebratenen Eier anstanden. Am Tisch fiel es mir erneut schwer, nun schon das zweite zierliche Pfannkuchen-Gebilde und Meisterwerk dieses jungen Künstlers zu zerstören und einfach so Stück für Stück in meinem Schlund verschwinden zu lassen. Aber dann ließ ich es mir doch schmecken mit etwas Erdbeer-Marmelade.

Und schon war die Zeit zum Verabschieden gekommen. Annemie und Norbert fahren heute um 11 Uhr mit der Fähre nach Koh Samui zum Schwager Peter. Wir umarmten sie herzlich und gingen wieder zurück zu unserem Bungalow. Dort packten wir alles zusammen und zogen dann los zum Einkaufsshop links von Big Mama. Den betreibt ihre Schwester und mit der hatten wir bereits über das Mieten eines Mopeds gesprochen. Sie verlangte den üblichen Preis von 200 Baht für 24 Stunden – und einen unserer Reisepässe als Sicherheit. Vor dem Start mussten wir gleich bei der Vermieterin für 50 Baht eine nicht einmal komplett gefüllte 0,7 Liter Gasoline-Flasche kaufen und einfüllen, da sie uns erst nach Vertragsabschluss mitteilte: „Solly, need Gasoline, is empty“. Der Tank war also leer und wir hatten gar keine andere Möglichkeit als ihr eine Flasche Sprit abzukaufen. Damit hatte die geschäftstüchtige Vermieterin gleich noch einen kleinen Zusatzverdienst.

2 Polinnen sahen uns beim Mieten zu und fragten uns anschließend, ob Insurance, also eine Versicherung mit eingeschlossen sei im Mietvertrag. Die Besitzerin hörte mit und stürmte gleich mit ihrem entschuldigenden und vom bekannten „Solly“ begleiteten Lächeln heraus und erklärte: „Solly, no insurance, not possible for so many people every day.“  

Obwohl der Himmel Richtung Süden etwas bewölkt war, starteten wir Richtung Tong Sala und Ban Haad Rin, wo die Fullmoon-Party immer stattfindet.

Schon nach wenigen Metern konnte ich feststellen, dass unser Moped mit Automatik nicht wirklich ein Power-Gefährt war. Nur mit Anlauf schafften wir die steileren Straßen-Passagen. Und so hatten wir auch keine Chance mehr anzufahren, als ich kurz vor einer Kuppe am Berg hielt, um ein Foto von der Haad Yao Beach-Bucht aufzunehmen. Lilo musste das von mir beabsichtigte Foto von der Bucht aufnehmen, während ich trotz des kräftigen Anziehens beider Handbremsen das Moped nur durch mein Drücken nach oben gegen den Berg am Platz halten und vor dem Wieder-Zurück-Rollen hindern konnte. Die Bremsen allein reichten dafür nicht aus. Nach dem erneuten Starten unseres Gefährts musste ich die wenigen Meter bis zur Spitze dieser Bergkuppe alleine hochfahren. Lilo folgte nach den Aufnahmen zu Fuß bis zum Scheitelpunkt der Straße.

Wir beschlossen, nicht mehr mitten an einem der steilen Hügel anzuhalten, es sei denn, wir würden bergab fahren. Aber dann hätten wir das Moped wahrscheinlich bei diesen Superbremsen gar nicht mehr zum Stehen gebracht. Außerdem musste man bergab den Schwung mitnehmen, um die nächste Bergkuppe wieder zu schaffen. Aus unseren Erfahrungen heraus fuhren wir lieber sehr vorsichtig, zumal gerade in Kurven immer wieder feiner Sand auf der Straße lag. Hier war es nicht ungefährlich, mit einem Moped zu reisen, auf dessen Bremsen man sich nicht einmal verlassen konnte. Die Geschwindigkeitsanzeige funktionierte sowieso nicht, genau so wenig wie die Kilometer-Anzeige, die sich ebenfalls nicht rührte. Auf jeden Fall wurde so das Moped kilometermäßig „nicht älter“.

Nach 2-3 dieser steilen Hügel wurde es flacher. Wir fuhren die Küstenstraße entlang und hielten nun immer wieder an Stellen mit schöner Aussicht, so auch bei einer Bucht, in der 2 Land-Stege etwa 100 Meter ins Meer ragten und dazwischen etliche Fischerboote im dadurch etwas geschützten „Hafen“ lagen. Beim letzten Stopp vor den Toren von Tong Sala hielten wir in einer kleinen Bucht, in der rechts „Best View Bungalows“ angeboten wurden. Hier konnte man sich abgeschieden in einfachen Bungalows für 400-500 Baht einmieten. Außer einigen streunenden Hunden war am Strand nur ein Fischer zu sehen, der bei seinem Boot mit einem kleinen Mädchen spielte, wohl seiner Tochter.

So war es bereits nach 13 Uhr, als wir Tong Sala erreichten. Allerdings stand in Tong Sala die Tanknadel schon wieder bedrohlich nahe beim roten Strich. Deshalb fuhren wir zu einer Tankstelle und ließen den kleinen Tank bis zum Rand füllen. Knapp 3 Liter passten hinein für 120 Baht, der Liter Gasoline 91 kostete rund 44 Baht.

Von hier aus war es nur noch rund 1 Kilometer bis zum Milky Bay Resort. Im Nachbar-Resort „Dew Shore Bungalow“, in dem Hans & Co. wohnten, fragten wir, ob einer der Bungalows, in denen Toni für 1.000 Baht mit Air-Condition, Kühlschrank und sogar TV wohnte, frei wäre. Denn inzwischen spielten wir mit dem Gedanken, noch einmal umzuziehen, um am 8. März nicht so weit vom Fullmoon-Fest entfernt zu sein und in der Nacht auch nicht den weiten Weg wieder zurück zu müssen. Zumal wir am nächsten Tag wieder zurück nach Tong Sala wollten, weil wir planten, an diesem 9. März zu Lilos Bruder Peter nach Koh Samui zurück zu kehren. Es gab freie Bungalows. Lilo fragte auch gleich, ob ihre Sonnenbrille gefunden worden sei, die sie bei der Geburtstagsparty bei Hans verloren bzw. wahrscheinlich am Pool vergessen hatte. Leider war nichts gefunden worden.

Als sie sich wieder zu mir aufs Moped setzte, fragte sie, ob ich ihr Jeans-Kappi habe, ihre geliebte braune Jeans-Mütze, die sie in Berlin gekauft hatte mit der Aufschrift „Berlin“, was Dirk und Chrissi sofort fasziniert registriert hatten. Kurz vor dem Tanken hatte sie es abgenommen, damit es nicht vom Fahrt-Wind davon geblasen wird und zwischen sich und mich gesteckt. Es war weg. Langsam wurde mir dieses Resort hier unheimlich. Jetzt erlebten wir hier schon zum 2. Mal, dass Lilo etwas verloren ging. Spontan schoss mir in den Kopf, dass ich dieses Resort für uns in „Bermuda-Dreieck“ umbenenne, wenn hier einfach Dinge spurlos verschwinden. Wir fuhren die Strecke bis zur Tankstelle noch einmal zurück und ließen unsere Blicke über die Straße schweifen. Aber weder unterwegs noch an der Tankstelle selbst war die Mütze zu finden. So kehrten wir wieder um und machten uns auf den Weg nach Ban Haad Rin, unserem eigentlichen Ziel bei dieser Fahrt.

Kurz bevor wir den Ort erreichten, besichtigte Lilo eine Bungalow-Anlage am Meer. Auch hier gab es noch freie Zimmer bis zum 9. März. Bei 7 Eleven kauften wir ein kühles Sprite als Erfrischung und schlängelten uns kurz darauf zum Pier an der Sundown-Beach. Wir entdeckten, dass auch von hier aus mehrmals täglich ein Fährverkehr zu Big Buddha besteht. Wir könnten also auch von hier aus zurück nach Koh Samui und müssten gar nicht nach Tong Sala. Auf unsere Frage, wo die Fullmoon-Party stattfindet, erfuhren wir, dass wir die schmale, nur wenige 100 Meter breite Landzunge durchqueren müssen auf die andere Seite zum Sunrise-Beach. Dort angekommen war sofort klar, dass sich hier das „Party-Leben“ abspielt. Am breiten Sandstrand waren viele junge Leute versammelt, es wurde Volleyball gespielt, Frisbee-Scheiben schwirrten durch die Luft, Musik dröhnte über den Strand. Hier war auch jetzt, in der ‚Nicht-Party-Zeit‘ Party angesagt. Als Lilo bei einem der großen Lokale, bei „Tommy“ anfragte, erfuhr sie, dass alle Zimmer – ab 2.800 Baht aufwärts – bereits komplett ausgebucht sind.

Gerade als wir uns um 14:30 Uhr im Schatten etwas ausruhten und einen Schluck tranken, rief Norbert an. Als Annemie und er bei Peter eintrafen, war niemand zu Hause. Peter fuhr, begleitet von Gerhard und Gundula, am Vormittag ja Dirk und Chrissi zum Flughafen. Sie mussten heute heimreisen, das wussten wir. Norbert hatte deshalb beschlossen, erst um 14 Uhr zum Haus zu kommen, in der Annahme, dass dann alle wieder versammelt sind. Aber wie sich später heraus stellte, hatte Peter Hunger. Gerhard und Gundula, die ja von Norberts Überraschungsplan wussten, konnten ihn nicht davon abhalten, noch essen zu gehen. Und so warteten Norbert und Annemie, und warteten und warteten… .

Kurz darauf rief Hans an. Sie waren heute im Nordosten unterwegs mit ihren Mopeds und buchten dort 2 Bungalows an der Bottle Beach, an der wir nach dem Schnorcheln bei unserer Longtail-Bootsfahrt kurz gehalten hatten. Für die Fahrt hatten sie sich extra stärkere 125er Mopeds gemietet, was laut ihrer Schilderung auch dringend notwendig war.

Wir machten uns wieder auf den Rückweg und hielten noch einmal bei dem Resort, das Lilo sich schon auf dem Hinweg angeschaut hatte. Jetzt schauten wir uns aber nicht die zuvor bereits besichtigte Anlage „Sun Beach Resort“ auf der linken Seite an, sondern die direkt rechts daneben  gelegenen Bungalows vom „Starlight Haadrin Bungalows“-Resort. Die Dame von der Rezeption zeigte uns zuerst einen ziemlich großen Bungalow in 2. Reihe zum Strand – für 1.500 Baht und danach einen etwas kleineren, ebenfalls schönen Bungalow mit Air-Condition und TV für 1.000 Baht. Wir beschlossen, diesen zu nehmen und vereinbarten mit ihr, abends anzurufen, wenn wir in unserer derzeitigen Unterkunft geklärt haben, ob wir früher ausziehen können, trotz geplantem Aufenthalt bis zum 9. März.

Von hier aus mussten wir mit unserem Moped wieder „Anlauf“ nehmen für den ersten der folgenden Anstiege auf dem Weg zurück nach Tong Sala. Auf der Kuppe hielten wir. Hier entstand gerade ein riesiges Gebäude mit unzähligen Verzierungen. Auf einem Brett, das über einen Graben führte, kletterten wir in die Baustelle. Rund 10 Burmesen arbeiteten darin, hämmerten aus dem Beton feine Skulpturen heraus und standen in luftiger Höhe ungesichert nur auf den Rohren des Gerüsts, um die Decke entsprechend zu verzieren. Als Schutz vor dem Betonstaub trugen einige um den Kopf gewickelte Tücher, so dass nur noch die ungeschützten Augen zu sehen waren. Später erfuhren wir von einem Taxifahrer, dass hier eine Hotelanlage im Stil eines kombodschanischen Tempels entsteht.

Unser nächster Halt war bergab bei einem sogenannten Viewpoint. Die Aussicht war herrlich und eine Thailänderin, die hier die Rezeption für das am Hügel gelegene Resort führte, erklärte uns, wir sollen vorsichtig fahren. Gerade heute sei direkt hier am Berg ein Unfall passiert, bei dem ein Europäer mit dem Moped in ein Thai-Auto gefahren und anschließend verletzt ins Krankenhaus gebracht worden sei. Zwar sei er nicht schwer verletzt gewesen und ein Doktor für 1.500 Baht hätte sicherlich völlig ausgereicht, aber mit der Ambulanz habe man ihn halt ein wenig abzocken können, und jetzt belaufe sich die Rechnung stattdessen auf 16.000 Baht.

Bald wurde es wieder flacher. Als wir Höhe Ban Kai Beach an einem Massage-Salon vorbei fuhren, beschlossen wir ganz kurzfristig, umzukehren und uns eine Massage zu gönnen. Lilo wählte Thai-Massage, ich Ölmassage. Ihre 37-jährige Masseuse massierte sie sehr gut. Lilo war ganz begeistert und erhielt von ihr ein Riesen-Kompliment: „You are a power-lady“ meinte die junge Thailänderin voller Anerkennung beim Massieren ihrer Muskeln und Sehnen. Meine Ölmassage bei einer etwas älteren und lustigen Thailänderin war ebenfalls gut, allerdings hatte ich auch schon bessere Anwendungen. Denn sie massierte immer wieder und ziemlich lange die gleichen Stellen ohne große Variationen. Aber dafür verlief die Sitzung kurzweilig, und wir hatten mit ihr immer wieder Grund zum Lachen. So auch, als mich wieder ein Moskito angriff und von der jüngeren Masseuse im Flug erwischt wurde. Worauf hin sie sofort lachend feststellte: „Must be a LADY-MOSKITO, because want to come to you“. Wir lachten alle herzhaft. Jetzt weiß ich endlich, warum sie mich so umschwärmen und so sehr auf mich stehen: Es handelt sich um Moskito-MÄDELS.

Zum Schluss erhielten wir beide noch ein Duft-Pulver und ein Glas Wasser. Wir verabschiedeten uns. Vor dem Losfahren wollte ich noch ein Bild von mir auf einem alten zerschlissenen Sofa am Straßenrand, direkt gegenüber vom Massage-Salon. Hier stand ein blaues Ledersofa, das längst seine guten Zeiten hinter sich hatte. Teilweise schauten schon die Federn heraus, auf der Sitzfläche war nichts mehr vom Leder zu sehen. Trotzdem wirkte es irgendwie gemütlich hier mitten im Gras am Straßenrand. Sehr vorsichtig ließ ich mich darauf nieder, denn das Knistern und metallische Quietschen bewies, dass nicht viel fehlte, um mit meinem Po einzubrechen in die Tiefen der ausgeleierten Federn.

Von einer kleinen etwa 30 Meter entfernten Hütte erschallte lautes Lachen, als ich es mir „gemütlich“ machte und Lilo dies fotografierte. Ein Mann saß mit seiner Frau und Tochter auf dem kleinen Podest vor der Eingangstür. Sie hatten unsere Aktion amüsiert beobachtet und laut darüber lachen müssen. Als wir zu ihnen blickten, winkten sie uns freundlich zu, wir sollten doch zu ihnen kommen. Sie beherrschten nur ein paar Worte Englisch. Damit und mit Gesten konnten wir uns trotzdem einigermaßen verständigen. Schließlich wollten sie uns sogar einladen, mit in ihre kleine Hütte zu kommen. Wir bedankten uns herzlich und erklärten, dass wir weiter müssen, da wir an der Salad Beach wohnen. „Oh – Salad Beach – Yes!“ Sie verstanden, dass wir uns wieder auf den Weg machen wollten. Wir verabschiedeten uns, und sie winkten uns nach, bis wir von der kleinen Abzweigung zu ihnen wieder zurück auf die Hauptstraße einbogen.

Auf Höhe Ban Tai Beach stellten wir beim Passieren einiger einladender Thailokale fest, dass wir eigentlich Hunger haben und etwas vertragen könnten. Andererseits wären wir gerne weiter gefahren, um näher zu unserem Resort zu kommen und nicht die Strecke in der Dunkelheit fahren zu müssen, denn inzwischen war es schon 17 Uhr. Aber der Hunger siegte, und so stiegen wir bei einem kleinen Thai Lokal ab. Gerade als unser Essen kam und Lilo meinte, dass es ein Riesenzufall wäre, wenn jetzt auch noch die ganz in der Nähe wohnenden Hans, Poan und Toni auftauchen würden, quietschten hinter meinem Sitz Bremsen. Ich saß am Eingang, mit dem Rücken zur Straße. Lilos „Das gibts ja nicht!“ zeigte mir sofort, dass genau das eingetreten war, wovon sie gerade gesprochen hatte. Hans und Poan standen hinter mir mit ihrem Moped. Sie setzten sich zu uns, und kurz darauf erschien auch Toni. Wir freuten uns, sie wieder zu sehen und ratschten etwas mit ihnen beim Essen, während sie sich ein Bier bestellten. Von Essen waren wir nicht sonderlich begeistert. Lilo‘s Seafood-Salad bestand fast nur aus Krustentieren mit viel Krusten und wenig „Fleisch“, das sie sich mühsam aus den Krebsen und ein paar Garnelen heraus brechen und fieseln musste, während meine Ente auf Reis auch nicht der Hit war. Sie war total durchgebraten und absolut trocken.

Gegen 17:45 Uhr verabschiedeten wir uns wieder und brachen auf. In Tong Sala mussten wir einen kleinen Umweg fahren. Es war Markt und deshalb war die Hauptstraße gesperrt. Als wir kurz hinter Tong Sala das „Best View Bungalows“-Resort erreicht hatten, fuhr ich noch einmal in die Zufahrt und durch bis zum Strand. Unsere Hoffnung, dass wir Lilos Kappi vielleicht hier liegen ließen, erfüllte sich leider nicht. Aber dafür herrschte bei langsam untergehender Sonne eine herrliche Abendstimmung.

Deshalb bogen wir kurz darauf auch noch einmal ab zu dem kleinen Fischerhafen. Hier war der Blick allerdings nicht das, was wir uns versprochen hatten. Als ich umdrehte, um auf dem Pisten-Weg wieder zur Straße zurück zu kehren, sahen wir im Sand eine feuchte Spur – und es roch nach Benzin. Als wir kamen, waren Kinder gerade mit ihrem Fahrrad davon gefahren und ich dachte, die Spur sei von ihnen. Aber dann blickten wir auf unser Moped, unter dem schon eine kleine Lake stand. Es verlor Benzin. Sofort starteten wir durch und kamen noch circa einen Kilometer weit. Mit jedem Meter konnte ich zuschauen, wie die zuvor auf ¾ voll stehende Tanknadel in rasantem Tempo Richtung 0 wanderte. Nach 2-3 Aussetzern ging der Motor auf freier Strecke aus.   

Schieben war angesagt. Nach 100 Metern erreichten wir ein kleines Lokal und fragten einen etwas älteren und stark tätowierten Thailänder nach einer Motorbike-Repair. Er fuchtelte mit den Armen in die Richtung, in die wir sowieso mussten und sagte etwas, was wir nicht verstanden, lächelte uns mit trüben Augen an und verschwand wieder im Lokal. Wir wussten zwar nicht so recht, was wir mit der Information anfangen konnten, trotzdem schöpften wir etwas Hoffnung, dass tatsächlich eine Reparaturmöglichkeit vor uns in hoffentlich erreichbarer Schieb-Distanz existierte. Und so schoben wir bei schnell einbrechender Dämmerung und Dunkelheit weiter. Kurz darauf hielt ein jüngerer Tourist mit seinem Motorbike und fragte, ob er uns helfen könne. Wir schilderten das Problem und er bestätigte nun die vorherige Auskunft des Thailänders. In 5-10 Minuten würden wir einen Motorbike-Rent and Repair-Laden auf der linken Seite erreichen.

10 Minuten später waren wir dort und erklärten dem jungen Mechaniker, was passiert war. Er schaute sich unser Bike genau an und versuchte es zu starten. Sofort lief unten Benzin aus. In diesem Moment kam ein weiterer junger Thailänder mit seinem Moped angefahren. Zusammen bauten sie die kleine Batterie unter dem Fahrersitz aus, dann entfernten sie die vordere Verkleidung unter dem Sitz und legten so den Motorbereich frei. Der Benzinschlauch zwischen Tank und Motor war heraus gerutscht. Mit einer Zange konnte ihn der Mechaniker wieder hoch ziehen und an seinem richtigen Platz befestigen. Anschließend schraubten beide das Moped wieder zusammen. Innerhalb von 10 Minuten war der Schaden repariert. Als wir nach dem Preis fragten, antwortete der Mechaniker „100 Ba..“, kam aber gar nicht dazu, das Wort auszusprechen. Denn plötzlich erschien wie aus dem Nichts eine junge, große Thailänderin, lächelte uns mit einem Quittungsblock an und übertönte den Mechaniker mit „150 Baht!“. Es war direkt zu spüren, dass ihm das gar nicht so angenehm war, aber hier hatte ganz offensichtlich SIE das Sagen. Wir fragten, ob sie etwas Gasoline für uns hätten und erhielten dies dafür kostenlos dazu. Außerdem ließen wir uns kurz aufschreiben, was passiert war und was wir bezahlen mussten – um gegenüber der Mopedbesitzerin etwas in der Hand zu haben. Denn dieses Moped behielt ich garantiert nicht für die vereinbarten 2 Tage.

In der Dunkelheit fuhren wir wieder zurück. Lilo schilderte der Moped-Besitzerin, was passiert war und verhandelte mit ihr, wie wir uns nun einigen könnten. Ihr Sohn prüfte, ob mit dem Moped alles in Ordnung ist, und nachdem er dies bestätigt hatte, erhielten wir 300 Baht zurück. Wir waren einverstanden, und Lilo kaufte bei ihr gleich noch kühle Getränke ein.

Um 19:30 Uhr betraten wir wieder unser Zimmer, zurück von unserer Seeing- und Adventure-Tour. Wir waren froh, dass alles gut ausgegangen war. Während ich begann, endlich wieder mit der Niederschrift meiner Aufzeichnungen auf den aktuellen Stand zu kommen, ging Lilo zu Bettina, um mit ihr unser vorzeitiges Aus-Checken zu vereinbaren. Wir hatten beschlossen, morgen noch zu bleiben und übermorgen, am Montag nach Ban Haad Rin zu wechseln. Es gab keine Probleme und Bettina erzählte ihr, dass sie und ihr Mann „My Way Bungalows“ gepachtet haben von jemand, der nicht der Besitzer ist, sondern ebenfalls ein Pächter. Noch 6 Jahre läuft ihr Pachtvertrag. Nächste Woche fliegt sie mit ihren 3 Kindern nach Deutschland. Danach wird sich zeigen, wie ihre Zukunft aussehen wird. Denn inzwischen ist ihr Sohn als Ältester der 3 im schulpflichtigen Alter und geht in die Thai-Schule, aber für die Zukunft möchte sie daheim die Möglichkeit prüfen, ob die Kinder nicht vielleicht besser in Deutschland in die Schule gehen sollten. Denn auf der Thai-Schule lernt ihr Ältester nicht das, was in Privat-Schulen angeboten wird. Die jedoch sind je besser, desto teurer.

Anschließend rief Lilo gleich im „Starlight Haadrin Resort“ in Ban Haad Rin an und machte unsere Buchung vom 5.-9. März fest. Den Rest des Abends verbrachte Lilo mit Lesen auf unserem Balkon und ich mit Tagebuch-Schreiben im Zimmer, weil mich auch heute Abend die Moskitos draußen im Freien wieder unaufhaltsam verfolgten. Als ich mal durchs Fenster raus schaute, weil es mir auf unserem Balkon verdächtig ruhig vorkam, lag Lilo schlummernd in der Hängematte. Ein Anruf meines Schwagers Peter weckte sie wieder auf. Er wollte uns erzählen, welch eine Überraschung Norbert am Nachmittag wieder gelungen war. Als er mit Sohn Martin, sowie Gerhard und Gundula heim kam, sah er nur ein Moped vor dem Haus stehen. Als er durchs Haus auf die Terrasse ging, entdeckte er, dass die Wasserfläche im Pool unruhig ist. Er erschrak und meinte im ersten Moment, etwas mit der Umwälzpumpe stimme nicht. Doch dann tauchte gaaaanz langsam Norberts Kopf rechts aus dem Wasser auf wie ein Seehund, der seinen Körper langsam aus den Fluten an Land schiebt. Peter war total baff und überrascht und laut seiner Schilderung zuerst richtig sprachlos. Zusammen hatten sie einen schönen Abend und viel Spaß.

Gegen Mitternacht legte sich Lilo schlafen, ich schrieb noch bis 1 Uhr, klettere nach dem kurzen Bad-Besuch ebenfalls unter das Moskitonetz und schaltete das Licht aus.

Sonntag, 04.  März – 33. Tag = 31. Urlaubstag: „My Way Bungalows“ Resort – auf Koh Phangan:

Regen, Preis-Unterschiede bei Taxi-Suche, allein gelassene Grandma, prima Shrimps-Blankets, "You can believe me", Abschied von Big Mama und den Hotelboys mit heimlicher Trinkgeld-Übergabe

Heute Morgen wurde ich mal anders geweckt. Um 8:30 Uhr ließ irgendwo in Bungalow-Nähe plötzlich ein Longtail-Boot-Fahrer den Motor seines Gefährts im Sekundenrhythmus aufheulen wie dies Autofreaks bei einem Wettrennen Sekunden vor dem Start gerne tun. Im Bad ertönten dann plötzlich andere Laute, ein tiefes monotones „Hmmmmmm“, nur ab und zu unterbrochen durch ein „By By By“ mit etwas angehobener Stimme. Es hörte sich nach einer buddhistischen Zeremonie an.

Draußen begann es zu regnen, erst nur ein paar Tropfen, doch dann öffnete der Himmel plötzlich sämtliche Schleusen. Wassermassen prasselten aufs Dach und auf die ruhige und glatte Meeresoberfläche. Der feine weiche Sand vom Strand und der Anlage wurde vom Regen richtig geplättet, wobei die dicken Regentropfen ihn übersäten mit unzähligen kleinen Kratern. Gerade als es wie aus Kübeln goss, mussten unsere Nachbarn, die 2 Thüringer aufbrechen. Sie verabschiedeten sich, weil ihr Taxi schon wartete. Heute ziehen sie um auf die Nachbarinsel Koh Tao. Plötzlich gingen Licht und Fan aus – die ganze Anlage hatte Stromausfall. Eine Stunde später wurde es wieder heller im Zimmer und auch draußen. Der Regen hörte weitgehend auf, aber es blieb trüb und tröpfelte immer wieder mal ein bisschen.

Als sich das Wetter etwas beruhigt hatte, ging Lilo zum Schnorcheln. Sie hatte Glück und sah hunderte von Fischen. Da mich dagegen schon beim Reinholen meines Shirts von der Leine auf unserem Balkon wieder ein Moskito am Knie erwischt hatte, blieb ich lieber im Zimmer. Das Regenwetter setzt scheinbar das Auftreten nur bei Dämmerung total außer Kraft. Aber so kam ich endlich dazu, meine Aufzeichnungen wieder auf den aktuellsten Stand zu bringen, was genau in diesem Moment um 13:50 Uhr der Fall ist. Und nachdem ich heute noch kein Frühstück hatte, freue ich mich jetzt auf ein erneutes Essen bei Grandma.

Auf dem Weg aus dem Resort fragten wir bei einem Taxi-Anbieter, was die Fahrt nach Haad Rin kosten würde für 2 Personen. Antwort: 700 Baht. Als wir weiter gingen, fing es plötzlich wieder an in Strömen zu regnen. Bei einem kleinen Shop mit Obst stellten wir uns unter. Lilo fragte einen älteren Thailänder, der gemütlich hinter dem Stand auf seinem Stuhl saß und das Geschehen auf der Straße beobachtete, ob er eine Taxi-Möglichkeit nach Haad Rin wüsste. Er lächelte sie an und meinte: „Yes, me“. Auf die Frage nach dem Preis für uns 2 beäugte er uns kurz und verkündete: „600 Baht – long way, need long time.“ Wir machten noch nichts fest, unterhielten uns noch etwas mit ihm und beobachteten die bergab schießenden Sturzbäche und die von den Dächern rauschenden Wassermassen.

In einem Thaifood-Restaurant direkt daneben tranken wir noch einen Mango-Saft. Unterdessen hörte der Regen wieder auf, und wir starteten straßenaufwärts zum „Grandma Paem“ Restaurant. Dort angekommen kletterten wir die Treppen hoch, sahen aber niemanden. Dann kam die Grandma und lächelte uns hilflos und wie es aussah auch zahnlos an. Sie begann uns auf thailändisch etwas zu erklären, was wir nicht verstanden und gestikulierte dabei immer wieder aufgeregt und vieldeutig, trotzdem für uns nichtssagend mit den Händen. Dann bot sie uns mit ihren Armbewegungen freundlich an, uns doch zu ihr zu setzen. Wir verstanden, dass ihr Sohn und seine Frau nicht da sind, konnten uns aber auch mit unseren Gesten auf die Uhr nicht verständlich machen um zu fragen, wann sie wieder zurück kommen würden.

So standen wir wieder auf und die Grandma winkte uns beim Abschied mit breitem Lächeln zu. Sah ich da doch einen Zahn links hinten? Ich war mich nicht sicher.

Wir spazierten wieder die Straße runter zu dem Restaurant, in dem wir zuvor den Saft getrunken hatten. Dort bestellte ich mir Shrimps-Blankets, ohne zu wissen, was genau auf meinem Teller landen wird. Lilo wählte Curry. Ihr Essen war wie gewohnt gut, auch hier in diesem Restaurant, das wir die Tage zuvor nie beachtet hatten. Und meine Wahl war hervorragend. Es waren 10 Garnelenschwänze in Teigrollen, sozusagen Frühlingsrollen mit Garnelen als Inhalt – mit Soße für 150 Baht.

Gegenüber beobachtete ich, wie 2 Touristen beim Reggae-Pub ein Motorrad mieteten. Als sie weg fuhren, ging ich zum Vermieter und fragte ihn, ob er eine günstige Taxi-Möglichkeit nach Haad Rin wüsste. Er verneinte, gab mir aber den Tipp, schräg gegenüber, rechts vom Lokal, in dem wir gerade gegessen hatten, bei einer Thai-Lady nachzufragen. Die könne mir bestimmt helfen. Wir gingen zu ihr und sie bestätigte, dass sie jemand kenne, der Taxifahrten übernimmt. Sie rief ihn an, und wir einigten uns auf die Abholung am nächsten Morgen um 11 Uhr und den Fahr-Preis von 500 Baht, den wir ihr gleich zahlen mussten. Als ich fragte, ob jetzt, wo sie das Geld von uns bereits erhalten habe, auch sicher sei, dass unser Taxi auch wirklich komme, lachte sie offen und freundlich und erklärte mir: „I have my business here, you can believe me!“ Und wir glaubten ihr – und waren froh, die Fahrt für morgen geregelt zu haben.

Als wir nach einem kleinen Verdauungs-Spaziergang am Strand (das Bild zeigt den 'Beach' vor der My Way Restaurant-Bar) wieder ins Zimmer zurückkehrten, war es schon 16:30 Uhr. Wir legten uns aufs Bett und schliefen beide sofort ein. Um 17:30 Uhr wachte ich wieder auf, während Lilo noch tief und fest neben mir schlummerte. Mit meinem Buch legte ich eine kleine Klo-Lektüre ein. Denn im Eternit-Dach in unserem Bad war an der Decke eine Stelle mit einem Klarsicht-Kunststoffdach ausgebessert, durch die noch helles Tageslicht fiel. Aber von Seite zu Seite wurde das Licht schwächer und schummriger, während ich mit dem Buch auf der Kloschüssel saß. Deshalb schaltete ich um 18 Uhr im Zimmer leise das Licht fürs Bad ein. Nicht leise genug, denn Lilo erwachte wieder.

Nach der Kleinigkeit, die wir am Nachmittag gegessen hatten, verspürten wir beide noch einen ‚minimalen Hunger‘ und beschlossen, zum Abschluss noch einmal zur ‚Big Mama‘ zu gehen. Lilo aß „Fried Chicken with Garlic“, ich wieder einen guten „Tuna-Salad“, zu dem mir Big Mama für den Salat unterm Thunfisch ein Schälchen mit Vinegrette reichte und für den Thunfisch eine feine Mayonnaise. Als Getränk entschieden wir uns wieder wie gewohnt für ein Big Chang – und wie gewohnt schmeckte unser Essen wieder sehr gut. Auf meine Frage, ob sie eine E-Mail-Adresse habe, um ihr 1-2 Bilder senden zu können, auf denen sie zu sehen war, aufgenommen, als wir spät abends mit Norbert und den Kellnern vom Salad Beach Resort bei ihr waren, erwiderte Big Mama, dass sie mir diese gleich aufschreibe. Sie kam zurück mit ihrer in exakter Feinschrift niedergeschriebenen Postanschrift. Wie es aussah, konnte sie mit dem Begriff E-Mail-Address gar nichts anfangen und hatte entsprechend nur Address verstanden. Sobald mal wieder Bekannte hier her kommen, werde ich ihnen 2 schöne Bilder von ihr mitgeben oder sie per Post herschicken – als kleine Erinnerung.

Kurz bevor wir zahlten, nahm ein junges Pärchen im Restaurant Platz, das wir schon am Nachmittag beim Essen in dem anderen Lokal gesehen hatten. Da hörten wir bereits, dass sie auch deutsch sprachen. Sie grüßten uns mit einem freundlichen „Hallo“, das wir erwiderten. Als Lilo feststellte, dass wir uns heute schon im 2. Restaurant treffen, lachten sie. Es ergab sich ein nettes Gespräch, bei dem sich heraus stellte, dass beide aus Deisenhofen kommen, also ganz aus unserer Nähe. Als wir gingen, wünschten wir uns gegenseitig noch einen schönen Urlaub. „Vielleicht treffen wir uns im Sommer ja mal in der Kugler-Alm“, gab er uns lachend noch mit auf den Weg. Das wäre durchaus möglich, weil wir dort ebenfalls gerne den Biergarten besuchen – mit dem Rad oder Motorrad. Auch Big Mama verabschiedete uns mit einem breiten Lachen und herzlichen Winken.

Gerade als ich in der dunklen schmalen Gasse zurück zum Resort zur neben mir laufenden Lilo rüber blickte und ihr das Getränk in ihrer Hand abnehmen wollte, das sie zuvor in einem der kleinen Shops noch als Vorrat für den Abend eingekauft hatte, übersah ich eine große Wasserlache auf dem unebenen Sand-/Steinweg. Die weiße lange Hose war bis Wadenhöhe dreckig verspritzt, beide Sandalen rutschten glitschig an den Füßen. Aber wenn es so schön warm ist und nach so langer Zeit Urlaub und täglichem noch etwas Relaxterwerden war uns das völlig egal. Wir setzten uns bei unserem Resort an den Strand und beobachteten den Widerschein der hell beleuchteten Fischerboote, die das Meer rund um die Schiffe viele Meter weit ausleuchten mit Hilfe ihrer – mit vielen Glühbirnen voll bestückten – Lichtstangen, die nachts über das Wasser geschwenkt werden. Jetzt in der Dunkelheit und auf diese Entfernung wirkte die von den kleinen Wellen im Wasser bizarr in vielen langen Lichtbahnen bis zum Strand widergespiegelte Lichterkette fast, als verliefe quer über den ansonsten nachtgeschwärzten Horizont eine breite, gut ausgeleuchtete Allee, deren Straßenlampen bis zu uns herüber schienen (Fischerboot-Aufnahme von unserer Longtailboot-Rundfahrt am 29.02.2012).

Die Kellner vom Salad Beach Resort räumten gerade die Tische vom Strand weg. Nachdem ich einen Schein in meine Hosentasche gesteckt hatte, ging ich ins Salad Beach Resort. Sofort umringten mich die Kellner, die am Abend bei Big Mama dabei waren und die wir dann ja auch noch einmal in der Bar mit der burmesischen Musik getroffen hatten. Auch Norberts Freund Lin war dabei. Sie begrüßten mich, als hätten sie alle von mir jeden Tag ein gutes Trinkgeld bekommen, was ja überhaupt nicht der Fall war. Wir wohnten ja überhaupt nicht in ihrem Resort. Diese natürliche und bedingungslose Freundlichkeit und Herzlichkeit ist schon beeindruckend. Bei Nai Nai bedankte ich mich noch einmal für seine Pfannkuchen-Kunstwerke, die er mir 2x morgens geschenkt hatte. Damit er auch etwas von meinem Dank hat und nicht nur einen „leeren Händedruck“ bekommt, drückte ich ihm in einem von den anderen unbemerkten Augenblick den bereit gehaltenen Schein in die Hand, den er geschickt sofort verschwinden ließ. Offizielle Trinkgelder müssen nämlich in eine Gemeinschaftskasse abgegeben und mit allen geteilt werden. Er gab mir seine E-Mail-Adresse, damit ich ihm das am Morgen aufgenommene Bild von ihm mit dem Pancake direkt zuschicken kann. Alle wünschten mir noch eine gute Reise und verabschiedeten mich mit einem herzlichen und fröhlich lachenden: „Say hello to Mama und till next year, Papa“. 

Zurück im Zimmer lasen wir noch etwas und gegen Mitternacht fixierten wir wieder das Moskitonetz rund ums Bett, schalteten das Licht aus und schliefen sofort ein.

Montag, 05.  März – 34. Tag = 32. Urlaubstag: „My Way Bungalows“ Resort – auf Koh Phangan – Wechsel nach Ban Haad Rin ins “Starlight Haadrin Resort”:

Überpünktliches Sammel-Taxi mit Blumenkranz, Wegezoll, durchgebratenes "Rare-Steak", Restaurant-Haus-Schwein, WiFi-Free, Strohbüschel-Angeln, heavy Rucksack-Neuankömmlinge, die "Ruhe vor dem Sturm"

Lautes minutenlanges Heulen und Vor-Sich-Hin-Quengeln weckte mich. Als ich auf die Uhr blickte, war es 08:02 Uhr. Der Junge der Österreicher war scheinbar wieder nicht gut drauf und hatte womöglich wieder Schmerzen wegen der kommenden Zähne. Ein Glück, dass unser 5-jähriger Enkel keine derartigen Probleme hatte beim Zähnekriegen. Aber vielleicht ist er auch ein anderer „(Schmerz-)Typ“. Ich stand auf und erledigte die Morgentoilette, wie anschließend auch Lilo. Wir packten alles zusammen und Lilo besorgte für sich noch einen Kaffee – und Joghurt für unser Mango-Frühstück. Danach packten wir alles zusammen und setzten uns auf den Balkon zum Lesen.

Als Lilo um 10:30 Uhr den Zimmerschlüssel zur Rezeption gebracht hatte und sich gerade wieder hinsetzen wollte zum Weiterlesen, sahen wir einen jungen Thailänder, der sich suchend umschaute. Lilo fragte: „Taxi Haad Rin“ und er nickte erfreut. Wir waren froh, dass er schon früher gekommen war und konnten so bereits um 10:40 Uhr starten statt wie geplant und bestellt um 11 Uhr. Er fuhr langsam und sammelte unterwegs noch 2 Touristen auf, die nach Tong Sala wollten. So machte sich für ihn die Fahrt erst Recht bezahlt. In Tong Sala fuhren wir nach dem Abladen der 2 Mitreisenden noch einen kleinen Umweg zu einem Blumenhändler. Dort kaufte der Fahrer 2 kleine Blumenkränze, hängte sie um seinen Spiegel, faltete die Hände zu einem kurzen Gebet und erklärte mir dann, dass dies helfen soll, immer eine gute Fahrt zu haben. Genau das wünschte ich ihm daraufhin auch von meiner Seite – in seinem und unserem Interesse.

Nachdem er keine weiteren Mitreisenden für Haad Rin finden konnten, fuhren wir weiter und passierten wieder die Resorts „Milky Bay“ und „Dew Shore Bungalow“ links daneben, in denen unsere Freunde gewohnt hatten. Kurz darauf hielt er noch einmal. Ein Mann kam über die Straße, und unser Fahrer drückte ihm 20 Baht in die Hand. Als er weiter fuhr, erklärte er mir, dass dies seine Firma sei, von der das Auto stammt, und dass er für jeden Passagier 10 Baht zahlen müsse. Nachdem das schon etwas ältere Gefährt die steilen Hügel eher mühsam und im 1. Gang hoch gekeucht war und Lilo glücklicherweise auf der Längsbank hinten im Font genug Halt hatte, um nicht wegzurutschen oder gar aus dem Auto zu fliegen, erkannten wir an dem Neubau mit den Verzierungen, den wir besucht hatten, dass wir gleich unser neues Resort erreichen würden. Der Fahrer erzählte mir, dass es sich nicht um einen Tempel handele bei dem Neubau, sondern im Stil eines kambodschanischen Tempels entstehe hier ein neues Hotel. Am Fuße des Berges lag unsere Bleibe für die nächsten 4 Tage, das „Starlight Haadrin Resort“, bei dem wir um 11:40 Uhr ankamen.

Wir checkten ein und konnten gleich unseren Einzelbungalow beziehen. Welch ein Luxus im Vergleich zu vorher. Air-Condition, ein kleiner Kühlschrank, ein Fernseher, ein riesiges Zimmer, warmes Wasser im Bad – und nur wenige, durch Handtücher leicht abzudeckende Lücken wie unter der Eingangstür, durch die Moskitos herein kommen könnten – und das Ganze nur wenige Meter vom auch hier sehr schönen und fast menschenleeren Strand entfernt. Nur ein kleiner Minuspunkt stellte sich kurz darauf heraus, als ich die Internetmöglichkeit überprüfte. Zum ersten Mal war hier das Internet nicht frei und nicht wie bisher im Preis eingeschlossen. Für 50 Minuten wurden 50 Baht verlangt, für 100 Minuten 100 Baht usw..

Lilo testete natürlich sofort das Meer. Auch hier kann man, ähnlich wie an der Salad Beach, ewig weit hinaus laufen. Anschließend machten wir es uns gemütlich, schlossen die Vorhänge und genossen unsere ungestörte Zweisamkeit. Nachdem ich noch ein Stündchen Mittagsschlaf eingelegt hatte – auch daran könnte man sich gewöhnen ;-) – spazierten wir los, um die Umgebung zu erkunden.

Bis zur Party-Beach brauchten wir etwa 15 Geh-Minuten. Für 300 Baht wählte ich heute mal im Steakhaus, das nach einer kleinen S-Kurve rechts am Beginn der Straße runter zu „Tommy“ liegt, etwas anderes als die übliche Thaifood-Auswahl zum Essen, ein Steak. Bestellt hatte ich es rare, erhalten habe ich es durch. Als ich der Bedienung zeigte, dass es komplett durch gebraten war, zuckte sie nur hilflos mit den Schultern, meinte „Solly“ und ging wieder. Geschmacklich war es nicht mit dem sehr guten Steak in Fisher Man’s Village auf Koh Samui vergleichbar, aber durchaus noch zu genießen. Allerdings möchte ich nicht wissen, welche Schuhsohle ich erhalten hätte, wenn ich es durch bestellt hätte. Hier hätte ich kostenlos ins Internet gehen können, denn nahezu alle Lokale boten auf einem Schild oder Aufkleber „WiFi Free“ an.

In einem Restaurant schräg gegenüber entdeckten wir anschließend ein etwas ungewöhnliches Haustier, ein Schwein, das im Lokal wie ein Haushund gehalten wurde. Wir gingen wieder zur S-Kurve zurück und dort nach links und passierten einen kleinen See, an dem Kinder mit einem an einer Schnur befestigten Strohbüschel versuchten zu angeln, indem sie den Strohbüschel immer wieder ins Wasser warfen und dann ruckartig anzogen. Einige Fische umkreisten ihn, aber keiner biss an, während wir zuschauten. Hinter dem See ging es rechts Richtung Pier und links wieder Richtung Party-Strand. Dort spazierten wir quer zur Beach durch die Geschäfts-Straße, in der sich bereits viele junge Menschen tummelten. Auch etliche Neuankömmlinge waren zu sehen, die sich – zum Teil bepackt mit sichtlich schweren Rucksäcken auf Rücken und Bauch – mühsam und erschöpft durch die Straßen quälten. Derart aufgeladen beobachteten wir sogar noch mehr Frauen als Männer.

Auf dem Rückweg gab es noch 2 Frucht-Shakes, für Lilo einen Banane-Ananas-Mix für 50 und für mich einen Mango-Saft für 40 Baht. An einem kleinen Marktstand kaufte Lilo noch Mango und Bananen für unser nächstes Frühstück. Im 7 Eleven beluden wir uns zudem noch mit Getränke-Vorrat und Joghurt und schleppten alles samt Rucksack wieder heim zu unserem Bungalow. Wir verstauten die Getränke im Kühlschrank, lasen noch etwas und schalteten gegen Mitternacht das Licht aus. Was wir da noch nicht ahnten, es war die "Ruhe vor dem Sturm". Wir sollten uns noch sehnlichst nach der Ruhe vom My-Way-Resort zurück sehnen - trotz der Heul-Kinder-Nachbarn.

Dienstag, 06.  März – 35. Tag = 33. Urlaubstag: “Starlight Haadrin Resort” – in Ban Haad Rin – Koh Phangan:

Jugendliche nächtliche Party-Nachbarn, unerklärlicher Pool-Party-Absturz, Tipp-Suche aus St. Pauli, Lesetag, Tattoo-Plastik-Werbe-Puppe, harter Sitz, "eisgekühltes" Chang-Bier, fast ausgestorbene Party-Meile, Pool-Party mit Buckets und Pudelmütze

Um 3 Uhr, also mitten in der Nacht, wurden wir durch plötzlichen lauten Lärm wach. Im Bungalow neben uns waren offensichtlich gerade die 4 hier wohnenden jungen Australierinnen von einer Party zurück gekehrt und feierten dort mit 4 australischen Jungs vom Bungalow gegenüber lauthals und deutlich hörbar angetrunken weiter. Nach einer halben Stunde hatte Lilo die Nase voll, ging raus und bat sie, bitte ruhiger zu sein, weil hier noch andere wohnen und schlafen wollen. Sie könnten doch runter zum Strand gehen, wenn sie weiter feiern möchten. Kurz wurde es leiser, dann wieder lauter. Gegen 4:30 Uhr beamte es sie aber scheinbar langsam weg. Es wurde leiser und dann war es endlich wieder ruhig. Wir konnten ohne jegliche weitere Störung bis 9:30 Uhr durchschlafen.

Nach unserem Mango-Bananen-Joghurt-Frühstück startete mein Lesetag. Auf der Terrasse, im Zimmer, ich vertiefte mich immer weiter in das bisher nur zur Hälfte gelesene Buch. Am frühen Nachmittag sorgte aber der Hunger für eine kurze Unterbrechung. Am Strand entlang gingen wir bis zum „Coral Bungalows“-Resort, in dem fast täglich Pool-Partys stattfinden. Um diese Zeit jedoch war im Poolbereich absolut nichts los. Nur im Restaurant verteilten sich ein paar hungrige und meist jugendliche Besucher.

Zu uns an den Tisch gesellte sich eine zuvor allein am Nebentisch sitzende lustige Hamburgerin, die uns erzählte, dass sie im Sankt Pauli Theater in Hamburg arbeitet. Da sie sich noch nicht gut in Thailand auskennt, fragte sie uns nach ein paar Tipps, für die sie dankbar war. Als wir ihr erzählten, woher das Loch in der Decke schräg über uns stammt, schüttelte sie nur ungläubig den Kopf. Vom Ober hatten wir nämlich zuvor erfahren, dass in der vergangenen Nacht während der letzten Pool-Party ein Betrunkener irgendwie in den mit Platten abgehängten Deckenbereich geklettert war. Keiner konnte nachvollziehen, wie ihm das gelungen war. Nach einigen Metern brach die dünne Abdeckung unter seinem Gewicht durch, und er stürzte runter mitten ins Restaurant. Laut Kellner hatte er Glück und war bis auf einen Armbruch nur leicht verletzt. Ganz gespannt lauschte die Hamburgerin unseren Schilderungen, während sie ihre Nachspeise, 3 Bällchen Eis verschlang. Anschließend erzählte sie uns, dass morgen ihre Schwester hier her käme nach Koh Phangan, zu ihr ins Resort. Als sie beschrieb, wo das liegt, stellten wir fest, dass wir es schon von oben gesehen haben. Es war das steil zum Meer hin abfallende Resort beim View-Point zwischen Tong Sala und Haadrin, wo wir uns beim Moped-Ausflug von der Salad Beach hierher kurz oben an der Straße unterhalten hatten mit der netten Thailänderin von der Rezeption, die uns von dem Unfall erzählte.

Animiert von unserer Tischnachbarin bestellten wir uns auch je ein Bällchen Eis. Anschließend verabschiedeten wir uns von ihr, wünschten ihr weiterhin eine schöne Zeit und mussten dann alle lachen, als wir sagten: „Vielleicht sehen wir uns ja auf der Party“. Wir kehrten zurück zu unserem Resort, denn im Moment brannte uns die Sonne zu stark für andere Unternehmungen.

Als ich abends um 21 Uhr mein Buch „Dickicht“ beendet hatte, machten wir uns wieder auf den Fußmarsch Richtung Fullmoonparty-Strand. Kurz nachdem wir 7 Eleven rechts liegen gelassen hatten, hielten wir bei einem Tattoo-Laden. Als Werbung für die eigene Arbeit hatte der noch junge Tätowierer eine rosarote Plastikpuppe auf seinen Muster-Katalog gelegt – mit von ihm aufgetragenen Tattoo-Verzierungen, Ohrringen auf beiden Seiten, sowie gepierct in Augenbraue und Unterlippe und mit kleinem Diamant im linken Nasenflügel samt Mini-Grübchen auf der linken Oberlippe. Als er unsere amüsierten Gesichter sah, kam er zu uns und freute sich über unser Interesse an seiner Arbeit. Ich fragte ihn, ob ich seine Werbe-Puppe fotografieren darf. Zustimmend nickend und lachend war er sofort damit einverstanden.

Keine 20 Meter weiter hielten wir schon wieder an. Leicht zurück versetzt saß eine Thailänderin ganz allein in ihrem Thai-Food-Laden. Sie zeigte uns, was sie uns kochen kann und wir entschieden uns für Thai-Curry und Pad Thai. Bei ihr war unser Chang-Yai, also unser großes Chang-Bier wirklich gut gekühlt, so kühl, dass es dampfte und im Inneren sogar eine kleine Eisschicht zeigte. Wir hatten es sozusagen gerade noch vor dem Ge- bzw. Erfriegungs-„Tod“ gerettet. Die Portionen waren groß und gut – und wir übersatt.

Zuerst hatte ich mich auf einen aus Holz geschnitzten und lackierten Stuhl mit glatter Oberfläche gesetzt. Nach 10 Minuten wurde er mir zu hart, und ich setzte mich zu Lilo auf einen Plastikstuhl. Allerdings schmerzte mein Hintern auch noch nach dem Aufstehen und Weiterlaufen. In der Nacht stellte sich dann heraus, dass ich kaum noch liegen konnte. Scheinbar hatte ich mir auf der harten Sitzfläche einen Nerv eingeklemmt.

Auf unserem Weg in Richtung Strand und „Tommy“-Restaurant stellten wir fest, dass viele Geschäfte bereits geschlossen hatten. Es war kurz nach 22 Uhr. Wahrscheinlich gönnten sich viele Betreiber noch einmal „Ruhe vor dem Sturm“ in 2 Tagen bei der Fullmoon-Party.

Auf dem Rückweg nahmen wir uns beim 7 Eleven wieder frische Getränke mit und folgten kurz vor unserer Unterkunft beim „Coral Bungalows“-Resort Jugendlichen, die auf dem Weg waren zur hier angesagten und überall auf Plakaten angepriesenen „The Original Pool Party Koh Phangan“. Über die lange, bergab führende Zufahrt stießen wir direkt auf den Pool. Zwar war es noch verhältnismäßig früh, aber trotzdem war die Party schon im Gang. Im und rund um den Pool tummelten sich bereits viele Jugendliche, sprangen mit und ohne Salto oder Pudelmütze ins Wasser und sorgten mit richtigen „Aufplatsch-Bomben“ dafür, dass die zahlreichen im Pool hochgehaltenen oder drum herum am Rand abgestellten kleinen „Kinder-Strand-Spiel-Eimer“ unfreiwillig für die Besitzer wieder leicht nachgefüllt wurden, Die meist rosafarbenen Eimerchen, die sogenannten „Buckets“, sind bei den Jugendlichen DAS In-Trink-Gefäß hier auf der Insel für alle alkoholischen oder sonstigen Mix-Getränke. Wir beobachteten das ausgelassene Treiben und spazierten anschließend wieder heim. Gegen Mitternacht legten wir uns hin, um wenigstens ein paar Stunden in Ruhe schlafen zu können, falls die Jugendlichen neben uns noch einmal laut sein sollten. Da ahnten wir noch nicht, wie Recht wir mit dieser Vorahnung haben sollten.

Mittwoch, 07.  März – 36. Tag = 34. Urlaubstag: Wechsel vom "Starlight Haadrin Resort” ins benachbarte "Sun Beach Resort" – in Ban Haad Rin – Koh Phangan:

Nächtlicher "Fuck You"-Dauer-Lärm und „Besuch“ durch  betrunkene Randalier-Nachbarn, "Bodyguards", "We are so solly about it", fluchtartiger Wechsel ins benachbarte „Sun Beach Resort“, Arzt-Besuch inklusive Transport und Spritze wegen Lendenwirbel-Schmerzen, tolle Abendstimmung, alternative Mode-Boutique, Fullmoon-Party-Vorlauf

Erst war bei mir an Einschlafen überhaupt nicht zu denken. Im Steißbein- und Lendenwirbel-Bereich tat mein Kreuz so weh mit Ausstrahlung der Schmerzen bis in die Oberschenkel, dass ich überhaupt nicht wusste, wie ich mich legen soll, um einschlafen zu können. Irgendwann döste ich dann doch weg mit einem Kissen zwischen den Kniekehlen, da ich es auch nicht aushielt, wenn diese aufeinander lagen.

Um 3:45 Uhr wachten wir erschrocken auf. Die jungen Australier vom Bungalow schräg über uns waren wieder zurückgekehrt von irgendeiner Party und hatten noch andere betrunkene Jugendliche mitgebracht. Es schien, als sei kein einziger von ihnen auch nur mehr annähernd nüchtern. Sie grölten, schrien, lachten, lallten und in ihrem Sprachschatz wiederholten sich „Fuck You“ und „Fucking…“ unablässig, oft mehrmals hintereinander wiederholt, als seien dies die einzigen Worte, die ihre Gesamt-Kommunikation überhaupt erst ermöglichte und die gegenseitige Verständigung aufrecht erhielt.

Es waren so viele beim Bungalow der Jungs, dass uns klar wurde, dass ein Protestieren heute keinen Sinn gemacht, sondern uns wahrscheinlich nur geballten Ärger aufgehalst hätte. Zudem wurde der Ton vor unserem Bungalow immer aggressiver, sie schrien sich gegenseitig an. Plötzlich begann ein Mädel laut zu schluchzen, ein anderes rief immer wieder  „Don’t fight, don’t fight!“ Wir machten kein Auge mehr zu. Allmählich fuhren die Gäste wieder mit ihren Mopeds davon, die Australier feierten weiter, schrien mitten drin immer wieder „Old Fucking German Couple“, wohl, weil Lilo sie die Nacht zuvor gestört hatte. Plötzlich sahen wir durch die Umrisse unseres Vorhangs eine dunkle umher pöbelnde Silhouette. Dann donnerten Faustschläge gegen unser Fenster, gefolgt von Faustschlägen und Fußtritten gegen unsere Tür. „Open, let me in!“ schrie und lallte zugleich einer von ihnen sturzbetrunken. Wir machten ihm klar, dass er uns unsere Ruhe lassen soll und dass dies nicht sein Bungalow ist. Mit einem „Sorry“ torkelte er an die Brüstung von unserer Veranda und übergab sich etliche Male auf den vorbei führenden Weg darunter. Dann wankte er fluchend und lallend weiter zur Rezeption, schlug dort gegen die Fenster und schrie, dass er seinen Schlüssel bräuchte.

Gerade, als er sich gegen 6 Uhr genauso beruhigte wie die anderen im und vor ihrem Bungalow, aus dem wir auch immer wieder Kotz- und Würge-Geräusche hörten, kamen die Mädel vom Bungalow über uns heim. Und schon ging die Party weiter bis 6:45 Uhr. Erst gegen 7 Uhr konnten wir langsam wieder einschlafen – unruhig, da noch immer aufgewühlt von den unangenehmen Erlebnissen dieser Nacht. Lilo rieb mir vorher meinen lädierten Rücken noch mit Aloe Vera Gel ein. Allerdings änderte es nichts an meinen Schmerzen, die mich nach wie vor daran hinderten, eine schmerzfreie Liegeposition zu finden. Auf dem Rücken konnte ich ein paar Mal einschlafen, um jedoch kurz darauf bei einer Drehung sofort wieder mit stechenden Schmerzen aufzuwachen.

Um 9:15 Uhr standen wir wieder auf und beschlossen, uns nach einem anderen Bungalow umzusehen – und falls wir keinen finden sollten, lieber auf die Fullmoon-Party morgen zu verzichten und zu Peter nach Koh Samui zurück zu kehren.

Gerade als wir unseren Mango-Bananen-Joghurt-Salat frühstücken wollten, klingelte das Handy. Hans, Poan und Toni waren im „Anflug“ und wollten wissen, wo wir wohnen. „Noch im Starlight Haadrin Resort“ antworteten wir ihnen. Und auf die verdutzte Frage: „Wieso NOCH?“ erzählten wir in Kurzform, was wir in den 2 zurückliegenden Nächten hier erlebt hatten. Lilo ging auf die Suche nach einer neuen Unterkunft, ich begann zu packen. Im Nachbar-Resort, das wir uns Tage zuvor mit diesem zusammen angeschaut hatten, wurde sie fündig mit einem Bungalow in zweiter Reihe zum Strand, mit Air-Condition, einem Doppelbett und einem breiteren Einzelbett, allerdings ohne Kühlschrank und TV – für 1.000 Baht pro Tag.

Als sie zurück kam mit der Schilderung der erfolgreichen Bungalow-Suche, trafen auch schon Hans und Co. ein. Wieder trug Hans, ganz Kavalier, die Tasche seiner thailändischen Freundin. Zwischen den beiden Riesen-Mannsbildern wirkte die zierliche Poan direkt zerbrechlich.

Sie erzählten uns von ihrem schönen Haus im Nordosten und hörten sich kopfschüttelnd an, was wir hier in der eigentlich schönen Anlage erlebt hatten. Wären jetzt die betrunkenen Australier aufgewacht und aus ihrem Bungalow gekommen, hätten sie bestimmt geglaubt, wir hätten uns Verstärkung geholt mit 2 Riesen-Mannsbildern als Bodyguards. Aber die schliefen wohl noch ihren Rausch und sonstige Nachwehen der vergangenen Nacht aus.

Falls wir uns morgen ein Moped mieten, vereinbarten wir, die 3 im Nordosten zu besuchen. Aber aufgrund meiner Kreuzschmerzen wollte ich nichts fest versprechen, obwohl die 3 nicht per Handy erreichbar sind in ihrer Unterkunft, da dort ein Funkloch besteht und kein Handy-Empfang möglich ist.

Wir verabschiedeten uns von ihnen, gingen zur Rezeption und erzählten der Leiterin, was wir in der vergangenen Nacht erlebt hatten. Sie verstand unser Anliegen, da auch sie und das restliche Personal die Nacht nicht geschlafen hatten bei dem Lärm. Sie hätten Angst gehabt. Wie wir. So gab sie uns anstandslos und mit einem wirklich ernst gemeinten: „We are so solly about it“ unseren 2 Tage-Restbetrag von 1.600 Baht zurück. Wir packten fertig und schleppten unsere Habseligkeiten ins "Sun Beach Resort", unserer neuen Behausung - in zweiter Reihe zum Strand mit herrlichem Meerblick vom Balkon aus.

Inzwischen strahlten die Schmerzen vom Steißbein-/Lendenwirbel-Bereich bis in beide Beine. Deshalb beschloss Lilo, mir Tiger-Balm – eine Art Salbe in einem kleinen Schraubglas als Allheilmittel für diverse Wehwehchen – zu besorgen, um den Schmerzbereich damit einzureiben. Stattdessen erschien sie jedoch kurz darauf wieder mit einer Thailänderin. Es war eine Ärztin von einer nur etwa 300 Meter entfernten kleinen Klinik. Sie war mit einem Fahrer gekommen und bat mich nach einem Abtasten der Problemzone, mit in die Klinik zu kommen. Dort rieb sie den betroffenen Bereich zuerst mit einer Salbe ein, die sofort auf der Haut feuerte und in die Tiefe gefühlsmäßige Wärme ausstrahlte. Danach erfolgte eine Injektion in den Hintern. Wir erhielten Tabletten zur Muskelentspannung mit, die ich nach den Mahlzeiten nehmen soll – und die Wärme-Salbe. Zusammen kostete alles 2.700 Baht – inklusive Rückfahrt zum Resort. Dort hielt ich mich an die Verordnung, mich 3 Stunden hinzulegen, obwohl es mir inzwischen schon deutlich besser ging.

Als ich 3 ½ Stunden später wieder aufwachte, war es bereits 17:15 Uhr. Vom Bett aus sah ich die bereits tief über dem Meer stehende Sonne. Sofort schnappte ich mir meinen Fotoapparat und hielt damit die eindrucksvolle Stimmung fest.

Kurz darauf kam Lilo von einer Strandwanderung zurück, und wir spazierten gemeinsam los Richtung Haad Rin Partymeile. Heute war schon deutlich zu spüren, dass das große Fest unmittelbar bevorstand. Die Gassen waren voll, und in den Einkaufsläden wurden massenweise T-Shirts und andere Utensilien in bunten Neonfarben gekauft. Auch die Bucket-Verkäufer waren schon mit unzähligen Ständen aufgereiht. Die kleinen Eimer mit Whisky-Fläschchen und Cola- oder Sprite-Dosen fanden heute bereits reißenden Absatz. Bei vielen Eimern wurde damit geworden, dass eine Body-Painting-Farbe kostenlos als Zugabe mit dabei ist. Am nächsten Tag konnten wir sehen, dass diese Neonfarben auch fleißig aufgetragen wurden für die Fullmoon-Party.

In einem Seafood-Restaurant stärkten wir uns. Hier fragte ich den Ober, wie die kleinen grünen Blättchen im Essen auf thailändisch heißen, denn wir wurden von einem Karlsruher bedient. Gemeint war Koreander, den ich nicht mag, der aber immer wieder dem Essen beigemischt wird, wie auch hier bei meinem Fried Rice with Squid. In Zukunft kann ich nun mein Essen bestellen und hinzufügen: „No Batschi“, also kein Koreander. Neben uns saßen 2 junge Deutsche aus Zwickau. Sie waren zum ersten Mal in Thailand und sichtlich beeindruckt vom Land, seiner Offenheit für junge Menschen und dem ungezwungenen Leben hier auf Koh Phangan. „Hier müssen wir möglichst bald wieder her“ war ihr erstes Fazit nach wenigen Tagen Thailand.

Am Strand, der Haad Rin Rok Sunrise Beach, waren bereits tausende von Jugendlichen versammelt bei Techno-Rhythmen aus Riesenlautsprechern, die bei den Restaurants entlang des Strandes schon aufgetürmt worden waren. Die große Party begann schon anzulaufen, während im Ort noch zahllose Neuankömmlinge mit ihren Riesenrucksäcken und Koffern durch die Gassen zogen. Wer noch nicht gebucht hatte, tat sich wahrscheinlich schwer, noch ein Zimmer zu ergattern. Viele Resorts signalisierten per vorgedrucktem Aushang oder handgeschriebenem Zettel: „Fully Booked“, also ausgebucht.

Bei einer Mode-Boutique glänzten Lilos Augen, als sie die auf Schaufenster-Puppen drapierten Kleidungsstücke entdeckten, die einen ganz eigenen modischen Stil zeigten und nicht das überall sonst massenweise angebotene Fullmoon-Party-Sortiment oder die übliche Copy-Ware. Und so verbrachten wir die nächste halbe Stunde mit Anproben. Viele Jugendliche tummelten sich zusammen mit uns im Laden. Als wir ihn wieder verließen, hatten wir eine Plastiktasche mit 2 Kleidern und einem passenden Gürtel für Lilo dabei und für mich zwei halblange Shorts – für zusammen 2.700 Baht, also exakt  den gleichen Betrag, den ich am Morgen beim Arzt bezahlt hatte. Diese Investition war uns nun deutlich lieber, auch wenn die am Morgen deutlich notwendiger war. Beim Gedanken, wie wir all die Käufe und Mitbringsel in unseren 2 sowieso schon vollen und bereits beim Herflug am Gewichtslimit der Fluggesellschaft angelangten Koffern verstauen sollen, schwante uns schon jetzt ein „Big Pompem“ ;-).

Wir spazierten am Strand entlang wieder zurück und lasen noch ein wenig. 2 nette Mädels aus den Niederlanden im Nachbar-Bungalow hatten uns versichert, dass hier bisher keine Lärm-Exzesse stattgefunden haben. Gegen Mitternacht rieb mir Lilo noch einmal die Schmerzstellen mit der „Feuer-Salbe“ ein und dann beendeten wir den Tag und waren auf die Nacht in unserer neuen Unterkunft gespannt.

Donnerstag, 08.  März – 37. Tag = 35. Urlaubstag: “Sun Beach Resort” – in Ban Haad Rin – Koh Phangan:

Einstein-Moped-Kipper mit "Phuket-Plakette", Traumstrand, Paddel-Schwimmen wie ein Hund, Betonmischer-Absturz in Kurve, Mukata-Lokal halb leer, Strand - Matten mit Kissen - Vollmond - welch eine Einstimmung, (Fullmoon-) Party pur mit Trinkeimern ohne Ende, Neonfarben, Freude, Lachen, Tanz, Feuerseil, Spaßrutsche, Biesel-Schlangen im Meer und nach Vollmond-Beginn später warmem Regen im Verlauf der Nacht

Wir schliefen bestens bis 9:30 Uhr ohne irgendwelchen Lärm. Der Schlafentzug der vorangegangenen Nacht war wieder aufgeholt. Nach unserem Mango-Bananen-Joghurt-Frühstück wanderten wir am Strand entlang bis zum „Coral Bungalows“ Pool-Party-Resort. Dort wurden Motorbikes für 100 Baht angeboten, aber als wir danach fragten, waren alle bereits vermietet – wir hatten es geahnt, heute am Tag der Fullmoon-Party, wo der Ort nur so wimmelte von überwiegend jungen Besuchern. Aber der Ober, der uns 2 Tage zuvor hier bedient hatte, gab uns den Tipp, an der Straße direkt neben dem Resort zu fragen bei einem Motorbike-Vermieter. Dieser begrüßte uns freundlich und wir bekamen ein sehr gutes Moped mit 125 ccm, Stollenreifen hinten und einem außergewöhnlichen Outfit, denn auf der Vorderseite wurde es von einem per Airbrush aufgesprühten und sehr gut getroffenen „Einstein-Portrait“ geziert.

Zuerst fuhren wir zum Pier und kauften uns die Karten für die Fähre am nächsten Tag um 11:40 Uhr von Haad Rin zurück nach Koh Samui zum Pier beim Big Buddha. Dann mussten wir tanken. Hier spürte man den Fullmoon-Party-Preis-Aufschlag, denn gegenüber 42,50 Baht pro Liter für das Moped-Benzin mit der Kennung 91 kostete hier der Liter 50 Baht. Aber der Tank war nahezu leer, die Nadel stand bereits unterhalb vom E für empty. Wir mussten tanken.

Jetzt orientierten wir uns Richtung Tong Sala und bogen am Ban Kai-Beach direkt nach einem 7 Eleven-Markt rechts ab auf die Straße quer durch die Insel Richtung ‘Tong Nai Pan Yai Beach‘, um Hans, Poan und Toni zu besuchen. Über zum Teil steil ansteigende und abfallende Straßen – auf der Hälfte der Strecke ein ganzes Stück ohne Asphalt als zum Teil vom Regen mit Rillen ausgewaschene Piste – erreichten wir um 12:30 Uhr das Paradise-Resort, in dem sie in einem großen Reihenhaus mit 2 Schlafzimmer für zusammen 1.200 Baht wohnten. Hans und Poan saßen auf der Terrasse und winkten uns lachend beim Einbiegen in ihre Einfahrt zu.

Nach einer kurzen Hausbesichtigung kam Toni anspaziert, und wir gingen zusammen um die Ecke in ein Restaurant zum Essen. Dort bediente uns eine Thailänderin, die mit einem Schweizer verheiratet ist und einigermaßen gut deutsch sprach. Gegenüber war eine Bäckerei, die sogar Baguette im Sortiment hatte, aber laut Toni nie morgens gegen 10 Uhr, wenn er frühstücken wollte. Stattdessen waren sie immer erst am frühen Nachmittag im Sortiment. Und seinen Worten folgte wenige Minuten später die Bestätigung. Um 13:30 Uhr wurden die Baguette im Schaufenster in das dafür bereit stehende Fach eingefüllt. Für uns zu spät, wir waren gerade fertig mit dem Mittagessen. Lilo und ich hatten uns Nudelsuppe ausgesucht. Aber vielleicht war das für Jugendliche hier genau die richtige Uhrzeit fürs Frühstück.

Nun beschlossen wir, gemeinsam zu einem schönen Strand zu fahren, den Toni bereits ausgekundschaftet hatte, zur Haad Thong Reng Beach. Zusammen kehrten wir auf unseren 3 Mopeds die Strecke, die Lilo und ich gerade erst auf einer neuen und super ausgebauten Asphaltstrecke hierher gekommen waren, wieder bis zu einem großen Kreisel zurück und bogen dort links ab. Nach einem kurzen Stück mit Asphalt ging die Strecke über in eine abenteuerliche Piste, die zum Teil durch den Regen mit Riesenrillen ausgeschwemmt worden war. Fast im Schritttempo mussten wir uns langsam bergab tasten und manövrieren. Lilo hatte richtig Angst und wollte absteigen. Nicht zu Unrecht, wie sich zeigen sollte. Kurz vor dem Ziel musste ich einem auf dem schmalen festen Belag wandernden Thailänder nach rechts ausweichen - und geriet mit dem Vorderreifen in eine dieser tiefen, vom Regen ausgewaschenen Rillen. Ich konnte nicht mehr reagieren und das Moped kippte nach links um. Lilo kam zum Glück mit beiden Beinen auf dem Boden zum Stehen, während ich seitlich umfiel und dabei versuchte, das Moped mit meinen Beinen vom Körper wegzudrücken und es am Umfallen zu hindern. Trotzdem schabte die Unterboden-Plastikverkleidung etwas über den Rand der tiefen Rille. Unterhalb vom Knie hatte ich mir die Haut beim Umkippen leicht aufgerissen, und beim Moped hatte der schwarze Plastik-Unterbodenschutz links auf der Umkipp-Seite wie ich ebenfalls ein paar kleine Kratzer abbekommen. Zum Glück aber war einerseits Lilo unverletzt geblieben und andererseits auch der Lack - dank meines Dagegenstemmens beim Beinahe-Umkippen des Mopeds. Er war im Gegensatz zum Unterbodenschutz unbeschädigt.

Nach dieser Schrecksekunde fuhren wir noch vorsichtiger weiter und erreichten nach etwa 300 Metern die Bucht der Haad Thong Reng Beach. Inzwischen war meine dünne dreiviertellange hellbraune Hose im Kniebereich etwas blutig vom aufgeschlagenen Knie. Deshalb marschierte ich sofort samt Hose ins Meer und ließ die Wunde vom Salzwasser umspülen. Dabei wurde auch gleichzeitig die Hose wieder sauber. Es brannte ein wenig und hörte auf zu bluten. Glück gehabt im Unglück. Wie ich später erfuhr, habe auch ich hiermit meine Koh Phangan Plakette würdevoll erworben, von einer Österreicherin auch liebevoll "Koh Phangan Babberl" genannt. Denn von Einheimischen hörte ich später, dass jeder Zweite bis Dritte Koh Phangan mit irgendeiner Verletzung wieder verlässt, entweder durch einen Moped-Unfall oder wegen einer Verbrennung am Mopedauspuff verursacht, oder aber durch Scherben am Strand, manchmal auch durch Schlägereien. Gerade im Fußbereich sahen wir viele Verletzungen und Verbände. Am Strand genossen wir den herrlichen Ausblick. Lilo marschierte mit Hans links zu den Felsen, welche die Bucht abgrenzten. Dort war eine tolle Bungalow-Anlage mitten an den steilen Berg in die Felsen gebaut worden. Anschließend durchschwamm Lilo die Bucht. Poan konnte sich gar nicht beruhigen, wie gut Lilo schwamm, worauf Hans ergänzte, dass sie nur wenige Meter schwimmen könne und dabei mit den Händen paddeln würde wie ein Hund. Eigentlich erstaunlich, wo sie doch aus diesem herrlichen Land stammt, das zu einem großen Teil vom warmen Meer eingesäumt ist. Aber tatsächlich sieht man nicht viele Thailänder im Meer schwimmen, sondern überwiegend uns Touristen.

Gegen 16 Uhr verabschiedeten wir uns, denn diese Strecke – und auch die Reststrecke quer über die Insel mit den ausgefurchten Pisten – wollte ich bei optimalem Tageslicht fahren. Lilo marschierte schon etwas früher los. Oberhalb unserer Sturzstrecke erreichte ich sie wieder und vorsichtig tasteten wir uns wieder bergauf. Als wir beim Kreisverkehr wieder die asphaltierte Strecke erreichten, atmete ich innerlich richtig auf. Zum Glück hatte ich die Motocross-Gelände-Strecke dieses Mal ohne Probleme bewältigt.

Auf der Rückfahrt entdeckten wir die Kurve mit den niedergewalzten Leitplanken, in der am Tag zuvor ein Betonmischer den Abhang hinunter gestürzt war, wobei der Fahrer den Absturz nicht überlebte. Im ganzen Umkreis war der Unfall DAS Tagesthema. Da kein geeignetes Bergungs-Gerät zur Verfügung steht, überlässt man den LKW wohl einfach den schnell darüber wuchernden dschungelartigen Pflanzen, die innerhalb kürzester Zeit die Unfall-Spuren überdecken werden. Wieder zurück am Ban Kai Beach tranken wir einen Ananas-Bananen-Fruit-Shake und beschlossen, noch einmal zum nur rund einen Kilometer entfernten Mukata-B.B.Q.-Grillrestaurant zu fahren, in dem wir den Geburtstag von Hans gefeiert hatten. Punkt 18 Uhr trafen wir dort ein und waren die ersten Gäste. Wieder schmeckte es gut, und wir waren voll satt, als wir um 20:30 Uhr das Lokal verließen. Insgesamt zahlten wir 400 Baht, also 10 Euro – 2x 139 Baht fürs Essen und den Rest für die Getränke. Als wir gingen, war das Restaurant etwa zur Hälfte besetzt. 8 Tage zuvor mussten zur gleichen Zeit Gäste abgewiesen werden, weil kein einziger Platz mehr frei war. Die Fullmoon-Party war sicherlich ein Grund dafür, dass heute weniger Betrieb war.

Wir machten uns nun in der Dunkelheit auf den Rückweg zu unserem Resort, reihten unser Moped auf dem dafür extra gekennzeichneten Parkplatz in die Reihe der etwa 30 anderen Gefährte ein und zogen uns dann im Zimmer um für die Party. Da es noch etwas früh war, stoppten wir am Strand bei einem Restaurant, das am Strand Matten ausgelegt hatte mit Kissen und kleinen, etwa 30 Zentimeter hohen Tischen. Wir lümmelten uns auf die Matten, tranken ein gut gekühltes Chang-Bier zusammen und genossen diese romantische Stimmung. Der Vollmond über uns reflektierte sein blasses Licht über den Strand und das Meer, die Brandung plätscherte leise wenige Meter vor uns, und um uns herum plauderten und lachten Jugend-Gruppen bei der Einstimmung für die Fullmoon-Beach-Party.

Gegen 22 Uhr brachen wir wieder auf und gelangten über den Strand mitten in die Gassen, in denen sich viele tummelten, aber nicht so viele, wie wir gedacht hatten. Die Video-Cam hatte ich in einer kleinen Tasche um den Bauch geschnallt und das lange T-Shirt locker darüber hängen, so dass mein kleiner „Bauchladen“ kaum auffiel. Denn zuvor waren wir von vielen Seiten, auch von Lilos Bruder Peter aus Koh Samui davor gewarnt worden, dass bei diesen Partys häufig gestohlen würde und auch Drogen in einem unbemerkten Augenblick ins Getränk gekippt würden, wenn dies offen rum stehe. Entsprechend waren wir lieber vorsichtig.

Überall, wo wir hinschauten, erblickten wir fast ausschließlich Jugendliche, meistens fröhlich und gutgelaunt. Viele kamen paarweise oder in kleinen Gruppen. Sehr viele davon trugen bereits ihr Bucket, ihren kleinen Eimer mit einem Whisky-Cola-Mix oder sonstigem Alkohol-Inhalt mit sich. Über mehrere Strohhalme saugten sie im Kreis rund um ihr Eimerchen stehend dieses aus, um es danach mit mitgebrachten Flaschen gleich wieder aufzufüllen oder sich an einem der zahllosen Bucket-Stände rund herum einen neuen Party-Eimer mit Inhalt zu besorgen. Die Meisten hatten sich mit Neonfarben bemalt. Überall leuchteten uns gelbe, orangene, hellgrüne oder hellblaue Farben entgegen.

Wir waren davon ausgegangen, dass die Gassen dicht sein würden, aber es ging noch problemlos vorwärts. Als wir jedoch Richtung Haad Rin Rok Sunrise-Beach kamen, dauerte es 5 Minuten, bis wir über das Nadelöhr der Gasse im Menschen-Pulk den Strand erreichten. Der war auf voller Breitseite fast überfüllt mit Menschen und übertönt mit Techno-Rhythmen. Mit an beiden Enden brennenden Feuerstangen zeigten Artisten ihre Jonglier-Künste, über eine bewässerte Rutsche sausten ständig Jugendlichen auf ein großes nasses Plastikpolster und rutschen auf diesem etwa 5 Meter entlang bis zum Ende, die einen direkt in den Stand, die anderen landeten auf dem Hintern oder Kreuz. Andere versuchten sich darin, über ein von 2 Thailändern geschwungenes Seil zu hüpfen, allerdings mit Handycup, denn das Seil brannte. Immer wieder blieben die mutigen Springer hängen. Die eine oder andere Brandverletzung wird wohl erst am nächsten Tag richtig schmerzen, denn einige der Gescheiterten versuchten es gleich wieder. Akrobatik war auch zu sehen, als viele Jungen und Mädels wie Limbo-Tänzer mit nach hinten zurückgebeugtem Körper unter einer brennenden Stange hindurch schlüpften und dafür von allen Umstehenden begeistert Beifall erhielten. Erstaunlich viele wagten den Versuch – und schafften es auch meistens.

Wir tanzten in einer Bar zu den Techno-Rhythmen, wurden von Jugendlichen geküsst und andere wollten unbedingt ein Bild mit uns. Vielleicht wollten sie später daheim allen zeigen, dass sich sogar Grufties auf die Party verirrt hatten ;-), wobei der Begriff ’Gruftie’ ja eigentlich bedeutet, das sich ein älterer Mensch aus Sicht der Jugendlichen den Neuerungen des Alltags verschließt, was man von uns ganz bestimmt nicht behaupten konnte. Es war ein gigantisches Fest voller Ausgelassenheit, Freude, Musik, sicherlich auch mit viel Alkohol- und hier und da auch mit Drogen-Konsum. Mit Schnellbooten landeten auch nach Mitternacht ständig noch Neuankömmlinge. Im Meer reihten sich Jugendliche wie eine Menschenkette nebeneinander, um ihre Blase zu erleichtern. Auch Frauen versuchten es, wurden aber beim Bücken immer wieder von Wellen überrascht und zum Teil auch umgeworfen. Teilweise wurden sie auch einige Meter im Wasser stehend von ihren mit dem Rücken zum Strand postierten Partnern gegenüber neugierigen Blicken vom Land geschützt und unter den Armen gehalten, was sie teilweise jedoch auch nicht vor über sie schlagenden Wellen bewahrte.

Als wir um 01:30 Uhr in der Nähe vom Fullmoonparty-Turm an Neonfarben-Tüchern mit halluzinogenen Motiven vorbei kamen und kurz darauf bei "Tommy" den Strand verließen, um uns auf den Heimweg zu machen, war die Party voll im Gange, aber vom Mond war schon seit 2 Stunden nichts mehr zu sehen. Der Himmel hatte sich total verdunkelt. Kaum hatten wir wieder die Gasse erreicht, spürten wir plötzlich die ersten Regentropfen. Eine Minute später öffnete der Himmel seine Schleusen richtig, und der Regen prasselte herunter. Die Taxis reagierten sofort und drängten im Konvoi Richtung Strand. Schon nach wenigen Metern waren wir pudelnass. Aber bei einem warmen Regen wie diesem ist das überhaupt kein Problem. Nur als wir im eiskalten 7 Eleven derart durchnässt noch eine Flasche kühles Wasser kauften, fror es uns gewaltig, und wir verließen den Supermarkt so schnell wir konnten. Im Vergleich war es draußen im Regen direkt angenehm. Triefend vor Nässe erreichten wir kurz darauf wieder unseren Bungalow. Beim Nachbar-Bungalow lag ein Jugendlicher außen auf dem Balkon in der Hängematte. Als wir zum Fest aufbrachen, sahen wir ihn schon in der Hängematte liegen und kiffen. Scheinbar war die Party heute Abend an ihm spurlos vorüber gegangen.

Es war halb 3, und wir hatten ein absolut friedliches und fröhliches Fest erlebt, bei dem wir beide allerdings das Durchschnittsalter gewaltig in die Höhe katapultiert hatten. Bestimmt 10x oder öfter hatten uns junge Menschen aus den verschiedensten Ländern gebeten, ein Foto mit uns aufnehmen zu dürfen. Eine junge Engländerin, Kim, war total begeistert von uns und hörte gar nicht mehr auf, sich zu bedanken und uns zu umarmen. Wer weiß, vielleicht wollten sich auch so viele mit uns fotografieren lassen, um daheim Ältere zu animieren, doch auch einmal so etwas „Verrücktes“ mitzumachen. Froh, dieses Fest einmal miterlebt zu haben, schliefen wir sofort ein, nachdem Lilo meinen Rücken noch einmal eingerieben hatte. Er machte keine Probleme – obwohl wir viel getanzt hatten und viel rum gelaufen waren. Nur ein ganz leichtes Zwicken erinnerte noch an die Schmerzen.

Freitag, 09.  März – 38. Tag = 36. Urlaubstag: “Sun Beach Resort” – in Ban Haad Rin – Koh Phangan – Wechsel nach Koh Samui  zu Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha:

Fairer Einstein-Moped-Vermieter und Chauffeur mit "older people"-Preis für Kratzer, "DER MORGEN DANACH" mit nahezu leeren Gassen um 09:30 Uhr, fast schon sauberem Fullmoonparty-Strand um 10:30 Uhr, Mülltrennung, leicht orientierungslosen "Party-Überbleibseln" mit Bucket in den Gassen und überfüllter 11:40 Uhr-Fähre mit Verspätung – Ausspannen bei Peter, Mondlicht-Idylle mit Baguette und Käse, Freude mit ein wenig schlechtem Gewissen

Um 8 Uhr wachten wir wieder auf. Trotz der Fullmoon-Party war es in diesem Resort absolut ruhig geblieben. Nach der Morgentoilette und dem gewohnten Obst-Frühstück machten wir uns mit unserem Moped auf den Weg zum Vermieter – mit gemischten Gefühlen aufgrund der Kratzer. Er sah sie sofort, machte ein nachdenkliches Gesicht und untersuchte auch den Rest des Mopeds, der vollkommen in Ordnung war. Er müsse das Plastikteil austauschen und es koste neu 1.500 Baht. Aber uns zuliebe als „older people“ wäre er mit 800 Baht einverstanden. Wir akzeptierten, gaben ihm das Geld und erhielten meinen Reisepass wieder zurück. Als wir ihn fragten, ob er uns vielleicht mit seinem PKW zum Pier fahren könne, war er sofort bereit dazu. Wir gingen zurück zum Resort, checkten aus und liefen die etwa 300 Meter mit unserem Gepäck bis zu seiner Werkstatt. Er fuhr los, zeigte uns unterwegs noch sein Haus und holte dort seine 3-jährige Tochter mit ins Auto. Sie klammerte sich schüchtern an ihren Papa, äugte aber trotzdem immer wieder interessiert zu uns, bis sich die Blicke trafen. Dann wendete sie ganz schnell den Kopf wieder von uns ab zum Papa, um ihn im Anschluss aber sofort wieder ganz langsam und neugierig zu uns zu drehen. Mit der Tochter auf dem Schoß fuhr er uns gemütlich zum Pier und bedankte sich noch einmal. Wir erwiderten den Dank. Er war ein absolut fairer Händler, was man nicht von allen sagen kann.

Es war 09:45 Uhr. Im Buchungsbüro der Fähre konnten wir unseren Koffer abstellen, denn bis zur Abfahrt um 11:40 Uhr blieb ja noch viel Zeit. Mit den Rucksäcken zogen wir durch die fast ausgestorbenen Gassen – und kehrten für einen Kaffee und einen Fruchtsaft in einem Cafe ein. Langsam begann sich auf der Straße Leben zu rühren. Einige „Fullmoonparty-Überbleibsel“ wankten etwas orientierungslos durch die Gassen, zum Teil hielten sie sich noch an ihren meist rosa-, rot- oder blaufarbenen leeren Eimern fest. Viele waren ganz-körper-gepudert mit dem feinen hellen Sand vom Strand, der offensichtlich für die kurze Rest-Nacht als Schlafplatz gedient hatte. Ein anderer begegnete uns 3x und erzählte uns lächelnd, dass er schon bestimmt 4-5 Kilometer rum gewandert sei, aber trotzdem sein Moped noch nicht gefunden habe. Sprach es, lächelte wieder leicht entrückt und schlurfte weiter.

Als wir am Strand ankamen, waren die Aufräum-Arbeiten bereits voll im Gang. In regelmäßigen Abständen standen bereits Berge schwarzer Plastiksäcke, prall gefüllt mit dem Müll der vergangenen Nacht. An etlichen, über den ganzen langen Party-Strand verteilten Sammelstellen wurden sie auf kleinere Pick-Ups verladen und abtransportiert, ohne merklich weniger zu werden. Weiter unten in Wassernähe reihten sich in einer langen Kette nebeneinander sortierte leere Flaschen und Plastik aneinander und wurden sorgsam getrennt in Plastiksäcken eingesammelt. Wir waren erstaunt, dass sich der Partystrand um diese Zeit schon so aufgeräumt präsentierte. Eigentlich hatten wir damit gerechnet, dass noch etliche "Partyleichen" mitten im Dreck den Strand als One-Night-Schlafzimmer bevölkern würden. Aber offenbar mussten sie ihn alle schon in der Früh verlassen. Nachdem die Party ja alle 4 Wochen stattfindet, haben die Organisatoren den "TAG DANACH" offensichtlich bestens organisiert und nach eingespieltem Aufräum-Zeitplan im Griff. Wir schlenderten wieder zurück zum Pier. Langsam trudelten immer mehr Abreisende ein, und es bildete sich eine Riesenschlange auf dem Steg zur Fähre. Erst mit 20 Minuten Verspätung konnte sie um 12:00 Uhr ablegen, total überfüllt. Selbst in den Gängen war absolut kein Durchkommen mehr. Überall, wo sich auch nur das kleinste freie Plätzchen bot, wurde es sofort eingenommen und oft kreuz und quer auch im wahrsten Sinne des Wortes belegt. Bei einigen war anschließend während der Fahrt deutlich zu erkennen, dass ihnen das leichte Schwanken des Schiffes bei der 45-minütigen Überfahrt nach Koh Samui nicht unbedingt gut tat.  

Unser Koffer lag ganz oben auf dem Stapel, so dass ich das Schiff nach der Ankunft beim Big Buddha Pier relativ schnell verlassen konnte. Peter wartete am Pier schon auf uns. Nachdem im von der Fähre strömenden Menschenpulk kurz darauf auch Lilo auftauchte und uns entdeckte, starteten wir in Peters Auto gleich zu einem kleinen Thailokal in der Nähe und aßen eine Kleinigkeit, Reis mit Garlic-Pork. Es schmeckte gut und würzig.

In einem 7 Eleven besorgten wir noch Getränke und fuhren zu Peters Haus auf den Berg. Die Sonne brannte wieder intensiv – und das Bad im Pool tat richtig gut. Wir erzählten, was wir alles auf Koh Phangan erlebt hatten – und anschließend ruhten wir uns ein wenig aus. Inzwischen hatte Peter seinen Sohn Martin vom Kindergarten abgeholt – und der freute sich, Onkel und Tante wieder als Spielkameraden hier zu haben.

Auf der Terrasse beobachteten wir nach dem Sonnenuntergang die traumhafte Stimmung mit dem silberglänzenden Widerschein, den der fast noch runde Mond auf die ruhige Meeresoberfläche spiegelte. Dies zu erleben bei immer noch rund 25 Grad, mit Baguette, Käse und einem frischen Bierchen vor sich auf dem Tisch – was will man mehr. Wir fühlten uns absolut wohl und freuten uns, wieder hier zu sein. Um 23:15 Uhr kam Joyce von der Arbeit nach Hause. Sie überreichte uns Geschenke wie ein Kleid mit passenden Ohrringen für Lilo, eine kleine Muscheluhr für mich und einen schönen Gürtel für unseren Enkel. Es war uns eher peinlich, diese so lieb und gut gemeinten Geschenke anzunehmen, da wir wissen, dass Peter und Joyce jeden Baht brauchen. Aber deshalb dieses Geschenk abzulehnen wäre sicherlich nicht höflich gewesen. Also freuten wir uns darüber – trotz fast schlechtem Gewissen dabei.

Gegen Mitternacht gingen Peter, Joyce und Lilo ins Bett, während ich noch bis 01:30 Uhr E-Mails abrief, eine Geburtstags-Mail als fast „gemeinen“ Gruß aus der Sonne und Hitze nach Bayern in die Kälte schickte und dann noch etwas diese Tagebucheintragungen aktualisierte.

Samstag, 10.  März – 39. Tag = 37. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Sticky Rice, Haus-Reparatur in luftiger Höhe auf Riesenleiter, akrobatischer Moped-Transport, Festmahl bei Freund Rin, Bundesliga live mit souveränem Bayern-Sieg, nächtlicher Pool-Genuss

Heute gabs nach dem Aufstehen um 09:45 Uhr mal ein anderes Frühstück. Peter hatte „Sticky Rice“ mitgebracht, einen klebrigen Reis, der mit einer süßen klaren Flüssigkeit übergossen und kalt, zum Beispiel mit Früchten gegessen wird. Natürlich fiel unsere Wahl wieder auf Mangos. Nach dem Frühstück kam Sin, ein thailändischer Nachbar, und wir halfen alle zusammen. Denn Peter wollte mit einer langen Leiter an der Giebelseite des Hauses ein Abfluss-Rohr der Dachrinne überprüfen, ob es womöglich verstopft ist. In luftiger Höhe von 6-7 Metern entfernte er das Abflussrohr von der Dachrinne und reichte es zum Saubermachen Lilo und Joyce, die oben am Hausgiebel in der Ecke der Terrasse 2 Meter daneben und somit in erreichbarer Nähe standen. Währenddessen stabilisierte ich unten die schmale lange und unter Peters Gewicht leicht schwankende Ausziehleiter und blockierte sie mit den Füßen. Sin kümmerte sich um die Silikon-Spritze, mit der Peter nach der Säuberung und dem Wiederanbringen des Abflussrohres dieses wieder abdichtete.

Anschließend half ich Peter, die nach dem Zusammenschieben immer noch circa 5 Meter lange Aluleiter so zu fixieren, dass sie mittig und im Gleichgewicht auf seiner linken Schulter ruhte. So fuhr er, mit der linken Hand die Leiter haltend und ausbalancierend und mit der rechten Hand am Moped-Lenker Gas gebend los und brachte sie mit dieser akrobatischen Fahr-Balance-Aktion wieder zurück zu dem Nachbar, bei dem er sie ausgeliehen hatte. In Deutschland wäre so ein Transport undenkbar. Am frühen Nachmittag spielten wir mit Martin, lasen und legten noch ein kleines Nickerchen ein. Dann schlug Peter vor, zu seinem Bekannten Rin zu fahren, der unterhalb der Lamai-Beach ein Lokal betreibt und den wir von früher kennen. Da lebte seine Frau noch. Nach ihrem Tod und gesundheitlichen Problemen geht es ihm inzwischen glücklicherweise wieder deutlich besser.

Rin freute sich sichtlich, uns mal wieder zu sehen. Martin bekam Wassermelonen und Melonensaft und wir schlemmten, Lilo und Peter gegrillten Thunfisch, ich Tempura, aber nicht nur mit Prawns, sondern auch mit Tintenfischringen, frittierten Zwiebelringen und frittierten Gemüseröllchen. Es schmeckte alles hervorragend, die großen Thunfischscheiben waren auf den Punkt gegrillt, saftig vom Fleisch und sehr gut im Geschmack. Mit Getränken kostete alles zusammen 1.300 Baht, also gerade mal 32,50 Euro – für so ein Festmahl. Vor dem Lokal hatte Rin sehr schöne Steinskulpturen ausgestellt. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass diese einem Freund gehören, der sein Lokal zum Präsentieren nutzt. So haben beide etwas davon, er die optische Aufwertung seines Lokals, sein Freund, wenn es gut läuft, ein lukratives Geschäft. Als ich entdeckte, dass er WiFi-Free, also freien Internetzugang anbietet, was von zwei jungen Pärchen im Lokal auch gerade genutzt wurde, gratulierte ich ihm, dass er so aktuell mit der Zeit geht und dadurch auch ganz offensichtlich zusätzliche Gäste gewinnt. Er nickte ganz stolz.

Auf der Rückfahrt deckten wir uns im Tesco-Supermarkt noch kurz mit neuen Getränkevorräten ein und fuhren zurück in Peters Haus. Lilo bot an, bei Martin zu Hause zu bleiben und ermöglichte so Peter und mir, noch etwas zu unternehmen. Wir fuhren runter zum Strand nach Chaweng zu den Easy Divers und schauten hier, wie schon vor 14 Tagen, live ein Spiel der Bundesliga. Heute wurde ab 21:30 Uhr die Begegnung Bayern München gegen Hoffenheim übertragen, mit dem Ex-Münchner Babbel als neuem Hoffenheim-Trainer. Es lohnte sich. Die Bayern trumpften auf wie entfesselt und schalteten erst beim 7:0 Mitte der 2. Halbzeit um auf Fußball im Schongang. So kam Hoffenheim kurz vor Schluss noch zum Ehrentreffer. Das 7:1 war gleichzeitig das Endergebnis.

Als wir gegen 23:30 Uhr wieder zurück kamen, saß Lilo noch am Netbook und schrieb Freunden daheim. Wir setzten uns mit Peter noch auf ein Glas Wein und ein Bier zusammen. Und dann waren wir so im Erzählen, in Erinnerungen und im aktuellen Geschehen vertieft, einerseits, was Peters Leben früher und heute betrifft und andererseits, was Lilo und mich betrifft, dass es später und später wurde und nicht bei einem Gläschen blieb. Es war ein richtig schöner gemeinsamer Abend, und wir mussten immer wieder lachen beim Austauschen unserer persönlichen Anekdoten. Um 03:45 Uhr fragten wir uns dann aber doch, ob wir noch ganz normal sind – und hüpften gemeinsam noch einmal in den Pool. Wir genossen die traumhaft schöne Aussicht auf das Lichtermeer unter uns und auf die Lichterkette der Fischerboote im Meer. Um 4 Uhr landeten wir in unseren Betten. Es war ein wunderschöner Tag und Abend.

Sonntag, 11.  März – 40. Tag = 38. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Vorsorge-Testament, Haus-Besichtiger, Big Hand's perfekte Frisur, letztes Mal "Noodles with soya-sauce" bei Abend-Dämmerung am Meer, Amüsieren über bayerisches Kabarett von der Festplatte

Als ich um 11 Uhr aufwachte, war ich allein im Zimmer, obwohl wir uns vor dem Einschlafen sicher waren, mindestens bis Mittag auszuschlafen nach der Nacht-Session. Beim Zurückziehen des Vorhangs zur Terrasse entdeckte ich Lilo am Boden liegend bei ihren Gymnastik-Übungen. Kurz darauf folgte die Wasser-Gymnastik, deutlich hörbar am gleichmäßigen Plätschern im Pool. Danach frühstückten wir gemütlich. Im Supermarkt hatte Lilo mir einen kleinen und bereits aufgeschnittenen Hefezopf besorgt. Zusammen mit dem mir so gut schmeckenden 3-in-1 Kaffee (Kaffee-Milch-Zucker-Mix) genoss ich die Abwechslung und anschließend trotzdem auch noch eine kleine Schale Mango mit Joghurt.

In der Nacht hatten wir Peter gefragt, ob er seinen Sohn Martin schon per Testament finanziell abgesichert hat. Er bat Lilo, ihm doch mal einen passenden Text aufzusetzen. Zusammen mit uns schrieb er ein entsprechendes Testament in 2 Ausführungen und vertraute uns eine davon an. Es soll einfach nur eine Absicherung sein – für ihn und für seinen Sohn Martin. Auch Lilo und ich hatten vor unserer Abreise jeweils ein entsprechendes Testament geschrieben für den Fall, dass einem von uns etwas passieren sollte. Zu oft hatten wir in letzter Zeit von Fällen gehört, wo nichts geregelt wurde und dann ein nicht vorhersehbarer Todesfall eintrat, der plötzlich nahe und entfernte Verwandte zu Erben machte, während der eigene Partner zum Beispiel leer ausging, weil nichts geregelt war. In unserem Bekanntenkreis kennen wir einen relativ krassen Fall, in dem ein Paar viele Jahre ohne Trauschein zusammen gelebt hatte und am Ende nach dem Tod des Partners die Frau sogar das Haus verlassen musste, weil die Erben alles beanspruchten und sie vor die Tür setzten. Ihr blieb absolut nichts aus der langjährigen Beziehung, weil nichts geregelt war und ihr Partner immer meinte, das mache er schon noch, es eile ja nicht – bis es zu spät war.  

Am frühen Nachmittag kam ein deutsches Paar und fragte Peter, ob sie sich sein Haus und die Bungalows anschauen dürfen. Ihnen war eines der Werbeprospekte von der Sunrise-Residence aufgefallen, die Peter in verschiedenen Lokalen bei Freunden aufgehängt hat und in denen er sein Haus und die beiden Bungalows zum Vermieten anbietet.

Kaum hatten sie sich verabschiedet, erschien ein Bekannter von Peter, der seinen deutschen Freunden aus München Peters Haus zeigen wollte. Wir verabschiedeten uns und fuhren mit Peters Moped den Berg runter zur Choeng Mon Beach. Lilo zeigte mir einen „Hair-Cut“-Shop. Bei diesem Friseur lässt sich ihr Bruder immer die Haare schneiden, und auch Schwager Norbert geht bei jedem Urlaub hier zu „Big Hand“, wie sie den Friseur wegen seiner großen Hand nennen. Anschließend fuhren wir zu dem Massage-Salon, in dem wir vor 14 Tagen so gut massiert wurden. Sie hatten jedoch nur einen Platz frei. So blieb Lilo hier, um sich durchkneten zu lassen, während ich zurück zum Friseur brauste. Für 100 Baht (2,50 Euro) ließ ich mir einen schönen Kurzhaarschnitt verpassen und bekam zum Abschluss auch noch Haare an Augenbrauen, Ohren und Nase getrimmt. Danach holte ich Lilo wieder im Massagesalon ab, nachdem ich unterwegs Peters Moped an einer Petrol-Station noch voll getankt hatte.

Jetzt spürten wir deutliche Hungersignale und tuckerten deshalb langsam die Choeng Mon Beach entlang, um zu schauen, wo wir einen schönen Platz finden. Je weiter wir kamen, ohne wirklich von einem Restaurant und seiner Lage begeistert zu sein, desto mehr reifte in mir der Entschluss, wieder bis zum "My Friend"-Restaurant kurz vor Fisher Man's Village zu fahren, was wir dann auch taten. Am Meer sitzen bei Sonnenuntergang, gut essen, den Blick und das Plätschern der Wellen genießen, diese Momente zählen sicherlich mit zu den Highlights unseres Urlaubs, an die wir uns später immer wieder gerne erinnern werden. Ein letztes Mal aß ich meine Noodles with shrimps in „soy sauce“, wie es hier in der Karte heißt. Jetzt hatte ich sie so oft gegessen in diesem Urlaub, auch hier im Lokal, dass ich heute Abend feststellte: Es reicht, es ist nicht mehr der anfängliche Super-Genuss. Stattdessen wurde es mir nun fast zu viel. Irgendwie hatte ich mich an den glitschigen Nudeln inzwischen satt gegessen.

Auf der Rückfahrt im Dunkeln hielten wir noch kurz beim 7 Eleven für ein kühles Getränk und kehrten dann zu Peter auf den Berg zurück. Er hatte sein Notebook am Fernseher angeschlossen, und ich half ihm dabei, am TV die Filme von der Festplatte anschauen zu können. Bis Mitternacht amüsierten wir uns über die bayerische Kabarettistin Monika Gruber. Insbesondere für Peter war es ein Genuss, mal wieder über Lustiges auf Bayrisch lachen zu können.

Heute ließen wir alle den Abend nicht wieder so lange werden wie am Tag zuvor und gingen gegen 24 Uhr müde ins Bett.

Montag, 12.  März – 41. Tag = 39. Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Countdown läuft, Wolken mit Platzregen, Shrimps-Schnitzel als kulinarisches Highlight bei "Spreche ein bisschen deutsch", Wasserpistolen-"Angriff" im Pool, Einschlaf-Massage, Moped-Ärger, beeindruckende weibliche Kilo-Problem-Debatte

Um 9 Uhr wurden wir wach. Seit heute haben wir urplötzlich das Gefühl, dass der Countdown Richtung Urlaubsende läuft, obwohl unser Abreisetag ja „erst“ am 15. März sein wird. Nach dem Frühstück, neben dem gewohnten Mangosalat auch mit 2 Stück Hefezopf, fuhr Lilo mit dem Moped zum Friseur und ließ sich für 200 Baht auch eine relativ kurze Frisur verpassen. Derweil saß ich auf der Terrasse, las E-Mails und löschte anschließend auch mal wieder etliche im Posteingang, wo sich inzwischen schon hunderte angesammelt hatten. Peter informierte sich unterdessen am Fernsehen über die Deutsche Welle, was es alles Neues gibt in Deutschland und der restlichen Welt.

Nach Lilos Rückkehr fuhren wir 3 zusammen mit Peters Auto nach Chaweng. Heute war der Himmel relativ bewölkt, und immer wieder kam ein etwas kühlerer Wind auf. Wir kehrten in einem Lokal ein, dessen Besitzer Peter gut kennt. Und kaum saßen wir, prasselte auch schon ein kurzer, aber heftiger Platzregen herunter. Nach 5 Minuten war alles wieder vorüber. Lilo entdeckte in der Karte Shrimps Schnitzel (Tod Mun Goong). Seit einem früheren Urlaub in Bali habe ich diese Delikatesse nicht mehr auf einer Karte gesehen und bestellte sie sofort. Mein Essen war für mich mit DER kulinarische Höhepunkt in diesem Urlaub, aber auch Peters Geschnetzeltes schmeckte prima, ebenso Lilos Lachs. Hier wird Thai und European Food angeboten – und sogar ein bisschen deutsch gesprochen, wie auf einem Schild am Eingang zu lesen ist.

Als kulinarischen Abschluss gönnten wir und daraufhin nach kurzer Fahrt zum Shop beim Centara-Hotel, in dem Joyce arbeitet, im links daneben liegenden Cafe noch einmal ein sehr fein schmeckendes Stück Mango-Mascarponecreme-Kuchen für 95 Baht, Peter wählte Tiramisu. Joyce freute sich über unseren Besuch und setzte sich zu uns ins Cafe, wobei sie ihren Shop im Auge behielt.

Nun war es Zeit, Martin im Kindergarten abzuholen. Mit ihm fuhren wir zurück ins Haus. Jeder beschäftigte sich selbst, ich benannte vom Fotoapparat auf die Festplatte übertragene Bilder mit dem Netbook, Lilo trainierte an Peters Geräten, und Peter spielte mit seinem Sohn. Danach machte es Martin einen Riesenspaß, Lilo und mich im Pool mit seiner Wasserspritzpistole anspritzen zu dürfen. Bei so etwas können Kinder eine nicht enden wollende Energie entwickeln ;-). Und so folgte auf sein herzhaftes Lachen, wenn uns der Wasserstrahl getroffen hatte, jedes Mal das Wort: „Nochmal“!

Nach Einbruch der Dunkelheit baute Lilo mit ihm einen Bauernhof mit Tieren, und dann spielten wir alle zusammen „Mensch ärgere dich nicht“. Danach folgte „10er Raus“, ein Kartenspiel, bei dem Martin immer einen von uns kräftig unterstützte. Gegen 21 Uhr war er todmüde, und Lilo brachte ihn ins Bett. Wie von Joyce erhielt er auch von ihr eine Massage – und genoss sie. Wie sich Kinder doch gleichen. Auch unser Enkel schläft abends bei uns nicht ein ohne Rückenkraulen – am liebsten vom Opa.

Während Lilo Martin ins Bett brachte, rief Hans an. Sie waren heute von Koh Phangan nach Koh Tao gewechselt und hatten auch dort wieder eine gute Unterkunft gefunden. Allerdings gab es zuvor noch etwas Ärger, als sie ihr Moped zurück brachten. Ein Stein habe einen Mini-Kratzer am Motorblock hinterlassen. Bei der Abgabe des Mopeds direkt am Pier in Tong Sala entdeckte der Vermieter diese Stelle und forderte sofort 2.200 Baht. Letztendlich einigten sie sich auf 420 Baht, nachdem Poan sich gewaltig aufgeregt hatte und alle lange hin und her diskutiert hatten. Nach dieser Schilderung war ich unserem Vermieter auf Koh Phangan nachträglich um so dankbarer für sein faires Angebot von 800 Baht für den Schaden am Unterboden-Schutz. Peter erklärte uns, dass auf diesem Weg das Hauptgeschäft mit der Moped-Vermietung gemacht wird. Beim kleinsten Kratzer wird abkassiert und weit aus mehr Gewinn gemacht als mit der eigentlichen Tages-Vermietungs-Gebühr von 150 oder 200 Baht. Und der einbehaltene Reisepass dient dabei als Druckmittel für die Forderungen, insbesondere, wenn schon die Fähre wartet für die Weiterfahrt.

Wir verfolgten im TV auf DW eine Diskussionsreihe von Günther Jauch. Wieder einmal ging es um Ex-Bundespräsident Wulff und den Ehrensold. Langsam konnten auch wir das Thema nicht mehr hören und wunderten uns insbesondere über die distanzlose wulffnahe Position des Liedermachers Kunze bei dieser Diskussionsrunde.

Gerade als wir den Fernseher ausschalten und endlich mal früh ins Bett gehen wollten, vernahmen wir das Moped-Geräusch der heimkommenden Joyce. Es war 22:30 Uhr. Sie konnte heute schon etwas früher Schluss machen nach einem erfolgreichen „Business-Day“ in ihrem Shop. Zusammen unterhielten wir uns noch und ließen uns von ihr etwas aufklären über das thailändische politische System. Gegen 24 Uhr endete unsere lebhafte Unterhaltung schließlich in einem Mix aus deutsch, englisch und bayrisch – bei so wesentlichen und weltbewegenden Themen wie dem Gewicht von Joyce (50 kg) und Lilo (60 kg) und der essentiellen Frage, ob dies jeweils 2-3 Kilo zu viel sind oder nicht. Wir, Peter und ich, hielten uns aus dieser Diskussion raus und genossen unseren Rest vom Chang-Yai, vom  großen Chang-Bier, das wir uns – von der „Kilo-Problem-Debatte“ unserer Partnerinnen stark beeindruckt – wortlos und genüsslich noch zusammen teilten, ohne auch nur den geringsten Gedanken daran zu verschwenden, dass wir kilomäßig von „gewichtigern Problemen“ reden könnten.

Jetzt war es Zeit ins Bett zu gehen, nicht nur, weil die Chang-Flasche leer war, sondern auch, weil mich innerhalb von 3 Minuten schon zum 2x ein Moskito gestochen hatte. Irgendeins dieser Plagegeister hatte es offensichtlich wieder ins Wohnzimmer geschafft trotz Mücken-Gitter. Wir verabschiedeten uns gutgelaunt und gingen alle ins Bett.

Dienstag, 13.  März – 42. Tag = 40. und vorletzter Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Hunde-Bettelblick mit Prioritäten, Zecken, Big Mac bei Presslufthammer-Getöse, wieder Shrimps-Cakes und Lachs, endlich passende Adiletten, leckeres Rum-Raisin-Eis, Pfefferminz-Zahnpasta, Nachbar-Verfolgung, Laptop-Kurs

Um 9 Uhr standen wir auf, frühstückten wie gewohnt am Tisch vor der Haustür und Peters Hund Cooky leistete uns Gesellschaft. Ihre Spekulation, dass vielleicht dabei etwas heraus springen würde bei entsprechend sehnsüchtigen Blicken direkt durch unsere Augen hindurch in unsere Herzen, erwiesen sich als erfolgreich. Dieses Verhalten hatte sich wohl schon unzählige Male bewährt, da sie ihren Bettelblick in Perfektion beherrschte. Ein alter Hendl-Schenkel vom Vortag, den keiner mehr wollte, war im Nu verschwunden. Mit einem alten Mango-Bananen-Obst-Rest vom Vortag konnten wir sie dagegen nicht locken, auch diese von niemandem mehr gegessenen und schon leicht nachgedunkelten Essens-Reste noch zu verwerten. So ein Hund setzt halt auch seine Prioritäten.

Aber als sie davon trottete und sich anschließend zufrieden auf der Terrasse auf dem Rücken liegend nicht gerade ladylike mit ausgebreiteten Hinterbeinen genüsslich die Sonne auf den nackten Bauch scheinen ließ, entdeckte ich auf den Fliesen gleich zwei Zecken. Irgendwo musste sie sich diese eingefangen haben. Auch abends im Wohnzimmer krabbelte wieder eine über den Fliesenboden nach kurzem Cooky-Aufenthalt bei uns.

Wir fuhren mit Peter nach Chaweng. Nach einem Bankbesuch hatte er Lust auf einen Big Mac und lud mich ein. So kam ich nach vielen Jahren mal wieder zu diesem Vergnügen. Eigentlich müsste man dafür ja fast schon seinen Unterkiefer wie eine Schlange aushaken können, um ihn sich ohne größere "Verluste" an heraus fallendem Salat und heraus tropfender Soße einverleiben zu können. Lilo beschloss unterdessen, sich eine Gesichtpflege angedeihen zu lassen. Einerseits ist sie sowieso kein Mc Donald's-Fan, und andererseits war es ihr hier viel zu laut. Denn direkt gegenüber vom Restaurant sorgte ein unaufhörlich in den Beton krachender Presslufthammer bei Straßen-Aufriss-Arbeiten für eine höllische Lärmkulisse. Die Arbeiten für die neue, dringend notwendige Kanalisation sind voll im Gange und werden sich auch noch einige Zeit hinziehen. Für die Geschäfte und Anwohner rund herum eine ziemliche und ohrenbetäubende Tortur. Und so saß auch bei diesem Burger-Restaurant kein Mensch an den Außentischen. Die Folge wäre wohl schon nach 5 Minuten ein irreparabler Gehörschaden gewesen. Im Restaurant-Inneren pochten die ratternden Attacken auf den Straßen-Beton nur noch deutlich gedämpft auf unser Trommelfell, aber unter GEMÜTLICH stelle ich mir etwas anderes vor. Lilo kündigte beim Abschied aufgrund des Lärms lauthals schreiend an, dass sie nach dem Sich-Verwöhnen-Lassen zum Strand geht - und wir vereinbarten, dass sie gegen 14:30 Uhr anruft, damit ich sie mit dem Moped wieder abhole. Von Chaweng aus fuhr ich mit Peter nach dem Big-Mac-Stopp noch in einen Pharmacy-Shop, wo er sich bei einer gut deutsch sprechenden Thailand-Chinesin ein Vitamin-Pulver besorgte, das gerade im Angebot war. Danach kehrten wir wieder auf den Berg zurück.

Wie vereinbart meldete sich Lilo um halb 3. Sie war am Strand beim Natien Samui Resort, in dem wir früher einmal gewohnt hatten. Als ich zum Abholen kam, winkte sie mir aus dem Meer entgegen. Das ist ihr Element, in dem sie sich wohl fühlt. Nach dem Abtrocknen und Anziehen fuhren wir von hier aus wenige Meter weiter und hielten uns dann an der Stelle, an der die Straße gerade aus am Strand entlang zur Einbahnstraße wird, rechts Richtung Chaweng Food Market. Kurz nachdem wir diesen passiert hatten, erreichten wir wieder das Lokal, in dem wir gestern so gut gegessen hatten. Es liegt etwa 10 Meter zurück versetzt an der Straße, nennt sich "Original THAI FOOD Restaurant – in all possible variation", und am Eingang hängt zusätzlich ein Schild mit: „Ich spreche etwas deutsch“. Wieder entschied sich Lilo für Lachs und ich mich für die 5 Shrimps-Cakes. Und erneut war es ein Genuss. Wir fuhren die Richtung weiter, bis die Straße an einer großen Ampel nur noch nach links oder rechts führt. Kurz nach dem Rechtsabbiegen erreichten wir das anvisierte Ziel, den Tesco-Supermarkt. Ein Adidas-Marken-Shop gleich beim Eingang zog mich magisch an – und tatsächlich fand ich darin endlich in meiner Größe die Adiletten (Bade-Sandalen), die ich zuvor schon vergeblich in anderen Adidas-Shops gesucht hatte. Aus lauter Freude darüber nutzte ich auch gleich die letzte Gelegenheit, wie zuvor bereits im Lotus-Tesco auf Phuket, bei Swensen‘s noch einmal eine Kugel vom wirklich gut schmeckenden Rum-Raisin-Eis zu genießen, hier für 55 Baht gegenüber 49 in Phuket. Im Supermarkt besorgten wir für Joyce einen Irish Whisky, da wir wussten, dass sie diesen gerne mag – und ich suchte mir zum Mitnehmen noch die Pfefferminz-Zahncreme, die mir vor 5 Jahren so gut geschmeckt hatte. Weil wir im Tesco keinen Hefezopf für mein Frühstück gefunden hatten, hielten wir auf der Rückfahrt noch kurz bei einem 7 Eleven. 

Bei anbrechender Dunkelheit nahmen wir mit dem Moped wieder Anlauf, Peters Berg zu erklimmen. Vor uns fuhr ein Auto den gleichen Weg. Lilo erkannte darin Peters Nachbar Michel. Seine Lebensgefährtin Renate wollte mit uns essen gehen in der Zeit unseres Aufenthalts. Einmal besuchte Lilo die Nachbarn, um etwas zu vereinbaren, aber da ging es ihr nicht gut. Anschließend hatte es sich einfach nicht mehr ergeben. Deshalb fuhren wir ihnen jetzt einfach hinterher – bis vor ihre Garage. Im ersten Moment erkannten sie uns nicht und wirkten leicht irritiert, wer die Frechheit besitzt, Ihnen einfach über die gesamt Einfahrt zu folgen und sich hinter sie auf den Garagen-Vorplatz zu stellen. Als sie realisierten, wer sie verfolgt hatte, lachten sie und baten uns mit auf die Terrasse. Dort plauderten wir ein Stündchen gemeinsam bei einem Bier. Von hier aus waren die startenden Flugzeuge vor der untergehenden Sonne zu sehen, ein toller Anblick. Allerdings waren sie auch deutlich lauter als bei Peter zu hören. Beides nahmen Michel und Renate gar nicht mehr so bewusst wahr wie wir. Nach vielen Jahren wird auch das Schöne zur Gewohnheit. Unsere Gesprächsthemen wechselten zwischen Thailand, Deutschland und Österreich, zwischen Dialekten und gutem Brot, das sie hier in Koh Samui entdeckt haben und jeden Freitag geliefert bekommen usw..

Um 19:30 Uhr verabschiedeten wir uns wieder. Lilo marschierte zu Fuß die wenigen Meter zu Peter. Bei inzwischen völliger Dunkelheit tauchten wir bei ihm auf. Martin war bereits im Bett. Er war so müde, dass er es nicht mehr geschafft hatte, auf unsere Rückkehr zu warten.

Wieder saßen wir gemütlich zusammen. Jetzt war es Zeit, dass ich mir mit Peter zusammen endlich seinen Laptop vornahm. Es war ihm ein Anliegen, dass ich ihn auf Aktualität überprüfe und ihm ein paar Fragen beantworte beim Handling. Einige alte Programme deinstallierten wir, um sie durch die aktuellsten Versionen zu ersetzen. Auch ein neues Wunsch-Hintergrundbild richtete ich ihm ein und räumte seinen Desktop ein wenig auf, der mit großen Symbolen bis zum Rand vollgepflastert und so total unübersichtlich geworden war. Alles, was er niemals verwendet, landete in einem Ordner „Desktop-Verknüpfungen“, den ich ihm anlegte. Als Joyce heim kam, war er nach 2 Stunden am PC kaum noch aufnahmefähig. Wir schauten noch einmal kurz Monika Gruber, Aufzeichnungen, die ihm Besucher aus Bayern mitgebracht und die er auf seinem Laptop gespeichert hat. Die Verbindung zwischen Laptop und Fernseher hatte er selbst eingerichtet – und ich war stolz auf ihn.

Joyce erzählte von einem erfolgreichen Arbeitstag – und freute sich über unsere Flasche Whisky, die wir ihr mitgebracht hatten. Dann war es für uns alle Zeit, ins Bett zu gehen, aber nicht, ohne noch einmal in den Pool zu steigen und die Stimmung mit dem Blick auf die nächtlichen Lichterketten in der unmittelbaren Umgebung und draußen auf dem Meer innerlich aufzusaugen.

Mittwoch, 14.  März – 43. Tag = 41. und letzter Urlaubstag: Bei Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui:

Bayerns 7:0-Sieg, großer Massage-Termin im Mini-Höschen, teure Naturkautschuk-Matratzen, Koffer abreisefertig - mit Übergewicht, sterbende Palmen, Abschieds-Tempura (Riesengarnelen) am Strand, Profi-Renn-Mini-Beifahrer, gute Leberwurst aus der Heimat

Der Tag begann mit einem fröhlichen „Die Bayern haben 7:0 gegen Basel gewonnen“ von Peter. In der Früh hatte er gleich im Internet nachgeschaut, ob zu Hause die Schlappe gegen Basel nach der 0:1-Hinspiel-Pleite gelungen war. Innerhalb weniger Tage das zweite Spiel mit 7 Toren. National und international scheinen sich die Bayern langsam wieder sehr eindrucksvoll zurück zu melden.

Als wir nach Morgentoilette, Baden im Pool und nackt Duschen auf der Terrasse unter freiem Himmel im überdachten Bereich frühstückten, witterte das Cooky natürlich sofort wieder und schon saß sie neben uns auf dem Boden, mit schmachtenden, fast mitleidserregenden sehnsuchtsvollen Blicken in Richtung unserer Teller. Aber heute gab es nichts. Kein Betteln am Tisch hatten wir unserem Hund früher beigebracht und wollten dies auch bei Cooky nicht einführen und damit Peters Erziehung unterminieren. Stattdessen entdeckte ich unter Cooky wieder eine Zecke auf den Fliesen. Und als ich sie untersuchte, fiel gleich die nächste auf den hellen Boden. Im Fell entdeckte ich weitere und einige hatten sich auch schon an ihrem neuen Gastwirt festgebissen und bedient, einige mehr vollgesogen, andere noch im Anfangsstadium. Cooky war die reinste Zecken-Schleuder. Beleidigt zog sie sich zurück auf ihr Bett, als wir ihr nichts gaben und sie vom Tisch weg zogen. Später entfernte Peter auf die Schnelle etliche der Plagegeister aus ihrem Fell und von ihrer Haut.

Und schon drängte die Zeit für unseren gemeinsamen Termin. Um punkt 12 Uhr marschierten wir 3 ein in Peters Stamm-Massage-Salon, in dem Lilo und ich nach unserer ersten Koh Samui-Ankunft schon eine Behandlung genossen hatten und zuletzt sie noch einmal, als ich beim Friseur "Big Hand" war. Nach der obligatorischen Fußwaschung stiegen wir wieder in den ersten Stock. Peter verschwand allein in einer der Doppelkabinen, wir „doppelt“ in der direkt daneben. Wieder erhielten wir kleine Höschen, die aussahen, als wären sie aus schwarzen Nylonstrümpfen übrig geblieben nach dem Abschneiden der Beine. Eine letzte Öl-Massage vor der Rückreise. Sie tat gut. Nur den Lendenwirbelbereich ließ ich mir nicht wie bei den vorangegangenen Behandlungen fest, sondern dieses Mal nur sanft massieren. Denn noch immer spüre ich bei bestimmten Bewegungen, dass noch nicht alles in diesem Bereich in Ordnung ist, auch wenn ich ansonsten keine Schmerzen mehr habe seit der Behandlung durch die Ärztin in Koh Phangan.

Peter zeigte uns nach der Wohlfühl-Genussstunde noch einen Verkaufsshop direkt daneben. Hier vertreibt ein Russe Matratzen und Kopfkissen aus Natur-Kautschuk. Das Kopfkissen kostete umgerechnet circa 100 Euro, ein mit unseren deutschen Preisen also absolut vergleichbares Preisniveau, ein Tempur-Kissen zum Beispiel kostet bei uns neu ja auch so ab 100 Euro aufwärts.

Nach der Rückkehr in Peters Haus lasen wir etwas, während Peter im Fernsehen die Neuigkeiten des Tages anschaute. Dann begannen Lilo und ich, unsere Sachen zusammen zu suchen und Lilos Eastpak-Reisetasche zu packen, denn meinen Rimowa-Koffer hatten wir bereits Tage zuvor systematisch bestückt und gefüllt und als er voll war verschlossen. Alles darin hatten wir kein einziges Mal mehr benötigt. Wir stimmten absolut damit überein, dass wir wieder viel zu viel mitgenommen hatten. Mit knapp 21 Kilo war mein Koffer auch gewichtsmäßig abreisefertig. Lilos Reisetasche ließ sich besser packen, da weitaus flexibler – und nach einer halben Stunde war auch sie fertig – und überschwer. Peters Waage zeigte schon 26 Kilo, ohne die restlichen Utensilien, die wir noch benötigten bis zum nächsten Morgen. Aber kein Problem, Lilo hatte eine große Tragetasche gekauft mit Bugs Bunny-Motiv, in die wir im Notfall noch etliches verstauen und als Handgepäck mitnehmen konnten.

Kurz vor 16 Uhr starteten Lilo und ich mit Peter‘s Moped, um Martin im Kindergarten abzuholen. Meinen Fotorucksack nahm ich mit, um letzte Aufnahmen zu schießen. Nach dem Abholen setzte ich Lilo und Martin am Meer beim Choengmon-Restaurant ab und fuhr die Straße entlang, bis ich einen Palmenhain erreichte, den ich mir gemerkt hatte. Er zeigte deutlich das Riesenproblem, das hier auf Koh Samui seit Jahren herrscht und immer schlimmer wird. Ähnlich unserem Borkenkäfer, der ganze Wälder dahin gerafft hatte durch seine zerstörerischen Bisse und seinen Fraß, sind hier immer mehr Palmen befallen von einem Käfer, der sich in die Stämme hinein frisst. Zuerst sind die Blätter betroffen. Sie werden braun, sinken langsam Richtung Stamm und sterben schließlich ganz ab. Irgendwann steht dann nur noch der nackte Stamm und am Ende bleibt nur noch ein kleiner Stumpf übrig.

Wieder zurück beim Choengmon-Beach verbrachten Lilo und ich den Restnachmittag damit, mit Martin zu spielen, auch ein paar schöne Foto-Aufnahmen von ihm zu machen – und mit Lesen, als Martin in dem Resort bei der Köchin in der Küche saß und mit ihr etwas fernsehen durfte. Sie alle hier kennen und lieben ihn, da Peter oft mit ihm hier her kommt. Zuvor hatten wir ihm noch Ananas bei einer Strandverkäuferin gekauft. Innerhalb von 3-4 Minuten hatte sie die Ananas geschält inklusive all der kleinen braunen Stümpfe, die sie pro Längsreihe gekonnt und schnell durch je 2 V-Schnitte entfernte. Bei Einbruch der Dämmerung passierte ein Luxus-Liner den Küstenabschnitt vor der Choengmon Beach. Wir sogen noch einmal diese wunderschöne Abschieds-Stimmung in uns auf.

Und nicht nur die. Ein letztes Mal gönnten wir uns Tempura, die panierten und frittierten Riesengarnelen. Heute schmeckten sie noch einmal besonders gut, vielleicht, weil es das letzte Mal war in diesem Urlaub.

Bei einem kurzen Stopp besorgten Lilo und Martin im 7 Eleven noch etwas zum Essen und Trinken, und dann kehrten wir mit ihm zurück auf den Berg. Während der Fahrt ahmte er mit mir begeistert das Vollgas-Geräusch des Mopeds nach, das all seine Power aufwenden musste, um die steilen Passagen mit uns 3 zu schaffen, ohne zu langsam zu werden und stehen zu bleiben.

Wir sprangen alle zusammen gleich in den Pool. Anschließend hatte Peter für uns schon eine Brotzeit vorbereitet. Heute galt dieser bayrische Begriff im wahrsten Sinne des Wortes, denn er hatte Baguette und ein Körnerbrot, sowie Fleischwurst aus Läden hier auf der Insel besorgt und tischte uns zudem Dosen-Leberwurst auf, die ihm ein Bekannter aus Deutschland mitgebracht hatte. Die Leberwurst schmeckte hervorragend, deshalb probierte ich sie nur und aß dann ausschließlich von der Fleischwurst. Denn diese konnte sich Peter jederzeit wieder hier vor Ort kaufen, die gute Leberwurst dagegen nicht. Davon muss er anschließend wieder träumen, bis ein Besuch mal wieder die gewünschten und so vermissten deutschen Leckereien mitbringt.

Beim Erzählen wurde es schnell spät. Dann brachte ich nach dem Laptop auch noch Peters Computer auf den aktuellen Stand. Immer wieder hatten wir dies hinaus gezögert. Jetzt auf den letzten Drücker kamen wir doch noch dazu.

Kaum saßen wir wieder gemütlich im Wohnzimmer, kam Joyce von der Arbeit. Müde und heute nicht sonderlich erfolgreich. Nur 950 Baht hatte sie umgesetzt, also gerade mal 23,75 Euro in 12 Stunden. Sie hatte uns einen Zettel in thailändischer Schrift geschrieben, auf dem der Bus-Fahrer gebeten wird, uns nach Möglichkeit beim Flughafen in Phuket abzusetzen oder in unmittelbarer Nähe. Gegen Mitternacht verabschiedeten wir uns von Joyce, aber sie bestand darauf, dass sie am nächsten Morgen mit aufsteht, um uns endgültig „good bye“ zu sagen.

Unseren Handy-Wecker stellten wir auf 05:15 Uhr, um noch genug Zeit bis zum Start um kurz nach 6 Uhr zu haben. Unsere letzte Nacht in Koh Samui brach an. Lilo schlief sofort, ich tippte noch ein wenig die Tageseindrücke in das Netbook, da ich mit meinen Aufzeichnungen schon wieder einen Tag zurück lag.

Donnerstag, 15.  März – 44. Tag: Start der Heimreise: Abreise von Lilos Bruder Peter am Berg beim Big Buddha – Koh Samui – Mit Fähre und Bus nach Phuket. Von dort aus abends Flug nach Bangkok, der ersten Transfer-Station unseres Rückflugs:

Herzlicher Abschied bei Musik-Lärm zu früher Stunde, Straßenrand-Schläfer, Minibus-Raser mit 100 durch Ortschaft, vom bequemen in engen und überfüllten Reisebus, Finnen-Hünen mit Platzproblemen, frisch tätowierter Springerstiefel-Schweizer, Airport-Transport-Abzocke, Moped-Mitfahr-Einladung, guter Iced Mocca als kulinarischer Abschluss, Übergepäck-Erleichterung

Als das Handy um 05:15 Uhr ansprang, lag ich schon eine geraume Zeit wach im Bett. Draußen war es noch dunkel. Ich hatte mich immer wieder rum gewälzt und schon wiederholt mit dem Gedanken gespielt, aufzustehen. Aber ich ließ es sein, um Lilo nicht zu wecken. Es reichte, dass ich wach war. Beim ersten Handyton sprang ich sofort aus dem Bett und schaltete es wieder aus. Dann verschwand ich im Bad und massierte meinen Unterleib etwas, um vor Beginn der langen Rückreise hier noch aufs Klo gehen zu können. Es klappte – gefolgt von einem letzten Mal mit der Handdusche den Po abspritzen. Langsam hatte ich mich daran gewöhnt und mir eine spezielle Ablauftaktik angeeignet mit bereitgelegter Seife zum Säubern.

Als ich fertig war, verschwand Lilo im Bad. Danach verstauten wir unsere Kulturbeutel in Lilos Reisegepäcktasche und verschlossen mit gemeinsamem Druck auf die prallvolle Tasche die Reißverschlüsse.

Dann schlichen wir noch einmal zum Pool, nahmen ein letztes Bad, duschten und frühstückten. Jetzt war es 6 Uhr und Zeit, Peter zu wecken. Minuten später stand er vor uns, begleitet von Joyce. Wir verabschiedeten uns herzlich – und auch Cooky kam zum Abschiedskraulen angetrabt. Ihr Sich-An-Uns-Drücken zeigte, dass sie genau spürte, dass es sich um unsere Abreise handelte.

Peter fuhr uns um 06:15 Uhr den Berg runter vor einen 7 Eleven Markt. Dies war der von Joyce beim Buchen vereinbarte Abholtreffpunkt für den Minibus. Gegenüber saß bereits eine thailändische Bekannte von Peter beim Schälen von Gemüse. Sie führt mit ihrem Mann zusammen eine der kleinen und guten Thai-Food-Küchen entlang der Straße. Für uns gewöhnungsbedürftig, dröhnte neben ihr bereits mit Überlautstärke ein Radio mit thailändischer Musik. Bei uns gäbe es bei dieser Lautstärke morgens um diese Zeit innerhalb weniger Minuten wohl einen Riesenärger mit den Nachbarn, hier kümmert es niemand. Laute Musik aus überforderten und übersteuerten Lautsprechern gehört zum Alltag. Dies bewies auch ein junger Thailänder auf einer kleinen überdachten Bank samt Tisch am Straßenrand. Er lag mit dem Kopf auf der Bambus-Armlehne der Bank und schlief tief, nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen auch selig. Sein tief atmender offener Mund, begleitet von leisen pfeifenden Atemgeräuschen und einem glücklichen Lächeln, deutete darauf hin, dass er gerade wunderschöne Träume erlebte. Als kurz darauf ein Bekannter von ihm vorbei kam und ihn weckte, wirkte er total verschlafen und noch nicht wirklich im Hier und Jetzt angekommen.

Im 24 Stunden bei eiskalter Innentemperatur geöffneten Supermarkt kaufte Lilo noch eine Flasche Wasser für unterwegs – und mit 5 Minuten Verspätung traf kurz darauf unser Minibus ein. Das Gepäck wurde verstaut, eine letzte Umarmung mit Bruder und Schwager Peter – und los ging die im wahrsten Sinne des Wortes rasante Fahrt. Neben uns saßen noch 4 weitere junge Mitreisende in dem Bus. Kurz darauf kam eine Fünfte dazu, die der Fahrer am Straßenrand noch aufgriff, nachdem er zuvor seine Unterlagen gesichtet und die Wartestelle gezielt angefahren hatte. Als er wieder startete, überholte uns ein anderer Minibus. Unser etwa 30 Jahre alter Fahrer nahm sofort die Verfolgung auf. Offensichtlich scheint es morgens um diese Zeit hier in Koh Samui keine Geschwindigkeitskontrollen zu geben. Beide Minibusse preschten mit zum Teil 80-100 Stundenkilometern durch die Ortschaften – und zum Teil ziemlich rücksichtslos und nah an den vielen Mopeds vorbei. Dann beschleunigte unser Fahrer auf freier Strecke nochmals und überholte den Minibus vor uns, wobei wir im Bus alle längst jedes Gespräch eingestellt hatten und nur noch aufmerksam mitverfolgten, wie sich dieses Minibus-Formeleins-Rennen weiter entwickelt. In einer langgezogenen Kurve hatten wir direkt nach dem Überholvorgang das Gefühl, dass unser Minibus sich sehr nahe an die Grenzen seiner Belastbarkeit und der Bodenhaftung annäherte, bevor die durch die Kurve erzeugten Fliehkräfte ihn abheben ließen. Bis auf den Fahrer schien sich im Bus niemand mehr wohl zu fühlen.

Nach etwa einer halben Stunde hatten wir das Pier in Natong erreicht. Er fuhr uns direkt zum großen und komfortablen Phuket-Reisebus und tauschte unser bisheriges Komplett-Ticket in Einzel-Tickets für die Fähre und den großen Bus um.

Dem Bus-Chauffeur zeigten wir das Schreiben von Joyce mit der Bitte, uns zum Flughafen zu fahren. Er lächelte und nickte, ohne ein Wort zu sagen. Im Nachhinein kann ich dieses Lächeln bis jetzt nicht einschätzen. Auf jeden Fall sollte sich heraus stellen, dass er mit unserem Wunsch nichts zu tun hatte – ohne uns darauf jedoch auch nur mit einem Wort hinzuweisen.

Wir fuhren mit dem Bus die wenigen Meter bis zum Nachbar-Pier und mussten alle aussteigen, während die Koffer im Bus blieben. Dies kannten wir ja bereits von der Phuket-Fahrt nach Koh Samui. Während alle Reisenden die Fähre bestiegen, verschwand der Bus neben vielen weiteren Fahrzeugen im untersten Schiffsdeck. Punkt 8:30 legte die Fähre ab und langsam ließen wir Koh Samui bei einem angenehmen Mix aus weißen Wolken und Sonne zurück. Auf dem Mitteldeck vertrieben wir uns die Zeit und träumten beim Anblick des Meeres und der Inseln vor uns hin. 

Nach 1 ½ Stunden Fahrzeit legten wir pünktlich am Pier auf dem Festland an und bestiegen wieder unseren Bus. In dem kamen wir kurz darauf mit einem älteren Ehepaar aus München ins Gespräch. Sie machen hier in Thailand regelmäßig Urlaub. Mit 2 Wochen fingen sie früher an, inzwischen sind sie über Winter für 6 Monate hier unterwegs. Plötzlich wurden wir aus unserem Gespräch gerissen: „Krabi and Koh Phi-Phi“ schallte es quer durch den Bus. Alle Reisende mit diesen Zielen mussten aussteigen, so auch das Münchner Ehepaar.

Wir dachten uns noch nichts, denn wir saßen ja im Phuket-Bus. Aber 5 Minuten später hielt unser Bus wieder an. Inzwischen hatten wir realisiert, dass wir uns mitten in Surat Thani befanden. Bei unserer Fahrt von Phuket nach Koh Samui vor einigen Wochen hatten wir die Stadt überhaupt nicht angefahren, sondern links liegen lassen. Jetzt mussten auch die restlichen Reisenden den Reisebus verlassen. Draußen standen bereits unsere Koffer auf dem Gehweg. Wir reagierten auf die „Phuket, Phuket Airport“-Rufe einer jungen Thailänderin. Sie brachte alle Reisende mit diesem Ziel zu einem in der Nähe parkenden Bus.

Dieser war nicht vergleichbar mit dem eher komfortablen Reisebus zuvor. Er war alt, und obwohl fast gleich lang bei Weitem nicht so hoch wie der Bus zuvor – und bereits bis auf wenige Plätze voll besetzt, als wir ihn betraten. Als wir alle saßen, war er bis auf den letzten Platz gefüllt. Es war heiß im Bus, das Gebläse der Lüftung spendete kaum einen Luftzug. Auf den folgenden Kilometern wurden weitere thailändische Mitreisende aufgenommen. Sie mussten alle im engen Gang des Busses stehen. Dieser füllte sich im Verlauf der Fahrt von hinten bis vorn. Erst kurz vor Phuket begann sich der Bus langsam wieder zu entleeren. Neben uns saßen 2 finnische Brüder, beide ähnlich an ihren Oberarmen tätowiert und beide 1,98 m groß, wie mir einer von ihnen erzählte. Sie waren auf dem Weg zu einem weiteren Bruder nach Hua Hin, wo dieser ein Haus gemietet hat. Als ich zu einem von ihnen sagte: „Normaly, your size is better than my size, but not here in this bus”, dass also normalerweise seine Körper-Größe Vorteile mit sich bringt gegenüber meiner eher kleinen Statur, aber nicht in diesem Bus, da lachten alle Touristen rundum – und auch die beiden Brüder. Ihnen lief der Schweiß in Strömen runter und sie wussten nicht, wie sie sich in die engen Sitze hinein pferchen sollten und wohin mit ihren langen Beinen.

Unterwegs hielten wir bei einem Thaifood-Lokal. „10 minutes“ war die Vorgabe eines Bus-Begleiters. Kaum hatten Lilo und einige andere Reisende ihre Nudelsuppe erhalten, sprang auch schon wieder der Motor des Busses an. Lilo blieb sitzen und schlürfte hastig ihre Suppe, auch einige andere ließen sich nicht hetzen und aßen eilig fertig. Den Begleiter versuchte ich noch einmal wegen des Halts am Airport zu fragen. Er meinte, dass der Bus in Airport-Nähe anhalten wird, weil er nicht direkt auf den Airport-Bereich fahren dürfe. Einem jungen Schweizer erklärte ich die Ausführungen, da er kein englisch sprach. Er war uns schon im Bus aufgefallen, da er seinen Sitzplatz während der Fahrt einer älteren Thailänderin nach dem Zusteigen angeboten hatte. Im linken Ohr trug er im Ohrläppchen einen dicken Ring, der ein etwa 1 cm großes Loch in das Ohrläppchen gedehnt hatte. Und der rechte Arm war von oben bis unten rundum-tätowiert. Neben der lockeren Kleidung, die alle trugen wie T-Shirt und kurzer Hose fiel er auch dadurch auf, dass er höhere Springer-Stiefel an hatte. Bei dem Anblick war ich in der Hitze des Busses froh, barfuß nur meine Sandalen am Fuß zu spüren. Später erzählte uns der lustige, fröhlich-lachende und sympathische Schweizer, dass er sich seinen Arm nach einigen kleineren Tattoos von früher hier gerade erst hatte so komplett tätowieren lassen, da er in der Schweiz dafür das 10-fache hätte zahlen müssen.

Auch er wollte von Phuket aus wieder zurück fliegen, hatte aber noch keinen Flug und meinte, dass er diesen am Flughafen sicherlich organisieren könne. Wir versuchten uns vorzustellen, ob seine Eltern bei seiner Rückkehr auch so glücklich über die frischen Thailand-Tätowierungen sein würden, wie er es war.

Gute 5 Stunden nach der Abfahrt bei der Fähre mit dem Vorgänger-Bus erreichte unser Zweit-Bus Phuket. Die Spannung stieg langsam, wie er uns und einige andere Mitreisende, die zum Flughafen mussten, zu dem beim Fahrtantritt in Surat Thani lauthals verkündeten Zwischenziel Phuket Airport bringen würde. Plötzlich hielt er am Rand der Schnellstraße 402 auf freier Strecke. An der Umgebung hatte ich erkannt, dass wir zwar in Flughafenhöhe, aber trotzdem noch weit vom Airport entfernt waren. „Phuket-Airport“ erschallte es durch den Bus. Alle 6 Reisende mit diesem Ziel stiegen aus. Vor dem Bus stand ein Minibus am Straßenrand. Der Busbegleiter holte alle Koffer der 6 Airport-Reisenden aus dem Kofferraum, stellte sie an den Straßenrand, deutete auf den Minibus vor uns und wiederholte „Phuket-Airport-Minibus“. Daraufhin verschwand er wieder im Bus, worauf dieser sofort davon brauste Richtung Phuket Town. Vor dem Minibus stand eine junge Thailänderin, lächelte uns an und verkündete allen: „Airport – 200 Baht per person“. Offensichtlich hatte der Busfahrer, als er feststellte, dass einige zum Flughafen müssen, einen Bekannten angerufen und diesem ein lukratives Zusatzgeschäft besorgt. Was sollten wir tun? Wir standen mit unserem Gepäck auf freier Strecke an der Schnellstraße – ohne eine Ortschaft und ohne alternative Fahrgelegenheit weit und breit. Als die Thailänderin nicht auf den Vorschlag eines Mitreisenden einging, bei 6 Leuten wären 100 Baht pro Person ein fairer Preis, wenn die Fahrt schon nicht inklusive sei wie dies beim Fahrtantritt verkündet worden war, ärgerte sich dieser dermaßen, dass er sich weigerte mitzufahren und allein zurück blieb. Wir anderen zahlten notgedrungen und murrend. Jeder machte gegenüber dem Fahrer und seiner Begleiterin seinem Ärger Luft, erhielt aber keine Antwort, sondern nur eine lächelnde Fassade als Reaktion. Sie wussten genau, dass sie uns abzockten. Während der Fahrt hörte ich, wie sich der Fahrer mit seiner Begleiterin unterhielt und dabei mehrfach das Wort „Falang“, also Farang fiel, wie wir Ausländer von den Thais gerne genannt werden. Dann klingelte das Telefon, und es fielen nur 4-5 Worte, eines davon war Khop Khun Khrap, also „Danke“. Der Fahrer bedankte sich offensichtlich gerade beim Busfahrer für das lukrative Geschäft. Vermutlich sind sie ein eingespieltes und womöglich, wie oft bei diesen Dingen, auch familien-internes Team, das diese Abzocke nahezu täglich praktiziert.

Wir ärgerten uns nicht weiter. Dass in Phuket gerade in Flughafen-Nähe Abzocke im Taxi-Geschäft mit dazu gehört, hatten wir ja nicht nur von früher her und auch aus etlichen Schilderungen von Bekannten und ihren Erlebnissen gewusst, sondern ja auch am Abend unserer Ankunft hier schon gleich erfahren.

Um 15:50 Uhr erreichten wir den Flughafen und ließen uns bei Bangkok-Airways bestätigen, dass alles mit unserem Flug in Ordnung ist. Daraufhin deponierten wir unsere beiden Koffer samt Bugs Bunny-Tasche in einem bewachten Deposit-Raum im Keller für 80 Baht pro Gepäckstück. Mit unseren Rucksäcken auf dem Rücken tauschten wir noch 10 Euro um zu einem wohl flughafenbedingt etwas schlechteren Kurs von 38,60 Baht für den Euro. Anschließend verließen wir den Flughafenbereich und spazierten an der Zubringer-Straße entlang. An der Tankstelle gegenüber der Flughafen-Einfahrt, an der wir bei unserem Flughafen-Besuch mit dem Moped am Anfang unserer Reise getankt hatten, fragten wir einen Moped-Fahrer, wie weit es ist bis zum nächsten Restaurant. Er meinte, das seien schon einige hundert Meter und lud uns ein, doch mit ihm auf seinem Moped dorthin zu fahren. Vorsichtig kutschierte er uns das Stück bis zum ersten von mehreren Lokalen und wir verabschiedeten uns dankbar von ihm. Er lachte, winkte uns und brauste weiter.

Lilo hatte inzwischen wieder Hunger und bestellte eine Curry-Nudelsuppe. Das Lokal gehörte Moslems. Sie hatten uns beim Blick in die einfache Karte, die nur aus 8 Gerichten bestand, gesagt, dass sie keinen Alkohol als Getränk anbieten. Meine Frage, ob ich mir dann gegenüber auf der anderen Straßenseite in einem 7 Eleven eine Flasche Chang kaufen und diese hier trinken könne, bejahten sie. So stillte ich meinen Durst, während Lilo ihre Suppe löffelte. Zum Abschluss genoss Lilo in einem Cafe, das wir zuvor auf der anderen Straßenseite entdeckt hatten, noch ein Bällchen Eis. Es schmeckte etwas wässrig. Mein „Iced Mocca“ dagegen war richtig gut im Geschmack und herrlich erfrischend. Mit jeweils 50 Baht endete so unsere Schlemmertour durch Südthailand. Meinen Versuch, das WiFi-Free-Angebot des Cafes zu nutzen, gab ich schon nach wenigen Minuten auf. Kaum hatte ich eine Verbindung und eine über Google gefundene Internetseite aufgerufen, brach die Verbindung schon wieder ab. Also fuhr ich mein Netbook wieder runter, verstaute es im Laptop-Fach meines Fotorucksacks – und wir machten uns auf den Rückweg zum Flughafen.  

Inzwischen brach die Dämmerung herein. Wir setzten uns auf Sitze außen am Flughafen-Gebäude auf Höhe der Zubringer-Anfahrt und beobachteten, wie ein Auto und Minibus nach dem anderen Abreisende anlieferte. Mal zeigte neutrales Verabschieden und verstohlenes Warten auf das Fahr- bzw. auf zusätzliches Trinkgeld, dass es sich lediglich um einen Transport zum Flughafen handelte, mal zeigten herzliche Umarmungen und auch Tränen, dass es sich um persönliche Abschiede handelte.

Erneut mussten unsere Rucksäcke durch die Kontrolle. Dann holten wir unser Gepäck im Untergeschoss ab und verschwanden nacheinander in den Toiletten, um uns umzuziehen. In der Tragetasche war meine Jeans mit kurzem Hemd und Pullover schon vorbereitet, ebenso wie Lilos Kleid samt einer zusätzlichen Jacke, falls es kalt würde im Flugzeug. Meine geschlossenen Laufschuhe, die ich seit der Ankunft in Thailand kein einziges Mal mehr getragen hatte, ließ ich in der Tasche. Für den Flug nach Bangkok und anschließend bis Abu Dhabi trug ich lieber noch meine bequemen Sandalen. Das Gleiche bei Lilo. Unsere Koffer konnten wir jetzt um 19:25 Uhr, 3 Stunden vor Abflug noch nicht abgeben. Daher besorgte Lilo einen Gepäckwagen, auf dem wir alles verstauten. Anschließend ließen wir uns auf Wartesitzen nieder, parkten den Gepäckwagen neben uns und kramten unsere Bücher aus dem Rucksack. Lilo ist bereits mitten in ihrem 6. Buch, Henning Mankells Roman „Die falsche Fährte“, während ich beginne, mich immer mehr in ihr 2. Buch, den Roman „Die letzte Spur“ von Charlotte Link zu vertiefen.

Nach einer Stunde querten wir die Halle und wechselten zum Bangkok Airways-Schalter. Kurz darauf öffnete er, und wir checkten unsere Koffer bis München ein. Während meiner auf 20,2 Kilo kam, erschraken wir bei der Anzeige von Lilos Reisegepäck, das wir wie erwähnt ziemlich vollgestopft hatten. 28,6 Kilo verkündete die digitale Anzeige. Aber die Dame hinter dem Schalter hatte Probleme mit dem Drucker für die Gepäck-Banderolen. So war sie abgelenkt und reagierte überhaupt nicht auf dieses Gewicht. Als das Ausdrucken endlich dank Hilfe eines Mitarbeiters funktionierte, versorgte sie hastig beide Koffer mit den Aufklebern und ließ sie auf dem Förderband davon gleiten. Wir waren erleichtert. So mussten wir wenigstens nicht umpacken und am Ende einen schweren Bugs Bunny Sack herum schleppen.

Nach der Durchleuchtung des Handgepäcks und dem oberflächlichen Abtasten von uns durch eine Kontrolleurin mit einem Handscanner trollten wir zum Warteraum bei unserem Gate. Lilo setzte sich zum Weiterlesen, ich schaute mich noch etwas im Duty-Free-Bereich um, ohne etwas zu finden, was meine Kauflaune aktiviert hätte. Anschließend las ich weiter und Lilo spazierte noch etwas rum.

Boarding begann genau 30 Minuten vor Abflug um 21:55 Uhr. Im Flugzeug rief ich mit dem Restguthaben unserer thailändischen Handykarte noch kurz meine Patin an und gratulierte ihr zu ihrem heutigen Geburtstag. Ganz glücklich meinte sie: „Jetzt bin ich schon so alt – und habe noch nie an meinem Geburtstag eine Gratulation aus Thailand erhalten“. Pünktlich hoben wir ab mit einem Airbus A319 und flogen nach einer kleinen Schleife übers Meer direkt über Patong. Dabei dachten wir natürlich an Norbert und Annemie, die dort unten gerade in dem Resort wohnen, in dem wir zuvor waren. Ob sie wohl noch den Trubel des Nachtlebens genossen oder es sich bereits auf ihrem Zimmer gemütlich gemacht hatten?

Kurz nach dem Start wurde bereits ein kleines Essen serviert, ein kleiner Eier-Spinat-Kuchen, der sehr gut schmeckte, eine Schale Sticky Rice mit Litschi und Schälchen mit je einem Stück Wassermelone, Honigmelone und Ananas. Seit etwas Hefezopf und einer Tasse Kaffee morgens um 5:30 Uhr bei Peter, einem Minipäckchen mit Nüssen, das wir uns gestern im 7 Eleven noch als kleinen Reise-Proviant besorgt hatten und das ich während der Busfahrt aß, sowie dem Chang-Bier am späten Nachmittag und dem Glas Iced Mocca hatte mein Magen heute noch nichts bekommen. Erst beim Essen bemerkte ich nun, dass ich richtig Hunger hatte. Nach 65 Minuten Flugzeit erreichten wir den Internationalen Flughafen von Bangkok. Mit dem Bus wurden wir zum Ankunftsterminal gebracht. Inzwischen war der 16. März angebrochen.

Freitag, 16.  März – 45. Tag: Flug Bangkok – Abu Dhabi und Flug Abu Dhabi – München – und Ankunft daheim:

Ganz-Personen-Scanner. Etihad-Flug Bangkok - Abu Dhabi: nur 1 Glas Rotwein und vergessener Kopfhörer-Austausch. Etihad-Flug Abu Dhabi - München versöhnte mit charmanter Pariserin als Stewardess. – Tolle „Saubande“-Begrüßung mit Hefeteig-Brezn daheim vor der Haustür

Wir folgten immer dem Hinweis „International Transfer“. Bevor wir unser nächstes Abflugs-Gate D6 erreichen konnten, mussten wir wieder durch eine Kontrolle. Für Lilo und mich war diese eine neue Erfahrung. Zuerst musste jeder alles aus seinen Taschen nehmen und auch Gürtel und Schuhe ausziehen. Anschließend betraten wir einen Ganz-Personen-Scanner, auf dessen Boden die Abbildungen von Schuhabdrücken zeigten, wie man sich hinstellen musste. Nun blickte man auf Umrisszeichnungen einer Person, welche zeigte, dass man seine Arme hochhalten und leicht als nicht ganz geschlossenen Bogen über den Kopf halten sollte. Daraufhin schloss sich die Kabine kurz und öffnete sich sofort wieder. Ein Kontrolleur deutete auf mein Hemd. In der Brusttasche hatte ich ein Frischetuch vom vorangegangenen Flug, an das ich nicht gedacht hatte. Kurz vor dem Abflug-Gate erwischen wir noch 2 bequeme Liegesessel, bei denen man die Beine hochlegen konnte. Vorsichtshalber stellten wir uns den Handywecker, falls wir beim Lesen einschlafen sollten, denn es war inzwischen 0:45 Uhr, unser Flug nach Abu Dhabi wurde für 02:30 Uhr angezeigt statt wie ursprünglich geplant um 02:55 Uhr.

Beim Lesen stellten wir fest, dass wir doch nicht schlafen würden und löschten die eingestellte Weckzeit wieder im Handy. Bei einem Toilettenbesuch erwischte ich als letzte von 3 vorhandenen und freien Toiletten wenigstens eine Saubere, nachdem ich die beiden zuvor lieber ohne mein beabsichtigtes Vorhaben wieder verlassen hatte.

Um 2 Uhr wechselten wir in den Wartebereich. Kurz darauf begann bereits das Boarding. Zu Beginn des Fluges mit Etihad Airways gabs an Bord der Boing B777-300 ein gutes Thunfisch-Sandwich. Leider erhielten wir keinen Rotwein dazu, obwohl er auf der Karte stand. Den gäbe es erst in der Früh zum richtigen Essen, nicht jedoch für diesen Snack. Schade, für etwas Schlaf während des Fluges wäre mir ein Schluck Rotwein als kleiner Gute-Nacht-Trunk lieb gewesen. Außerdem wusste ich nicht, dass die Getränke bei Etihad inzwischen derart limitiert werden. Bevor sie weiterging, wies ich die Stewardess darauf hin, dass mein Kopfhörer schadhaft sei. Sie versprach, mir nach der Essensausgabe einen Ersatz-Kopfhörer zu bringen. Die Anschluss-Stifte waren verbogen. Als ich sie trotzdem etwas gerade biegen und in den Anschluss drücken konnte, knallten statt Musik nur laute Knacks in mein Ohr.

Lilo hob ihr Thunfisch-Sandwich für später auf, während ich meins mit je einem Glas Wasser und Apfelsaft – und mit Appetit sofort verdrückte. Nach dem Essen wartete ich noch kurz auf einen neuen Kopfhörer. Vergeblich. Da mich, ebenso wie Lilo, die Müdigkeit so langsam übermannte, hatte ich sowieso keine Lust, im Moment das Medienangebot im Display vor mir zu nutzen. Daher hakte ich wegen des Kopfhörer-Problems nicht noch einmal nach, sondern schob meinen Sitz in die komfortablere Ruhe-Position, während Lilo, bevor sie meinem Beispiel folgte, noch eine kleine schwache Schlaftablette zu sich nahm.

Wir versuchten beide eine irgendwie einigermaßen machbare und bequeme Schlafposition zu finden. Offensichtlich gelang uns dies relativ schnell und perfekt, denn nach über 4 Stunden wurden wir erst wieder wach, als es in den Gängen laut wurde, da die Stewardessen damit begonnen hatten, das Essen zu verteilen. Am besten an dem Omelette mit einem geschmacklosen Würstchen, ein paar kleinen Pilzen, 2 kleinen gekochten Tomaten und 2 kleinen Kartoffelstückchen als Beigabe schmeckte das Glas Rotwein, das ich nun bekam. Lilo wählte Weißwein. Die Frage nach einem 2. Glas wurde verneint. Zuerst gar keins beim Sandwich, jetzt zum Hauptessen nur ein Glas Wein, den Etihad-Service hatte ich irgendwie in besserer Erinnerung, obwohl wir auch 2007 schon einmal einen Flug hatten mit dieser Gesellschaft, bei dem wir zuerst mehrfach um ein Glas bitten mussten und anschließend kein Zweites erhielten mit der Begründung, die Bar sei inzwischen geschlossen. Ganz bestimmt bin ich niemand, der viel Alkohol trinkt. Aber mit anderen Gesellschaften genieße ich bei einem längeren Flug wie diesem normalerweise 2 Gläschen bzw. 2 halb gefüllte Plastikbecher. Oft wurde ich bei Flügen mit anderen Gesellschaften vom Personal schon 4-5 mal gefragt, ob ich denn nicht noch ein Glas wolle. Hier war es genau umgekehrt – es gab einfach nur eins. Und es wurde auch nicht nachgefragt, sondern unsere Nachfrage wurde gerade heraus verneint. Eigentlich bräuchten sie den Wein gar nicht auf ihre Essens- und Getränkeliste schreiben, wenn sie ihn so ungern und limitiert ausschenken. Und dabei muss sich Etihad wegen der Qualität nicht verstecken, mein Rotwein war ein normaler, aber durchaus guter Tafelwein. Vielleicht lag die Limitierung auf ein einziges Glas ja daran ;-( .

Am Schluss beim Einsammeln der Kopfhörer sagte ich der Stewardess, dass dies immer noch das kaputte Exemplar sei. Sie stülpte ihn trotzdem über ihren Arm zu all den bereits eingesammelten Headsets, dann fiel ihr wieder ein, dass sie vergessen hatte, mir einen Neuen zu bringen. Sie entschuldigte sich. Das nächste Mal solle ich doch klingeln, wenn etwas nicht passt.  

In Abu Dhabi landeten wir bei Morgengrauen. Als wir über die Gänge Richtung ’International Transfer’ wanderten, ging mitten zwischen Flugzeugen an den Gangway-Fingern die Sonne über der Wüste auf. Ein schöner Anblick, leider nicht wirklich foto-geeignet wegen all den Scheiben und Pfosten beim Blick nach draußen. Wir wanderten zu unserem nächsten Warteraum, Gate 6 – und freuten uns, als wir in das Rondell kamen, in dem sich dieses Gate befindet. Es war die große Wartehalle vom alten Flughafen, in der wir früher immer auf unsere Anschlussflüge warten mussten. Ich hatte schon vermutet, dass sie es im Rahmen der Flughafen-Erneuerung abgerissen hätten. Auf den ersten Sitzen blies die Air-Condition derart kalt und unangenehm heftig, dass sie sogar Seiten meines Buches umblätterte. Wir wechselten deshalb noch einmal den Platz, suchten uns ein einigermaßen geschützteres Eck in dem Rund und lasen. Anschließend schlief Lilo ein wenig. Die rund 3 Stunden Aufenthalt vergingen relativ schnell. 50 Minuten vor Abflug schlenderten wir zum Gate – und wurden aufgefordert, gleich zum Flugzeug weiterzugehen. Es war niemand mehr in der Wartehalle, das Boarding war 45 Minuten vor Abflug bereits weitgehend abgeschlossen. Immer wieder trudelten nach uns noch vereinzelte Mitfliegende ein. Es war ja auch noch genügend Zeit. Im Flugzeug, einem Airbus A330-200, stellte ich gleich meine Uhr auf Deutschland-Zeit um. Die 3 Stunden Zeitverschiebung zwischen Thailand und Abu Dhabi hatte ich ignoriert und gar nicht erst an meiner Uhr verändert. Jetzt konnte ich sie am Stück um 6 Stunden zurück stellen.

Meine Frau und ich neckten uns. Ein gutaussehender Steward der Etihad Airways bediente im Parallelgang. Sie meinte, der wäre ihr auf unserer Seite lieber gewesen. Unmittelbar darauf erschien in unserem Service-Bereich eine sehr hübsche Stewardess. Ich konterte, dass mir unsere Alternative sehr viel lieber sei. Wir mussten beide lachen. Und im Verlauf des Fluges zeigte sich, dass wir mit unserer Stewardess – im Gegensatz zum vorangegangenen Flug wenige Stunden zuvor von Bangkok nach Abu Dhabi – nun eine sehr angenehme und liebenswerte Flugbegleitung bekommen hatten. Sie las uns unsere Wünsche quasi von den Augen ab, fragte, ob sie noch etwas bringen dürfe – und lieferte meiner Frau, die einen Kaffee mit kleinem Kuchen zuerst abgelehnt hatte, den kleinen Streuselkuchen nach, nachdem ich Lilo davon überzeugt hatte, dass dieser sehr gut war. Auch ein 2. halber Becher Wein war absolut kein Problem bei der jungen hübschen Pariserin. Sie hatte gefragt, woher wir kommen und nach der Antwort auf die Gegenfrage hin erzählt, dass sie Französin ist und aus Paris stammt. Als ich ihr dann noch auf Französisch gestand, dass Paris meine Lieblingsstadt ist, hatten wir ihre sowieso schon perfekte Aufmerksamkeit endgültig gewonnen. Am Ende des Fluges bedankten wir uns bei ihr herzlich für ihren liebenswerten 1A-Service. Dass uns auch das von ihr gebrachte Hauptessen mit Beef sehr gut schmeckte, dafür konnte sie zwar nichts, aber es passte einfach in den tollen Ablauf dieses 2. Etihad-Fluges an diesem Freitagmorgen. Nach gut 6 Stunden Flugzeit landeten wir zufrieden und gut gelaunt in München – eine halbe Stunde zu früh.

Die Koffer erschienen relativ schnell auf dem Gepäckband, und so konnten wir bereits kurz vor 13 Uhr nach dem problemlosen Passieren des Zolls Richtung S-Bahn starten. Wir druckten uns am Kartenschalter anhand unserer Tix-Nummern unsere Tickets aus – und nahmen die nächste S8. Vor dem Einsteigen wechselte ich noch die SIM-Karte in Lilos Handy und ersetzte die bis auf 0 Baht abtelefonierte Thailand-Karte mit unserer Karte. Am Rosenheimer Platz stiegen wir um und wussten da schon, dass wir auf unsere S7 warten müssen, denn die S-Bahn zur Kreuzstraße war zuvor mit unserer S8 zusammen am Ostbahnhof eingefahren. Auch wenn wir ausgestiegen wären und unsere schweren Koffer die Treppen runter und am gegenüberliegenden Bahnsteig wieder die Treppen rauf geschleppt hätten, hätten wir sie trotzdem nicht mehr erreicht. Am Rosenheimer Platz dagegen brauchten wir mit unserem Gepäck nur bequem rollend die 4-5 Meter auf die andere Bahnsteig-Seite wechseln – und nach 16 Minuten kam auch schon die nächste S7. Kurz vor der Einfahrt fragte Lilo, wo ich den Haustürschlüssel habe, und mir fiel ein, dass ich vergessen hatte, diesen in Koh Samui aus meiner Jacke zu holen und in meinem Geldbeutel zu verstauen. Er war in meinem Koffer.   

Nach der Ankunft in Hohenbrunn um 14:45 Uhr rollten wir mit unseren 2 Koffern, den beiden Rucksäcken und der riesigen Bugs Bunny-Tasche gemütlich bei strahlend blauem Himmel und dem bei 22 Grad für diese Jahreszeit herrlich warmen Sonnenschein nach Hause. Dort angekommen öffnete ich meinen während der ganzen Strecke beim Ziehen wieder kräftig schwankenden Rimowa-Koffer, holte die Lederjacke heraus und griff zielsicher an den Reißverschluss mit dem Haustürschlüssel. Dann öffneten wir das Gartentor und blieben erstaunt stehen. Vor der Haustür lag eine Hefeteig-Brezn mit einer Gruß-Karte und dem Text: „Hägsde Zeid is worn, dass wida dahoam sads, Saubande !!!“. Das nenne ich Freunde – wir freuten uns riesig und wussten auch ohne Unterschrift sofort, wer das nur gewesen sein konnte. Unsere Freunde Luise und Hans aus Putzbrunn. Sie hatten sich extra die Mühe gemacht, den Kuchen für uns zu backen und ihn mittags vor unserer Haustür zu deponieren. Aber er überlebte nicht lange. Die Nachbarn kamen zum Begrüßen. Und eine Viertelstunde nach der Ankunft saßen wir gemeinsam auf unserer Terrasse bei einer Tasse Kaffee und erzählten uns gegenseitig die Neuigkeiten. Welch ein schöner Abschluss unserer Reise – genau 40 Stunden nach dem Aufstehen in Koh Samui. Bis mir die Idee kam, 2 Bilder von der Hefezopf-Brezn aufzunehmen als Abschlussfotos unseres Urlaubs, war nur noch ein kleiner Rest übrig und von der ursprünglichen Breznform nichts mehr zu erkennen.

Anschließend begrüßte uns auch unser Sohn herzlich mit den im Spaß gemeinten Worten: "Das gibts doch gar nicht. Genau bevor es saukalt geworden ist, hauen sie ab. Und am allerersten richtig schönen und warmen Tag nach über 6 Wochen kommen sie zurück." Tja, so etwas nennt man halt "vorausschauende Urlaubsplanung", andere würden stattdessen wohl sagen "Dusel". Wir jedenfalls freuten uns darüber, so ein glückliches Händchen bei unserer Zeitwahl gehabt zu haben und fanden lediglich die Formulierung „warmen Tag“ deutlich übertrieben, wo es gerade mal warm genug war, dass es uns nach den zuletzt gewohnten Temperaturen nicht fröstelte.

Etwas später begann Lilo mit der Wäsche, und ich startete den PC. Zuerst einmal musste ich alle möglichen nacheinander auftauchenden Sicherheits-Updates durchführen, bis ich endlich die E-Mails abrufen konnte. Und innerhalb von wenigen Stunden daheim stellte ich etwas Erstaunliches fest. Während ich in Thailand keine wesentliche Veränderung gegenüber daheim gespürt hatte, was meine einigermaßen regelmäßigen Migräne-Attacken und die dadurch verursachten Probleme und Ausfallzeiten betrifft (habe ich im Text nicht erwähnt), hatte ich im Urlaub nach und nach meine Allopurinol 100 Tabletten (gegen erhöhte Harnsäure) abgesetzt und schließlich fast ganz vergessen. Die letzten 3 Wochen hatte ich statt 1 Tablette täglich nur noch eine pro Woche genommen – und das nur zur Prophylaxe, da ich keinerlei Anzeichen von Beschwerden bemerkte. Aber kaum waren wir wieder daheim, spürte ich sofort meine Gelenke – und nahm freiwillig gleich wieder eine meiner Tabletten. Offensichtlich wäre für dieses Problem die Ernährung und Wärme in Thailand ideal. Umgekehrt verhielt es sich dagegen mit meinen Füßen. Während der Hitze waren die Fußgelenke oft tagelang etwas angeschwollen, ein Problem, das ich daheim überhaupt nicht kenne, auch nicht im Sommer, wenn es bei uns richtig warm ist.

Um 20 Uhr schalteten wir den Fernseher ein, schauten die Nachrichten und dann noch einen Reisebericht von Indien. Um 21:30 Uhr begann es uns trotz sofort im Haus hochgedrehter Heizung langsam zu frieren. Wir hatten lange durchgehalten und nun die richtige Bettschwere erreicht. Nach 46 ½ Stunden seit dem letzten Bett auf Koh Samui bei Peter und 45 Tagen, seit wir unser geliebtes und zwischendurch oft auch sehnlich vermisstes Bett zum letzten Mal gespürt hatten, landeten wir wieder auf unseren vertrauten Matratzen und unter unseren eigenen Bettdecken – und schliefen 10 Stunden am Stück durch.  

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Unsere Resort-Bewertungen – entsprechend unseren subjektiven Erlebnissen und Eindrücken. Die Einschätzung erfolgt nach dem Schulnotenprinzip von 1 = sehr gut bis 6 = ungenügend:

1)     Bewertung des „Phuket Nature Home Resorts“ – in Nai Yang (www.phuket.com/phuketnaturehome) – aus unserer persönlichen Erfahrung heraus – die Übernachtung kostete fürs Zimmer 1.420 Baht pro Tag:

Gesamtbewertung: 2-3

Resort/Lage: 2-3. Ruhig, aber der Aufstieg zu den Apartments ist etwas beschwerlich, also nicht geeignet bei Gehbeschwerden. Ab 5 Uhr waren die Flugzeuge vom Airport Phuket zu hören

Komfort: 3 – Zimmer groß, sauber, mit schöner Aussicht auf die Anlage und die dschungelartige Umgebung, schönes großes Bad. Aber der Fernseher war ohne Programm-Empfang, kein Internet

Service/Freundlichkeit/Hilfsbereitschaft: 1 – gemeint ist damit die Besitzerin und ihre Familie. Sie vermittelte uns das Moped, half bei Sonnenbrand, ihr Mann fuhr uns zum fairen Preis nach Nai Harn, sprich unterm Strich ein toller Rundum-Service

Personal: 3 – freundlich, verstand jedoch kein Englisch und konnte somit bei Fragen nicht helfen

Sauberkeit: 1 – frische Handtücher, tägliche Zimmerreinigung, Zimmer gepflegt und sauber

Verpflegung: 3-4 – es gab nur Frühstück ohne Auswahl-Möglichkeit bis auf die Wahl zwischen Tee oder Kaffee, ansonsten Spiegelei, 2x Toast, Marmelade aus der Tube.

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2)     Bewertung des „The Cozy House“ – in Nai Harn (http://www.phuketcozyguesthouse.com/) aus unserer persönlichen Erfahrung heraus – die Übernachtung kostete fürs Zimmer 850 Baht pro Tag:

Gesamtbewertung: 2-3

Resort/Lage: 3-4. Die Lage des Cozy House ist rund 2 km vom Beach entfernt. Außerdem liegt die Unterkunft direkt an der Hauptstraße, weshalb uns Tom, zuständig für alles, sogar Ohrstöpsel anbot beim Einzug. Rundum sind alle Geschäfte für den täglichen Bedarf und auch eine große Auswahl an Restaurants für alle Geschmackrichtungen zu finden.

Komfort: 1-2 – Zimmer groß, sauber, mit schöner Ausstattung und sogar Balkon zur Hauptstraße raus. Im Zimmer war ein großer LCD-Fernseher mit großer Programmauswahl, als deutscher Sender stand die Deutsche Welle zur Verfügung. Erstaunlich schnelles Internet war ebenfalls angeboten und frei. Eine vielseitige und gute Air-Condition sorgte stets für angenehmes Raumklima.

Service/Freundlichkeit/Hilfsbereitschaft: 1 – gemeint ist damit Tom, der für alles zuständig ist und im Erdgeschoss ein Reisebüro betreibt. Er kümmerte sich freundlich und mit gutem Englisch um alles, half uns bei jeder Frage und war immer ansprechbar und gut gelaunt. Er unterstützte uns auch tatkräftig bei unserer weiteren Reiseplanung

Personal: 3 – Putzfrau freundlich, verstand jedoch kein Englisch

Sauberkeit: 2 – frische Handtücher, tägliche Zimmerreinigung, Zimmer gepflegt und sauber. Eine kleine Ameisenplage im Bad am ersten Tag erledigte sich mit Insekten-Spray.

Verpflegung: 1 – Wir hatten keine Verpflegung gebucht. Trotzdem stand ein Wasserkocher im Zimmer und es gab täglich in kleinen Beuteln so viel Nescafe, Zucker und Milch, wie wir wollten – und zusätzlich auch Thai-Instant-Nudel-Suppen. Ein toller zusätzlicher Service.

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3)     Bewertung des „Father Resort“ – auf Koh Raya (Tel.: (081) 893 4430) aus unserer persönlichen Erfahrung heraus – die Übernachtung kostete fürs Zimmer 1.000 Baht pro Tag:

Gesamtbewertung: 4

Resort/Lage: 4. Ruhig in der Inselmitte, etwa 10 Gehminuten entfernt von den einzelnen Stränden. Aber ein Großteil der in einer sehr schönen Gartenanlage mit blühenden Sträuchern errichteten kleinen Bungalows - wie unsere Nummer D-6 - liegt direkt am Ufer eines Flusses, dessen verdreckte dunkelgrüne Brühe kaum Bewegung zeigt und wie Brachwasser im Flussbett liegt, während daraus ein intensiver Gestank nach Kloake, Fäkalien und Kanalisation empor steigt. Beim ersten Weg zum Bungalow hielten wir direkt die Luft an und wären am liebsten gar nicht eingezogen, so stank es. Die mit 1.800 Baht teureren Zimmer liegen etwas entfernt, so dass dort der penetrante Kanalisationsgestank nicht oder kaum zu bemerken ist. Ein Wechsel in diese Apartments ist jedoch kaum möglich, da natürlich jeder gerne sofort wechseln würde. Für uns wäre erst für die 3. von insgesamt 3 Nächten ein Zimmer frei geworden. Also mussten wir uns mit dem Gestank abfinden, wie die meisten anderen auch.

Komfort: 5 – Das Bungalow-Innere besteht aus einem Doppelbett und einem schmalen Steg am Bett entlang und dahinter nach links zu einem 2m hohen und ca. 60 cm breiten Verschlag mit Querstange zum Aufhängen von Kleidern, bei der Ankunft hing 1 Alibi-Plastik-Kleiderbügel drin. Die Matratze stand am Rand hoch, ansonsten war sie total durchgelegen und bot kaum noch Dämmung und Zwischenraum zum harten Untergrund. Unsere Körper waren morgens wie gerädert. Außerdem schliefen wir freiwillig mit leichter Kleidung, denn alles in diesem Zimmer wirkte mehr oder weniger versifft, absolut ungepflegt. Oben auf dem Schrankverschlag wurde offensichtlich noch nie sauber gemacht. Die Alu-Tür zum Bad ist innen verspritzt, verkalkt und angerostet. Das Wasser läuft vom Waschbecken zwar in ein Abflussrohr, das jedoch endet auf dem Fußboden und lässt das Wasser von oben dort wieder herauslaufen auf die Füße. Die Dusche besteht nur aus einem Duschkopf neben dem Waschbecken mit abgebrochener Halterung und einem Drehknopf für kaltes Wasser. Danach „schwimmt“ das ganze Bad. Nachdem der Boden vom Händewaschen, Zähneputzen etc. jedoch eh schon nass war, kommt es darauf auch nicht mehr an. Die Koffer kann man nur auf dem Bett öffnen, da sonst kein Platz dafür vorhanden ist. Man kann sie jedoch geschlossen in den Umgang ums Bett hinstellen. Abends hört man die Geräusche vom Restaurant bis zum Aufbruch des letzten Gastes. Der Kloaken-Gestank ist natürlich auch im Zimmer permanent vorhanden. Einziger Komfort im Zimmer: Ein Fan, 2 Steckdosen-Anschlüsse für Strom und Internet-Empfang. Wer geruchs-empfindlich ist oder Wert auf Hygiene legt, sollte diese „duften Bungalows“ eher meiden.

Service/Freundlichkeit/Hilfsbereitschaft: 3  – freundlich bemüht, aber die meisten jungen Männer vom Personal verstehen kaum Englisch und wirken oft hilflos, wenn man eine Frage hat – auch beim Bestellen im Restaurant. Dann eilt jedoch sofort ein Kollege herbei, der ein ganz klein wenig mehr versteht als die aktuell gerade überforderte Bedienung. Frauen wirkten als Personal nicht im Gäste-Bereich, also auch nicht bei der Bungalow-Reinigung – nur hinter den Kulissen. Mit einem einzigen Eimer Wasser und einem zerflederten Lederlumpen an einem Stil und einem kleinen Besen wurden täglich zwischen 12-13 Uhr 5-6 oder mehr frei gewordene Bungalows im Minuten-Rhythmus gereinigt für die nächsten ankommenden Gäste. Die meisten blieben nur eine bis maximal 2 Nächte. Wir dagegen hielten tapfere 3 durch – und rochen am Ende den Gestank gar nicht mehr sooo sehr ;-).

Personal: 3 – siehe Service/Freundlichkeit/Hilfsbereitschaft.

Sauberkeit: 5 – bis auf die frischen Handtücher beim Einzug wirkte alles schmuddelig und unhygienisch. Es erschien auch niemand zum Saubermachen, während wir da wohnten. Ein entsprechendes Schild zum Raushängen an die Tür gab es auch nicht.

Verpflegung: 2 – wir hatten keine Verpflegung gebucht. Aber im Restaurant konnte man sehr gut essen. Abends war es immer voll und offensichtlich kamen auch von den umliegenden, weitaus teureren Resorts viele Gäste hierher zum Essen.

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4)     Bewertung des „Baartonsai Garden Resorts“ – in Phuket-Patong (www.btonsai.com/btonsai.html) aus unserer persönlichen Erfahrung heraus – die Übernachtung kostete fürs Zimmer 650 Baht pro Tag:

Gesamtbewertung: 2-3 aufgrund des sehr guten Preis-/Leistungsverhältnisses so nahe bei der Patong-Beach

Resort/Lage: 2-3. Unser Zimmer 421 weiter hinten in 4. Reihe: Einerseits ruhig, was die Verkehrsgeräusche betrifft, obwohl nur wenige Gehminuten von der Patong Beach entfernt. Andererseits temporär geräusch-intensiver, was die „anderen Verkehrsgeräusche“ betrifft. In dieser großen Wohnanlage mit vielen aneinander gereihten Apartments waren die Bewohner immer wieder zu sämtlichen Zeiten bei ihren nächtlichen Aktivitäten mit ihren oft thailändischen Begleiterinnen zu hören, aber auch, wenn sie angeheitert nachts wieder meist grüppchenweise zurück kehrten. Zur Anlage gehört auch ein Swimmingpool, dessen wenige Liegen allerdings in der Zeit, als wir dort waren, immer schon von dem gleichen Familien-Clan belegt waren, wenn wir vorbei schauten.

Komfort: 3 – Einfaches, aber trotzdem geräumiges sauberes Zimmer mit Minischreibtisch, großem Kühlschrank, Schrank, Doppelbett, Air-Condition und wahlweise Fan. Einfaches Bad, darin mit Vorhang abgetrennter Dusch-Bereich. Dazu noch ein zusätzlicher Raum mit einem weiteren Waschbecken. Wir nutzen ihn als Abstellraum für die Koffer. Keine Aussicht, kein Fernseher. Das Internet ist vom Zimmer aus nicht nutzbar, nur im überdachten, aber nicht umschlossenen Rezeptionsbereich. Abends führte das bei mir jedenfalls freiwillig zu einer nur sehr kurzen Internetsitzung aufgrund zahlreicher Moskitos ;-) . Als im Bad einmal das Licht nicht funktionierte, war innerhalb von 5 Minuten der Service-Mann zur Stelle. Er schaltete den Lichtschalter 3-4 mal mit heftigem Druck hin und her – uns schon brannte das Licht wieder. Es war nur ein kleiner immer wieder auftretender Wackelkontakt.

Service/Freundlichkeit/Hilfsbereitschaft: 2 – Fragen konnten in der Rezeption geklärt werden. Sie ist 24 Stunden, also rund um die Uhr besetzt. Unter den Mitarbeitern herrschte ein familiär-freundliches Verhältnis.

Personal: 2 – freundlich. Das Reinigungspersonal verstand kaum Englisch, war aber nett und hilfsbereit, in der Rezeption wurde englisch gesprochen und entsprechend geholfen.

Sauberkeit: 3 – tägliche Reinigung. Aber der Abfluss im Bad lag statt unter leicht über Bodenniveau, so dass das Duschwasser am Boden stehen blieb. Es wurde auch nicht weg gewischt. Die Toilette war vom Abbrausen nass, manchmal auch vom dreckigen Bodenlappen noch dreckig und nicht sauber gewischt. Aber ansonsten passte alles. Das Bett wurde täglich frisch bezogen. Der Abfalleimer dagegen wurde täglich übersehen und nicht geleert.

Verpflegung: ? – Wir hatten keine Verpflegung gebucht. Dafür nutzen wir die unzähligen Möglichkeiten von Patong.

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5)     Bewertung der „Sunrise-Residence“ in Koh Samui (www.sunrise-residence.com) aus unserer persönlichen Erfahrung heraus. Diese Einschätzung ist zugegeben garantiert subjektiv, da es sich um den Bruder meiner Frau und somit um meinen Schwager handelt, der hier lebt und bei dem es uns immer wieder sehr gut gefällt. Nähere Angaben zu den Vermietungs-Konditionen finden sie auf der Homepage:

Gesamtbewertung: 1- Uns gefällt es einfach bei meinem Schwager – wie auch etlichen Stamm-Gästen, die jährlich immer wieder gerne zu ihm kommen. Er vermietet sein Haus und die beiden Bungalows – einzeln oder auch alles zusammen.

Resort/Lage: 1. Traumhaft schön oben am Berg gelegen mit wunderbarem Ausblick aufs Meer und auf herrliche Sonnenaufgänge am frühen Morgen bei klarem Himmel. Auch der aufgehende Vollmond mit seinem rötlich-silbrigem Glanz, den er über das Meer verbreitet, war für uns ein besonderes Erlebnis. Es ist ein normales, großes und gut ausgestattetes Haus mit allem, was man braucht – ohne Anspruch auf besonderen Luxus. Dieser besteht allein schon in der Super-Lage mit dem herrlichen Ausblick und leichter Brise oben am Berg

Komfort: 1 – Große Zimmer, Marmorfliesen, riesiges Wohnzimmer, kompletter Küchenbereich, großes Bad, großzügige Terrasse, Blick über den randlosen Poolrand hinaus aufs Meer. Ein Traum.

Service/Freundlichkeit/Hilfsbereitschaft: 1 – Peter kümmert sich um seine Gäste, macht Ausflüge mit ihnen, holt sie am Flughafen ab oder fährt sie hin oder zum Pier für die Fähre. Er ist ein guter Gastgeber – sicherlich nicht nur für uns als Familie.

Personal: 1 – siehe vorangegangene Beschreibung

Sauberkeit: 1 – Alles ist sauber und gepflegt.

Verpflegung: ? – Wer hier wohnt, versorgt sich selbst und kann auch in der Küche kochen. Dass uns Peter auch zum Teil bewirtete, war natürlich familien-intern bedingt.

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6)     Bewertung des „My Way Bungalow“ Resorts – Salad Beach – Koh Phangan“ (Tel.: 077349267) aus unserer persönlichen Erfahrung heraus – die Übernachtung kostete fürs Zimmer 700 Baht pro Tag:

Gesamtbewertung: 2-3

Resort/Lage: 1-2. Ruhig und sehr schön an der Salad Beach gelegen mit einem kleinen Snorkeling-Bereich, wenn man circa 100 Meter ins Meer rein schwamm. Schon nach wenigen Metern begegneten einem die ersten Fische. Unser Bungalow 3 lag in 2. Reihe, nur knapp 10 Meter vom Strand mit dem feinen weißen Sand entfernt.

Komfort: 3 – Das Zimmer war nicht groß, aber groß genug zum Abstellen unseres Gepäcks samt Rucksäcken, mit Platz für 2 kleine Schränkchen und einen kleinen rechteckigen Holz-Stuhl in Form eines Barhockers, der uns auch als Mini-Schreibtisch diente. Darüber hinaus blieb noch ein gut 1 Meter breiter Gang vom Eingang gerade aus durch zum etwas größeren Bad. Neben einem Fan war auch ein Moskitonetz vorhanden. Vor dem Zimmer hatte jeder Bungalow einen kleinen Balkon mit einer Bank für 2 Personen, sowie mit einem kleinen Tisch und einer Hängematte. Ansonsten wurde noch kostenloser Internet-Empfang angeboten. Neben Air-Condition gab es auch keinen Kühlschrank und kein TV.

Service/Freundlichkeit/Hilfsbereitschaft: 1 – gemeint ist damit die Pächterin Bettina, die hilfsbereit für jeden jederzeit erreichbar war. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren 3 Kindern direkt neben der Anlage.

Personal: 2 – freundlich, die Boys immer mit einem Lächeln oder Lachen, ein Thai-Mädel der Mitarbeiter-Crew dagegen eher mit unbeteiligtem Blick und Verhalten.

Sauberkeit: 4 – Der Bett-Bezug wirkte einigermaßen sauber, aber klebte in der ersten Nacht darauf bereits an der Haut. In den 7 Tagen, die wir den Bungalow bewohnten, wurden weder das Zimmer noch das Bad gereinigt. In dem lagen fast jeden Morgen kleine Kot-Haufen, womöglich von großen Geckos. Die Handtücher wurden kein einziges Mal gewechselt und rochen nach der Woche schon etwas modrig. 

Verpflegung: 2-3 – Im Preis war kein Frühstück enthalten. Am ersten Abend aßen wir an einem der abends am Strand aufgestellten Tische. Das Essen, Thaifood, war normal, meine Pad Thai aber eher ein großer Nudel-Klumpen. Lilos Essen war ok, daher ist die Bewertung nur eine einzige Momentaufnahme und womöglich überhaupt nicht mit Erfahrungen von anderen vergleichbar. Bettina hatte mir angeboten, die dickeren Nudeln zu besorgen, weil ich diese lieber esse. Das empfand ich als Super-Service, nutzte aber das Angebot in den folgenden Tagen nicht. Direkt am Strand bei Fackelschein das Essen serviert zu bekommen ist natürlich eine herrliche und romantische Genuss-Atmosphäre.

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7)     Bewertung des „Starlight Haadrin Resorts“ – in Ban Haad Rin – auf Koh Phangan“  (www.starlighthaadrin.com) aus unserer persönlichen Erfahrung heraus – die Übernachtung kostete fürs Zimmer 800 Baht pro Tag (Sonderpreis statt 1.000):

Gesamtbewertung: 5 – Dafür kann das Resort nichts! Es hätte von uns eine glatte 2 erhalten. Aber Randale durch Jugendliche verhinderten dies – wie im Text oben detailliert beschrieben (5.-7. März): In den 2 Nächten, die wir dort wohnten, war der Bungalow über unserer B9-Unterkunft mit australischen Mädels und der diesem gegenüber liegende mit australischen Jungs bewohnt. In der ersten Nacht machten beide Gruppen vor ihren Bungalows ab 3 Uhr Party bis knapp 5 Uhr mit betrunkenem Schreien und endlos sich wiederholenden "Fuck You"-Rufen. In der 2. Nacht kehrten die Jungs total betrunken kurz nach 3 Uhr heim mit einer zusätzlichen Clique und grölten ohne Ende, es gab auch Gerangel, verbunden mit schreienden Mädels. Gegen 6 Uhr versuchte einer total betrunken in unseren Bungalow einzudringen mit „Open – let me in“-Geschrei. Dabei hämmerte er gegen unsere Scheiben und trat endlos gegen unsere Tür – bis wir ihn davon scheuchten. „Sorry, wrong bungalow“, lallte er und übergab sich an unserem Balkon-Geländer, bevor er weiter taumelte und an der Rezeption mit seinen Händen das gleiche Spiel mit hämmernden Handschlägen gegen die Fenster wiederholte. Um 6 Uhr kamen die Mädels zurück. Bis 6:45 Uhr ging das betrunkene Geschrei weiter. Woraufhin wir beschossen, uns dies nicht noch 2 weitere Nächte anzutun und am Morgen auszuchecken. Der Resort-Betreiberin tat es sichtlich Leid. Sie entschuldigte sich und versicherte, dass dies nicht der Normalzustand in ihrem Resort sei. Sie hatten bei dem Lärm auch die ganze Nacht nicht geschlafen und sich vor den randalierenden Jugendlichen gefürchtet. Aber offensichtlich verfügt das Resort über niemanden, der in solchen Extremfällen einschreiten könnte.

Resort/Lage: 5 statt 2. Warum ist in der Gesamtbewertung beschrieben. Ohne betrunkene australische Jugendliche in den Nachbar-Bungalows wäre das durchaus positive und empfehlenswerte Fazit: Ruhig und idyllisch direkt am Meer gelegen. Außerdem ideale 10-15 Gehminuten vom Fullmoon-Party-Zentrum von Haadrin entfernt, zu erreichen über den Strand oder über die Straße.

Komfort: 2 – Zimmer groß, sauber, mit Air-Condition, Kühlschrank, Fernseher und sogar 2 Doppelbetten. Einziger Punktabzug: Das Internet ist nicht kostenlos mit dabei. Dafür wird eine je nach der Benutzungsdauer gestaffelte Extra-Gebühr verlangt. 50 Minuten kosten 50 Baht.

Service/Freundlichkeit/Hilfsbereitschaft: 2 – gemeint ist damit die Leiterin der Rezeption. Sie zeigte uns im Vorfeld die Zimmer, war sehr freundlich und hilfsbereit und immer offen für Fragen. Auch beim vorzeitigen Auschecken gab es keinerlei Probleme, sondern eine Entschuldigung für den Lärm, für den sie ja überhaupt nichts konnte.

Personal: 3 – lächelte uns freundlich zu, ansonsten kein Kontakt, da kaum Englischkenntnisse vorhanden waren. Daher die neutrale Beurteilung

Sauberkeit: 2 – Das Zimmer war beim Bezug sauber, die Handtücher lagen als Blumen verziert auf dem Bett. Alles, auch die einfache Anlage selbst, wirkt gepflegt.

Verpflegung: Keine Note, da wir das Restaurant bei der Rezeption nicht in Anspruch genommen haben. Es wurde aber rege von jungen Reisenden und Gruppen benutzt, wenn sie mittags oder am frühen Nachmittag wieder aufwachten und ihr Breakfast nachholten.

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8)     Bewertung des „Sun Beach Resort“ – in Ban Haad Rin – auf Koh Phangan, direkt links neben dem Starlight Resort (Tel.: 077375192) aus unserer persönlichen Erfahrung heraus – die Übernachtung kostete fürs Zimmer 1.000 Baht pro Tag:

Gesamtbewertung: 2

Resort/Lage: 2 – Ruhig – und idyllisch direkt am Meer gelegen. Unser Bungalow A2 lag in 2. Reihe zum Strand – mit herrlichem Blick aufs Meer vom kleinen Balkon aus. Von hier aus kann man wunderschöne Sonnenuntergänge mit verfolgen. Außerdem liegt das Resort ideale 10-15 Gehminuten vom Fullmoon-Party-Zentrum von Haadrin entfernt, zu erreichen über den Strand oder über die Straße.

Komfort: 2 – Zimmer groß, sauber, mit Air-Condition, einem Doppelbett und einem breiteren Einzelbett, mit kleinem Spiegelschreibtisch, Nachttisch und Kleiderschrank. Im Vergleich zum Starlight gab es hier keinen Fernseher und wie beim Starlight ist auch hier das Internet nicht kostenlos. Dafür wird eine je nach der Benutzungsdauer gestaffelte Extra-Gebühr verlangt. 50 Minuten kosten 50 Baht.

Service/Freundlichkeit/Hilfsbereitschaft: 2 – gemeint ist damit die Leiterin der Rezeption. Sie war freundlich und half uns, als wir die mit Schlössern absperrbaren Boxen in der Rezeption als Safe nutzen wollten.

Personal: 2 – Ein jüngerer Mitarbeiter zum Beispiel hatte uns schon Tage zuvor die Anlage gezeigt und blieb absolut freundlich, auch nachdem wir uns zu diesem Zeitpunkt für die Nachbaranlage entschieden hatten. Auch er war aus Burma und jederzeit hilfsbereit.

Sauberkeit: 2 – Das Zimmer und Bad waren beim Bezug sauber.

Verpflegung: Keine Note, da wir das kleine Restaurant bei der Rezeption nicht in Anspruch genommen haben.